Abfrage: Beschreibung zu Pflanzen nachschlagen

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  1. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi (Bd. 5.2. Dicotyledones, 1926), S. 1428f.: »Pflanze zweijährig bis ausdauernd, in allen Teilen stark unangenehm riechend. Grundachse dick, spindelförmig-ästig, aussen gelblich, innen weiss, im Frühjahr einen scharfen, gelblichen Saft führend, mit schwachem Möhrengeruch. Stengel (30) 50 cm bis mannshoch, aufrecht, röhrig, kantig-gefurcht, steifhaarig mit meist rückwärts gerichteten Borstenhaaren, an den Knoten mit einem besonders auffälligen Borstenkranz versehen (sehr selten gleich der ganzen Pflanze völlig kahl), oberwärts ästig, beblättert. Laubblätter in Zerteilung und Behaarung äusserst veränderlich: bald alle ungeteilt und nur gelappt, bald die Grundblätter ungeteilt und die Stengelblätter (wenigstens teilweise) fiederschnittig, bald alle Laubblätter fiederschnittig mit 3 bis 5 (selten 7) Abschnitten; diese in verschiedener Weise gelappt, die Lappen bald mehr handförmige-, bald mehr fiederförmig-angeordnet, bald breit, bald schmal, stumpfer oder spitzer oder zugespitzt, ungleich grob-kerbsägig mit kurz bespitzten Zähnen. Bei den 3- und mehrschnittigen Laubblättern sind die Seitenabschnitte ungleichhälftig (asymmetrisch) ausgebildet, und zwar ist die nach dem Blattgrunde gerichtete („basiskope“) Hälfte im Wachstum gegenüber der nach der Blattspitze gerichteten („akroskopen“) Hälfte gefördert.¹[Seite 1428]) Behaarung der Laubblätter auf der Oberseite bald ziemlich lang und weich, bald kürzer und rauher, zuweilen 0; auf der Unterseite besonders an den stärkeren Nerven (wie an der Blattspindel) borstig, auf der Fläche meist feiner und weicher oder auch 0. Untere Laubblätter (oft sehr gross, bis 60 cm lang) gestielt, die oberen auf den weitbauchigen, weisslichgrünen, am schmal-häutigen Rande borstig-wolligen, an der Spitze kurz- und stumpf- 2-öhrigen Scheiden sitzend. Blattstiel und Blattspindel seitlich-zusammengedrückt, unterseits leicht gekielt, oberseits tief-rinnig, letztere an den Verzweigungsstellen mit einem besonders auffälligen Borstenkranz versehen. Dolden am Stengel und an den (oben oft gegenständigen) Aesten endständig, gross (etwa 20 cm im Durchmesser), ziemlich flach, etwa 15- bis 30-strahlig. Doldenstrahlen sehr ungleich-lang, kantig, gleich den Blütenstielen besonders auf der Innenseite von stumpfen (oft gegen die Spitze leicht verdickten und etwas drüsigen) oder spitzen Haaren weichflaumig bis borstig. Hüllblätter 0 oder (besonders an den Seitendolden) 1 bis 6, kurz, lanzettlich-pfriemlich (selten durch Verlaubung vergrössert); Hüllchenblätter zahlreich, lanzettlich- bis linealisch-pfriemlich, meist kürzer als die Blüten, krautig (nur an der Spitze weisslich), dicht behaart und bewimpert. Blüten fast alle zwitterig (wenige männlich). Kelchrand stumpf, mit kurzen und breiten Zähnen. Kronblätter verkehrt-herzförmig-ausgerandet und in der Ausrandung mit einem eingeschlagenen Läppchen versehen, fast stets ungleichförmig (das äussere [unpaare] Kronblatt der Randblüten grösser und tiefer 2-lappig als die übrigen), aussen öfter etwas behaart, weiss oder grünlich, grüngelb oder gelblich, auch rosa, purpurn oder bläulich. Fruchtknoten zur Blütezeit weichflaumig bis zottig oder feinborstig oder auch völlig kahl. Frucht elliptisch, breiter oder schmäler verkehrt-eiförmig oder fast kreisrund, beiderends oder nur oben ausgerandet (in den genannten Merkmalen äusserst veränderlich und zur Einteilung der Art nicht verwertbar), etwa (5) 6 bis 10 (11) mm lang, bei der Reife öfter kahl, seltener bleibend steif- oder weichhaarig; Flügelrand (ausserhalb des Nervs) (1⁄3) 1⁄2 bis 1 mm breit. Ueber den anatomischen Bau der Fruchtwand siehe oben die Beschreibung der Gattung (pag. 1417). Griffel zur Blütezeit fast aufrecht, 3⁄4 bis 4 mm lang, mit leicht kopfig angeschwollener Narbe, ebenso lang bis 2 (2 1⁄2) mal so lang als das Griffelpolster; später oft etwas verbogen und teilweise zurückgeschlagen. — (V) VI bis X, die spätblühenden Formen (nach dem Heuschnitt) oft rotblütig; vereinzelt auch im Winter (I) blühend. Im ganzen Gebiete in verschiedenen Unter- und Abarten verbreitet und häufig von der Ebene bis über die Baumgrenze in Wiesen (besonders Fettwiesen), Gebüschen, an Deichen, Weg- und Waldrändern, in feuchten Waldlichtungen, im Gebirge in Karfluren, an steinigen Felshängen, im Legföhrengebüsch, gelegentlich auch apophytisch in Getreide- und Kartoffel- feldern. Steigt in den Bayerischen Alpen bis 2100 m, im Schweizer Jura bis 1600 m, in Glarus bis 1800 m, in St. Gallen bis 2000 m, im Wallis bis 2400 m, in Graubünden (Bernina) bis 2500 m¹[Seite 1430]). Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (in Skandinavien nördlich bis 68° 35' nördl. Breite [Trondenes] vordringend); West- und Nord-Asien (Ostgrenze unsicher, vielleicht bis Ost-Sibirien reichend); westliches Nord-Afrika; verschleppt (auf Oedland) in Nord-Amerika (besonders an der Ostküste). ---- ¹[Seite 1428]) Die von Briquet ehedem (1903) für H. Sphondylium gemachte Angabe von „heterogener“ und „fluktuierender Dissymmetrie“, bei welcher an verschiedenen Abschnittpaaren eines und desselben Blattes teils basiskope, teils akroskope Asymmetrie vorkommen sollte (wie dies bei Pastináca tatsächlich der Fall ist; vgl. oben pag. 1415), hat sich nach dem Verf. selbst („Causes d’erreur dans l’étude des folioles et des segments foliaires dissymétriques sur des materiaux desséchés“; „Candollea“, Org. du Cons. et Jard. bot. Genève I [1923], pag. 521/4) als irrtümlich erwiesen; die heterogene Asymmetrie war an Herbarmaterial durch die (unbemerkt gebliebene) gleichzeitige Verdrehung von Blattspindel (zwischen den Abschnittpaaren) und Abschnittstielen, wodurch ein gänzlich verändertes Bild entsteht, vorgetäuscht worden. ¹[Seite 1430]) [zu pag. 1430] Die hochgelegenen Fundorte der Nordalpen beziehen sich wohl durchwegs auf die subsp. montanum, diejenigen aus den Südalpen vermutlich teils auf die subsp. Granatense var. incanum (Wallis), teils auf die subsp. Pyrenaicum var. Pollinianum (z. B.: Berninagebiet).«)
  2. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: © Düll & Kutzelnigg (1994), S. 233f.: »Heracléum sphondylium L. Gemeiner Bärenklau, Wiesen-Bärenklau– Apiaceae (= Doldenblütler) Ausdauernde oder zweijährige Halbrosettenpflanze, bis c. 1,5m hoch. Blätter mit großer, als Knospenschutz dienender Blattscheide (=Ochrea). Tiefwurzler. Pflanze reich an ätherischen Ölen. - Giftig: Nach Berührung der Pflanze können unangenehme Rötungen und Schwellungen auf der Haut auftreten („Wiesendermatitis“). Sie werden durch die lichtempfindlich machenden Furokumarine verursacht. Vorkommen: Frische, nährstoffreiche Fettwiesen, Wegränder und Hochstaudenfluren. Überdüngunszeiger. Verdrängt bei Überdüngung andere Arten und führt damit zur Verminderung der Artenvielfalt. Blüten: (Abb. 40 a, b): VI-IX. „Nektarführende Scheibenblumen“, in zusammengesetzten Dolden. Randblüten „strahlend“. Namengebende Art des „Heracleum-Typs“: Die Blüten der Hauptdolde sind meist zwittrig, die übrigen besitzen neben zwittrigen Blüten oft noch männliche und weibliche. Vormännlich: Die Staubblätter strecken sich nach ihrer Entfaltung nach außen und entladen den Pollen. Die Griffel mit der kopfigen Narbe entwickeln sich meist erst später. Sie sind von einem grünlichen, reichlich Nektar absondernden Griffelpolster (Diskus) umgeben. Bestäubung meist zufällig durch verschiedenste herumlaufende und sich sonnende Insekten. Früchte: Geflügelte Doppelachänen: „Scheibchenflieger“. Hauptausbreitung durch Wasserhaft- und Zufallsverbreitung durch Weidetiere und über Stallmist. Fruchtreife: VIII-IX. Verwendung: Junge Blätter sind ein gutes Viehfutter, z. B. für Kaninchen. Außerdem solle sie gekocht ein mildes Gemüse ergeben. Früher wurde die Pflanze arzneilich gegen Durchfall und als Wurmmittel verwendet. Die Heilwirkung soll angeblich von dem griechischen Helden Herkules = Herakles (Name!) entdeckt worden sein.«)
  3. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Röhling u.a. (Deutschlands Flora Bd.2, 1826) S.372f.: »855. HERACLEUM Sphondylium. Linn. Gemeines Heilkraut. Die Blätter scharf-rauchhaarig, gefiedert, die Blättchen lappig, oder handförmig getheilt, ungleich-gekerbt-gesägt; die Dolden strahlend; der Fruchtknoten kurzhaarig; die Früchte oval, stumpf, ausgerandet, endlich kahl. : Beschreib. Pollich, Roth, und andere Floren. : Abbild. Schk. t.67. Plenk off. t.175. Engl. b. t.959. : Getr. Samml. Schles. Cent. 10. Synon. Heracleum Sphondylium Linn. Spec. pl. I. 558. R. et S. VI. 572. H. proteiforme Crantz Austr.III. 11. H. Branca ursina Allion. Ped. nr. 1291. — Sphondylium Branca Scop. Carn. I. S.204. S. Branca ursina Hoffm. Umb. gen. 152. Die dicke, spindelige, ästige Wurzel auswendig gelblich, inwendig weiſs. Der Stengel 2-4′ [60,96-121,92 cm], aufrecht, gefurcht, steifhaarig, röhrig, nach oben ästig. Die Blätter mehr oder weniger rauchhaarig, und scharf anzufühlen, wellig, gefiedert, mit 2 Paar Blättchen und einem ungepaarten; das erste Baar gestielt, der 2te stiellos, die Blättchen lappig-fiederspaltig, die Lappen der einen, der nach der Basis des Blattes zugekehrten Seite, mehr verlängert, und der unterste auf dieser Seite gröſser, ausgesperrt, an dem stiellosen Blättchenpaare kreuzweise gestellt; das Endblättchen handförmig, dreispaltig oder dreitheilig, die Fetzen meist wieder lappig, sämmtlich ungleich—gekerbt—gesägt; die untern Blätter auf rinnigen Blattstielen, die obern auf den groſsen aufgeblasenen, oft mit dem Stengel braunroth gefärbten Scheiden sitzend, die blütheständigen nicht selten entgegengesetzt. Die Dolden groſs, flach, 15-30 strahlig, Strahlen und Blüthenstielchen inwendig mit etwas klebrigen Drüsenhärchen besetzt. Die Hülle fehlend oder aus 1–2, zuweilen doch auch aus 5–6 lanzettpfriemlichen Blättchen bestehend, die Hüllchen vielblättrig, die Blättchen pfriemlich. Die Blüthen ungleich, die äussern doppelt gröſser, strahlend. Der Fruchtknoten kurzhaarig. Die Frucht oval, am Ende stumpf und ausgerandet, anfänglich kurzhaarig, bei der Reife fast kahl. Die Striemen zwischen den feinen Riefen bis etwas über die Hälfte hinabziehend, fast parallel laufend, und so wie die beiden der Berührungsfläche sehr deutlich. — Die Pflanze ändert vielfach ab, und bietet in Hinsicht der Form der Blätter, der breitern und schmälern, kürzern und, längern Fetzen derselben, und in der Gröſse und Farbe der Blüthe, gerade wie die folgende Art, eine Reihe von Varietäten dar, die oft einander so nahe stehen, daſs man nur mit Schwierigkeit unterscheidet, was zu H. Sphondylium oder sibiricum gehört. Bei jenem ist die Dolde strahlend, jedoch in verschiedenem Grade, oft sehr stark, oft nur wenig strahlend, die Blumen sind meistens weiſs, der Fruchtknoten und die unreife Frucht sind flaumhaarig, die Frucht ist länglicher—oval und weniger ausgerandet; bei diesem, dem H. sibiricum sind die Blumen fast gleich, meist grün, der Fruchtknoten ist kahl, die Frucht breiter, am Ende mehr herzförmig ausgeschnitten. — Die Blüthe von H. sphondylium ist zwar meist weiſs, varirt aber nicht selten grünlich weiſs, oder die Blumenblätter sind weiſs, mit 2 grünen Flecken am Grunde, oder die ganze Blume ist hellgrün, oder das Hellgrüne hat einen röthlichen Anstrich, oder seltner ist die ganze Blume rosenroth. Die Fetzen der Blätter sind mehr eyförmig, oder schmäler und länglich, oder auch sehr schmal und lang. Zu der breitblättrigen auf jeder Wiese wachsenden Form gehört: H. Sphondylium der Autoren, Rivin. t.4. und die oben angeführten Abbildungen. — Eine andere Abart hat längliche, schmalere Fetzen, dahin gehört: H. elegans Jacq. Austr. t.175, H. angustifolium Jacquin Vindob. 117. t.2. f.1, H. proteiforme γ elegans Crantz Umb. 58. t.2, Stirp. austr. 157. — Oder die Fetzen der Blätter sind sehr lang gezogen und schmal, bei Fingersbreite bis zu 1⁄2′ [15,24 cm] lang und darüber. Dahin gehört: H. longifolium Jacq. Austr. t.174, H. angustifolium Jacq. Vindob. t.2. f.2, nicht Linné’s. (Willdenow in der Sp. pl. zieht das H. longifollium Jacq. zu, H. angustifolium Linné, welches keine strahlenden Blumen hat, als Abart β, und zu seinen H. flavescens, welches strahlende Blumen haben soll, das mit gleichförmigen begabte H. angustifolium Jacq. Austr. t.175, und nennt, um die Konfusion noch recht zu vermehren, die Blüthen von H. Sphondylium fast gleichförmig.) Wir sind hier einer Anordnung der Varietäten, welche unser verehrter Freund Treviranus uns brieflich mitgetheilt hat, gefolgt, und glauben der Wahrheit am nächsten auf der Spur zu seyn. — Die Pflanze kommt ferner an allen Theilen und selbst auf den Früchten steifhaarig vor: H. Sphondyliam β lasiocarpum Bönnigh. Prodr.89. — In Wiesen und Wäldern überall, auf den niedrigen Gegenden sowohl, als auf Gebirgen bis auf die Alpen; β und γ hauptsächlich auf höhern Bergen. Juni—Juli, nach dem Abmähen der Wiesen im August und September daselbst zum zweiten Male. ♃;«; Anmerkungen: Röhling u.a. (Deutschlands Flora Bd.1, 1823) S.108 »ausdauernd, bleibend […] Man bezeichnet sie, wenn blos ihre Wurzel im Winter lebt, die Theile über der Erde aber absterben, mit dem Zeichen des Jupiters ♃ […]«)
  4. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Madus (Bd.1, 1938), S. 1544: »Botanisches: Die zweijährige bis mannshohe Pflanze ist in Eurasien heimisch. Der röhrige, kantig gefurchte Stengel ist mit meist rückwärts gerichteten Borstenhaaren besetzt und führt im Frühjahr einen scharfen gelblichen Saft mit schwachem Möhrengeruch, — Heracleum ist besonders in Fettwiesen, feuchten Waldlichtungen, an Deichen und Wegrändern anzutreffen. Seine Laubblätter können in Zerteilung und Behaarung sehr verschieden sein Es kommen ungeteilte, gelappte und fiederschnittige Blätter vor. Die Blattscheiden sind stark aufgetrieben. Die meist weißen Blüten stehen in großen, endständigen Dolden. Die Randblüten sind strahlend. Die nitrophile Pflanze (Ruderalpflanze) wird durch kräftige Kaliphosphatdüngung vernichtet. Blütezeit: Juni bis September.«)
  5. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Blüten; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Sturm Bd. 13 1905, S. 211: »12—70 cm hoch, mehr oder weniger dicht kurzhaarig, zuweilen fast kahl, meist einblumig, doch nicht selten zwei- bis fünfblumig. Untere Blätter gestielt, spatolförmig, gekerbt, die übrigen mit verschmälertem, halbstengelumfassendem Grunde sitzend, verkehrtlänglichlanzettlich, gesägt, an kräftigen Pflanzen zum Teil mit schlanken Zähnen, selten fast fiederspaltig. Blumen in der Regel mit langen weissen weiblichen Strahlblüten, selten kurzstrahlig oder strahllos. Mittelblüten gelb, ihre Krone meist am Grunde ausgesackt und über den Rand der Frucht übergreifend. Früchte der Strahlblüten mit drei stärkeren Rippen und meist mit einer Schuppenkrone, die der Mittelblüten meist mit 10 abwechselnd stärkeren und schwächeren Rippen, ungekrönt. ♃, zuweilen mit überwinternden Kurztrieben. 5—8, einzeln später. (Chrysanthemum und Tanacetum leucanthemum, Leucanthemum vulgare; Grosse Maassliebe, Grosse Gänseblume, Priesterkragen, Ochsenauge). In Wäldern, auf Mooren und Grasland, an Ufern, Wegen und auf Oedland häufig, in den Alpen bis 2260 m.«; Anmerkungen: ♃ = ausdauernde Pflanze)
  6. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Blüten; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 610: »Ausdauernde, 20 bis 100 cm hohe, zerstreut behaarte bis fast kahle Pflanze mit walzlicher, knotiger, schiefliegender Grundachse. Stengel aufrecht, meist kahl, einfach und 1-köpfig oder in mehrere bis viele verlängerte, 1-köpfige Aeste geteilt. Laubblätter ziemlich derb, kahl oder zerstreut behaart, selten dichter kraushaarig, die grundständigen (oft grün überwinternden) lang gestielt, aus keiligem Grunde verkehrt-eilanzettlich bis keilig-rundlich, grob kerbzähnig bis fiederlappig mit gekerbten Lappen; Stengelblätter lineal bis eilänglich, grob gezähnt bis fast fiederspaltig oder die obersten auch ganzrandig, die untersten in einen kurzen Stiel verschmälert, die oberen sitzend. Köpfe lang gestielt, 3- bis 6-, ausnahmsweise selbst bis 9 (in Kultur bis 16) cm breit. Hülle halbkugelig (Fig. 325 g); Hüllblätter dachig angeordnet, grün, ± breit, hell- bis schwarzbraun berandet. Scheibenblüten gold-gelb; Zungenblüten weiss, 1 bis 2 cm lang, ausnahmsweise auch fehlend. Früchte kreiselförmig, 2,5 bis 3 mm lang; Pappus an den Scheibenblüten stets fehlend, an den Randblüten fehlend oder vorhanden, ein oft schiefes Krönchen darstellend. — V bis XI.«)
  7. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Schmeil & Fitschen (Pflanzen der Heimat, 1913), Nr. 58: »Die weiße Wucherblume.(Chrysánthemum leucánthemum L.)Die Pflanze verdankt ihren Namen dem Umstande, daß einige ihrer nächsten Verwandten die Fähigkeit besitzen, sich ungemein rasch zu verbreiten und in kürzester Zeit von einer großen Bodenfläche Besitz zu ergreifen. Besonders ist es eine gelbblühende Art, die in vielen Gegenden als schädliches Ackerunkraut auftritt. Die weiße Wucherblume, auch »Margarite« genannt, ist allerdings nicht gefürchtet, da sie die Saatfelder meidet und nur an lichten Waldstellen, an Feldrainen und besonders auf Wiesen vorkommt.Der meist unverzweigte Stengel trägt an seinem oberen Ende eine langgestielte, tellerförmige „Blume“ von ansehnlicher Größe. Wie aber ein Längsschnitt erkennen läßt, ist diese aus vielen kleinen, ungestielten Blüten zusammengesetzt, die dem stark verbreiterten oberen Ende des Stengels, dem Blütenboden, aufsitzen. Was demnach bei flüchtigem Hinsehen für eine Einzelblüte gehalten werden könnte, ist in Wirklichkeit ein Blütenstand, den man seiner Form nach als Köpfchen bezeichnet. Sämtliche Blüten sind von mehreren grünen Blättern umgeben, die das Köpfchen vor dem Aufblühen vollständig einhüllen. Durch diesen sog. Hüllkelch erhält der Blütenstand das Aussehen eines mit vielen Blüten gefüllten Körbchens, weshalb man ein so gebildetes Köpfchen treffend auch Blütenkörbchen nennt („Korbblütler“). Die in der Mitte der Blumenscheibe stehenden Blüten haben je eine kleine, goldgelbe, röhrenförmige Blumenkrone, die dem Fruchtknoten aufsitzt und in fünf Zipfel gespalten ist. Ihr sind die Fäden der fünf Staubblätter eingefügt, deren Beutel gleichfalls zu einer Röhre verwachsen. Der Griffel, der sich in dieser Röhre emporstreckt, endigt in eine Narbe, deren beide Äste aber erst im letzten Zustande der Blütenentwicklung auseinander spreizen. Die weißen, randständigen Blüten des Köpfchens zeigen im wesentlichen denselben Bau. Sie besitzen aber keine Staubblätter, und ihre sehr kurze Blütenröhre ist zu einem langen Bande oder einer Zunge ausgezogen. Die Blüten des Körbchens kann man also nach ihrer Stellung als Scheiben und Randblüten, nach der Form ihrer Blumenkronen aber als Röhren und Zungenblüten unterscheiden. Wegen der Bestäubung vgl. folgende Seite.Eine in Ostasien heimische nahe Verwandte der Wucherblume ist die Stammutter der zahlreichen Chrysanthemumformen (»Winterastern«), die in immer größerer Blütenpracht von den Gärtnern gezogen werden.Wiesen, Triften. 6—10. H. 30—60 cm. — Korbblütler.«)
  8. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Früchte; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Sturm Bd. 13 1905, S. 211: »12—70 cm hoch, mehr oder weniger dicht kurzhaarig, zuweilen fast kahl, meist einblumig, doch nicht selten zwei- bis fünfblumig. Untere Blätter gestielt, spatolförmig, gekerbt, die übrigen mit verschmälertem, halbstengelumfassendem Grunde sitzend, verkehrtlänglichlanzettlich, gesägt, an kräftigen Pflanzen zum Teil mit schlanken Zähnen, selten fast fiederspaltig. Blumen in der Regel mit langen weissen weiblichen Strahlblüten, selten kurzstrahlig oder strahllos. Mittelblüten gelb, ihre Krone meist am Grunde ausgesackt und über den Rand der Frucht übergreifend. Früchte der Strahlblüten mit drei stärkeren Rippen und meist mit einer Schuppenkrone, die der Mittelblüten meist mit 10 abwechselnd stärkeren und schwächeren Rippen, ungekrönt. ♃, zuweilen mit überwinternden Kurztrieben. 5—8, einzeln später. (Chrysanthemum und Tanacetum leucanthemum, Leucanthemum vulgare; Grosse Maassliebe, Grosse Gänseblume, Priesterkragen, Ochsenauge). In Wäldern, auf Mooren und Grasland, an Ufern, Wegen und auf Oedland häufig, in den Alpen bis 2260 m.«; Anmerkungen: ♃ = ausdauernde Pflanze)
  9. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Früchte; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 610: »Ausdauernde, 20 bis 100 cm hohe, zerstreut behaarte bis fast kahle Pflanze mit walzlicher, knotiger, schiefliegender Grundachse. Stengel aufrecht, meist kahl, einfach und 1-köpfig oder in mehrere bis viele verlängerte, 1-köpfige Aeste geteilt. Laubblätter ziemlich derb, kahl oder zerstreut behaart, selten dichter kraushaarig, die grundständigen (oft grün überwinternden) lang gestielt, aus keiligem Grunde verkehrt-eilanzettlich bis keilig-rundlich, grob kerbzähnig bis fiederlappig mit gekerbten Lappen; Stengelblätter lineal bis eilänglich, grob gezähnt bis fast fiederspaltig oder die obersten auch ganzrandig, die untersten in einen kurzen Stiel verschmälert, die oberen sitzend. Köpfe lang gestielt, 3- bis 6-, ausnahmsweise selbst bis 9 (in Kultur bis 16) cm breit. Hülle halbkugelig (Fig. 325 g); Hüllblätter dachig angeordnet, grün, ± breit, hell- bis schwarzbraun berandet. Scheibenblüten gold-gelb; Zungenblüten weiss, 1 bis 2 cm lang, ausnahmsweise auch fehlend. Früchte kreiselförmig, 2,5 bis 3 mm lang; Pappus an den Scheibenblüten stets fehlend, an den Randblüten fehlend oder vorhanden, ein oft schiefes Krönchen darstellend. — V bis XI.«)
  10. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Stängel; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Schmeil & Fitschen (Pflanzen der Heimat, 1913), Nr. 58: »Die weiße Wucherblume.(Chrysánthemum leucánthemum L.)Die Pflanze verdankt ihren Namen dem Umstande, daß einige ihrer nächsten Verwandten die Fähigkeit besitzen, sich ungemein rasch zu verbreiten und in kürzester Zeit von einer großen Bodenfläche Besitz zu ergreifen. Besonders ist es eine gelbblühende Art, die in vielen Gegenden als schädliches Ackerunkraut auftritt. Die weiße Wucherblume, auch »Margarite« genannt, ist allerdings nicht gefürchtet, da sie die Saatfelder meidet und nur an lichten Waldstellen, an Feldrainen und besonders auf Wiesen vorkommt.Der meist unverzweigte Stengel trägt an seinem oberen Ende eine langgestielte, tellerförmige „Blume“ von ansehnlicher Größe. Wie aber ein Längsschnitt erkennen läßt, ist diese aus vielen kleinen, ungestielten Blüten zusammengesetzt, die dem stark verbreiterten oberen Ende des Stengels, dem Blütenboden, aufsitzen. Was demnach bei flüchtigem Hinsehen für eine Einzelblüte gehalten werden könnte, ist in Wirklichkeit ein Blütenstand, den man seiner Form nach als Köpfchen bezeichnet. Sämtliche Blüten sind von mehreren grünen Blättern umgeben, die das Köpfchen vor dem Aufblühen vollständig einhüllen. Durch diesen sog. Hüllkelch erhält der Blütenstand das Aussehen eines mit vielen Blüten gefüllten Körbchens, weshalb man ein so gebildetes Köpfchen treffend auch Blütenkörbchen nennt („Korbblütler“). Die in der Mitte der Blumenscheibe stehenden Blüten haben je eine kleine, goldgelbe, röhrenförmige Blumenkrone, die dem Fruchtknoten aufsitzt und in fünf Zipfel gespalten ist. Ihr sind die Fäden der fünf Staubblätter eingefügt, deren Beutel gleichfalls zu einer Röhre verwachsen. Der Griffel, der sich in dieser Röhre emporstreckt, endigt in eine Narbe, deren beide Äste aber erst im letzten Zustande der Blütenentwicklung auseinander spreizen. Die weißen, randständigen Blüten des Köpfchens zeigen im wesentlichen denselben Bau. Sie besitzen aber keine Staubblätter, und ihre sehr kurze Blütenröhre ist zu einem langen Bande oder einer Zunge ausgezogen. Die Blüten des Körbchens kann man also nach ihrer Stellung als Scheiben und Randblüten, nach der Form ihrer Blumenkronen aber als Röhren und Zungenblüten unterscheiden. Wegen der Bestäubung vgl. folgende Seite.Eine in Ostasien heimische nahe Verwandte der Wucherblume ist die Stammutter der zahlreichen Chrysanthemumformen (»Winterastern«), die in immer größerer Blütenpracht von den Gärtnern gezogen werden.Wiesen, Triften. 6—10. H. 30—60 cm. — Korbblütler.«)
  11. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Dietrich (Bd. 8, 1840), Nr. 545: »Auf Wiesen, Triften, Feldern u. s. w. überall sehr gemein. Unsere Exemplare aus der Gegend von Berlin. Blüht im Juni und Juli. ♃. Die Wurzel ein fast holziger, schief in die Erde gehender, reichlich mit Fasern besetzter Wurzelstock. Der Stengel 1—2Fuſs hoch, aufrecht oder an der Basis schwach aufsteigend, stielrund-eckig, an der Basis oft, und an den Knoten zuweilen geröthet, kahl oder mehr oder weniger, besonders nach der Basis zu behaart, gewöhnlich einfach und nur einen Blüthenkopf an der Spitze tragend, mit höchstens einigen unvollkommenen Ästchen in den Blattachseln, oder zuweilen oben in zwei bis vier lange Blüthenäste getheilt, die jeder einen Blüthenkopf tragen. Die Blätter etwas dicklich, dunkelgrün, glänzend und entweder kahl oder etwas weichhaarig; die wurzelständigen und unteren umgekehrt-lanzettförmig, fast spatelförmig, in einen Blattstiel verschmälert, stumpf, entweder nur oben an der Platte entfernt gesägt, oder auch bis an der Basis an der am Blattstiel herablaufenden Blattsubstanz mit einzelnen Zähnen besetzt; die oberen sehr entfernt wechselweisestehend, sitzend, stengelumfassend, lanzettförmig oder linien-lanzettförmig, zugespitzt, an der Basis fiederspaltig eingeschnitten und die verlängerten, spitzen Einschnitte kreuzweise um den Stengel gestellt, am übrigen Theil entweder fast ganzrandig oder mehr oder weniger entfernt gesägt oder eingeschnitten. Die schönen, groſsen, über anderthalb Zoll im Durchmesser haltenden Blüthenköpfe stehen einzeln an der Spitze des Stengels und der vielleicht vorhandenen Äste; sind gestrahlt und vielblumig. Der allgemeine Kelch breit und flach glockenförmig, dachziegelartig-schuppig; die Schuppen in mehreren Reihen stehend, kahl, angedrückt, kurz, länglich, stumpf, grün und mit einem trockenen, hellbraunen, schmalen Rande umgeben, die unteren an der Spitze mehr oder weniger trocken und weiſslich, die oberen fast ganz vertrocknet. Der Fruchtboden nackt und kahl, flach oder doch nur wenig gewölbt. Die Blümchen zweigestaltet; die am Rande stehenden weiblich, gezüngelt, strahlenartig-ausgebreitet, weiſs, abstehend, über einen halben Zoll lang, mit kurzer walzenförmiger Röhre, und elliptisch-lanzettförmigem, an der Spitze fast abgestutztem und klein-dreizähnigem Züngelchen; die in der Mitte oder Scheibe stehenden zwitterig, gelb, röhrenförmig, mit walzenförmiger Röhre, glockenförmig-aufgeblasenem Schlunde und ziemlich aufrechtem fünfspaltigen Saum, mit eirunden, spitzen Zähnen. Staubgefäſse in den Randblümchen fehlend, in den Scheibenblümchen fünf, mit haarförmigen, sehr kurzen freien Staubfäden und in eine walzenförmige, goldgelbe Röhre verwachsenen Staubbeuteln, die kaum aus der Blumenkrone heraussehen. Stempel einer; der Fruchtknoten länglich; der Griffel fadenförmig, der der Strahlenblümchen aus der Röhre der Blumenkrone heraussehend, der der Zwitterblümchen lang aus dem Staubbeutelcylinder herausstehend, bei beiden mit zweispaltiger Narbe, deren Einschnitte etwas zurückgekrümmt, aber doch nur kurz sind. Die Amphispermien haben weder ein Fruchtkrönchen noch einen häutigen Rand, sind aber mit einer grofsen, fleischigen Scheibe gekrönt, länglich, fast walzenförmig, schwarzbraun, und mit zehn weiſsen, erhabenen Rippen versehen. Deutsche Namen: weiſse Wucherblume, weiſsstrahlige Goldblume, Johannisblume, groſse Gänseblume, groſse Maaſsliebe, groſse Geiſsblume, Rindsauge, Kalbsauge.«; Anmerkungen: ♃ = ausdauernde Pflanze)
  12. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Sturm Bd. 13 1905, S. 211: »12—70 cm hoch, mehr oder weniger dicht kurzhaarig, zuweilen fast kahl, meist einblumig, doch nicht selten zwei- bis fünfblumig. Untere Blätter gestielt, spatolförmig, gekerbt, die übrigen mit verschmälertem, halbstengelumfassendem Grunde sitzend, verkehrtlänglichlanzettlich, gesägt, an kräftigen Pflanzen zum Teil mit schlanken Zähnen, selten fast fiederspaltig. Blumen in der Regel mit langen weissen weiblichen Strahlblüten, selten kurzstrahlig oder strahllos. Mittelblüten gelb, ihre Krone meist am Grunde ausgesackt und über den Rand der Frucht übergreifend. Früchte der Strahlblüten mit drei stärkeren Rippen und meist mit einer Schuppenkrone, die der Mittelblüten meist mit 10 abwechselnd stärkeren und schwächeren Rippen, ungekrönt. ♃, zuweilen mit überwinternden Kurztrieben. 5—8, einzeln später. (Chrysanthemum und Tanacetum leucanthemum, Leucanthemum vulgare; Grosse Maassliebe, Grosse Gänseblume, Priesterkragen, Ochsenauge). In Wäldern, auf Mooren und Grasland, an Ufern, Wegen und auf Oedland häufig, in den Alpen bis 2260 m.«; Anmerkungen: ♃ = ausdauernde Pflanze)
  13. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Blüten; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Schmeil & Fitschen (Pflanzen der Heimat, 1913), Nr. 58: »Die weiße Wucherblume.(Chrysánthemum leucánthemum L.)Die Pflanze verdankt ihren Namen dem Umstande, daß einige ihrer nächsten Verwandten die Fähigkeit besitzen, sich ungemein rasch zu verbreiten und in kürzester Zeit von einer großen Bodenfläche Besitz zu ergreifen. Besonders ist es eine gelbblühende Art, die in vielen Gegenden als schädliches Ackerunkraut auftritt. Die weiße Wucherblume, auch »Margarite« genannt, ist allerdings nicht gefürchtet, da sie die Saatfelder meidet und nur an lichten Waldstellen, an Feldrainen und besonders auf Wiesen vorkommt.Der meist unverzweigte Stengel trägt an seinem oberen Ende eine langgestielte, tellerförmige „Blume“ von ansehnlicher Größe. Wie aber ein Längsschnitt erkennen läßt, ist diese aus vielen kleinen, ungestielten Blüten zusammengesetzt, die dem stark verbreiterten oberen Ende des Stengels, dem Blütenboden, aufsitzen. Was demnach bei flüchtigem Hinsehen für eine Einzelblüte gehalten werden könnte, ist in Wirklichkeit ein Blütenstand, den man seiner Form nach als Köpfchen bezeichnet. Sämtliche Blüten sind von mehreren grünen Blättern umgeben, die das Köpfchen vor dem Aufblühen vollständig einhüllen. Durch diesen sog. Hüllkelch erhält der Blütenstand das Aussehen eines mit vielen Blüten gefüllten Körbchens, weshalb man ein so gebildetes Köpfchen treffend auch Blütenkörbchen nennt („Korbblütler“). Die in der Mitte der Blumenscheibe stehenden Blüten haben je eine kleine, goldgelbe, röhrenförmige Blumenkrone, die dem Fruchtknoten aufsitzt und in fünf Zipfel gespalten ist. Ihr sind die Fäden der fünf Staubblätter eingefügt, deren Beutel gleichfalls zu einer Röhre verwachsen. Der Griffel, der sich in dieser Röhre emporstreckt, endigt in eine Narbe, deren beide Äste aber erst im letzten Zustande der Blütenentwicklung auseinander spreizen. Die weißen, randständigen Blüten des Köpfchens zeigen im wesentlichen denselben Bau. Sie besitzen aber keine Staubblätter, und ihre sehr kurze Blütenröhre ist zu einem langen Bande oder einer Zunge ausgezogen. Die Blüten des Körbchens kann man also nach ihrer Stellung als Scheiben und Randblüten, nach der Form ihrer Blumenkronen aber als Röhren und Zungenblüten unterscheiden. Wegen der Bestäubung vgl. folgende Seite.Eine in Ostasien heimische nahe Verwandte der Wucherblume ist die Stammutter der zahlreichen Chrysanthemumformen (»Winterastern«), die in immer größerer Blütenpracht von den Gärtnern gezogen werden.Wiesen, Triften. 6—10. H. 30—60 cm. — Korbblütler.«)
  14. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Stängel; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Dietrich (Bd. 8, 1840), Nr. 545: »Auf Wiesen, Triften, Feldern u. s. w. überall sehr gemein. Unsere Exemplare aus der Gegend von Berlin. Blüht im Juni und Juli. ♃. Die Wurzel ein fast holziger, schief in die Erde gehender, reichlich mit Fasern besetzter Wurzelstock. Der Stengel 1—2Fuſs hoch, aufrecht oder an der Basis schwach aufsteigend, stielrund-eckig, an der Basis oft, und an den Knoten zuweilen geröthet, kahl oder mehr oder weniger, besonders nach der Basis zu behaart, gewöhnlich einfach und nur einen Blüthenkopf an der Spitze tragend, mit höchstens einigen unvollkommenen Ästchen in den Blattachseln, oder zuweilen oben in zwei bis vier lange Blüthenäste getheilt, die jeder einen Blüthenkopf tragen. Die Blätter etwas dicklich, dunkelgrün, glänzend und entweder kahl oder etwas weichhaarig; die wurzelständigen und unteren umgekehrt-lanzettförmig, fast spatelförmig, in einen Blattstiel verschmälert, stumpf, entweder nur oben an der Platte entfernt gesägt, oder auch bis an der Basis an der am Blattstiel herablaufenden Blattsubstanz mit einzelnen Zähnen besetzt; die oberen sehr entfernt wechselweisestehend, sitzend, stengelumfassend, lanzettförmig oder linien-lanzettförmig, zugespitzt, an der Basis fiederspaltig eingeschnitten und die verlängerten, spitzen Einschnitte kreuzweise um den Stengel gestellt, am übrigen Theil entweder fast ganzrandig oder mehr oder weniger entfernt gesägt oder eingeschnitten. Die schönen, groſsen, über anderthalb Zoll im Durchmesser haltenden Blüthenköpfe stehen einzeln an der Spitze des Stengels und der vielleicht vorhandenen Äste; sind gestrahlt und vielblumig. Der allgemeine Kelch breit und flach glockenförmig, dachziegelartig-schuppig; die Schuppen in mehreren Reihen stehend, kahl, angedrückt, kurz, länglich, stumpf, grün und mit einem trockenen, hellbraunen, schmalen Rande umgeben, die unteren an der Spitze mehr oder weniger trocken und weiſslich, die oberen fast ganz vertrocknet. Der Fruchtboden nackt und kahl, flach oder doch nur wenig gewölbt. Die Blümchen zweigestaltet; die am Rande stehenden weiblich, gezüngelt, strahlenartig-ausgebreitet, weiſs, abstehend, über einen halben Zoll lang, mit kurzer walzenförmiger Röhre, und elliptisch-lanzettförmigem, an der Spitze fast abgestutztem und klein-dreizähnigem Züngelchen; die in der Mitte oder Scheibe stehenden zwitterig, gelb, röhrenförmig, mit walzenförmiger Röhre, glockenförmig-aufgeblasenem Schlunde und ziemlich aufrechtem fünfspaltigen Saum, mit eirunden, spitzen Zähnen. Staubgefäſse in den Randblümchen fehlend, in den Scheibenblümchen fünf, mit haarförmigen, sehr kurzen freien Staubfäden und in eine walzenförmige, goldgelbe Röhre verwachsenen Staubbeuteln, die kaum aus der Blumenkrone heraussehen. Stempel einer; der Fruchtknoten länglich; der Griffel fadenförmig, der der Strahlenblümchen aus der Röhre der Blumenkrone heraussehend, der der Zwitterblümchen lang aus dem Staubbeutelcylinder herausstehend, bei beiden mit zweispaltiger Narbe, deren Einschnitte etwas zurückgekrümmt, aber doch nur kurz sind. Die Amphispermien haben weder ein Fruchtkrönchen noch einen häutigen Rand, sind aber mit einer grofsen, fleischigen Scheibe gekrönt, länglich, fast walzenförmig, schwarzbraun, und mit zehn weiſsen, erhabenen Rippen versehen. Deutsche Namen: weiſse Wucherblume, weiſsstrahlige Goldblume, Johannisblume, groſse Gänseblume, groſse Maaſsliebe, groſse Geiſsblume, Rindsauge, Kalbsauge.«; Anmerkungen: ♃ = ausdauernde Pflanze)
  15. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Stängel; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Sturm Bd. 13 1905, S. 211: »12—70 cm hoch, mehr oder weniger dicht kurzhaarig, zuweilen fast kahl, meist einblumig, doch nicht selten zwei- bis fünfblumig. Untere Blätter gestielt, spatolförmig, gekerbt, die übrigen mit verschmälertem, halbstengelumfassendem Grunde sitzend, verkehrtlänglichlanzettlich, gesägt, an kräftigen Pflanzen zum Teil mit schlanken Zähnen, selten fast fiederspaltig. Blumen in der Regel mit langen weissen weiblichen Strahlblüten, selten kurzstrahlig oder strahllos. Mittelblüten gelb, ihre Krone meist am Grunde ausgesackt und über den Rand der Frucht übergreifend. Früchte der Strahlblüten mit drei stärkeren Rippen und meist mit einer Schuppenkrone, die der Mittelblüten meist mit 10 abwechselnd stärkeren und schwächeren Rippen, ungekrönt. ♃, zuweilen mit überwinternden Kurztrieben. 5—8, einzeln später. (Chrysanthemum und Tanacetum leucanthemum, Leucanthemum vulgare; Grosse Maassliebe, Grosse Gänseblume, Priesterkragen, Ochsenauge). In Wäldern, auf Mooren und Grasland, an Ufern, Wegen und auf Oedland häufig, in den Alpen bis 2260 m.«; Anmerkungen: ♃ = ausdauernde Pflanze)
  16. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 610: »Ausdauernde, 20 bis 100 cm hohe, zerstreut behaarte bis fast kahle Pflanze mit walzlicher, knotiger, schiefliegender Grundachse. Stengel aufrecht, meist kahl, einfach und 1-köpfig oder in mehrere bis viele verlängerte, 1-köpfige Aeste geteilt. Laubblätter ziemlich derb, kahl oder zerstreut behaart, selten dichter kraushaarig, die grundständigen (oft grün überwinternden) lang gestielt, aus keiligem Grunde verkehrt-eilanzettlich bis keilig-rundlich, grob kerbzähnig bis fiederlappig mit gekerbten Lappen; Stengelblätter lineal bis eilänglich, grob gezähnt bis fast fiederspaltig oder die obersten auch ganzrandig, die untersten in einen kurzen Stiel verschmälert, die oberen sitzend. Köpfe lang gestielt, 3- bis 6-, ausnahmsweise selbst bis 9 (in Kultur bis 16) cm breit. Hülle halbkugelig (Fig. 325 g); Hüllblätter dachig angeordnet, grün, ± breit, hell- bis schwarzbraun berandet. Scheibenblüten gold-gelb; Zungenblüten weiss, 1 bis 2 cm lang, ausnahmsweise auch fehlend. Früchte kreiselförmig, 2,5 bis 3 mm lang; Pappus an den Scheibenblüten stets fehlend, an den Randblüten fehlend oder vorhanden, ein oft schiefes Krönchen darstellend. — V bis XI.«)
  17. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Dietrich (Bd. 8, 1840), Nr. 545: »Auf Wiesen, Triften, Feldern u. s. w. überall sehr gemein. Unsere Exemplare aus der Gegend von Berlin. Blüht im Juni und Juli. ♃. Die Wurzel ein fast holziger, schief in die Erde gehender, reichlich mit Fasern besetzter Wurzelstock. Der Stengel 1—2Fuſs hoch, aufrecht oder an der Basis schwach aufsteigend, stielrund-eckig, an der Basis oft, und an den Knoten zuweilen geröthet, kahl oder mehr oder weniger, besonders nach der Basis zu behaart, gewöhnlich einfach und nur einen Blüthenkopf an der Spitze tragend, mit höchstens einigen unvollkommenen Ästchen in den Blattachseln, oder zuweilen oben in zwei bis vier lange Blüthenäste getheilt, die jeder einen Blüthenkopf tragen. Die Blätter etwas dicklich, dunkelgrün, glänzend und entweder kahl oder etwas weichhaarig; die wurzelständigen und unteren umgekehrt-lanzettförmig, fast spatelförmig, in einen Blattstiel verschmälert, stumpf, entweder nur oben an der Platte entfernt gesägt, oder auch bis an der Basis an der am Blattstiel herablaufenden Blattsubstanz mit einzelnen Zähnen besetzt; die oberen sehr entfernt wechselweisestehend, sitzend, stengelumfassend, lanzettförmig oder linien-lanzettförmig, zugespitzt, an der Basis fiederspaltig eingeschnitten und die verlängerten, spitzen Einschnitte kreuzweise um den Stengel gestellt, am übrigen Theil entweder fast ganzrandig oder mehr oder weniger entfernt gesägt oder eingeschnitten. Die schönen, groſsen, über anderthalb Zoll im Durchmesser haltenden Blüthenköpfe stehen einzeln an der Spitze des Stengels und der vielleicht vorhandenen Äste; sind gestrahlt und vielblumig. Der allgemeine Kelch breit und flach glockenförmig, dachziegelartig-schuppig; die Schuppen in mehreren Reihen stehend, kahl, angedrückt, kurz, länglich, stumpf, grün und mit einem trockenen, hellbraunen, schmalen Rande umgeben, die unteren an der Spitze mehr oder weniger trocken und weiſslich, die oberen fast ganz vertrocknet. Der Fruchtboden nackt und kahl, flach oder doch nur wenig gewölbt. Die Blümchen zweigestaltet; die am Rande stehenden weiblich, gezüngelt, strahlenartig-ausgebreitet, weiſs, abstehend, über einen halben Zoll lang, mit kurzer walzenförmiger Röhre, und elliptisch-lanzettförmigem, an der Spitze fast abgestutztem und klein-dreizähnigem Züngelchen; die in der Mitte oder Scheibe stehenden zwitterig, gelb, röhrenförmig, mit walzenförmiger Röhre, glockenförmig-aufgeblasenem Schlunde und ziemlich aufrechtem fünfspaltigen Saum, mit eirunden, spitzen Zähnen. Staubgefäſse in den Randblümchen fehlend, in den Scheibenblümchen fünf, mit haarförmigen, sehr kurzen freien Staubfäden und in eine walzenförmige, goldgelbe Röhre verwachsenen Staubbeuteln, die kaum aus der Blumenkrone heraussehen. Stempel einer; der Fruchtknoten länglich; der Griffel fadenförmig, der der Strahlenblümchen aus der Röhre der Blumenkrone heraussehend, der der Zwitterblümchen lang aus dem Staubbeutelcylinder herausstehend, bei beiden mit zweispaltiger Narbe, deren Einschnitte etwas zurückgekrümmt, aber doch nur kurz sind. Die Amphispermien haben weder ein Fruchtkrönchen noch einen häutigen Rand, sind aber mit einer grofsen, fleischigen Scheibe gekrönt, länglich, fast walzenförmig, schwarzbraun, und mit zehn weiſsen, erhabenen Rippen versehen. Deutsche Namen: weiſse Wucherblume, weiſsstrahlige Goldblume, Johannisblume, groſse Gänseblume, groſse Maaſsliebe, groſse Geiſsblume, Rindsauge, Kalbsauge.«; Anmerkungen: ♃ = ausdauernde Pflanze)
  18. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Sturm Bd. 13 1905, S. 211: »12—70 cm hoch, mehr oder weniger dicht kurzhaarig, zuweilen fast kahl, meist einblumig, doch nicht selten zwei- bis fünfblumig. Untere Blätter gestielt, spatolförmig, gekerbt, die übrigen mit verschmälertem, halbstengelumfassendem Grunde sitzend, verkehrtlänglichlanzettlich, gesägt, an kräftigen Pflanzen zum Teil mit schlanken Zähnen, selten fast fiederspaltig. Blumen in der Regel mit langen weissen weiblichen Strahlblüten, selten kurzstrahlig oder strahllos. Mittelblüten gelb, ihre Krone meist am Grunde ausgesackt und über den Rand der Frucht übergreifend. Früchte der Strahlblüten mit drei stärkeren Rippen und meist mit einer Schuppenkrone, die der Mittelblüten meist mit 10 abwechselnd stärkeren und schwächeren Rippen, ungekrönt. ♃, zuweilen mit überwinternden Kurztrieben. 5—8, einzeln später. (Chrysanthemum und Tanacetum leucanthemum, Leucanthemum vulgare; Grosse Maassliebe, Grosse Gänseblume, Priesterkragen, Ochsenauge). In Wäldern, auf Mooren und Grasland, an Ufern, Wegen und auf Oedland häufig, in den Alpen bis 2260 m.«; Anmerkungen: ♃ = ausdauernde Pflanze)
  19. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 610: »Ausdauernde, 20 bis 100 cm hohe, zerstreut behaarte bis fast kahle Pflanze mit walzlicher, knotiger, schiefliegender Grundachse. Stengel aufrecht, meist kahl, einfach und 1-köpfig oder in mehrere bis viele verlängerte, 1-köpfige Aeste geteilt. Laubblätter ziemlich derb, kahl oder zerstreut behaart, selten dichter kraushaarig, die grundständigen (oft grün überwinternden) lang gestielt, aus keiligem Grunde verkehrt-eilanzettlich bis keilig-rundlich, grob kerbzähnig bis fiederlappig mit gekerbten Lappen; Stengelblätter lineal bis eilänglich, grob gezähnt bis fast fiederspaltig oder die obersten auch ganzrandig, die untersten in einen kurzen Stiel verschmälert, die oberen sitzend. Köpfe lang gestielt, 3- bis 6-, ausnahmsweise selbst bis 9 (in Kultur bis 16) cm breit. Hülle halbkugelig (Fig. 325 g); Hüllblätter dachig angeordnet, grün, ± breit, hell- bis schwarzbraun berandet. Scheibenblüten gold-gelb; Zungenblüten weiss, 1 bis 2 cm lang, ausnahmsweise auch fehlend. Früchte kreiselförmig, 2,5 bis 3 mm lang; Pappus an den Scheibenblüten stets fehlend, an den Randblüten fehlend oder vorhanden, ein oft schiefes Krönchen darstellend. — V bis XI.«)
  20. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A) Pflanze unterer Teil; B) Blütenstiel; 1) ungeöffnete Körbchen-Hülle; 2) Hüllblatt der Körbchen; 3) Blüte am Rand, weiblich; 4) Scheiben- oder Röhrenblüte (im Zentrum der Blume) mit Staubgefäßen und Stempeln; 5) Schnitt davon; 6) Staubgefäße; 7) Griffel; 8) Frucht, nat. Größe und vergrößert — Abbildung nach Masclef (Bd. 2, 1891), Tafel 181 verändert; Teil der Pflanze: Blüten; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Dietrich (Bd. 8, 1840), Nr. 545: »Auf Wiesen, Triften, Feldern u. s. w. überall sehr gemein. Unsere Exemplare aus der Gegend von Berlin. Blüht im Juni und Juli. ♃. Die Wurzel ein fast holziger, schief in die Erde gehender, reichlich mit Fasern besetzter Wurzelstock. Der Stengel 1—2Fuſs hoch, aufrecht oder an der Basis schwach aufsteigend, stielrund-eckig, an der Basis oft, und an den Knoten zuweilen geröthet, kahl oder mehr oder weniger, besonders nach der Basis zu behaart, gewöhnlich einfach und nur einen Blüthenkopf an der Spitze tragend, mit höchstens einigen unvollkommenen Ästchen in den Blattachseln, oder zuweilen oben in zwei bis vier lange Blüthenäste getheilt, die jeder einen Blüthenkopf tragen. Die Blätter etwas dicklich, dunkelgrün, glänzend und entweder kahl oder etwas weichhaarig; die wurzelständigen und unteren umgekehrt-lanzettförmig, fast spatelförmig, in einen Blattstiel verschmälert, stumpf, entweder nur oben an der Platte entfernt gesägt, oder auch bis an der Basis an der am Blattstiel herablaufenden Blattsubstanz mit einzelnen Zähnen besetzt; die oberen sehr entfernt wechselweisestehend, sitzend, stengelumfassend, lanzettförmig oder linien-lanzettförmig, zugespitzt, an der Basis fiederspaltig eingeschnitten und die verlängerten, spitzen Einschnitte kreuzweise um den Stengel gestellt, am übrigen Theil entweder fast ganzrandig oder mehr oder weniger entfernt gesägt oder eingeschnitten. Die schönen, groſsen, über anderthalb Zoll im Durchmesser haltenden Blüthenköpfe stehen einzeln an der Spitze des Stengels und der vielleicht vorhandenen Äste; sind gestrahlt und vielblumig. Der allgemeine Kelch breit und flach glockenförmig, dachziegelartig-schuppig; die Schuppen in mehreren Reihen stehend, kahl, angedrückt, kurz, länglich, stumpf, grün und mit einem trockenen, hellbraunen, schmalen Rande umgeben, die unteren an der Spitze mehr oder weniger trocken und weiſslich, die oberen fast ganz vertrocknet. Der Fruchtboden nackt und kahl, flach oder doch nur wenig gewölbt. Die Blümchen zweigestaltet; die am Rande stehenden weiblich, gezüngelt, strahlenartig-ausgebreitet, weiſs, abstehend, über einen halben Zoll lang, mit kurzer walzenförmiger Röhre, und elliptisch-lanzettförmigem, an der Spitze fast abgestutztem und klein-dreizähnigem Züngelchen; die in der Mitte oder Scheibe stehenden zwitterig, gelb, röhrenförmig, mit walzenförmiger Röhre, glockenförmig-aufgeblasenem Schlunde und ziemlich aufrechtem fünfspaltigen Saum, mit eirunden, spitzen Zähnen. Staubgefäſse in den Randblümchen fehlend, in den Scheibenblümchen fünf, mit haarförmigen, sehr kurzen freien Staubfäden und in eine walzenförmige, goldgelbe Röhre verwachsenen Staubbeuteln, die kaum aus der Blumenkrone heraussehen. Stempel einer; der Fruchtknoten länglich; der Griffel fadenförmig, der der Strahlenblümchen aus der Röhre der Blumenkrone heraussehend, der der Zwitterblümchen lang aus dem Staubbeutelcylinder herausstehend, bei beiden mit zweispaltiger Narbe, deren Einschnitte etwas zurückgekrümmt, aber doch nur kurz sind. Die Amphispermien haben weder ein Fruchtkrönchen noch einen häutigen Rand, sind aber mit einer grofsen, fleischigen Scheibe gekrönt, länglich, fast walzenförmig, schwarzbraun, und mit zehn weiſsen, erhabenen Rippen versehen. Deutsche Namen: weiſse Wucherblume, weiſsstrahlige Goldblume, Johannisblume, groſse Gänseblume, groſse Maaſsliebe, groſse Geiſsblume, Rindsauge, Kalbsauge.«; Anmerkungen: ♃ = ausdauernde Pflanze)
  21. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Stängel; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hayne (Bd.  3, 1813), Nr. 35: »PRIMULA ELATIOR […] Der Kelch 1-blättrig, 5-zähnig. Die Blumenkrone 1-blättrig mit walzenförmiger Röhre und erweitertem Schlunde. Die Kapsel 1-fächrig, vielsamig, an der Spitze in zehn Zähne aufspringend.Primula elatior mit wellenförmigen, gezähnten, runzligen Blättern, flachem Rande der Blumenkrone und halbkugelförmig-erweitertem Schlunde. […] Garten-Primel, wilde Schlüsselblume, frühzeitige Schlüsselblume, groſse Waldschlüsselblume, Fastenblume, Handschuhblume, Hofblume, Lerchenblume, Osterblume, Bergsanikel. Wächst fast in ganz Deutschland, so wie in den mehresten der übrigen Länder Europens, in Laubwäldern. Blühet im April und May. ♃.Die Wurzel fast abgebissen, gewöhnlich schief, etwas höckrig, mehrere Wurzelfasern austreibend, oben mit einigen, den aufsteigenden Stock umgebenden Schuppen begabtDer Schaft. Einer oder, wie gewöhnlich, auch mehrere aus einer Wurzel, aufrecht, einfach, stielrund, glatt, zottig-weichhaarig, fest, bey α. [α. longiscopa] sechs bis zehn Zoll hoch, bey β. [β. breviscapa] abgekürzt, nicht aus der Erde hervorragend.Die Blätter wurzelständig, gestielt, in einen Büschel zusammengestellt, eyrund, oder auch umgekehrt-eyrund, gegen die Basis gewöhnlich zusammengezogen, an dem Blattstiel herablaufend, stumpf, doppelt -gezähnt, etwas wellenförmig, aderig, runzlich auf der Oberseite fast kahl, auf der Unterseite weichhaarig und blasser.Die Blumen in einer einfachen gipfelständigen, vielblumigen, gehüllten übergebogenen Dolde. Die Blumenstielchen weichhaarig; die äuſsern übergebogen, bey verschiedener Länge meistens kürzer als die Blumen; das mittlere fast aufrecht, ungefähr von der Länge der Blume. Die Hülle vielblättrig, viel kürzer als die Blumenstielchen, mit ungleichen lanzettförmigen, an der Spitze pfriemförmig-verdünnten, weichhaarigen, aufrechten Blättchen. Der Kelch. Eine einblättrige, röhrenartige, gefaltet-fünfeckige, fünfzähnige, wenig weichhaarige, bleibende Blüthendecke mit spitzigen, aufrechten, an der Röhre der Blumenkrone anliegenden Zähnen. Die Blumenkrone einblättrig, aus dem Schwefelgelben etwas ins Citronengelbe fallend. Die Röhre walzenförmig, länger als der Kelch, sich erweiternd in den halbkugelförmigen, offnen Schlund. Der Rand flach, fünftheilig, mit umgekehrt-herzförmigen Zipfeln. Die Staubgefäſse. Staubfäden fünf, sehr kurz, im Schlunde der Blumenkrone. Die Staubbeutel aufrecht, länglich, zweyfächrig, eingeschlossen. Der Stempel. Der Fruchtknoten kugelrund. Der Griffel fadenförmig, von der Länge des Kelchs. Die Narbe kugelrund. Die Fruchthülle. Eine stielrunde, etwas bauchige, mit dem Kelche bedeckte, einfächrige Kapsel, kürzer als der Kelch, an der Spitze aufspringend in einen kleinen, kurzen, fünfeckig-pyramidalischen Deckel und zehn zurückgekrümmten Zähnen, von denen je zwey und zwey an der Basis mehr Zusammenhängen. Der Samenträger rundlich-eyförmig, säulenständig, frey. Die Samen mehrzählig, rundlich, zusammengedrückt.Die Lage der Staubgefäſse und die davon abhangende Form der Röhre der Blumenkrone kommt bey den Varietäten α. und β. der Primula elatior eben so verschieden vor, wie bey der Primula veris. […]Nach einigen wurden von der Primula elatior in altern Zeiten die Wurzel, Blätter und Blumenkronen gesammelt, und in den Apotheken unter den Nahmen Radix, Herba et Flores Paralyseos aufbewahrt, andre hingegen wollten, daſs sie von der Primula veris genommen werden sollten.«)
  22. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Boswell u.a., Bd. 7, 1867 S. 135 «Leaves ovate-oval or oval-obovate, abruptly or rather abruptly contracted at the base into winged petioles, rounded at the apex or subobtuse, irregularly erose-denticulate, rugose. Umbel raised on a scape; pedicels about equal to the calyx, more or less drooping. Calyx 5-sided-prismatic; teeth nearly half the length of the tube, broadly oblong-lanceolate, acuminate, acute. Corolla with the limb narrower across than the length of the tube, widely funnelshaped ; segments obovate-quadrate, flat; throat not contracted, without any folds. Capsule oblong-ovoid, longer than the tube of the calyx. Pubescence of the scape, pedicels, and calyx of rather long shaggy jointed hairs. In woods and meadows on clay soil. Local. Plentiful in some parts of Essex, Suffolk, and Cambridge. England. Perennial. Spring, early Summer. P. elatior differs from P. officinalis in the leaves being generally less contracted at the base, though in some specimens they are quite as much so, in the flowers being less drooping, the calyx-teeth longer and much accuminated towards the apex, which is acute. The corolla has the limb usually larger than in the cowslip, and widely funnel-shaped, not saucershaped, and of a pale buff-yellow, without any contraction at the throat, being quite destitute of the bosses which are present in the primrose and cowslip ; the segments of the limb are also narrower. The capsule is much longer in proportion to the calyx. The pubescence is much longer and more shaggy.Jaquin’s Oxlip French, Primevère inodore. German, hoher Himmelschlüssel.»(Übersetzt: »Blätter eiförmig-oval oder eiförmig verkehrt-eiförmig, an der Basis abrupt oder ziemlich abrupt in geflügelte Blattstiele zusammengezogen, an der Spitze abgerundet oder mehr abgestumpft, unregelmäßig erosiv gezähnt, runzelig. Dolden auf einem Stiel aufgerichtet; Stiele etwa gleich groß wie der Kelch, mehr oder weniger herabhängend. Kelch 5-seitig-prismatisch; Zähne fast halb so lang wie die Röhre, breit länglich-lanzettlich, zugespitzt, spitz. Blumenkrone mit dem Schenkel schmaler in der Breite als die Länge der Röhre, weit trichterförmig; Segmente verkehrt-eiförmig-vierkantig, flach; Schlund nicht zusammengezogen, ohne Falten. Kapsel länglich-eiförmig, länger als die Röhre des Kelchs. Behaarung des Blütenstiels, der Blütenstiele und des Kelchs aus ziemlich langen, zotteligen, gegliederten Haaren. In Wäldern und Wiesen auf Lehmboden. Lokal. Reichlich in einigen Teilen von Essex, Suffolk und Cambridge. England. Mehrjährig. Frühling, Frühsommer. P. elatior unterscheidet sich von P. officinalis [=P. veris] dadurch, daß die Blätter im allgemeinen an der Basis weniger zusammengezogen sind, bei manchen Exemplaren aber genauso, daß die Blüten weniger hängend sind, die Kelchzähne länger und zur Spitze hin stark zugespitzt, die spitz ist. Die Blumenkrone hat ein meist größeres Glied als bei der Schlüsselblume und ist weithin trichterförmig, nicht untertassenförmig, und von blassem Gelbbraun, ohne jegliche Einschnürung am Schlund, es fehlen die Wülste, die bei der Stängellosen [=P. vulgaris] und Echten Schlüsselblume [=Primula veris] vorhanden sind; die Segmente des Gliedes sind auch schmaler. Die Kapsel ist im Verhältnis zum Kelch viel länger. Die Behaarung ist viel länger und struppiger.Jaquins Ochsenlippe Französich, Primevère inodore (Geruchlose Primel). Deutsch, hoher Himmelschlüssel.«))
  23. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Früchte; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793: »In schattigen Gebüschen … Blüht vom März bis Mai. ♃.Die Wurzel fast abgebissen, etwas schief und höckerig, an der Spitze schuppig, mit starken weiſslichen Fasern besetzt, die ziemlich tief in die Erde gehen, einen Büschel von Wurzelblättern und einen oder mehrere Schafte treibend. Die Blätter alle wurzelständig, lang gestielt, mit einem 2—3 Zoll langen, dicken, fleischigen, sehr hellgrünen, fast halbstielrunden, durch die herablaufende Blattsubstanz geflügelten Blattstiel, der sich an der Basis fast scheidenartig erweitert und umfassend ist; die Platte 2—3 Zoll lang und halb so breit, länglich, stumpf, an der Basis in den Blattstiel auslaufend, aber vor der Verschmälerung doch zuweilen an jeder Seite in ein kurzes Läppchen ausgehend und daher herzförmig erscheinend, am Rande mehr oder weniger wellenförmig oder fast eingeschnitten-gekerbt, auf der Oberfläche etwas runzelig, zottig, matt und dunkeler grün, auf der Unterfläche heller und fast grau grün und ebenfalls zottig. Der Schaft länger als die Blätter und oft zwei bis dreimal so lang, aufrecht, selten etwas gebogen an der Spitze, einfach, stielrund, zottig weichhaarig oder besser kurzhaarig, an der Spitze eine einzelne, von einer Hülle unterstützte, einfache Dolde tragend. Die Hülle ist vielblätterig, viel kürzer als die Blumenstielchen, und besteht aus ungleich langen, lanzettförmigen, pfriemenförmig zugespitzten, aufrechten und kurzhaarigen Blättchen. Die Blumen stehen in der Dolde an einfachen, kürzeren oder längeren, fadenförmigen, kurzhaarigen Blumenstielen, die ziemlich aufrecht oder doch nur schwach nach einer Seite hingeneigt sind. Der Kelch einblätterig, einen halben Zoll lang, röhrenförmig, etwas aufgeblasen, schwach eckig-gefaltet, kurzhaarig, bleibend, mit fünfzähniger Mündung, deren Zähne aus einer eirunden Basis verlängert-zugespitzt und aufrecht sind. Die Blumenkrone rein schwefelgelb, einblätterig, präsentirtellerförmig, ein Drittheil länger als der Kelch; die Röhre kaum länger als der Kelch, unten ziemlich walzenförmig, nach oben zu wenig erweitert und dann in den aufgeblasenen, offenen Schlund übergehend; der Saum flach ausgebreitet, 8—10 Linien im Durchmesser, ungefleckt, fünflappig, mit umgekehrt-eirunden, an der Spitze ausgerandeten Lappen. Staubgefäſse fünf, in dem erweiterten Schlunde eingesetzt und in demselben verborgen ; die Staubfäden sehr kurz; die Staubbeutel aufrecht, länglich, zweifächerig. Stempel einer; der Fruchtknoten kugelrund; der Griffel fadenförmig, kürzer als die Blumenkronenröhre; die Narbe kopfförmig und kugelrund. Die Kapsel oval, etwas bauchig, an der Basis verdünnt, mit dem Kelche bedeckt, einfächerig, vielsamig, an der Spitze mit einem kurzen pyramidenförmigen Deckel und zehn etwas auswärtsgebogenen Zähnen aufspringend; der Samenträger mittelständig, frei und fast keulenförmig. Die Samen rundlich-zusammengedrückt.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze)
  24. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blüte; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Ennet u.a. (1990: Heilpflanzen und Drogen), S. 290: »Hohe Schlüsselblume, Gewöhnliche Schlüsselblume‚ Hohe Primel, Waldprimel, Waldschlüsselblume, Primula elatior: ausdauernde, bis 30 cm hohe Pflanze aus der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Die H. S. besitzt rosettenförmig angeordnete eiförmige Blätter, die allmählich in den Blattstiel verschmälert sind. Die Unterseite der Blätter ist kurz behaart. Die hellgelben, doldig angeordneten Blüten befinden sich am Ende des blattlosen Blütenschaftes. Sie haben einen flachen Kronsaum und sind am Schlund orangegelb gefleckt. Der Kelch ist walzig, weißlich und besitzt grüne Kanten. Die Blüten sind geruchlos. Die Frucht ist eine Kapsel. (…)Blütezeit: März bis Mai. Vorkommen: die H. S. ist in Europa und Westasien heimisch. Sie kommt in krautreichen Laubwäldern und auf nährstoffreichen Wiesen vor.«)
  25. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927), S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (1⁄4 bis 3⁄4 mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf 1⁄3 bis 1⁄2 eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. intricata), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. cordifólia [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von Primula elatior in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als P. veris × P. vulgaris betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall Primula vulgaris vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von Primula elatior auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach Chr. Miller (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach Miller unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist Primula veris im Gebiet der P. elatior auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des P. elatior. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob Miller’s Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von P. elatior, die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu Primula vulgaris ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. Höck zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt K. Müller [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an Caltha palustris, Aconitum Lycoctonum, Ranunculus aconitifolius, Aruncus Silvester, Daphne Mezereum, Adenostyles albifrons, Petasites albus, Mulgedium alpinum, Prenanthes purpurea, und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  26. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Wurzeln; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hayne (Bd.  3, 1813), Nr. 35: »PRIMULA ELATIOR […] Der Kelch 1-blättrig, 5-zähnig. Die Blumenkrone 1-blättrig mit walzenförmiger Röhre und erweitertem Schlunde. Die Kapsel 1-fächrig, vielsamig, an der Spitze in zehn Zähne aufspringend.Primula elatior mit wellenförmigen, gezähnten, runzligen Blättern, flachem Rande der Blumenkrone und halbkugelförmig-erweitertem Schlunde. […] Garten-Primel, wilde Schlüsselblume, frühzeitige Schlüsselblume, groſse Waldschlüsselblume, Fastenblume, Handschuhblume, Hofblume, Lerchenblume, Osterblume, Bergsanikel. Wächst fast in ganz Deutschland, so wie in den mehresten der übrigen Länder Europens, in Laubwäldern. Blühet im April und May. ♃.Die Wurzel fast abgebissen, gewöhnlich schief, etwas höckrig, mehrere Wurzelfasern austreibend, oben mit einigen, den aufsteigenden Stock umgebenden Schuppen begabtDer Schaft. Einer oder, wie gewöhnlich, auch mehrere aus einer Wurzel, aufrecht, einfach, stielrund, glatt, zottig-weichhaarig, fest, bey α. [α. longiscopa] sechs bis zehn Zoll hoch, bey β. [β. breviscapa] abgekürzt, nicht aus der Erde hervorragend.Die Blätter wurzelständig, gestielt, in einen Büschel zusammengestellt, eyrund, oder auch umgekehrt-eyrund, gegen die Basis gewöhnlich zusammengezogen, an dem Blattstiel herablaufend, stumpf, doppelt -gezähnt, etwas wellenförmig, aderig, runzlich auf der Oberseite fast kahl, auf der Unterseite weichhaarig und blasser.Die Blumen in einer einfachen gipfelständigen, vielblumigen, gehüllten übergebogenen Dolde. Die Blumenstielchen weichhaarig; die äuſsern übergebogen, bey verschiedener Länge meistens kürzer als die Blumen; das mittlere fast aufrecht, ungefähr von der Länge der Blume. Die Hülle vielblättrig, viel kürzer als die Blumenstielchen, mit ungleichen lanzettförmigen, an der Spitze pfriemförmig-verdünnten, weichhaarigen, aufrechten Blättchen. Der Kelch. Eine einblättrige, röhrenartige, gefaltet-fünfeckige, fünfzähnige, wenig weichhaarige, bleibende Blüthendecke mit spitzigen, aufrechten, an der Röhre der Blumenkrone anliegenden Zähnen. Die Blumenkrone einblättrig, aus dem Schwefelgelben etwas ins Citronengelbe fallend. Die Röhre walzenförmig, länger als der Kelch, sich erweiternd in den halbkugelförmigen, offnen Schlund. Der Rand flach, fünftheilig, mit umgekehrt-herzförmigen Zipfeln. Die Staubgefäſse. Staubfäden fünf, sehr kurz, im Schlunde der Blumenkrone. Die Staubbeutel aufrecht, länglich, zweyfächrig, eingeschlossen. Der Stempel. Der Fruchtknoten kugelrund. Der Griffel fadenförmig, von der Länge des Kelchs. Die Narbe kugelrund. Die Fruchthülle. Eine stielrunde, etwas bauchige, mit dem Kelche bedeckte, einfächrige Kapsel, kürzer als der Kelch, an der Spitze aufspringend in einen kleinen, kurzen, fünfeckig-pyramidalischen Deckel und zehn zurückgekrümmten Zähnen, von denen je zwey und zwey an der Basis mehr Zusammenhängen. Der Samenträger rundlich-eyförmig, säulenständig, frey. Die Samen mehrzählig, rundlich, zusammengedrückt.Die Lage der Staubgefäſse und die davon abhangende Form der Röhre der Blumenkrone kommt bey den Varietäten α. und β. der Primula elatior eben so verschieden vor, wie bey der Primula veris. […]Nach einigen wurden von der Primula elatior in altern Zeiten die Wurzel, Blätter und Blumenkronen gesammelt, und in den Apotheken unter den Nahmen Radix, Herba et Flores Paralyseos aufbewahrt, andre hingegen wollten, daſs sie von der Primula veris genommen werden sollten.«)
  27. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Sturm (Abt. 1 Bd. 14 1803) »PRIMULA elatior. Hohe Schlüſſelblume.Mit geſtielten en förmigen gezähnten, auf beyden Seiten etwas rauhhaarigen Blättern, aufrecheten Blüthendolden, flachen Blumenplatten, und länglichten Blumenröhren.Diere Art wächſt in ganz Deutſchland in Wäldern auf fetten Boden und blühet im April.Die Wurzel iſt zaſerigt; an derſelben ſitzen die Blätter in der Runde herum. Sie ſind geſtielt, eyförmig, gezähnt, auf beyden Seiten rauhhaarig und laufen in den Blattstiel aus. Der Schaft iſt einen Fuß lang, rund, rauhhaarig. An der Spitze deſſelben ſitzen die Blüthen doldenförmig, ſie ſind lang geſtielt und ſtehen faſt alle aufrecht. Der Kelch iſt trichterförmig, und bis zur Hälfte fünfſpaltig; die Theile ſehr ſpitzig. Die Blumen haben keinen Geruch, ſind ſchwefelgelb, fünfſpaltig; die Lappen flach, ausgerandet, und einfärbig. Die Röhre iſt trichterförmig. Die Geſchlechtstheile ſitzen in der Röhre verborgen, und ſind wie bey der officinellen Schlüſſelblume beſchaffen. Auch in Rückſicht des Gebrauches kommt ſie faſt mit derſelben überein.«)
  28. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Wurzel; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793: »In schattigen Gebüschen … Blüht vom März bis Mai. ♃.Die Wurzel fast abgebissen, etwas schief und höckerig, an der Spitze schuppig, mit starken weiſslichen Fasern besetzt, die ziemlich tief in die Erde gehen, einen Büschel von Wurzelblättern und einen oder mehrere Schafte treibend. Die Blätter alle wurzelständig, lang gestielt, mit einem 2—3 Zoll langen, dicken, fleischigen, sehr hellgrünen, fast halbstielrunden, durch die herablaufende Blattsubstanz geflügelten Blattstiel, der sich an der Basis fast scheidenartig erweitert und umfassend ist; die Platte 2—3 Zoll lang und halb so breit, länglich, stumpf, an der Basis in den Blattstiel auslaufend, aber vor der Verschmälerung doch zuweilen an jeder Seite in ein kurzes Läppchen ausgehend und daher herzförmig erscheinend, am Rande mehr oder weniger wellenförmig oder fast eingeschnitten-gekerbt, auf der Oberfläche etwas runzelig, zottig, matt und dunkeler grün, auf der Unterfläche heller und fast grau grün und ebenfalls zottig. Der Schaft länger als die Blätter und oft zwei bis dreimal so lang, aufrecht, selten etwas gebogen an der Spitze, einfach, stielrund, zottig weichhaarig oder besser kurzhaarig, an der Spitze eine einzelne, von einer Hülle unterstützte, einfache Dolde tragend. Die Hülle ist vielblätterig, viel kürzer als die Blumenstielchen, und besteht aus ungleich langen, lanzettförmigen, pfriemenförmig zugespitzten, aufrechten und kurzhaarigen Blättchen. Die Blumen stehen in der Dolde an einfachen, kürzeren oder längeren, fadenförmigen, kurzhaarigen Blumenstielen, die ziemlich aufrecht oder doch nur schwach nach einer Seite hingeneigt sind. Der Kelch einblätterig, einen halben Zoll lang, röhrenförmig, etwas aufgeblasen, schwach eckig-gefaltet, kurzhaarig, bleibend, mit fünfzähniger Mündung, deren Zähne aus einer eirunden Basis verlängert-zugespitzt und aufrecht sind. Die Blumenkrone rein schwefelgelb, einblätterig, präsentirtellerförmig, ein Drittheil länger als der Kelch; die Röhre kaum länger als der Kelch, unten ziemlich walzenförmig, nach oben zu wenig erweitert und dann in den aufgeblasenen, offenen Schlund übergehend; der Saum flach ausgebreitet, 8—10 Linien im Durchmesser, ungefleckt, fünflappig, mit umgekehrt-eirunden, an der Spitze ausgerandeten Lappen. Staubgefäſse fünf, in dem erweiterten Schlunde eingesetzt und in demselben verborgen ; die Staubfäden sehr kurz; die Staubbeutel aufrecht, länglich, zweifächerig. Stempel einer; der Fruchtknoten kugelrund; der Griffel fadenförmig, kürzer als die Blumenkronenröhre; die Narbe kopfförmig und kugelrund. Die Kapsel oval, etwas bauchig, an der Basis verdünnt, mit dem Kelche bedeckt, einfächerig, vielsamig, an der Spitze mit einem kurzen pyramidenförmigen Deckel und zehn etwas auswärtsgebogenen Zähnen aufspringend; der Samenträger mittelständig, frei und fast keulenförmig. Die Samen rundlich-zusammengedrückt.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze)
  29. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hayne (Bd.  3, 1813), Nr. 35: »PRIMULA ELATIOR […] Der Kelch 1-blättrig, 5-zähnig. Die Blumenkrone 1-blättrig mit walzenförmiger Röhre und erweitertem Schlunde. Die Kapsel 1-fächrig, vielsamig, an der Spitze in zehn Zähne aufspringend.Primula elatior mit wellenförmigen, gezähnten, runzligen Blättern, flachem Rande der Blumenkrone und halbkugelförmig-erweitertem Schlunde. […] Garten-Primel, wilde Schlüsselblume, frühzeitige Schlüsselblume, groſse Waldschlüsselblume, Fastenblume, Handschuhblume, Hofblume, Lerchenblume, Osterblume, Bergsanikel. Wächst fast in ganz Deutschland, so wie in den mehresten der übrigen Länder Europens, in Laubwäldern. Blühet im April und May. ♃.Die Wurzel fast abgebissen, gewöhnlich schief, etwas höckrig, mehrere Wurzelfasern austreibend, oben mit einigen, den aufsteigenden Stock umgebenden Schuppen begabtDer Schaft. Einer oder, wie gewöhnlich, auch mehrere aus einer Wurzel, aufrecht, einfach, stielrund, glatt, zottig-weichhaarig, fest, bey α. [α. longiscopa] sechs bis zehn Zoll hoch, bey β. [β. breviscapa] abgekürzt, nicht aus der Erde hervorragend.Die Blätter wurzelständig, gestielt, in einen Büschel zusammengestellt, eyrund, oder auch umgekehrt-eyrund, gegen die Basis gewöhnlich zusammengezogen, an dem Blattstiel herablaufend, stumpf, doppelt -gezähnt, etwas wellenförmig, aderig, runzlich auf der Oberseite fast kahl, auf der Unterseite weichhaarig und blasser.Die Blumen in einer einfachen gipfelständigen, vielblumigen, gehüllten übergebogenen Dolde. Die Blumenstielchen weichhaarig; die äuſsern übergebogen, bey verschiedener Länge meistens kürzer als die Blumen; das mittlere fast aufrecht, ungefähr von der Länge der Blume. Die Hülle vielblättrig, viel kürzer als die Blumenstielchen, mit ungleichen lanzettförmigen, an der Spitze pfriemförmig-verdünnten, weichhaarigen, aufrechten Blättchen. Der Kelch. Eine einblättrige, röhrenartige, gefaltet-fünfeckige, fünfzähnige, wenig weichhaarige, bleibende Blüthendecke mit spitzigen, aufrechten, an der Röhre der Blumenkrone anliegenden Zähnen. Die Blumenkrone einblättrig, aus dem Schwefelgelben etwas ins Citronengelbe fallend. Die Röhre walzenförmig, länger als der Kelch, sich erweiternd in den halbkugelförmigen, offnen Schlund. Der Rand flach, fünftheilig, mit umgekehrt-herzförmigen Zipfeln. Die Staubgefäſse. Staubfäden fünf, sehr kurz, im Schlunde der Blumenkrone. Die Staubbeutel aufrecht, länglich, zweyfächrig, eingeschlossen. Der Stempel. Der Fruchtknoten kugelrund. Der Griffel fadenförmig, von der Länge des Kelchs. Die Narbe kugelrund. Die Fruchthülle. Eine stielrunde, etwas bauchige, mit dem Kelche bedeckte, einfächrige Kapsel, kürzer als der Kelch, an der Spitze aufspringend in einen kleinen, kurzen, fünfeckig-pyramidalischen Deckel und zehn zurückgekrümmten Zähnen, von denen je zwey und zwey an der Basis mehr Zusammenhängen. Der Samenträger rundlich-eyförmig, säulenständig, frey. Die Samen mehrzählig, rundlich, zusammengedrückt.Die Lage der Staubgefäſse und die davon abhangende Form der Röhre der Blumenkrone kommt bey den Varietäten α. und β. der Primula elatior eben so verschieden vor, wie bey der Primula veris. […]Nach einigen wurden von der Primula elatior in altern Zeiten die Wurzel, Blätter und Blumenkronen gesammelt, und in den Apotheken unter den Nahmen Radix, Herba et Flores Paralyseos aufbewahrt, andre hingegen wollten, daſs sie von der Primula veris genommen werden sollten.«)
  30. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blüte; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927), S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (1⁄4 bis 3⁄4 mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf 1⁄3 bis 1⁄2 eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. intricata), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. cordifólia [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von Primula elatior in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als P. veris × P. vulgaris betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall Primula vulgaris vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von Primula elatior auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach Chr. Miller (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach Miller unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist Primula veris im Gebiet der P. elatior auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des P. elatior. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob Miller’s Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von P. elatior, die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu Primula vulgaris ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. Höck zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt K. Müller [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an Caltha palustris, Aconitum Lycoctonum, Ranunculus aconitifolius, Aruncus Silvester, Daphne Mezereum, Adenostyles albifrons, Petasites albus, Mulgedium alpinum, Prenanthes purpurea, und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  31. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Schmeil & Fitschen (Pflanzen der Heimat, 1913), Nr. 41: »Die hohe Schlüsselblume.(Primula elátior Jacquin.)Die Schlüsselblume oder Primel vermag so früh im Jahre zu erscheinen, weil sie eine ausdauernde pflanze ist, die in dem unterirdischen Stamme reichlich Baustoffe aufgespeichert hat. Es ist dies ein kurzes, dickes, mit zahlreichen Wurzeln und Blattresten besetztes Gebilde, das sich in jedem Jahre am oberen Ende um ein Stück verlängert und am entgegengesetzten allmählich abstirbt. Die jungen Blätter stehen senkrecht, und ihre Flächen sind nach der Unterseite zu eingerollt: beides Einrichtungen, die eine starke Verdunstung und damit ein rasches Austrocknen der noch zarten Gebilde verhindern. Eine gleiche Bedeutung hat auch die Runzelung der Blattfläche. Da ein feuchter Körper um so mehr Wasser verliert, je mehr ihn die Luft umspült, wird ein gerunzeltes Blatt, das dem Winde eine geringere Fläche darbietet als ein gleichgroßes, aber ausgebreitetes, unter denselben Verhältnissen auch weniger Wasser verdunsten als dieses. Größer geworden, verlassen die Blätter die senkrechte Stellung; die am Blattstiele herablaufenden Blattflächen breiten sich aus, und ihre Runzelung verschwindet.Aus der Mitte der Blattrosette erhebt sich ein blattloser Stengel (Schaft), der am oberen Ende die Blütendolde (s. S. 37) trägt. Die schwefelgelbe Blumenkrone hat die Form einer langen Röhre, die sich oben etwas erweitert und in fünf Zipfel gespalten ist. Untersucht man die Blüten mehrerer Exemplare, so findet man eine merkwürdige Verschiedenheit: Neben solchen Pflanzen, deren sämtliche Blüten lange Griffel besitzen, und bei denen sich die Staubblätter in der Blütenröhre befinden, trifft man andere an, bei denen der Griffel kurz ist und die Staubblätter am Ende der Blütenröhre stehen. Saugt z.B. eine Hummel an einer langgriffeligen Form, so muß sie mit dem Kopfe die gerade im Eingange zur Blütenröhre stehende Narbe, mit der Mitte des Rüssels dagegen die Staubbeutel berühren. Hält sie darauf bei einer kurzgriffeligen Blüte Einkehr, so berührt sie umgekehrt mit dem Kopfe die Staubblätter, mit der Rüsselmitte dagegen die Narbe, an der sie den mitgebrachten Blütenstaub abstreift. Fliegt die Hummel endlich, am Kopfe mit Blütenstaub beladen, wieder zu einer langgriffeligen Blüte, so wird sie diese gleichfalls bestäuben. Das Tier wird demnach den Staub von der langgriffeligen Form zur kurzgriffeligen und umgekehrt tragen, also fortgesetzt Fremdbestäubung beider Formen vermitteln. Durch Versuche wurde nun festgestellt, daß die Fruchtbarkeit der Schlüsselblume am größten ist, wenn eine solche wechselseitige Bestäubung erfolgt. Die „Verschiedengriffeligkeit“ gibt sich demnach als eine jener Einrichtungen zu erkennen, durch die eine für die Samenbildung günstige Fremdbestäubung herbeigeführt wird.Wiesen, Gebüsche, verbreitet. 3—5. H. 10—30 cm. — Schlüsselblumengewächse.)
  32. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Röhling u.a. (Bd. 2, 1826), S. 108f.: »587. Primula elatior. Jacquin. Garten—Primel. Die Blätter eyrund, gezähnt, runzlich, auf beiden Seiten kurzzottig; die Dolde vielblüthig, die äussern Blüthen hangend; die Kelche kantig, mit langgespitzten Zähnen; der Blumensaum flach. […] Tr. u. a. Nam. Langschaftige Primel. Erhabenere Schlüsselblume. Groſse Waldschlüsselblume. Bergsanickel. Geruchlose Primel.Folgende Merkmale unterscheiden die gegenwärtige Art von der vorhergehenden: Die Blätter sind gröſser, auf beiden Seiten kurzzottig, doch sind diese Haare wie die des Stengels, der Blüthenstiele und der Kelche länger, daher mehr zottig , jene der P. officinalis [=P. veris] sind so kurz und so dicht gestellt, daſs dadurch ein feiner Filz gebildet wird. Die innern Blüthen der Dolde stehen aufrecht, und nur die äuſsern nicken, der Kelch ist nur auf den Kanten besonders zottig, die Zähne desselben laufen in eine lange Spitze aus, die Blume ist geruchlos, schwefelgelb, viel röſser, der Saum flach, die Zipfel sind nicht so tief ausgerandet. Die Blume ist gewöhnlich nur am Schlunde ein wenig dunkler, sie ändert aber auch ab mit einem dottergelben Kreise am Schlunde, und selbst in der Wildniſs, mit: β rothen Blumen, die jedoch in den Gärten in groſser Farbenmannichfaltigkelt vorkommen. Eine durch die Kultur entstandene, von Einigen zur folgenden Species gerechnete Abart: : γ calycantha, ist besonders merkwürdig. Der Kelch hat sich in eine wahre Korolle verwandelt, und auch die Farbe derselben angenommen, so daſs nur eine Blume in einer andern zu stecken scheint. : Primula elatior γ. calycantha Willd. Sp. pl. I. II. pag.892. P. calycantha Retz. obs. z. p. 10. Das Verhältniſs der Lage der Geschlechtstheile bei den beiden Formen ist gerade wie bei P. officinalis [=P. veris], auch die Blattform ändert auf dieselbe Weise ab. Wir haben Exemplare mit mehr herzförmigen Blättern und mit solchen gefunden, welche allmählig in den Blattstiel ausliefen, auch mit schwächer oder stärker ausgerandeten Blumenzipfeln, wissen aber nicht, ob wir gerade die von Lehmann in der Monngr. p. 54. erwähnte Abart δ vor uns hatten, besondere Abarten möchten Wir aus den so eben erwähnten Modificationen nicht festsetzen. Aus der Flora von Göttingen und von Spa haben wir eine s.g. Abart uniflora, — wohl nur eine Verkümmerung! In schattigen Gehölzen auf fettem Boden und feuchten Wald- und Bergwiesen, in ganz Deutschland, und bis über 6200″ [= 1.574,8 m; 1 Zoll, 1 ″ = 2,54 cm ] über die Meeresfläche aufsteigend. März, April, auch wohl noch einmal im Sept. und Oct. ♃.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze, Röhling u.a. (Bd. 1, 1823), S. 108: »Man bezeichnet sie, wenn blos ihre Wurzel im Winter lebt, die Theile über der Erde aber absterben, mit dem Zeichen des Jupiters ♃ …«)
  33. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hayne (Bd.  3, 1813), Nr. 35: »PRIMULA ELATIOR […] Der Kelch 1-blättrig, 5-zähnig. Die Blumenkrone 1-blättrig mit walzenförmiger Röhre und erweitertem Schlunde. Die Kapsel 1-fächrig, vielsamig, an der Spitze in zehn Zähne aufspringend.Primula elatior mit wellenförmigen, gezähnten, runzligen Blättern, flachem Rande der Blumenkrone und halbkugelförmig-erweitertem Schlunde. […] Garten-Primel, wilde Schlüsselblume, frühzeitige Schlüsselblume, groſse Waldschlüsselblume, Fastenblume, Handschuhblume, Hofblume, Lerchenblume, Osterblume, Bergsanikel. Wächst fast in ganz Deutschland, so wie in den mehresten der übrigen Länder Europens, in Laubwäldern. Blühet im April und May. ♃.Die Wurzel fast abgebissen, gewöhnlich schief, etwas höckrig, mehrere Wurzelfasern austreibend, oben mit einigen, den aufsteigenden Stock umgebenden Schuppen begabtDer Schaft. Einer oder, wie gewöhnlich, auch mehrere aus einer Wurzel, aufrecht, einfach, stielrund, glatt, zottig-weichhaarig, fest, bey α. [α. longiscopa] sechs bis zehn Zoll hoch, bey β. [β. breviscapa] abgekürzt, nicht aus der Erde hervorragend.Die Blätter wurzelständig, gestielt, in einen Büschel zusammengestellt, eyrund, oder auch umgekehrt-eyrund, gegen die Basis gewöhnlich zusammengezogen, an dem Blattstiel herablaufend, stumpf, doppelt -gezähnt, etwas wellenförmig, aderig, runzlich auf der Oberseite fast kahl, auf der Unterseite weichhaarig und blasser.Die Blumen in einer einfachen gipfelständigen, vielblumigen, gehüllten übergebogenen Dolde. Die Blumenstielchen weichhaarig; die äuſsern übergebogen, bey verschiedener Länge meistens kürzer als die Blumen; das mittlere fast aufrecht, ungefähr von der Länge der Blume. Die Hülle vielblättrig, viel kürzer als die Blumenstielchen, mit ungleichen lanzettförmigen, an der Spitze pfriemförmig-verdünnten, weichhaarigen, aufrechten Blättchen. Der Kelch. Eine einblättrige, röhrenartige, gefaltet-fünfeckige, fünfzähnige, wenig weichhaarige, bleibende Blüthendecke mit spitzigen, aufrechten, an der Röhre der Blumenkrone anliegenden Zähnen. Die Blumenkrone einblättrig, aus dem Schwefelgelben etwas ins Citronengelbe fallend. Die Röhre walzenförmig, länger als der Kelch, sich erweiternd in den halbkugelförmigen, offnen Schlund. Der Rand flach, fünftheilig, mit umgekehrt-herzförmigen Zipfeln. Die Staubgefäſse. Staubfäden fünf, sehr kurz, im Schlunde der Blumenkrone. Die Staubbeutel aufrecht, länglich, zweyfächrig, eingeschlossen. Der Stempel. Der Fruchtknoten kugelrund. Der Griffel fadenförmig, von der Länge des Kelchs. Die Narbe kugelrund. Die Fruchthülle. Eine stielrunde, etwas bauchige, mit dem Kelche bedeckte, einfächrige Kapsel, kürzer als der Kelch, an der Spitze aufspringend in einen kleinen, kurzen, fünfeckig-pyramidalischen Deckel und zehn zurückgekrümmten Zähnen, von denen je zwey und zwey an der Basis mehr Zusammenhängen. Der Samenträger rundlich-eyförmig, säulenständig, frey. Die Samen mehrzählig, rundlich, zusammengedrückt.Die Lage der Staubgefäſse und die davon abhangende Form der Röhre der Blumenkrone kommt bey den Varietäten α. und β. der Primula elatior eben so verschieden vor, wie bey der Primula veris. […]Nach einigen wurden von der Primula elatior in altern Zeiten die Wurzel, Blätter und Blumenkronen gesammelt, und in den Apotheken unter den Nahmen Radix, Herba et Flores Paralyseos aufbewahrt, andre hingegen wollten, daſs sie von der Primula veris genommen werden sollten.«)
  34. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Ennet u.a. (1990: Heilpflanzen und Drogen), S. 290: »Hohe Schlüsselblume, Gewöhnliche Schlüsselblume‚ Hohe Primel, Waldprimel, Waldschlüsselblume, Primula elatior: ausdauernde, bis 30 cm hohe Pflanze aus der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Die H. S. besitzt rosettenförmig angeordnete eiförmige Blätter, die allmählich in den Blattstiel verschmälert sind. Die Unterseite der Blätter ist kurz behaart. Die hellgelben, doldig angeordneten Blüten befinden sich am Ende des blattlosen Blütenschaftes. Sie haben einen flachen Kronsaum und sind am Schlund orangegelb gefleckt. Der Kelch ist walzig, weißlich und besitzt grüne Kanten. Die Blüten sind geruchlos. Die Frucht ist eine Kapsel. (…)Blütezeit: März bis Mai. Vorkommen: die H. S. ist in Europa und Westasien heimisch. Sie kommt in krautreichen Laubwäldern und auf nährstoffreichen Wiesen vor.«)
  35. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blüten; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Schmeil & Fitschen (Pflanzen der Heimat, 1913), Nr. 41: »Die hohe Schlüsselblume.(Primula elátior Jacquin.)Die Schlüsselblume oder Primel vermag so früh im Jahre zu erscheinen, weil sie eine ausdauernde pflanze ist, die in dem unterirdischen Stamme reichlich Baustoffe aufgespeichert hat. Es ist dies ein kurzes, dickes, mit zahlreichen Wurzeln und Blattresten besetztes Gebilde, das sich in jedem Jahre am oberen Ende um ein Stück verlängert und am entgegengesetzten allmählich abstirbt. Die jungen Blätter stehen senkrecht, und ihre Flächen sind nach der Unterseite zu eingerollt: beides Einrichtungen, die eine starke Verdunstung und damit ein rasches Austrocknen der noch zarten Gebilde verhindern. Eine gleiche Bedeutung hat auch die Runzelung der Blattfläche. Da ein feuchter Körper um so mehr Wasser verliert, je mehr ihn die Luft umspült, wird ein gerunzeltes Blatt, das dem Winde eine geringere Fläche darbietet als ein gleichgroßes, aber ausgebreitetes, unter denselben Verhältnissen auch weniger Wasser verdunsten als dieses. Größer geworden, verlassen die Blätter die senkrechte Stellung; die am Blattstiele herablaufenden Blattflächen breiten sich aus, und ihre Runzelung verschwindet.Aus der Mitte der Blattrosette erhebt sich ein blattloser Stengel (Schaft), der am oberen Ende die Blütendolde (s. S. 37) trägt. Die schwefelgelbe Blumenkrone hat die Form einer langen Röhre, die sich oben etwas erweitert und in fünf Zipfel gespalten ist. Untersucht man die Blüten mehrerer Exemplare, so findet man eine merkwürdige Verschiedenheit: Neben solchen Pflanzen, deren sämtliche Blüten lange Griffel besitzen, und bei denen sich die Staubblätter in der Blütenröhre befinden, trifft man andere an, bei denen der Griffel kurz ist und die Staubblätter am Ende der Blütenröhre stehen. Saugt z.B. eine Hummel an einer langgriffeligen Form, so muß sie mit dem Kopfe die gerade im Eingange zur Blütenröhre stehende Narbe, mit der Mitte des Rüssels dagegen die Staubbeutel berühren. Hält sie darauf bei einer kurzgriffeligen Blüte Einkehr, so berührt sie umgekehrt mit dem Kopfe die Staubblätter, mit der Rüsselmitte dagegen die Narbe, an der sie den mitgebrachten Blütenstaub abstreift. Fliegt die Hummel endlich, am Kopfe mit Blütenstaub beladen, wieder zu einer langgriffeligen Blüte, so wird sie diese gleichfalls bestäuben. Das Tier wird demnach den Staub von der langgriffeligen Form zur kurzgriffeligen und umgekehrt tragen, also fortgesetzt Fremdbestäubung beider Formen vermitteln. Durch Versuche wurde nun festgestellt, daß die Fruchtbarkeit der Schlüsselblume am größten ist, wenn eine solche wechselseitige Bestäubung erfolgt. Die „Verschiedengriffeligkeit“ gibt sich demnach als eine jener Einrichtungen zu erkennen, durch die eine für die Samenbildung günstige Fremdbestäubung herbeigeführt wird.Wiesen, Gebüsche, verbreitet. 3—5. H. 10—30 cm. — Schlüsselblumengewächse.)
  36. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blüten; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Röhling u.a. (Bd. 2, 1826), S. 108f.: »587. Primula elatior. Jacquin. Garten—Primel. Die Blätter eyrund, gezähnt, runzlich, auf beiden Seiten kurzzottig; die Dolde vielblüthig, die äussern Blüthen hangend; die Kelche kantig, mit langgespitzten Zähnen; der Blumensaum flach. […] Tr. u. a. Nam. Langschaftige Primel. Erhabenere Schlüsselblume. Groſse Waldschlüsselblume. Bergsanickel. Geruchlose Primel.Folgende Merkmale unterscheiden die gegenwärtige Art von der vorhergehenden: Die Blätter sind gröſser, auf beiden Seiten kurzzottig, doch sind diese Haare wie die des Stengels, der Blüthenstiele und der Kelche länger, daher mehr zottig , jene der P. officinalis [=P. veris] sind so kurz und so dicht gestellt, daſs dadurch ein feiner Filz gebildet wird. Die innern Blüthen der Dolde stehen aufrecht, und nur die äuſsern nicken, der Kelch ist nur auf den Kanten besonders zottig, die Zähne desselben laufen in eine lange Spitze aus, die Blume ist geruchlos, schwefelgelb, viel röſser, der Saum flach, die Zipfel sind nicht so tief ausgerandet. Die Blume ist gewöhnlich nur am Schlunde ein wenig dunkler, sie ändert aber auch ab mit einem dottergelben Kreise am Schlunde, und selbst in der Wildniſs, mit: β rothen Blumen, die jedoch in den Gärten in groſser Farbenmannichfaltigkelt vorkommen. Eine durch die Kultur entstandene, von Einigen zur folgenden Species gerechnete Abart: : γ calycantha, ist besonders merkwürdig. Der Kelch hat sich in eine wahre Korolle verwandelt, und auch die Farbe derselben angenommen, so daſs nur eine Blume in einer andern zu stecken scheint. : Primula elatior γ. calycantha Willd. Sp. pl. I. II. pag.892. P. calycantha Retz. obs. z. p. 10. Das Verhältniſs der Lage der Geschlechtstheile bei den beiden Formen ist gerade wie bei P. officinalis [=P. veris], auch die Blattform ändert auf dieselbe Weise ab. Wir haben Exemplare mit mehr herzförmigen Blättern und mit solchen gefunden, welche allmählig in den Blattstiel ausliefen, auch mit schwächer oder stärker ausgerandeten Blumenzipfeln, wissen aber nicht, ob wir gerade die von Lehmann in der Monngr. p. 54. erwähnte Abart δ vor uns hatten, besondere Abarten möchten Wir aus den so eben erwähnten Modificationen nicht festsetzen. Aus der Flora von Göttingen und von Spa haben wir eine s.g. Abart uniflora, — wohl nur eine Verkümmerung! In schattigen Gehölzen auf fettem Boden und feuchten Wald- und Bergwiesen, in ganz Deutschland, und bis über 6200″ [= 1.574,8 m; 1 Zoll, 1 ″ = 2,54 cm ] über die Meeresfläche aufsteigend. März, April, auch wohl noch einmal im Sept. und Oct. ♃.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze, Röhling u.a. (Bd. 1, 1823), S. 108: »Man bezeichnet sie, wenn blos ihre Wurzel im Winter lebt, die Theile über der Erde aber absterben, mit dem Zeichen des Jupiters ♃ …«)
  37. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blüten; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hayne (Bd.  3, 1813), Nr. 35: »PRIMULA ELATIOR […] Der Kelch 1-blättrig, 5-zähnig. Die Blumenkrone 1-blättrig mit walzenförmiger Röhre und erweitertem Schlunde. Die Kapsel 1-fächrig, vielsamig, an der Spitze in zehn Zähne aufspringend.Primula elatior mit wellenförmigen, gezähnten, runzligen Blättern, flachem Rande der Blumenkrone und halbkugelförmig-erweitertem Schlunde. […] Garten-Primel, wilde Schlüsselblume, frühzeitige Schlüsselblume, groſse Waldschlüsselblume, Fastenblume, Handschuhblume, Hofblume, Lerchenblume, Osterblume, Bergsanikel. Wächst fast in ganz Deutschland, so wie in den mehresten der übrigen Länder Europens, in Laubwäldern. Blühet im April und May. ♃.Die Wurzel fast abgebissen, gewöhnlich schief, etwas höckrig, mehrere Wurzelfasern austreibend, oben mit einigen, den aufsteigenden Stock umgebenden Schuppen begabtDer Schaft. Einer oder, wie gewöhnlich, auch mehrere aus einer Wurzel, aufrecht, einfach, stielrund, glatt, zottig-weichhaarig, fest, bey α. [α. longiscopa] sechs bis zehn Zoll hoch, bey β. [β. breviscapa] abgekürzt, nicht aus der Erde hervorragend.Die Blätter wurzelständig, gestielt, in einen Büschel zusammengestellt, eyrund, oder auch umgekehrt-eyrund, gegen die Basis gewöhnlich zusammengezogen, an dem Blattstiel herablaufend, stumpf, doppelt -gezähnt, etwas wellenförmig, aderig, runzlich auf der Oberseite fast kahl, auf der Unterseite weichhaarig und blasser.Die Blumen in einer einfachen gipfelständigen, vielblumigen, gehüllten übergebogenen Dolde. Die Blumenstielchen weichhaarig; die äuſsern übergebogen, bey verschiedener Länge meistens kürzer als die Blumen; das mittlere fast aufrecht, ungefähr von der Länge der Blume. Die Hülle vielblättrig, viel kürzer als die Blumenstielchen, mit ungleichen lanzettförmigen, an der Spitze pfriemförmig-verdünnten, weichhaarigen, aufrechten Blättchen. Der Kelch. Eine einblättrige, röhrenartige, gefaltet-fünfeckige, fünfzähnige, wenig weichhaarige, bleibende Blüthendecke mit spitzigen, aufrechten, an der Röhre der Blumenkrone anliegenden Zähnen. Die Blumenkrone einblättrig, aus dem Schwefelgelben etwas ins Citronengelbe fallend. Die Röhre walzenförmig, länger als der Kelch, sich erweiternd in den halbkugelförmigen, offnen Schlund. Der Rand flach, fünftheilig, mit umgekehrt-herzförmigen Zipfeln. Die Staubgefäſse. Staubfäden fünf, sehr kurz, im Schlunde der Blumenkrone. Die Staubbeutel aufrecht, länglich, zweyfächrig, eingeschlossen. Der Stempel. Der Fruchtknoten kugelrund. Der Griffel fadenförmig, von der Länge des Kelchs. Die Narbe kugelrund. Die Fruchthülle. Eine stielrunde, etwas bauchige, mit dem Kelche bedeckte, einfächrige Kapsel, kürzer als der Kelch, an der Spitze aufspringend in einen kleinen, kurzen, fünfeckig-pyramidalischen Deckel und zehn zurückgekrümmten Zähnen, von denen je zwey und zwey an der Basis mehr Zusammenhängen. Der Samenträger rundlich-eyförmig, säulenständig, frey. Die Samen mehrzählig, rundlich, zusammengedrückt.Die Lage der Staubgefäſse und die davon abhangende Form der Röhre der Blumenkrone kommt bey den Varietäten α. und β. der Primula elatior eben so verschieden vor, wie bey der Primula veris. […]Nach einigen wurden von der Primula elatior in altern Zeiten die Wurzel, Blätter und Blumenkronen gesammelt, und in den Apotheken unter den Nahmen Radix, Herba et Flores Paralyseos aufbewahrt, andre hingegen wollten, daſs sie von der Primula veris genommen werden sollten.«)
  38. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793: »In schattigen Gebüschen … Blüht vom März bis Mai. ♃.Die Wurzel fast abgebissen, etwas schief und höckerig, an der Spitze schuppig, mit starken weiſslichen Fasern besetzt, die ziemlich tief in die Erde gehen, einen Büschel von Wurzelblättern und einen oder mehrere Schafte treibend. Die Blätter alle wurzelständig, lang gestielt, mit einem 2—3 Zoll langen, dicken, fleischigen, sehr hellgrünen, fast halbstielrunden, durch die herablaufende Blattsubstanz geflügelten Blattstiel, der sich an der Basis fast scheidenartig erweitert und umfassend ist; die Platte 2—3 Zoll lang und halb so breit, länglich, stumpf, an der Basis in den Blattstiel auslaufend, aber vor der Verschmälerung doch zuweilen an jeder Seite in ein kurzes Läppchen ausgehend und daher herzförmig erscheinend, am Rande mehr oder weniger wellenförmig oder fast eingeschnitten-gekerbt, auf der Oberfläche etwas runzelig, zottig, matt und dunkeler grün, auf der Unterfläche heller und fast grau grün und ebenfalls zottig. Der Schaft länger als die Blätter und oft zwei bis dreimal so lang, aufrecht, selten etwas gebogen an der Spitze, einfach, stielrund, zottig weichhaarig oder besser kurzhaarig, an der Spitze eine einzelne, von einer Hülle unterstützte, einfache Dolde tragend. Die Hülle ist vielblätterig, viel kürzer als die Blumenstielchen, und besteht aus ungleich langen, lanzettförmigen, pfriemenförmig zugespitzten, aufrechten und kurzhaarigen Blättchen. Die Blumen stehen in der Dolde an einfachen, kürzeren oder längeren, fadenförmigen, kurzhaarigen Blumenstielen, die ziemlich aufrecht oder doch nur schwach nach einer Seite hingeneigt sind. Der Kelch einblätterig, einen halben Zoll lang, röhrenförmig, etwas aufgeblasen, schwach eckig-gefaltet, kurzhaarig, bleibend, mit fünfzähniger Mündung, deren Zähne aus einer eirunden Basis verlängert-zugespitzt und aufrecht sind. Die Blumenkrone rein schwefelgelb, einblätterig, präsentirtellerförmig, ein Drittheil länger als der Kelch; die Röhre kaum länger als der Kelch, unten ziemlich walzenförmig, nach oben zu wenig erweitert und dann in den aufgeblasenen, offenen Schlund übergehend; der Saum flach ausgebreitet, 8—10 Linien im Durchmesser, ungefleckt, fünflappig, mit umgekehrt-eirunden, an der Spitze ausgerandeten Lappen. Staubgefäſse fünf, in dem erweiterten Schlunde eingesetzt und in demselben verborgen ; die Staubfäden sehr kurz; die Staubbeutel aufrecht, länglich, zweifächerig. Stempel einer; der Fruchtknoten kugelrund; der Griffel fadenförmig, kürzer als die Blumenkronenröhre; die Narbe kopfförmig und kugelrund. Die Kapsel oval, etwas bauchig, an der Basis verdünnt, mit dem Kelche bedeckt, einfächerig, vielsamig, an der Spitze mit einem kurzen pyramidenförmigen Deckel und zehn etwas auswärtsgebogenen Zähnen aufspringend; der Samenträger mittelständig, frei und fast keulenförmig. Die Samen rundlich-zusammengedrückt.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze)
  39. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Früchte; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Ennet u.a. (1990: Heilpflanzen und Drogen), S. 290: »Hohe Schlüsselblume, Gewöhnliche Schlüsselblume‚ Hohe Primel, Waldprimel, Waldschlüsselblume, Primula elatior: ausdauernde, bis 30 cm hohe Pflanze aus der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Die H. S. besitzt rosettenförmig angeordnete eiförmige Blätter, die allmählich in den Blattstiel verschmälert sind. Die Unterseite der Blätter ist kurz behaart. Die hellgelben, doldig angeordneten Blüten befinden sich am Ende des blattlosen Blütenschaftes. Sie haben einen flachen Kronsaum und sind am Schlund orangegelb gefleckt. Der Kelch ist walzig, weißlich und besitzt grüne Kanten. Die Blüten sind geruchlos. Die Frucht ist eine Kapsel. (…)Blütezeit: März bis Mai. Vorkommen: die H. S. ist in Europa und Westasien heimisch. Sie kommt in krautreichen Laubwäldern und auf nährstoffreichen Wiesen vor.«)
  40. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927), S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (1⁄4 bis 3⁄4 mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf 1⁄3 bis 1⁄2 eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. intricata), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. cordifólia [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von Primula elatior in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als P. veris × P. vulgaris betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall Primula vulgaris vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von Primula elatior auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach Chr. Miller (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach Miller unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist Primula veris im Gebiet der P. elatior auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des P. elatior. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob Miller’s Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von P. elatior, die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu Primula vulgaris ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. Höck zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt K. Müller [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an Caltha palustris, Aconitum Lycoctonum, Ranunculus aconitifolius, Aruncus Silvester, Daphne Mezereum, Adenostyles albifrons, Petasites albus, Mulgedium alpinum, Prenanthes purpurea, und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  41. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Früchte; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hayne (Bd.  3, 1813), Nr. 35: »PRIMULA ELATIOR […] Der Kelch 1-blättrig, 5-zähnig. Die Blumenkrone 1-blättrig mit walzenförmiger Röhre und erweitertem Schlunde. Die Kapsel 1-fächrig, vielsamig, an der Spitze in zehn Zähne aufspringend.Primula elatior mit wellenförmigen, gezähnten, runzligen Blättern, flachem Rande der Blumenkrone und halbkugelförmig-erweitertem Schlunde. […] Garten-Primel, wilde Schlüsselblume, frühzeitige Schlüsselblume, groſse Waldschlüsselblume, Fastenblume, Handschuhblume, Hofblume, Lerchenblume, Osterblume, Bergsanikel. Wächst fast in ganz Deutschland, so wie in den mehresten der übrigen Länder Europens, in Laubwäldern. Blühet im April und May. ♃.Die Wurzel fast abgebissen, gewöhnlich schief, etwas höckrig, mehrere Wurzelfasern austreibend, oben mit einigen, den aufsteigenden Stock umgebenden Schuppen begabtDer Schaft. Einer oder, wie gewöhnlich, auch mehrere aus einer Wurzel, aufrecht, einfach, stielrund, glatt, zottig-weichhaarig, fest, bey α. [α. longiscopa] sechs bis zehn Zoll hoch, bey β. [β. breviscapa] abgekürzt, nicht aus der Erde hervorragend.Die Blätter wurzelständig, gestielt, in einen Büschel zusammengestellt, eyrund, oder auch umgekehrt-eyrund, gegen die Basis gewöhnlich zusammengezogen, an dem Blattstiel herablaufend, stumpf, doppelt -gezähnt, etwas wellenförmig, aderig, runzlich auf der Oberseite fast kahl, auf der Unterseite weichhaarig und blasser.Die Blumen in einer einfachen gipfelständigen, vielblumigen, gehüllten übergebogenen Dolde. Die Blumenstielchen weichhaarig; die äuſsern übergebogen, bey verschiedener Länge meistens kürzer als die Blumen; das mittlere fast aufrecht, ungefähr von der Länge der Blume. Die Hülle vielblättrig, viel kürzer als die Blumenstielchen, mit ungleichen lanzettförmigen, an der Spitze pfriemförmig-verdünnten, weichhaarigen, aufrechten Blättchen. Der Kelch. Eine einblättrige, röhrenartige, gefaltet-fünfeckige, fünfzähnige, wenig weichhaarige, bleibende Blüthendecke mit spitzigen, aufrechten, an der Röhre der Blumenkrone anliegenden Zähnen. Die Blumenkrone einblättrig, aus dem Schwefelgelben etwas ins Citronengelbe fallend. Die Röhre walzenförmig, länger als der Kelch, sich erweiternd in den halbkugelförmigen, offnen Schlund. Der Rand flach, fünftheilig, mit umgekehrt-herzförmigen Zipfeln. Die Staubgefäſse. Staubfäden fünf, sehr kurz, im Schlunde der Blumenkrone. Die Staubbeutel aufrecht, länglich, zweyfächrig, eingeschlossen. Der Stempel. Der Fruchtknoten kugelrund. Der Griffel fadenförmig, von der Länge des Kelchs. Die Narbe kugelrund. Die Fruchthülle. Eine stielrunde, etwas bauchige, mit dem Kelche bedeckte, einfächrige Kapsel, kürzer als der Kelch, an der Spitze aufspringend in einen kleinen, kurzen, fünfeckig-pyramidalischen Deckel und zehn zurückgekrümmten Zähnen, von denen je zwey und zwey an der Basis mehr Zusammenhängen. Der Samenträger rundlich-eyförmig, säulenständig, frey. Die Samen mehrzählig, rundlich, zusammengedrückt.Die Lage der Staubgefäſse und die davon abhangende Form der Röhre der Blumenkrone kommt bey den Varietäten α. und β. der Primula elatior eben so verschieden vor, wie bey der Primula veris. […]Nach einigen wurden von der Primula elatior in altern Zeiten die Wurzel, Blätter und Blumenkronen gesammelt, und in den Apotheken unter den Nahmen Radix, Herba et Flores Paralyseos aufbewahrt, andre hingegen wollten, daſs sie von der Primula veris genommen werden sollten.«)
  42. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Röhling u.a. (Bd. 2, 1826), S. 108f.: »587. Primula elatior. Jacquin. Garten—Primel. Die Blätter eyrund, gezähnt, runzlich, auf beiden Seiten kurzzottig; die Dolde vielblüthig, die äussern Blüthen hangend; die Kelche kantig, mit langgespitzten Zähnen; der Blumensaum flach. […] Tr. u. a. Nam. Langschaftige Primel. Erhabenere Schlüsselblume. Groſse Waldschlüsselblume. Bergsanickel. Geruchlose Primel.Folgende Merkmale unterscheiden die gegenwärtige Art von der vorhergehenden: Die Blätter sind gröſser, auf beiden Seiten kurzzottig, doch sind diese Haare wie die des Stengels, der Blüthenstiele und der Kelche länger, daher mehr zottig , jene der P. officinalis [=P. veris] sind so kurz und so dicht gestellt, daſs dadurch ein feiner Filz gebildet wird. Die innern Blüthen der Dolde stehen aufrecht, und nur die äuſsern nicken, der Kelch ist nur auf den Kanten besonders zottig, die Zähne desselben laufen in eine lange Spitze aus, die Blume ist geruchlos, schwefelgelb, viel röſser, der Saum flach, die Zipfel sind nicht so tief ausgerandet. Die Blume ist gewöhnlich nur am Schlunde ein wenig dunkler, sie ändert aber auch ab mit einem dottergelben Kreise am Schlunde, und selbst in der Wildniſs, mit: β rothen Blumen, die jedoch in den Gärten in groſser Farbenmannichfaltigkelt vorkommen. Eine durch die Kultur entstandene, von Einigen zur folgenden Species gerechnete Abart: : γ calycantha, ist besonders merkwürdig. Der Kelch hat sich in eine wahre Korolle verwandelt, und auch die Farbe derselben angenommen, so daſs nur eine Blume in einer andern zu stecken scheint. : Primula elatior γ. calycantha Willd. Sp. pl. I. II. pag.892. P. calycantha Retz. obs. z. p. 10. Das Verhältniſs der Lage der Geschlechtstheile bei den beiden Formen ist gerade wie bei P. officinalis [=P. veris], auch die Blattform ändert auf dieselbe Weise ab. Wir haben Exemplare mit mehr herzförmigen Blättern und mit solchen gefunden, welche allmählig in den Blattstiel ausliefen, auch mit schwächer oder stärker ausgerandeten Blumenzipfeln, wissen aber nicht, ob wir gerade die von Lehmann in der Monngr. p. 54. erwähnte Abart δ vor uns hatten, besondere Abarten möchten Wir aus den so eben erwähnten Modificationen nicht festsetzen. Aus der Flora von Göttingen und von Spa haben wir eine s.g. Abart uniflora, — wohl nur eine Verkümmerung! In schattigen Gehölzen auf fettem Boden und feuchten Wald- und Bergwiesen, in ganz Deutschland, und bis über 6200″ [= 1.574,8 m; 1 Zoll, 1 ″ = 2,54 cm ] über die Meeresfläche aufsteigend. März, April, auch wohl noch einmal im Sept. und Oct. ♃.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze, Röhling u.a. (Bd. 1, 1823), S. 108: »Man bezeichnet sie, wenn blos ihre Wurzel im Winter lebt, die Theile über der Erde aber absterben, mit dem Zeichen des Jupiters ♃ …«)
  43. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blüten; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793: »In schattigen Gebüschen … Blüht vom März bis Mai. ♃.Die Wurzel fast abgebissen, etwas schief und höckerig, an der Spitze schuppig, mit starken weiſslichen Fasern besetzt, die ziemlich tief in die Erde gehen, einen Büschel von Wurzelblättern und einen oder mehrere Schafte treibend. Die Blätter alle wurzelständig, lang gestielt, mit einem 2—3 Zoll langen, dicken, fleischigen, sehr hellgrünen, fast halbstielrunden, durch die herablaufende Blattsubstanz geflügelten Blattstiel, der sich an der Basis fast scheidenartig erweitert und umfassend ist; die Platte 2—3 Zoll lang und halb so breit, länglich, stumpf, an der Basis in den Blattstiel auslaufend, aber vor der Verschmälerung doch zuweilen an jeder Seite in ein kurzes Läppchen ausgehend und daher herzförmig erscheinend, am Rande mehr oder weniger wellenförmig oder fast eingeschnitten-gekerbt, auf der Oberfläche etwas runzelig, zottig, matt und dunkeler grün, auf der Unterfläche heller und fast grau grün und ebenfalls zottig. Der Schaft länger als die Blätter und oft zwei bis dreimal so lang, aufrecht, selten etwas gebogen an der Spitze, einfach, stielrund, zottig weichhaarig oder besser kurzhaarig, an der Spitze eine einzelne, von einer Hülle unterstützte, einfache Dolde tragend. Die Hülle ist vielblätterig, viel kürzer als die Blumenstielchen, und besteht aus ungleich langen, lanzettförmigen, pfriemenförmig zugespitzten, aufrechten und kurzhaarigen Blättchen. Die Blumen stehen in der Dolde an einfachen, kürzeren oder längeren, fadenförmigen, kurzhaarigen Blumenstielen, die ziemlich aufrecht oder doch nur schwach nach einer Seite hingeneigt sind. Der Kelch einblätterig, einen halben Zoll lang, röhrenförmig, etwas aufgeblasen, schwach eckig-gefaltet, kurzhaarig, bleibend, mit fünfzähniger Mündung, deren Zähne aus einer eirunden Basis verlängert-zugespitzt und aufrecht sind. Die Blumenkrone rein schwefelgelb, einblätterig, präsentirtellerförmig, ein Drittheil länger als der Kelch; die Röhre kaum länger als der Kelch, unten ziemlich walzenförmig, nach oben zu wenig erweitert und dann in den aufgeblasenen, offenen Schlund übergehend; der Saum flach ausgebreitet, 8—10 Linien im Durchmesser, ungefleckt, fünflappig, mit umgekehrt-eirunden, an der Spitze ausgerandeten Lappen. Staubgefäſse fünf, in dem erweiterten Schlunde eingesetzt und in demselben verborgen ; die Staubfäden sehr kurz; die Staubbeutel aufrecht, länglich, zweifächerig. Stempel einer; der Fruchtknoten kugelrund; der Griffel fadenförmig, kürzer als die Blumenkronenröhre; die Narbe kopfförmig und kugelrund. Die Kapsel oval, etwas bauchig, an der Basis verdünnt, mit dem Kelche bedeckt, einfächerig, vielsamig, an der Spitze mit einem kurzen pyramidenförmigen Deckel und zehn etwas auswärtsgebogenen Zähnen aufspringend; der Samenträger mittelständig, frei und fast keulenförmig. Die Samen rundlich-zusammengedrückt.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze)
  44. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Ennet u.a. (1990: Heilpflanzen und Drogen), S. 290: »Hohe Schlüsselblume, Gewöhnliche Schlüsselblume‚ Hohe Primel, Waldprimel, Waldschlüsselblume, Primula elatior: ausdauernde, bis 30 cm hohe Pflanze aus der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Die H. S. besitzt rosettenförmig angeordnete eiförmige Blätter, die allmählich in den Blattstiel verschmälert sind. Die Unterseite der Blätter ist kurz behaart. Die hellgelben, doldig angeordneten Blüten befinden sich am Ende des blattlosen Blütenschaftes. Sie haben einen flachen Kronsaum und sind am Schlund orangegelb gefleckt. Der Kelch ist walzig, weißlich und besitzt grüne Kanten. Die Blüten sind geruchlos. Die Frucht ist eine Kapsel. (…)Blütezeit: März bis Mai. Vorkommen: die H. S. ist in Europa und Westasien heimisch. Sie kommt in krautreichen Laubwäldern und auf nährstoffreichen Wiesen vor.«)
  45. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Wald-Schlüsselblume: (1) Der Kelch und (2) die Blumenkrone, so wie auch (3) dieselbe der Länge nach aufgeschnitten und ausgebreitet, in natürlicher Größe. (4) Ein Staubgefäß vergrößert. (5) Der Stempel in natürlicher Größe. (6) Die aufgesprungene Kapsel und (7) der Deckel derselben, an welchem sich noch der verwelkte Griffel befindet, in natürlicher Größe. (8) Der Deckel vergrößert. (9) Die Kapsel der Länge nach durchschnitten, (10) der Samenträger und (11) die Samen in natürlicher Größe. (12) Ein Same vergrößert, und sowohl (13) der Länge, als auch (14) der Quere nach durchschnitten. — Abbildung nach Hayne (1813), Nr. 35 verändert; Teil der Pflanze: Früchte; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927), S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (1⁄4 bis 3⁄4 mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf 1⁄3 bis 1⁄2 eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. intricata), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. cordifólia [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von Primula elatior in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als P. veris × P. vulgaris betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall Primula vulgaris vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von Primula elatior auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach Chr. Miller (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach Miller unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist Primula veris im Gebiet der P. elatior auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des P. elatior. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob Miller’s Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von P. elatior, die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu Primula vulgaris ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. Höck zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt K. Müller [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an Caltha palustris, Aconitum Lycoctonum, Ranunculus aconitifolius, Aruncus Silvester, Daphne Mezereum, Adenostyles albifrons, Petasites albus, Mulgedium alpinum, Prenanthes purpurea, und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  46. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: Blüten; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Sturm (Abt. 1, Bd. 2 1800) („35“ (?Seite) nachnummeriert; s. a. Tafel XIII. 7.): »TROLLIUS europaeus.Europäische Trollblume Mit sich zuſammenneigenden Kronenblättchen, und Honigbehältniſſen, die ſo lang als die Staubfäden ſind. Diese Pflanze, die auch Engelblume, Kugelhahnenfuß, genennet wird, wächſt auf niedrigen, faſt etwas feuchten Wieſen, in Schleſien, Bayern, Oeſtreich, Crain, Sachſen, Mecklenburg, Naſſau, auf dem Harz, bey Helmſtädt, Leipzig, im Fürſenthum Bayreuth und andern Orten. Sie blühet vom May bis in Julius. Ihre Wurzel besteht aus einer Menge ſchwarzer Zaſern: die Blätter, welche größtentheils unmittelbar aus der Wurzel kommen, und den Blättern eines Hahnenfußes, oder Sturmhutes, gleichen, ſind faſt bis an die Baſis in fünf Abschnitte zerspalten, deren jeder wiederum in spitzige und gezähnte Lappen zertheilt ist; ſie ſind langgeſtielt, die Stengelblätter aber ſtehen abwechſelnd und ſind faſt ungeſtielt. Der Stängel iſt aufrecht, und einen bis anderthalb Fuß hoch, meiſtens einfach, bisweilen aber oben in einige Zweige zertheilt, rund und glatt; am Ende des Stängels oder der Zweige ſteht eine einzige aufrechte, ſehr ſchöne und große, kugelrunde, wohlriechende Blume, deren Staubwege oder Fruchtknoten ganz aufrecht ſtehen; die Honigbehältniſſe ſind nicht länger als die Staubfäden und haben, wie die beynahe gänzlich geſchloſſenen Blumenblättchen eine glänzende helle oder hochgelbe Farbe. Die Saamenkapſeln haben in die Queere Ruzeln, und enthalten kleine glänzende und eßbare Saamen. Dieſe Pflanze wird auch wegen ihrer ſchönen und anſehnlichen Blumen zur Zierde in den Garten gezogen. Die Wurzel ſoll bisweilen für ſchwarze Nießwurz verkauft werden, und ſchädliche Wirkungen hervorgebracht haben; ſie ward bey ältern Schriftſtellern ſammt dem Kraut für giftig gehalten, nach andern neuern Erfahrungen wird das Dekokt der Blätter wider den Scharbock empfohlen. Vom Vieh wird es gern gefreſſen. Aus den Blumen sammeln die Bienen Wachs und Honig.«; Anmerkungen: Zaser, »eine zur Wurzel gehörige oder derselben ähnelnde faden- oder strangförmige Verlängerung an der Auszenfläche der Pflanzen« (Bischoff, Wörterbuch der beschreibenden Botanik oder die Kunstausdrücke welche zum Verstehen der phytographischen Schriften nothwendig sind. Stuttgart 1839. bzw. www.woerterbuchnetz.de/DWB/zaser (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm)) Dekokt ist ein Lehnwort aus lat. decoctum: durch Abkochen fester Stoffe gewonnene Flüssigkeit, Absud (www.dwds.de/wb/dwb2/dekokt (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung)))
  47. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Hegi & Marzell (1912, Bd. 3) S. 459: »Tróllius ¹) L. Trollblume. (…) 1056. Trollius Europáeus L. (…) Ausdauernd, 10 bis 60 cm hoch, aufrecht. Grundachse kurz, reichfaserig. Stengel meist unverzweigt mit einer einzigen aufrechten, endständigen Blüte (selten 2- bis 3-blütig), kahl. Laubblätter handförmig geteilt, polygonal, oberseits dunkelgrün, unterseits heller, kahl, mit ± tief lappig-gesägten Zipfeln; die grundständigen lang gestielt, die stengelständigen sitzend und meist 3-zählig. Blüten bis 3 cm im Durchmesser, zitronengelb. Blütenhüllblätter ± 10 (5 bis 15), goldgelb bis grüngelb, seltener grün, bis 2,7 cm lang, fast kreisrund, ganzrandig, kugelförmig zusammenneigend. Honigblätter 5 bis 10, sehr schmal, schwach keulenförmig, an der Spitze löffelartig verbreitert, so lang als die Staubblätter, im untern Teil gelenkförmig gebogen, mit freier Honigdrüse, hellgelb (Taf. 110, Fig. 3a; Fig. 638f). Staubblätter und Fruchtknoten zahlreich, letztere langgestreckt und völlig frei. Balgfrüchte ± 12 mm lang, queraderig, durch den ca. 3 mm langen Griffelrest geschnäbelt, mehrsamig (Taf. 110, Fig. 3b, c). Samen schwarz glänzend, 1,5 mm lang, eiförmig (Taf. 110, Fig. 3d). — V. VI (vereinzelt nochmals im Herbst). Zerstreut auf feuchten, moorigen Wiesen, Mooren, auf Waldwiesen, an Waldrändern, unter Gebüschen, in Karfluren, meist gesellig. Besonders in der Bergregion, vereinzelt bis in die Alpen (2800 m). Fehlt im nordwestdeutschen Flachland vollständig, jedoch wieder in Schleswig und in Mecklenburg. Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (im Süden nur im Gebirge; nördlich bis Norwegen, bis zum 71°), Kaukasus, arktisches Nordamerika. Aendert etwas ab: var. týpicus Beck (= var. vulgáris Roepert, = var. altissimus DC, = var. genuínus Huth). Stengel kräftig, 1- bis 3-blütig, 30 bis 50 cm hoch. Blütenhüllblätter kugelig zusammenschliessend, zahlreich, zitronengelb, alle rundlich und stumpf oder die äusseren an der Spitze gezähnelt, meist 2 bis 2,7 cm lang (Häufig). — Hieher gehört ferner: f. latiséctus Beck. Blattzipfel bis zur Mitte 3-spaltig, weniger tief gezähnt. — f. médius (Wenderoth) Rchb. (= var. napellifórmis Hegetschw., = T. napellifólius Roepert, = var. multífidus Willk.). Blätter bis zum Grunde tief 3-spaltig, mit tief einschneidenden Abschnitten und schmäleren, tiefer gesägten Zipfeln. — var. involucrátus Beck (= var. víridis [Mielichhof] Maly, = T. viridiflórus Schur, = T. chloránthus Hausm.). Aeussere Blütenhüllblätter aussen grün, innen gelb, dreizähnig. Zähne gesägt, sonst wie vorige Form (Selten). — var. húmilis (Crantz) DC. (= var. humílior Koch, = T. mínimus Wender.). Stengel 1-blutig, 10 bis 15 cm hoch. Aeussere Blütenhüllblätter stumpflich, aussen grün, innen gelb, 10 bis 13 mm lang, weniger zusammenschliessend. Das oberste Stengelblatt der Blüte oft genähert (Gebirgsform). — var. tomoglóssus Rchb. Der Normalform sehr ähnlich, jedoch grösser und sehr grossblütig. Zunge der Honigblätter am Ende quer abgeschnitten. Staubbeutel linealisch, kürzer als die Staubfäden (Schweiz: bei Bex). Die grossen, hellgelben, schwach duftenden Blüten sind homogam und stellen einen wirksamen Schauapparat dar. Da die Perianthblätter nach innen zusammenschliessen (sie schützen die Staubblätter vor Regen), gelangen besuchende Insekten (Dipteren, Hymenopteren, Coleopteren) zuerst in die Mitte der Blumen, d.h. auf die Narben und bewirken daselbst ziemlich regelmässig Fremdbestäubung. Immerhin ist spontane Selbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuch unvermeidlich, weil die äusseren Staubblätter die Narben überragen. Als Bestäuber kommen Bienen, Hummeln, Fliegen und kleine Käfer in Betracht. Gelegentlich sind die Honigblätter oder auch die Staubblätter zu grossen, den Perianthblättern gleichen Gebilden umgeformt, die Blüten also „doppelt“. Ausserdem wurde unter der Blüte am Blütenstiel schon ein petaloid gefärbtes, einfach elliptisches Blattgebilde konstatiert. Wie die meisten Hahnenfussarten mit scharfem Safte ist auch Trollius giftverdächtig. — Die Art ist bogenvag. Sie ist besonders für die Berggegenden charakteristisch, während sie im Tiefland stellenweise (Rheinebene, Odenwald, nordwestdeutsche Tiefebene [bereits im Flachland von Hannover fehlend], dagegen im östlichen Mecklenburg und im nordwestlichen Schleswig) gänzlich fehlt. In den Alpen erscheint Trollius häufig als Bestandteil der mesophilen, oft gedüngten Bergwiesen mit Ranunculus aconitifolius und montanus, Melandrium rubrum, Poa alpina, Phleum alpinum, Deschampsia caespitosa. Carex ferruginea, Veratrum album, Crocus albiflorus, Polygonum viviparum, Rumex arifolius, Potentilla aurea, Lotus corniculatus, Anthyllis, Geranium silvaticum, Thesium alpinum, Silene venosa, Geum montanum, Alchemilla alpestris, Primula elatior, Gentiana verna und Bavarica, Veronica serpyllifolia, Crepis aurea, Homogyne alpina, Cirsium spinosissimum, Aquilegia atrata, Anemone alpina, Euphrasia Salisburgensis und minima, Trifolium nivale, Meum Mutellina, Campanula Scheuchzeri, Leontodon hispidus etc. Andrerseits wird Trollius auch auf den Mooren (Parvocaricetum, Schoenetum, Trichophoretum) der Hochebene angetroffen, hier gern in Begleitung von Primula farinosa, Pinguicula vulgaris, Parnassia, Succisa pratensis, Cirsium rivulare, Thalictrum aquilegifolium, Pimpinella magna, Sanguisorba officinalis, Scorzonera humilis, Crepis paludosa, Gentiana asclepiadea, Sesleria caerulea, Tofieldia calyculata, Spiraea filipendula etc. In einzelnen Hochmooren von West- und Ostpreussen (z.B. im Kreis Tuchel) kommen als Begleitpflanzen von Trollius in Betracht: Cnidium venosum, Pedicularis Sceptrum Carolinum, Orchis maculatus, latifolius und incarnatus, Listera ovata, Piatanthera bifolia, Thalictrum aquilegifolium, Crepis praemorsa, Inula salicina, Radiola linoides, Pirola rotundifolia, Calamagrostis neglecta, Carex flacca, Salix livida (pag. 40), repens und aurita, Betula humilis etc. ---- : ¹) Anscheinend aus dem Deutschen genommenes latinisiertes Wort (lat. trúlleus = rundes Gefäss) mit dem Begriffe des Runden, Kugeligen (vgl. oben die deutschen Namen) «)
  48. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Dietrich (Bd. 6, 1838), Nr. 406 »406. TROLLIUS EUROPAEUS Linne.EUROPÄISCHER TROLLIUS. … Auf Wiesen hin und wieder. … Blüht im Mai und Juni. ♃ … Die Wurzel ist ein kurzer, ziemlich dicker, etwas holziger und im Alter mehrköpfiger Wurzelstock, der mit langen, starken, dunkelbraunen, oben einfachen, unten mit feinen Zaserchen versehenen Fasern besetzt ist und oberhalb einen Schopf vertrockneter Fäden, die Überbleibsel der vorjährigen Blätter, trägt. Der Stengel aufrecht, 1—2 Fuſs hoch, stielrund, wie die ganze Pflanze kahl, wenigblätterig, gewöhnlich einfach und an der Spitze eine Blume tragend, zuweilen aber auch nach oben in zwei bis drei Blüthenäste getheilt, die dann jeder eine Blume tragen, oberhalb so wie die etwaigen Blüthenäste gefurcht. Die Blätter bis zum Grunde handförmig-fünftheilig, oberhalb dunkelgrün und weniger glänzend, unterhalb heller und mit stärkerem Glanz; die Einschnitte umgekehrt-eirund, dreispaltig und eingeschnitten-gesägt, nach der Basis zu kegelförmig verschmälert und ganzrandig. Die Wurzelblätter lang gestielt, an stielrunden, an der Basis scheidenartigen Blattstielen, gröſser als die übrigen und die gröſsten ungefähr 3 Zoll im Durchmesser. Die Stengelblätter wechselweisestehend, nur zwei bis drei vorhanden, das unterste kurz gestielt mit eine scheidenartig erweiterten Blattstiel, das oberste sitzend und meist nur dreitheilig, Die Blumen einzeln und aufrecht an der Spitze des Stengels und der etwaigen Blumenstiele, eine ungefähr 1 Zoll groſse gelbe Kugel darstellend. Der Kelch meist funfzehnblätterig, goldgelb; die Kelchblätter in drei bis vier Reihen stehend, kugel förmig gegen einander geneigt, rundlich, vertieft, an der Spitze stumpf und ein wenig gezähnelt. Die Blumenkrone besteht aus fünf bis zehn kleinen, einlippigen, gelben Kronenblättern, die so lang oder selten etwas kürzer als die Staubgefäſse sind, an der Basis eine kurze dünne Röhre haben und sich oben in ein schmales, linienförmiges, flaches, etwas einwärts gekrümmtes, stumpfes Züngelchen endigen. Staubgefäſse viele, auf dem Fruchtboden eingesetzt, kürzer als die Kelchblätter und daher von diesen eingeschlossen; die Staubfäden pfriemenförmig, hellgelb; die Staubbeutel länglich, aufrecht, zweifächerig, goldgelb. Stempel viele, in einem kleinen Kopf beisammenstehend; die Fruchtknoten länglich, sitzend, in einen kurzen, pfriemenförmigen, bleibenden Griffel übergehend, auf welchem die kleine ausgerandete Narbe schief aufsitzt. Die Kapseln auf einem halbkugelrunden Fruchtboden sitzend und in einem Kopf beisammenstehend, länglich, einwärts gekrümmt, etwas zusammengedrückt, gekielt, einfächerig, mehrsamig, mit dem bleibenden Griffel geschnäbelt und an der inneren Nath aufspringend. Die Samen eirund, glänzend, schwarz. Die Pflanze hat keine Schärfe, doch soll die Wurzel nicht ganz unschädlich sein, sie wird zuweilen statt der Radix Hellebori nigri gesammelt. Die Blumen waren ehemals als Flores Trollii in der Medizin gebräuchlich. Deutsche Namen: Trollblume, Kugelblume, Kugelranunkel, Engelblume, gelbe Glockenblume, Knollblume, Dotterblume, Kugel-Hahnenfuſs, Knobelblume, Knobel.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze)
  49. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Sturm u.a. (Bd. 5, 1901) S. 239: »8. Trollblumen²), Tróllius.Stengel ohne Bastcylinder. Blüten regelmässig. Kelchblätter nach der Blüte abfallend. Kronblätter flach oder fehlend. Früchtchen nicht zusammengewachsen. Samenanlagen doppelhäutig. — Die beiden Untergattungen wurden bisher als Gattungen getrennt; Uebergänge im Auslande.(…) Trollblume, Trollius europaeus5—70 cm hoch. Blätter dreizählig oder fünfzählig, handförmig geteilt mit gespaltenen, eingeschnittenen und gesägten Blättchen. Blumen kugelförmig, gelb. Ungefähr zehn Kelchblätter. Kronblätter so lang wie die Staubgefässe. Fruchtknoten zahlreich. ♃. 5—6, einzeln bis 7 und wieder 8—10. (Kugelblume, Eierblume.) Auf feuchtem Grasland und in nassen Gehölzen; nicht selten an der östlichen Ostsee bis gegen Wismar sowie im nördlichen und mittleren Schleswig, sehr zerstreut durch den übrigen östlichen Teil des Flachlandes bis ins westliche Mecklenburg und die Altmark. Auf den östlichen mitteldeutschen Gebirgen bis Thüringen häufig, im Hügellande bis Hannover, westwärts seltener und nur bis an den Rhein. Im rechtsrheinischen Süddeutschland zerstreut, in Oberbayern wieder häufiger, in den Alpen bis 2350 m, linksrheinisch nur auf den Südvogesen sowie selten in der Pfalz. ---- : ²) Alter deutscher Name, von Konrad Gesner in die Wissenschaft eingeführt. Der lateinische Name ist aus dem deutschen gebildet. «; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze)
  50. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: Blätter; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Hegi & Marzell (1912, Bd. 3) S. 459: »Tróllius ¹) L. Trollblume. (…) 1056. Trollius Europáeus L. (…) Ausdauernd, 10 bis 60 cm hoch, aufrecht. Grundachse kurz, reichfaserig. Stengel meist unverzweigt mit einer einzigen aufrechten, endständigen Blüte (selten 2- bis 3-blütig), kahl. Laubblätter handförmig geteilt, polygonal, oberseits dunkelgrün, unterseits heller, kahl, mit ± tief lappig-gesägten Zipfeln; die grundständigen lang gestielt, die stengelständigen sitzend und meist 3-zählig. Blüten bis 3 cm im Durchmesser, zitronengelb. Blütenhüllblätter ± 10 (5 bis 15), goldgelb bis grüngelb, seltener grün, bis 2,7 cm lang, fast kreisrund, ganzrandig, kugelförmig zusammenneigend. Honigblätter 5 bis 10, sehr schmal, schwach keulenförmig, an der Spitze löffelartig verbreitert, so lang als die Staubblätter, im untern Teil gelenkförmig gebogen, mit freier Honigdrüse, hellgelb (Taf. 110, Fig. 3a; Fig. 638f). Staubblätter und Fruchtknoten zahlreich, letztere langgestreckt und völlig frei. Balgfrüchte ± 12 mm lang, queraderig, durch den ca. 3 mm langen Griffelrest geschnäbelt, mehrsamig (Taf. 110, Fig. 3b, c). Samen schwarz glänzend, 1,5 mm lang, eiförmig (Taf. 110, Fig. 3d). — V. VI (vereinzelt nochmals im Herbst). Zerstreut auf feuchten, moorigen Wiesen, Mooren, auf Waldwiesen, an Waldrändern, unter Gebüschen, in Karfluren, meist gesellig. Besonders in der Bergregion, vereinzelt bis in die Alpen (2800 m). Fehlt im nordwestdeutschen Flachland vollständig, jedoch wieder in Schleswig und in Mecklenburg. Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (im Süden nur im Gebirge; nördlich bis Norwegen, bis zum 71°), Kaukasus, arktisches Nordamerika. Aendert etwas ab: var. týpicus Beck (= var. vulgáris Roepert, = var. altissimus DC, = var. genuínus Huth). Stengel kräftig, 1- bis 3-blütig, 30 bis 50 cm hoch. Blütenhüllblätter kugelig zusammenschliessend, zahlreich, zitronengelb, alle rundlich und stumpf oder die äusseren an der Spitze gezähnelt, meist 2 bis 2,7 cm lang (Häufig). — Hieher gehört ferner: f. latiséctus Beck. Blattzipfel bis zur Mitte 3-spaltig, weniger tief gezähnt. — f. médius (Wenderoth) Rchb. (= var. napellifórmis Hegetschw., = T. napellifólius Roepert, = var. multífidus Willk.). Blätter bis zum Grunde tief 3-spaltig, mit tief einschneidenden Abschnitten und schmäleren, tiefer gesägten Zipfeln. — var. involucrátus Beck (= var. víridis [Mielichhof] Maly, = T. viridiflórus Schur, = T. chloránthus Hausm.). Aeussere Blütenhüllblätter aussen grün, innen gelb, dreizähnig. Zähne gesägt, sonst wie vorige Form (Selten). — var. húmilis (Crantz) DC. (= var. humílior Koch, = T. mínimus Wender.). Stengel 1-blutig, 10 bis 15 cm hoch. Aeussere Blütenhüllblätter stumpflich, aussen grün, innen gelb, 10 bis 13 mm lang, weniger zusammenschliessend. Das oberste Stengelblatt der Blüte oft genähert (Gebirgsform). — var. tomoglóssus Rchb. Der Normalform sehr ähnlich, jedoch grösser und sehr grossblütig. Zunge der Honigblätter am Ende quer abgeschnitten. Staubbeutel linealisch, kürzer als die Staubfäden (Schweiz: bei Bex). Die grossen, hellgelben, schwach duftenden Blüten sind homogam und stellen einen wirksamen Schauapparat dar. Da die Perianthblätter nach innen zusammenschliessen (sie schützen die Staubblätter vor Regen), gelangen besuchende Insekten (Dipteren, Hymenopteren, Coleopteren) zuerst in die Mitte der Blumen, d.h. auf die Narben und bewirken daselbst ziemlich regelmässig Fremdbestäubung. Immerhin ist spontane Selbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuch unvermeidlich, weil die äusseren Staubblätter die Narben überragen. Als Bestäuber kommen Bienen, Hummeln, Fliegen und kleine Käfer in Betracht. Gelegentlich sind die Honigblätter oder auch die Staubblätter zu grossen, den Perianthblättern gleichen Gebilden umgeformt, die Blüten also „doppelt“. Ausserdem wurde unter der Blüte am Blütenstiel schon ein petaloid gefärbtes, einfach elliptisches Blattgebilde konstatiert. Wie die meisten Hahnenfussarten mit scharfem Safte ist auch Trollius giftverdächtig. — Die Art ist bogenvag. Sie ist besonders für die Berggegenden charakteristisch, während sie im Tiefland stellenweise (Rheinebene, Odenwald, nordwestdeutsche Tiefebene [bereits im Flachland von Hannover fehlend], dagegen im östlichen Mecklenburg und im nordwestlichen Schleswig) gänzlich fehlt. In den Alpen erscheint Trollius häufig als Bestandteil der mesophilen, oft gedüngten Bergwiesen mit Ranunculus aconitifolius und montanus, Melandrium rubrum, Poa alpina, Phleum alpinum, Deschampsia caespitosa. Carex ferruginea, Veratrum album, Crocus albiflorus, Polygonum viviparum, Rumex arifolius, Potentilla aurea, Lotus corniculatus, Anthyllis, Geranium silvaticum, Thesium alpinum, Silene venosa, Geum montanum, Alchemilla alpestris, Primula elatior, Gentiana verna und Bavarica, Veronica serpyllifolia, Crepis aurea, Homogyne alpina, Cirsium spinosissimum, Aquilegia atrata, Anemone alpina, Euphrasia Salisburgensis und minima, Trifolium nivale, Meum Mutellina, Campanula Scheuchzeri, Leontodon hispidus etc. Andrerseits wird Trollius auch auf den Mooren (Parvocaricetum, Schoenetum, Trichophoretum) der Hochebene angetroffen, hier gern in Begleitung von Primula farinosa, Pinguicula vulgaris, Parnassia, Succisa pratensis, Cirsium rivulare, Thalictrum aquilegifolium, Pimpinella magna, Sanguisorba officinalis, Scorzonera humilis, Crepis paludosa, Gentiana asclepiadea, Sesleria caerulea, Tofieldia calyculata, Spiraea filipendula etc. In einzelnen Hochmooren von West- und Ostpreussen (z.B. im Kreis Tuchel) kommen als Begleitpflanzen von Trollius in Betracht: Cnidium venosum, Pedicularis Sceptrum Carolinum, Orchis maculatus, latifolius und incarnatus, Listera ovata, Piatanthera bifolia, Thalictrum aquilegifolium, Crepis praemorsa, Inula salicina, Radiola linoides, Pirola rotundifolia, Calamagrostis neglecta, Carex flacca, Salix livida (pag. 40), repens und aurita, Betula humilis etc. ---- : ¹) Anscheinend aus dem Deutschen genommenes latinisiertes Wort (lat. trúlleus = rundes Gefäss) mit dem Begriffe des Runden, Kugeligen (vgl. oben die deutschen Namen) «)
  51. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: Blätter; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Dietrich (Bd. 6, 1838), Nr. 406 »406. TROLLIUS EUROPAEUS Linne.EUROPÄISCHER TROLLIUS. … Auf Wiesen hin und wieder. … Blüht im Mai und Juni. ♃ … Die Wurzel ist ein kurzer, ziemlich dicker, etwas holziger und im Alter mehrköpfiger Wurzelstock, der mit langen, starken, dunkelbraunen, oben einfachen, unten mit feinen Zaserchen versehenen Fasern besetzt ist und oberhalb einen Schopf vertrockneter Fäden, die Überbleibsel der vorjährigen Blätter, trägt. Der Stengel aufrecht, 1—2 Fuſs hoch, stielrund, wie die ganze Pflanze kahl, wenigblätterig, gewöhnlich einfach und an der Spitze eine Blume tragend, zuweilen aber auch nach oben in zwei bis drei Blüthenäste getheilt, die dann jeder eine Blume tragen, oberhalb so wie die etwaigen Blüthenäste gefurcht. Die Blätter bis zum Grunde handförmig-fünftheilig, oberhalb dunkelgrün und weniger glänzend, unterhalb heller und mit stärkerem Glanz; die Einschnitte umgekehrt-eirund, dreispaltig und eingeschnitten-gesägt, nach der Basis zu kegelförmig verschmälert und ganzrandig. Die Wurzelblätter lang gestielt, an stielrunden, an der Basis scheidenartigen Blattstielen, gröſser als die übrigen und die gröſsten ungefähr 3 Zoll im Durchmesser. Die Stengelblätter wechselweisestehend, nur zwei bis drei vorhanden, das unterste kurz gestielt mit eine scheidenartig erweiterten Blattstiel, das oberste sitzend und meist nur dreitheilig, Die Blumen einzeln und aufrecht an der Spitze des Stengels und der etwaigen Blumenstiele, eine ungefähr 1 Zoll groſse gelbe Kugel darstellend. Der Kelch meist funfzehnblätterig, goldgelb; die Kelchblätter in drei bis vier Reihen stehend, kugel förmig gegen einander geneigt, rundlich, vertieft, an der Spitze stumpf und ein wenig gezähnelt. Die Blumenkrone besteht aus fünf bis zehn kleinen, einlippigen, gelben Kronenblättern, die so lang oder selten etwas kürzer als die Staubgefäſse sind, an der Basis eine kurze dünne Röhre haben und sich oben in ein schmales, linienförmiges, flaches, etwas einwärts gekrümmtes, stumpfes Züngelchen endigen. Staubgefäſse viele, auf dem Fruchtboden eingesetzt, kürzer als die Kelchblätter und daher von diesen eingeschlossen; die Staubfäden pfriemenförmig, hellgelb; die Staubbeutel länglich, aufrecht, zweifächerig, goldgelb. Stempel viele, in einem kleinen Kopf beisammenstehend; die Fruchtknoten länglich, sitzend, in einen kurzen, pfriemenförmigen, bleibenden Griffel übergehend, auf welchem die kleine ausgerandete Narbe schief aufsitzt. Die Kapseln auf einem halbkugelrunden Fruchtboden sitzend und in einem Kopf beisammenstehend, länglich, einwärts gekrümmt, etwas zusammengedrückt, gekielt, einfächerig, mehrsamig, mit dem bleibenden Griffel geschnäbelt und an der inneren Nath aufspringend. Die Samen eirund, glänzend, schwarz. Die Pflanze hat keine Schärfe, doch soll die Wurzel nicht ganz unschädlich sein, sie wird zuweilen statt der Radix Hellebori nigri gesammelt. Die Blumen waren ehemals als Flores Trollii in der Medizin gebräuchlich. Deutsche Namen: Trollblume, Kugelblume, Kugelranunkel, Engelblume, gelbe Glockenblume, Knollblume, Dotterblume, Kugel-Hahnenfuſs, Knobelblume, Knobel.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze)
  52. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Schkuhr (1808, Bd. 2), S. 119, Nr. 1529: »Troll. europaeus. Europäiſche Trollblume, Engelblume, Knollenblume, Dotterblume, Knoblenblume, Pfingſtbörchen, Kugelhahnenfuß; mit geschlossenen Blumen und Nectarblättchem die eben so lang, als die Staubfaden seyn sollen; viele der letztern habe ich auch länger gefunden. Wächst auf niedrigen, fast etwas feuchten Wiesen, in Österreich, Bayern, Schleſien, Crain, Sachſen, auf dem Harz, bey Helmstädt, Leipzig und andern Orten, ♃. Der Stängel iſt mehrentheils einfach, unter und über 1′ hoch, und theilt ſich nur oberwärts bisweilen in wenige Zweige, deren jeder eine faſt kugelrunde Blume trägt. Nach einigen ſollen eben ſo viel Nectarien als Blumenblätter ſeyn; der erſtern habe ich immer einige weniger bemerkt, am mehreſten habe ich derſelben 10 in der Wildniß gefunden. Eine andere Gleichheit habe ich oft gegen den Blumenſtiel bemerkt, welcher ſo viel Furchen hat, als Nectarblättchen vorhanden ſind. Die Blumen ſind gelb. Bl. im May und Jun. … «; Anmerkungen: ♃ = ausdauernde oder länger als 2 Jahre lebende Pflanze; 1′ (großer Schuh oder Fuß) = 30 cm)
  53. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: Blüten; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Hegi & Marzell (1912, Bd. 3) S. 459: »Tróllius ¹) L. Trollblume. (…) 1056. Trollius Europáeus L. (…) Ausdauernd, 10 bis 60 cm hoch, aufrecht. Grundachse kurz, reichfaserig. Stengel meist unverzweigt mit einer einzigen aufrechten, endständigen Blüte (selten 2- bis 3-blütig), kahl. Laubblätter handförmig geteilt, polygonal, oberseits dunkelgrün, unterseits heller, kahl, mit ± tief lappig-gesägten Zipfeln; die grundständigen lang gestielt, die stengelständigen sitzend und meist 3-zählig. Blüten bis 3 cm im Durchmesser, zitronengelb. Blütenhüllblätter ± 10 (5 bis 15), goldgelb bis grüngelb, seltener grün, bis 2,7 cm lang, fast kreisrund, ganzrandig, kugelförmig zusammenneigend. Honigblätter 5 bis 10, sehr schmal, schwach keulenförmig, an der Spitze löffelartig verbreitert, so lang als die Staubblätter, im untern Teil gelenkförmig gebogen, mit freier Honigdrüse, hellgelb (Taf. 110, Fig. 3a; Fig. 638f). Staubblätter und Fruchtknoten zahlreich, letztere langgestreckt und völlig frei. Balgfrüchte ± 12 mm lang, queraderig, durch den ca. 3 mm langen Griffelrest geschnäbelt, mehrsamig (Taf. 110, Fig. 3b, c). Samen schwarz glänzend, 1,5 mm lang, eiförmig (Taf. 110, Fig. 3d). — V. VI (vereinzelt nochmals im Herbst). Zerstreut auf feuchten, moorigen Wiesen, Mooren, auf Waldwiesen, an Waldrändern, unter Gebüschen, in Karfluren, meist gesellig. Besonders in der Bergregion, vereinzelt bis in die Alpen (2800 m). Fehlt im nordwestdeutschen Flachland vollständig, jedoch wieder in Schleswig und in Mecklenburg. Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (im Süden nur im Gebirge; nördlich bis Norwegen, bis zum 71°), Kaukasus, arktisches Nordamerika. Aendert etwas ab: var. týpicus Beck (= var. vulgáris Roepert, = var. altissimus DC, = var. genuínus Huth). Stengel kräftig, 1- bis 3-blütig, 30 bis 50 cm hoch. Blütenhüllblätter kugelig zusammenschliessend, zahlreich, zitronengelb, alle rundlich und stumpf oder die äusseren an der Spitze gezähnelt, meist 2 bis 2,7 cm lang (Häufig). — Hieher gehört ferner: f. latiséctus Beck. Blattzipfel bis zur Mitte 3-spaltig, weniger tief gezähnt. — f. médius (Wenderoth) Rchb. (= var. napellifórmis Hegetschw., = T. napellifólius Roepert, = var. multífidus Willk.). Blätter bis zum Grunde tief 3-spaltig, mit tief einschneidenden Abschnitten und schmäleren, tiefer gesägten Zipfeln. — var. involucrátus Beck (= var. víridis [Mielichhof] Maly, = T. viridiflórus Schur, = T. chloránthus Hausm.). Aeussere Blütenhüllblätter aussen grün, innen gelb, dreizähnig. Zähne gesägt, sonst wie vorige Form (Selten). — var. húmilis (Crantz) DC. (= var. humílior Koch, = T. mínimus Wender.). Stengel 1-blutig, 10 bis 15 cm hoch. Aeussere Blütenhüllblätter stumpflich, aussen grün, innen gelb, 10 bis 13 mm lang, weniger zusammenschliessend. Das oberste Stengelblatt der Blüte oft genähert (Gebirgsform). — var. tomoglóssus Rchb. Der Normalform sehr ähnlich, jedoch grösser und sehr grossblütig. Zunge der Honigblätter am Ende quer abgeschnitten. Staubbeutel linealisch, kürzer als die Staubfäden (Schweiz: bei Bex). Die grossen, hellgelben, schwach duftenden Blüten sind homogam und stellen einen wirksamen Schauapparat dar. Da die Perianthblätter nach innen zusammenschliessen (sie schützen die Staubblätter vor Regen), gelangen besuchende Insekten (Dipteren, Hymenopteren, Coleopteren) zuerst in die Mitte der Blumen, d.h. auf die Narben und bewirken daselbst ziemlich regelmässig Fremdbestäubung. Immerhin ist spontane Selbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuch unvermeidlich, weil die äusseren Staubblätter die Narben überragen. Als Bestäuber kommen Bienen, Hummeln, Fliegen und kleine Käfer in Betracht. Gelegentlich sind die Honigblätter oder auch die Staubblätter zu grossen, den Perianthblättern gleichen Gebilden umgeformt, die Blüten also „doppelt“. Ausserdem wurde unter der Blüte am Blütenstiel schon ein petaloid gefärbtes, einfach elliptisches Blattgebilde konstatiert. Wie die meisten Hahnenfussarten mit scharfem Safte ist auch Trollius giftverdächtig. — Die Art ist bogenvag. Sie ist besonders für die Berggegenden charakteristisch, während sie im Tiefland stellenweise (Rheinebene, Odenwald, nordwestdeutsche Tiefebene [bereits im Flachland von Hannover fehlend], dagegen im östlichen Mecklenburg und im nordwestlichen Schleswig) gänzlich fehlt. In den Alpen erscheint Trollius häufig als Bestandteil der mesophilen, oft gedüngten Bergwiesen mit Ranunculus aconitifolius und montanus, Melandrium rubrum, Poa alpina, Phleum alpinum, Deschampsia caespitosa. Carex ferruginea, Veratrum album, Crocus albiflorus, Polygonum viviparum, Rumex arifolius, Potentilla aurea, Lotus corniculatus, Anthyllis, Geranium silvaticum, Thesium alpinum, Silene venosa, Geum montanum, Alchemilla alpestris, Primula elatior, Gentiana verna und Bavarica, Veronica serpyllifolia, Crepis aurea, Homogyne alpina, Cirsium spinosissimum, Aquilegia atrata, Anemone alpina, Euphrasia Salisburgensis und minima, Trifolium nivale, Meum Mutellina, Campanula Scheuchzeri, Leontodon hispidus etc. Andrerseits wird Trollius auch auf den Mooren (Parvocaricetum, Schoenetum, Trichophoretum) der Hochebene angetroffen, hier gern in Begleitung von Primula farinosa, Pinguicula vulgaris, Parnassia, Succisa pratensis, Cirsium rivulare, Thalictrum aquilegifolium, Pimpinella magna, Sanguisorba officinalis, Scorzonera humilis, Crepis paludosa, Gentiana asclepiadea, Sesleria caerulea, Tofieldia calyculata, Spiraea filipendula etc. In einzelnen Hochmooren von West- und Ostpreussen (z.B. im Kreis Tuchel) kommen als Begleitpflanzen von Trollius in Betracht: Cnidium venosum, Pedicularis Sceptrum Carolinum, Orchis maculatus, latifolius und incarnatus, Listera ovata, Piatanthera bifolia, Thalictrum aquilegifolium, Crepis praemorsa, Inula salicina, Radiola linoides, Pirola rotundifolia, Calamagrostis neglecta, Carex flacca, Salix livida (pag. 40), repens und aurita, Betula humilis etc. ---- : ¹) Anscheinend aus dem Deutschen genommenes latinisiertes Wort (lat. trúlleus = rundes Gefäss) mit dem Begriffe des Runden, Kugeligen (vgl. oben die deutschen Namen) «)
  54. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: Blüten; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Dietrich (Bd. 6, 1838), Nr. 406 »406. TROLLIUS EUROPAEUS Linne.EUROPÄISCHER TROLLIUS. … Auf Wiesen hin und wieder. … Blüht im Mai und Juni. ♃ … Die Wurzel ist ein kurzer, ziemlich dicker, etwas holziger und im Alter mehrköpfiger Wurzelstock, der mit langen, starken, dunkelbraunen, oben einfachen, unten mit feinen Zaserchen versehenen Fasern besetzt ist und oberhalb einen Schopf vertrockneter Fäden, die Überbleibsel der vorjährigen Blätter, trägt. Der Stengel aufrecht, 1—2 Fuſs hoch, stielrund, wie die ganze Pflanze kahl, wenigblätterig, gewöhnlich einfach und an der Spitze eine Blume tragend, zuweilen aber auch nach oben in zwei bis drei Blüthenäste getheilt, die dann jeder eine Blume tragen, oberhalb so wie die etwaigen Blüthenäste gefurcht. Die Blätter bis zum Grunde handförmig-fünftheilig, oberhalb dunkelgrün und weniger glänzend, unterhalb heller und mit stärkerem Glanz; die Einschnitte umgekehrt-eirund, dreispaltig und eingeschnitten-gesägt, nach der Basis zu kegelförmig verschmälert und ganzrandig. Die Wurzelblätter lang gestielt, an stielrunden, an der Basis scheidenartigen Blattstielen, gröſser als die übrigen und die gröſsten ungefähr 3 Zoll im Durchmesser. Die Stengelblätter wechselweisestehend, nur zwei bis drei vorhanden, das unterste kurz gestielt mit eine scheidenartig erweiterten Blattstiel, das oberste sitzend und meist nur dreitheilig, Die Blumen einzeln und aufrecht an der Spitze des Stengels und der etwaigen Blumenstiele, eine ungefähr 1 Zoll groſse gelbe Kugel darstellend. Der Kelch meist funfzehnblätterig, goldgelb; die Kelchblätter in drei bis vier Reihen stehend, kugel förmig gegen einander geneigt, rundlich, vertieft, an der Spitze stumpf und ein wenig gezähnelt. Die Blumenkrone besteht aus fünf bis zehn kleinen, einlippigen, gelben Kronenblättern, die so lang oder selten etwas kürzer als die Staubgefäſse sind, an der Basis eine kurze dünne Röhre haben und sich oben in ein schmales, linienförmiges, flaches, etwas einwärts gekrümmtes, stumpfes Züngelchen endigen. Staubgefäſse viele, auf dem Fruchtboden eingesetzt, kürzer als die Kelchblätter und daher von diesen eingeschlossen; die Staubfäden pfriemenförmig, hellgelb; die Staubbeutel länglich, aufrecht, zweifächerig, goldgelb. Stempel viele, in einem kleinen Kopf beisammenstehend; die Fruchtknoten länglich, sitzend, in einen kurzen, pfriemenförmigen, bleibenden Griffel übergehend, auf welchem die kleine ausgerandete Narbe schief aufsitzt. Die Kapseln auf einem halbkugelrunden Fruchtboden sitzend und in einem Kopf beisammenstehend, länglich, einwärts gekrümmt, etwas zusammengedrückt, gekielt, einfächerig, mehrsamig, mit dem bleibenden Griffel geschnäbelt und an der inneren Nath aufspringend. Die Samen eirund, glänzend, schwarz. Die Pflanze hat keine Schärfe, doch soll die Wurzel nicht ganz unschädlich sein, sie wird zuweilen statt der Radix Hellebori nigri gesammelt. Die Blumen waren ehemals als Flores Trollii in der Medizin gebräuchlich. Deutsche Namen: Trollblume, Kugelblume, Kugelranunkel, Engelblume, gelbe Glockenblume, Knollblume, Dotterblume, Kugel-Hahnenfuſs, Knobelblume, Knobel.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze)
  55. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Röhling u.a. (Bd. 4, 1833), S. 191, Nr. 1642: »Die zehen bis fünfzehen Kelchblätter schliesen fast kugelig zusammen; die Blumenblätter haben die Länge der Staubgefäſse, oder sind ein wenig kürzer; die Blätter fünftheilig, die Zipfel rautenförmig, dreispaltig, eingeschnitten und gesagt. Die Wurzel aus vielen langen starken, unterwärts mit feinen Zäserchen besetzten Fasern zusammengesetzt, dunkelbraun, an der Basis des Stengels mit einem Schopfe vertrockneter Fäden, den Ueberbleibseln vorjähriger Blätter versehen. Der Stengel aufrecht, 1—2′ [30,48 bis 60,96 cm] und höher, stielrund, kahl wie die ganze Pflanze, einfach und einblüthig, oder oberwärts mit 2 bis 3 Aesten und eben so vielen Blüthen ausgestattet, und daselbst nebst den Blüthenstielen gefurcht. Die Blätter fünfzählig, oder bis auf den Grund fünftheilig, dunkelgrün, unterseits bleicher und glänzend. Die Zipfel im Umrisse rautenförmig, dreispaltig und eingeschnitten-spitz-gesägt. Die Wurzelblätter langgestielt, die Fetzen breiter, weniger eingeschnitten, die Stengelblätter kurz—gestielt, die obern sitzend und meistens tiefer eingeschnitten und gezähnt. Die Blüthe ansehnlich, schön citrongelb, fast kugelig durch das Zusammenschlieſsen ihrer 10 bis 15 Blätter. Diese Blätter sind in mehrere Reihen übereinander gestellt, elliptisch, stumpf, auswendig öfters mit grünlichen Streifchen bezeichnet, und an der Spitze kleingezähnelt. Die Nectarien dottergelb, etwas kürzer als die Staubgefäſse, seltner so lang als diese, benagelt; die Platte lineal-länglich, stumpf, nach oben etwas breiter, dicklich, etwas fleischig aber flach, nicht röhrig, am Rande etwas zurückgerollt, an ihrer Basis inwendig mit einem Nectargrübchen, auswendig mit einem Höckerchen; der Nagel ungefähr den vierten Theil so lang als der Saum. Die Staubgefäſse hellgelb. Die Kapseln lineal-länglich in den langen auswärts gebogenen Griffel ausgehend, in die Quere runzelig, sternförmig zusammengestellt. Die Pflanze ändert, wie schon bemerkt, in der Gröſse bedeutend ab. Wenderoth hat darnach und nach andern Kennzeichen einen Trollius altissimus und minimus unterschieden, bot. Zeitg.l. p. 578 u. 579, ich habe jedoch diese Kennzeichen nicht beständig gefunden. Dagegen ist der Trollius medius Wenderoth, welchen Röpert in der bot. Ztg.3. p. 10, T. napellifalius nennt, eine ganz verschiedene Pflanze, welche dem T. patulus MB. sehr nahe steht, vielleicht dieselbe ist, nur durch Kultur vergröſsert. Ich habe von den drei Arten Originalexemplare verglichen, – Crantz Austr. p. 134 unterscheidet ebenfalls einen Trollius maximus, worunter er die gewöhnliche Pflanze versteht, und einen Trollius humilis mit einer blaſs-grünlich-gelben, weniger geschlossenen Blüthe, welche über dem letzten Stengelblatte kaum oder nur kurz-gestielt ist. Crantz fand diese Pflanze, welche DeCandolle als Var. ß humilis des Trollius europaeus im Systema naturale entführt, auf den höchsten Punkten des Schneeberges in Oestreich. Ich habe dieselbe noch nicht gesehen. Hornschuch fand auf den Alpen eine gefüllte Abart, an welcher die Blätter der Blüthe zugleich grün geworden waren und sich so der kelchartigen Substanz mehr genähert hatten. Die Nectarien waren ebenfalls in grüne Blätter verwandelt, und auch die auf Rosten der Träger vergröſserten Staubkölbchen zeigten schon einen ähnlichen Uebergang. Auf feuchten Wiesen, in Gebirgsgegenden und in den Voralpen, in manchen Gegenden häufig, in anderen gar nicht. Mai bis Juli. ♃.«)
  56. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: Früchte; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Hegi & Marzell (1912, Bd. 3) S. 459: »Tróllius ¹) L. Trollblume. (…) 1056. Trollius Europáeus L. (…) Ausdauernd, 10 bis 60 cm hoch, aufrecht. Grundachse kurz, reichfaserig. Stengel meist unverzweigt mit einer einzigen aufrechten, endständigen Blüte (selten 2- bis 3-blütig), kahl. Laubblätter handförmig geteilt, polygonal, oberseits dunkelgrün, unterseits heller, kahl, mit ± tief lappig-gesägten Zipfeln; die grundständigen lang gestielt, die stengelständigen sitzend und meist 3-zählig. Blüten bis 3 cm im Durchmesser, zitronengelb. Blütenhüllblätter ± 10 (5 bis 15), goldgelb bis grüngelb, seltener grün, bis 2,7 cm lang, fast kreisrund, ganzrandig, kugelförmig zusammenneigend. Honigblätter 5 bis 10, sehr schmal, schwach keulenförmig, an der Spitze löffelartig verbreitert, so lang als die Staubblätter, im untern Teil gelenkförmig gebogen, mit freier Honigdrüse, hellgelb (Taf. 110, Fig. 3a; Fig. 638f). Staubblätter und Fruchtknoten zahlreich, letztere langgestreckt und völlig frei. Balgfrüchte ± 12 mm lang, queraderig, durch den ca. 3 mm langen Griffelrest geschnäbelt, mehrsamig (Taf. 110, Fig. 3b, c). Samen schwarz glänzend, 1,5 mm lang, eiförmig (Taf. 110, Fig. 3d). — V. VI (vereinzelt nochmals im Herbst). Zerstreut auf feuchten, moorigen Wiesen, Mooren, auf Waldwiesen, an Waldrändern, unter Gebüschen, in Karfluren, meist gesellig. Besonders in der Bergregion, vereinzelt bis in die Alpen (2800 m). Fehlt im nordwestdeutschen Flachland vollständig, jedoch wieder in Schleswig und in Mecklenburg. Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (im Süden nur im Gebirge; nördlich bis Norwegen, bis zum 71°), Kaukasus, arktisches Nordamerika. Aendert etwas ab: var. týpicus Beck (= var. vulgáris Roepert, = var. altissimus DC, = var. genuínus Huth). Stengel kräftig, 1- bis 3-blütig, 30 bis 50 cm hoch. Blütenhüllblätter kugelig zusammenschliessend, zahlreich, zitronengelb, alle rundlich und stumpf oder die äusseren an der Spitze gezähnelt, meist 2 bis 2,7 cm lang (Häufig). — Hieher gehört ferner: f. latiséctus Beck. Blattzipfel bis zur Mitte 3-spaltig, weniger tief gezähnt. — f. médius (Wenderoth) Rchb. (= var. napellifórmis Hegetschw., = T. napellifólius Roepert, = var. multífidus Willk.). Blätter bis zum Grunde tief 3-spaltig, mit tief einschneidenden Abschnitten und schmäleren, tiefer gesägten Zipfeln. — var. involucrátus Beck (= var. víridis [Mielichhof] Maly, = T. viridiflórus Schur, = T. chloránthus Hausm.). Aeussere Blütenhüllblätter aussen grün, innen gelb, dreizähnig. Zähne gesägt, sonst wie vorige Form (Selten). — var. húmilis (Crantz) DC. (= var. humílior Koch, = T. mínimus Wender.). Stengel 1-blutig, 10 bis 15 cm hoch. Aeussere Blütenhüllblätter stumpflich, aussen grün, innen gelb, 10 bis 13 mm lang, weniger zusammenschliessend. Das oberste Stengelblatt der Blüte oft genähert (Gebirgsform). — var. tomoglóssus Rchb. Der Normalform sehr ähnlich, jedoch grösser und sehr grossblütig. Zunge der Honigblätter am Ende quer abgeschnitten. Staubbeutel linealisch, kürzer als die Staubfäden (Schweiz: bei Bex). Die grossen, hellgelben, schwach duftenden Blüten sind homogam und stellen einen wirksamen Schauapparat dar. Da die Perianthblätter nach innen zusammenschliessen (sie schützen die Staubblätter vor Regen), gelangen besuchende Insekten (Dipteren, Hymenopteren, Coleopteren) zuerst in die Mitte der Blumen, d.h. auf die Narben und bewirken daselbst ziemlich regelmässig Fremdbestäubung. Immerhin ist spontane Selbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuch unvermeidlich, weil die äusseren Staubblätter die Narben überragen. Als Bestäuber kommen Bienen, Hummeln, Fliegen und kleine Käfer in Betracht. Gelegentlich sind die Honigblätter oder auch die Staubblätter zu grossen, den Perianthblättern gleichen Gebilden umgeformt, die Blüten also „doppelt“. Ausserdem wurde unter der Blüte am Blütenstiel schon ein petaloid gefärbtes, einfach elliptisches Blattgebilde konstatiert. Wie die meisten Hahnenfussarten mit scharfem Safte ist auch Trollius giftverdächtig. — Die Art ist bogenvag. Sie ist besonders für die Berggegenden charakteristisch, während sie im Tiefland stellenweise (Rheinebene, Odenwald, nordwestdeutsche Tiefebene [bereits im Flachland von Hannover fehlend], dagegen im östlichen Mecklenburg und im nordwestlichen Schleswig) gänzlich fehlt. In den Alpen erscheint Trollius häufig als Bestandteil der mesophilen, oft gedüngten Bergwiesen mit Ranunculus aconitifolius und montanus, Melandrium rubrum, Poa alpina, Phleum alpinum, Deschampsia caespitosa. Carex ferruginea, Veratrum album, Crocus albiflorus, Polygonum viviparum, Rumex arifolius, Potentilla aurea, Lotus corniculatus, Anthyllis, Geranium silvaticum, Thesium alpinum, Silene venosa, Geum montanum, Alchemilla alpestris, Primula elatior, Gentiana verna und Bavarica, Veronica serpyllifolia, Crepis aurea, Homogyne alpina, Cirsium spinosissimum, Aquilegia atrata, Anemone alpina, Euphrasia Salisburgensis und minima, Trifolium nivale, Meum Mutellina, Campanula Scheuchzeri, Leontodon hispidus etc. Andrerseits wird Trollius auch auf den Mooren (Parvocaricetum, Schoenetum, Trichophoretum) der Hochebene angetroffen, hier gern in Begleitung von Primula farinosa, Pinguicula vulgaris, Parnassia, Succisa pratensis, Cirsium rivulare, Thalictrum aquilegifolium, Pimpinella magna, Sanguisorba officinalis, Scorzonera humilis, Crepis paludosa, Gentiana asclepiadea, Sesleria caerulea, Tofieldia calyculata, Spiraea filipendula etc. In einzelnen Hochmooren von West- und Ostpreussen (z.B. im Kreis Tuchel) kommen als Begleitpflanzen von Trollius in Betracht: Cnidium venosum, Pedicularis Sceptrum Carolinum, Orchis maculatus, latifolius und incarnatus, Listera ovata, Piatanthera bifolia, Thalictrum aquilegifolium, Crepis praemorsa, Inula salicina, Radiola linoides, Pirola rotundifolia, Calamagrostis neglecta, Carex flacca, Salix livida (pag. 40), repens und aurita, Betula humilis etc. ---- : ¹) Anscheinend aus dem Deutschen genommenes latinisiertes Wort (lat. trúlleus = rundes Gefäss) mit dem Begriffe des Runden, Kugeligen (vgl. oben die deutschen Namen) «)
  57. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: Stängel; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Dietrich (Bd. 6, 1838), Nr. 406 »406. TROLLIUS EUROPAEUS Linne.EUROPÄISCHER TROLLIUS. … Auf Wiesen hin und wieder. … Blüht im Mai und Juni. ♃ … Die Wurzel ist ein kurzer, ziemlich dicker, etwas holziger und im Alter mehrköpfiger Wurzelstock, der mit langen, starken, dunkelbraunen, oben einfachen, unten mit feinen Zaserchen versehenen Fasern besetzt ist und oberhalb einen Schopf vertrockneter Fäden, die Überbleibsel der vorjährigen Blätter, trägt. Der Stengel aufrecht, 1—2 Fuſs hoch, stielrund, wie die ganze Pflanze kahl, wenigblätterig, gewöhnlich einfach und an der Spitze eine Blume tragend, zuweilen aber auch nach oben in zwei bis drei Blüthenäste getheilt, die dann jeder eine Blume tragen, oberhalb so wie die etwaigen Blüthenäste gefurcht. Die Blätter bis zum Grunde handförmig-fünftheilig, oberhalb dunkelgrün und weniger glänzend, unterhalb heller und mit stärkerem Glanz; die Einschnitte umgekehrt-eirund, dreispaltig und eingeschnitten-gesägt, nach der Basis zu kegelförmig verschmälert und ganzrandig. Die Wurzelblätter lang gestielt, an stielrunden, an der Basis scheidenartigen Blattstielen, gröſser als die übrigen und die gröſsten ungefähr 3 Zoll im Durchmesser. Die Stengelblätter wechselweisestehend, nur zwei bis drei vorhanden, das unterste kurz gestielt mit eine scheidenartig erweiterten Blattstiel, das oberste sitzend und meist nur dreitheilig, Die Blumen einzeln und aufrecht an der Spitze des Stengels und der etwaigen Blumenstiele, eine ungefähr 1 Zoll groſse gelbe Kugel darstellend. Der Kelch meist funfzehnblätterig, goldgelb; die Kelchblätter in drei bis vier Reihen stehend, kugel förmig gegen einander geneigt, rundlich, vertieft, an der Spitze stumpf und ein wenig gezähnelt. Die Blumenkrone besteht aus fünf bis zehn kleinen, einlippigen, gelben Kronenblättern, die so lang oder selten etwas kürzer als die Staubgefäſse sind, an der Basis eine kurze dünne Röhre haben und sich oben in ein schmales, linienförmiges, flaches, etwas einwärts gekrümmtes, stumpfes Züngelchen endigen. Staubgefäſse viele, auf dem Fruchtboden eingesetzt, kürzer als die Kelchblätter und daher von diesen eingeschlossen; die Staubfäden pfriemenförmig, hellgelb; die Staubbeutel länglich, aufrecht, zweifächerig, goldgelb. Stempel viele, in einem kleinen Kopf beisammenstehend; die Fruchtknoten länglich, sitzend, in einen kurzen, pfriemenförmigen, bleibenden Griffel übergehend, auf welchem die kleine ausgerandete Narbe schief aufsitzt. Die Kapseln auf einem halbkugelrunden Fruchtboden sitzend und in einem Kopf beisammenstehend, länglich, einwärts gekrümmt, etwas zusammengedrückt, gekielt, einfächerig, mehrsamig, mit dem bleibenden Griffel geschnäbelt und an der inneren Nath aufspringend. Die Samen eirund, glänzend, schwarz. Die Pflanze hat keine Schärfe, doch soll die Wurzel nicht ganz unschädlich sein, sie wird zuweilen statt der Radix Hellebori nigri gesammelt. Die Blumen waren ehemals als Flores Trollii in der Medizin gebräuchlich. Deutsche Namen: Trollblume, Kugelblume, Kugelranunkel, Engelblume, gelbe Glockenblume, Knollblume, Dotterblume, Kugel-Hahnenfuſs, Knobelblume, Knobel.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze)
  58. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: Blüte; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Röhling u.a. (Bd. 4, 1833), S. 191, Nr. 1642: »Die zehen bis fünfzehen Kelchblätter schliesen fast kugelig zusammen; die Blumenblätter haben die Länge der Staubgefäſse, oder sind ein wenig kürzer; die Blätter fünftheilig, die Zipfel rautenförmig, dreispaltig, eingeschnitten und gesagt. Die Wurzel aus vielen langen starken, unterwärts mit feinen Zäserchen besetzten Fasern zusammengesetzt, dunkelbraun, an der Basis des Stengels mit einem Schopfe vertrockneter Fäden, den Ueberbleibseln vorjähriger Blätter versehen. Der Stengel aufrecht, 1—2′ [30,48 bis 60,96 cm] und höher, stielrund, kahl wie die ganze Pflanze, einfach und einblüthig, oder oberwärts mit 2 bis 3 Aesten und eben so vielen Blüthen ausgestattet, und daselbst nebst den Blüthenstielen gefurcht. Die Blätter fünfzählig, oder bis auf den Grund fünftheilig, dunkelgrün, unterseits bleicher und glänzend. Die Zipfel im Umrisse rautenförmig, dreispaltig und eingeschnitten-spitz-gesägt. Die Wurzelblätter langgestielt, die Fetzen breiter, weniger eingeschnitten, die Stengelblätter kurz—gestielt, die obern sitzend und meistens tiefer eingeschnitten und gezähnt. Die Blüthe ansehnlich, schön citrongelb, fast kugelig durch das Zusammenschlieſsen ihrer 10 bis 15 Blätter. Diese Blätter sind in mehrere Reihen übereinander gestellt, elliptisch, stumpf, auswendig öfters mit grünlichen Streifchen bezeichnet, und an der Spitze kleingezähnelt. Die Nectarien dottergelb, etwas kürzer als die Staubgefäſse, seltner so lang als diese, benagelt; die Platte lineal-länglich, stumpf, nach oben etwas breiter, dicklich, etwas fleischig aber flach, nicht röhrig, am Rande etwas zurückgerollt, an ihrer Basis inwendig mit einem Nectargrübchen, auswendig mit einem Höckerchen; der Nagel ungefähr den vierten Theil so lang als der Saum. Die Staubgefäſse hellgelb. Die Kapseln lineal-länglich in den langen auswärts gebogenen Griffel ausgehend, in die Quere runzelig, sternförmig zusammengestellt. Die Pflanze ändert, wie schon bemerkt, in der Gröſse bedeutend ab. Wenderoth hat darnach und nach andern Kennzeichen einen Trollius altissimus und minimus unterschieden, bot. Zeitg.l. p. 578 u. 579, ich habe jedoch diese Kennzeichen nicht beständig gefunden. Dagegen ist der Trollius medius Wenderoth, welchen Röpert in der bot. Ztg.3. p. 10, T. napellifalius nennt, eine ganz verschiedene Pflanze, welche dem T. patulus MB. sehr nahe steht, vielleicht dieselbe ist, nur durch Kultur vergröſsert. Ich habe von den drei Arten Originalexemplare verglichen, – Crantz Austr. p. 134 unterscheidet ebenfalls einen Trollius maximus, worunter er die gewöhnliche Pflanze versteht, und einen Trollius humilis mit einer blaſs-grünlich-gelben, weniger geschlossenen Blüthe, welche über dem letzten Stengelblatte kaum oder nur kurz-gestielt ist. Crantz fand diese Pflanze, welche DeCandolle als Var. ß humilis des Trollius europaeus im Systema naturale entführt, auf den höchsten Punkten des Schneeberges in Oestreich. Ich habe dieselbe noch nicht gesehen. Hornschuch fand auf den Alpen eine gefüllte Abart, an welcher die Blätter der Blüthe zugleich grün geworden waren und sich so der kelchartigen Substanz mehr genähert hatten. Die Nectarien waren ebenfalls in grüne Blätter verwandelt, und auch die auf Rosten der Träger vergröſserten Staubkölbchen zeigten schon einen ähnlichen Uebergang. Auf feuchten Wiesen, in Gebirgsgegenden und in den Voralpen, in manchen Gegenden häufig, in anderen gar nicht. Mai bis Juli. ♃.«)
  59. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Sturm (Abt. 1, Bd. 2 1800) („35“ (?Seite) nachnummeriert; s. a. Tafel XIII. 7.): »TROLLIUS europaeus.Europäische Trollblume Mit sich zuſammenneigenden Kronenblättchen, und Honigbehältniſſen, die ſo lang als die Staubfäden ſind. Diese Pflanze, die auch Engelblume, Kugelhahnenfuß, genennet wird, wächſt auf niedrigen, faſt etwas feuchten Wieſen, in Schleſien, Bayern, Oeſtreich, Crain, Sachſen, Mecklenburg, Naſſau, auf dem Harz, bey Helmſtädt, Leipzig, im Fürſenthum Bayreuth und andern Orten. Sie blühet vom May bis in Julius. Ihre Wurzel besteht aus einer Menge ſchwarzer Zaſern: die Blätter, welche größtentheils unmittelbar aus der Wurzel kommen, und den Blättern eines Hahnenfußes, oder Sturmhutes, gleichen, ſind faſt bis an die Baſis in fünf Abschnitte zerspalten, deren jeder wiederum in spitzige und gezähnte Lappen zertheilt ist; ſie ſind langgeſtielt, die Stengelblätter aber ſtehen abwechſelnd und ſind faſt ungeſtielt. Der Stängel iſt aufrecht, und einen bis anderthalb Fuß hoch, meiſtens einfach, bisweilen aber oben in einige Zweige zertheilt, rund und glatt; am Ende des Stängels oder der Zweige ſteht eine einzige aufrechte, ſehr ſchöne und große, kugelrunde, wohlriechende Blume, deren Staubwege oder Fruchtknoten ganz aufrecht ſtehen; die Honigbehältniſſe ſind nicht länger als die Staubfäden und haben, wie die beynahe gänzlich geſchloſſenen Blumenblättchen eine glänzende helle oder hochgelbe Farbe. Die Saamenkapſeln haben in die Queere Ruzeln, und enthalten kleine glänzende und eßbare Saamen. Dieſe Pflanze wird auch wegen ihrer ſchönen und anſehnlichen Blumen zur Zierde in den Garten gezogen. Die Wurzel ſoll bisweilen für ſchwarze Nießwurz verkauft werden, und ſchädliche Wirkungen hervorgebracht haben; ſie ward bey ältern Schriftſtellern ſammt dem Kraut für giftig gehalten, nach andern neuern Erfahrungen wird das Dekokt der Blätter wider den Scharbock empfohlen. Vom Vieh wird es gern gefreſſen. Aus den Blumen sammeln die Bienen Wachs und Honig.«; Anmerkungen: Zaser, »eine zur Wurzel gehörige oder derselben ähnelnde faden- oder strangförmige Verlängerung an der Auszenfläche der Pflanzen« (Bischoff, Wörterbuch der beschreibenden Botanik oder die Kunstausdrücke welche zum Verstehen der phytographischen Schriften nothwendig sind. Stuttgart 1839. bzw. www.woerterbuchnetz.de/DWB/zaser (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm)) Dekokt ist ein Lehnwort aus lat. decoctum: durch Abkochen fester Stoffe gewonnene Flüssigkeit, Absud (www.dwds.de/wb/dwb2/dekokt (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung)))
  60. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: Wurzel; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Dietrich (Bd. 6, 1838), Nr. 406 »406. TROLLIUS EUROPAEUS Linne.EUROPÄISCHER TROLLIUS. … Auf Wiesen hin und wieder. … Blüht im Mai und Juni. ♃ … Die Wurzel ist ein kurzer, ziemlich dicker, etwas holziger und im Alter mehrköpfiger Wurzelstock, der mit langen, starken, dunkelbraunen, oben einfachen, unten mit feinen Zaserchen versehenen Fasern besetzt ist und oberhalb einen Schopf vertrockneter Fäden, die Überbleibsel der vorjährigen Blätter, trägt. Der Stengel aufrecht, 1—2 Fuſs hoch, stielrund, wie die ganze Pflanze kahl, wenigblätterig, gewöhnlich einfach und an der Spitze eine Blume tragend, zuweilen aber auch nach oben in zwei bis drei Blüthenäste getheilt, die dann jeder eine Blume tragen, oberhalb so wie die etwaigen Blüthenäste gefurcht. Die Blätter bis zum Grunde handförmig-fünftheilig, oberhalb dunkelgrün und weniger glänzend, unterhalb heller und mit stärkerem Glanz; die Einschnitte umgekehrt-eirund, dreispaltig und eingeschnitten-gesägt, nach der Basis zu kegelförmig verschmälert und ganzrandig. Die Wurzelblätter lang gestielt, an stielrunden, an der Basis scheidenartigen Blattstielen, gröſser als die übrigen und die gröſsten ungefähr 3 Zoll im Durchmesser. Die Stengelblätter wechselweisestehend, nur zwei bis drei vorhanden, das unterste kurz gestielt mit eine scheidenartig erweiterten Blattstiel, das oberste sitzend und meist nur dreitheilig, Die Blumen einzeln und aufrecht an der Spitze des Stengels und der etwaigen Blumenstiele, eine ungefähr 1 Zoll groſse gelbe Kugel darstellend. Der Kelch meist funfzehnblätterig, goldgelb; die Kelchblätter in drei bis vier Reihen stehend, kugel förmig gegen einander geneigt, rundlich, vertieft, an der Spitze stumpf und ein wenig gezähnelt. Die Blumenkrone besteht aus fünf bis zehn kleinen, einlippigen, gelben Kronenblättern, die so lang oder selten etwas kürzer als die Staubgefäſse sind, an der Basis eine kurze dünne Röhre haben und sich oben in ein schmales, linienförmiges, flaches, etwas einwärts gekrümmtes, stumpfes Züngelchen endigen. Staubgefäſse viele, auf dem Fruchtboden eingesetzt, kürzer als die Kelchblätter und daher von diesen eingeschlossen; die Staubfäden pfriemenförmig, hellgelb; die Staubbeutel länglich, aufrecht, zweifächerig, goldgelb. Stempel viele, in einem kleinen Kopf beisammenstehend; die Fruchtknoten länglich, sitzend, in einen kurzen, pfriemenförmigen, bleibenden Griffel übergehend, auf welchem die kleine ausgerandete Narbe schief aufsitzt. Die Kapseln auf einem halbkugelrunden Fruchtboden sitzend und in einem Kopf beisammenstehend, länglich, einwärts gekrümmt, etwas zusammengedrückt, gekielt, einfächerig, mehrsamig, mit dem bleibenden Griffel geschnäbelt und an der inneren Nath aufspringend. Die Samen eirund, glänzend, schwarz. Die Pflanze hat keine Schärfe, doch soll die Wurzel nicht ganz unschädlich sein, sie wird zuweilen statt der Radix Hellebori nigri gesammelt. Die Blumen waren ehemals als Flores Trollii in der Medizin gebräuchlich. Deutsche Namen: Trollblume, Kugelblume, Kugelranunkel, Engelblume, gelbe Glockenblume, Knollblume, Dotterblume, Kugel-Hahnenfuſs, Knobelblume, Knobel.«; Anmerkungen: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze)
  61. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; A, B blühende Pflanze; 1 und 2 Blüten; 3 Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; 4 Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); 5 Staubblatt; 6 kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; 7 reifes Fruchtköpfchen; 8 einzelne Balgkapseln; 9 Same; 10 desgleichen im Querschnitt 4, 5, 8 bis 10 vergrößert (Tafel 252 aus Thomé & Müller, Bd. 2, 1904); Teil der Pflanze: Blätter; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Röhling u.a. (Bd. 4, 1833), S. 191, Nr. 1642: »Die zehen bis fünfzehen Kelchblätter schliesen fast kugelig zusammen; die Blumenblätter haben die Länge der Staubgefäſse, oder sind ein wenig kürzer; die Blätter fünftheilig, die Zipfel rautenförmig, dreispaltig, eingeschnitten und gesagt. Die Wurzel aus vielen langen starken, unterwärts mit feinen Zäserchen besetzten Fasern zusammengesetzt, dunkelbraun, an der Basis des Stengels mit einem Schopfe vertrockneter Fäden, den Ueberbleibseln vorjähriger Blätter versehen. Der Stengel aufrecht, 1—2′ [30,48 bis 60,96 cm] und höher, stielrund, kahl wie die ganze Pflanze, einfach und einblüthig, oder oberwärts mit 2 bis 3 Aesten und eben so vielen Blüthen ausgestattet, und daselbst nebst den Blüthenstielen gefurcht. Die Blätter fünfzählig, oder bis auf den Grund fünftheilig, dunkelgrün, unterseits bleicher und glänzend. Die Zipfel im Umrisse rautenförmig, dreispaltig und eingeschnitten-spitz-gesägt. Die Wurzelblätter langgestielt, die Fetzen breiter, weniger eingeschnitten, die Stengelblätter kurz—gestielt, die obern sitzend und meistens tiefer eingeschnitten und gezähnt. Die Blüthe ansehnlich, schön citrongelb, fast kugelig durch das Zusammenschlieſsen ihrer 10 bis 15 Blätter. Diese Blätter sind in mehrere Reihen übereinander gestellt, elliptisch, stumpf, auswendig öfters mit grünlichen Streifchen bezeichnet, und an der Spitze kleingezähnelt. Die Nectarien dottergelb, etwas kürzer als die Staubgefäſse, seltner so lang als diese, benagelt; die Platte lineal-länglich, stumpf, nach oben etwas breiter, dicklich, etwas fleischig aber flach, nicht röhrig, am Rande etwas zurückgerollt, an ihrer Basis inwendig mit einem Nectargrübchen, auswendig mit einem Höckerchen; der Nagel ungefähr den vierten Theil so lang als der Saum. Die Staubgefäſse hellgelb. Die Kapseln lineal-länglich in den langen auswärts gebogenen Griffel ausgehend, in die Quere runzelig, sternförmig zusammengestellt. Die Pflanze ändert, wie schon bemerkt, in der Gröſse bedeutend ab. Wenderoth hat darnach und nach andern Kennzeichen einen Trollius altissimus und minimus unterschieden, bot. Zeitg.l. p. 578 u. 579, ich habe jedoch diese Kennzeichen nicht beständig gefunden. Dagegen ist der Trollius medius Wenderoth, welchen Röpert in der bot. Ztg.3. p. 10, T. napellifalius nennt, eine ganz verschiedene Pflanze, welche dem T. patulus MB. sehr nahe steht, vielleicht dieselbe ist, nur durch Kultur vergröſsert. Ich habe von den drei Arten Originalexemplare verglichen, – Crantz Austr. p. 134 unterscheidet ebenfalls einen Trollius maximus, worunter er die gewöhnliche Pflanze versteht, und einen Trollius humilis mit einer blaſs-grünlich-gelben, weniger geschlossenen Blüthe, welche über dem letzten Stengelblatte kaum oder nur kurz-gestielt ist. Crantz fand diese Pflanze, welche DeCandolle als Var. ß humilis des Trollius europaeus im Systema naturale entführt, auf den höchsten Punkten des Schneeberges in Oestreich. Ich habe dieselbe noch nicht gesehen. Hornschuch fand auf den Alpen eine gefüllte Abart, an welcher die Blätter der Blüthe zugleich grün geworden waren und sich so der kelchartigen Substanz mehr genähert hatten. Die Nectarien waren ebenfalls in grüne Blätter verwandelt, und auch die auf Rosten der Träger vergröſserten Staubkölbchen zeigten schon einen ähnlichen Uebergang. Auf feuchten Wiesen, in Gebirgsgegenden und in den Voralpen, in manchen Gegenden häufig, in anderen gar nicht. Mai bis Juli. ♃.«)
  62. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Röhling u.a. (Bd.5, 1839): »2161. Vicia Cracca. Linne. Vogel-Wicke. Die Trauben reichblüthig, gedrungen, so lang als das Blatt, oder länger; die Blätter meist zehnpaarig; die Blättchen länglich oder lanzettlich, nervig-aderig, flaumig von angedrückten Haaren; die Nebenblätter halbspiesformig, ganzrandig; die Platte der Fahne so lang als ihr Nagel; die obern Kelchzähne aus einer breitern Basis plötzlich pfriemenförmig, sehr kurz; die Hülsen lineallänglich, ihr Fruchtstiel kürzer als die Kelchröhre an ihrer untern Seite. : Abbild. Sturm Heft 31. Flor. Dan. t. 804. Curt. Lond. fasc.5. t.54. Engl. bot. t. 1168. : Getr. Samml. Vicia Kitaibelii Fl. germ. exsicc. n.768. und V. tenuifolia Fl. germ. exsicc. n.769. : Synon. Vicia Cracca Linn. Spec. pl. p. 1035. Willd. Spec. pl. p. 1098. De Cand. Prodr. 2. p. 357, V. Cracca α. vulgaris Koch Syn, p. 193. Die Vicia Cracca und die folgenden 5 Arten mit vielblüthigen Trauben unterscheiden sich von den vorhergehenden durch die nervig-aderigen Blätter; das unterste Paar der Adern in den Blättchen nämlich ist bedeutend länger als die übrigen und zieht bis zur Hälfte, und auch bis über die Hälfte, in die Blattfläche hinauf; dadurch wird das Blatt an seiner hintern Hälfte dreinervig. Unter sich sind diese fünf Arten dem Kraute nach sehr ähnlich und auch hinsichtlich der Blüthen, nur V. onobrychioides fällt durch ihre groſsen, entfernt-gestellten, aufrechten oder nur abstehenden, nicht hängenden, auf dicklichen Stielchen sitzenden Blüthen sogleich in die Augen. Die übrigen vier Arten lassen sich durch Folgendes unterscheiden. Vicia villosa hat lange Nägel der Blumenblätter, welche in eine Röhre zusammenschlieſsen, die noch einmal so lang ist als die Fahne, ferner nimmt der Nabel nur ungefähr den zehnten Theil vom Umfange des Samens ein. An Vicia Cracca und Gerardi ist die Fahne so lang wie diese Röhre, aber bei jener ist das Stielchen der Frucht kürzer als die Kelchröhre, bis zum Anfange der drei untern Zähne gerechnet, und der Nabel zieht um ein Drittel des Umfanges vom Samen herum; bei dieser, der V. Gerardi, ist das Stielchen der Frucht länger als die Kelchröhre, auch an der benannten Stelle, und der Nabel ist kürzer; er zieht nur um ein Viertel vom Umfange des Samens herum. An Vicia tenuifolia ist die Fahne fast noch einmal so lang als die Röhre, welche durch die zusammenschlieſsenden Nägel der Blumenblätter gebildet wird, und der Nabel ist kurz, noch kürzer als bei V. Gerardi. Das Stielchen ist ebenfalls kürzer, nach obiger Bezeichnung. Die V. onobrychioides hat, wie bemerkt, die groſsen, lockergestellten Blüthen, der Same hat einen langen Nabel, welcher etwa um ein Drittel des Umfanges herumzieht, wie bei V. Cracca. Die Hülse aber ist nach der Basis bemerklich länger-verschmälert, das eigentliche Stielchen jedoch ist nur halb so lang als die Kelchröhre. Die Wurzel besteht in einem dünnen, fädlichen Rhizome von der Dicke eines Strohhalmes, welches sich unter der Erde verzweigt, in lockerm Boden weit und breit umherkriecht und Wurzelköpfe hervortreibt, die mehrere Stengel erzeugen. Diese liegen nieder oder klimmen in Hecken und zwischen andern Pflanzen in die Höhe, werden 2–3′ [61–91 cm] hoch und höher, sind viereckig-zusammengedrückt, und gerieft, ästig, nebst den Blatt- und Blüthenstielen mit einem kurzen Flaumhaare bedeckt. Die Blätter wechselständig, fast sitzend, aus 20–24 Blättchen zusammengesetzt, in eine einfache oder dreispaltige Wickelranke endigend. Der gemeinschaftliche Blattstiel rinnig. Die Blättchen sehr kurz-gestielt, lineal-lanzettlich oder länglich–lanzettlich, nach vorne zu schmäler zulaufend, stumpf, die obern Spitz, alle mit einem Stachelspitzchen endigend, auf beiden Seiten mit zerstreuten, anliegenden Härchen bewacbsen oder oberseits kahl. Die Nebenblätter lanzettlich, zugespitzt, an der Basis mit einem abstehenden Zahne versehen und deswegen halbspontonförmig; die obersten auch ohne Zahn. Der Hauptblüthenstiel kantig-gefurcht, mit der Blüthentraube gewöhnlich länger als das Blatt; die obern zuweilen auch kürzer als dasselbe, Die Trauben reichblüthig, einerseitswendig, mit hängenden, auf einander liegenden Blüthen, die jedoch während des eigentlichen Aufblühens etwas mehr abstehen. Die Blüthenstielchen nur halb so lang als der Kelch. Dieser kurz-glockig, violett angelaufen, an der Basis schief, aber doch nicht hinterwärts sackförmig hervorgetrieben, wie bei Vicia villosa. Die drei untern Zähne lanzettpfriemlich, der unterste ungefähr so lang als die Kelchröhre; die beiden andern ein wenig kürzer; die beiden obersten sehr kurz, dreieckig und zugespitzt, aufwärts gekrümmt. Die Korolle auswendig röthlich-violett, inwendig lichtblau, mit gesättigtern Linien auf der Fahne und auf den Flügeln, und mit einem dunkelblauen Flecken vor dem Ende des Schiffchens. Die Fahne verkehrt-herzförmig, so lang als ihr Nagel, von der Stelle an gerechnet, wo der mittlere Nerv des Nagels sich in Seitennerven verzweigt, welche die Fahne durchziehen. Die Flügel länglich, fast gleichbreit, so lang oder kaum ein wenig kürzer als die Fahne. Das Schiffchen sehr viel kürzer, stumpf. Der Griffel auf allen Seiten bis fast zur Basis behaart, aber dabei unter der Narbe auf der vordern Seite dichter und länger gebärtet. Die Hülse länglich, gewöhnlich 1″ [2,5 cm] lang und 3‴ [0,64 cm] breit, kahl, braun. Die Samen kugelig, braun, oft mit dunklem Fleckchen bezeichnet. Der Nabel linealisch, ein Drittel. des Samens umziehend. Die Pflanze varirt kleiner, mit schmälern, 1‴ breiten Blättchen, und grofs mit breitem, 3‴ breiten Blättchen, sie ist manchmal nur 1′ [30,5 cm] lang, manchmal steigt sie in Hecken 4–5′ [122–152 cm] in die Höhe. Auch die Blüthen ändern wie die verwandten Arten in der Gröſse ab. Auf Wiesen, besonders auf Bergwiesen, an Büschen und Zäunen, im Weidengebüsch der Bach- und Fluſsufer. Jun.–Aug. ♃.«; Anmerkungen: Röhling u.a. (Bd.1, 1823) * Linea, 1‴ der zwölfte Theil eines Zolls [1 Linie, 1‴ = 0,21cm]. * Pollex, Zoll 1″ der zwölfte Theil eines Fuſses [1 Zoll, 1″ = 2,54cm]. * Fuſs, pes, = 12.″ die Länge des Vorderarms, oder der Abstand des Ellhogengelenks von der Handwurzel [1 Fuß, 1′ = 30,48 cm].)
  63. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Sturm (Deutschlands Flora, Abt.1, Heft 31, 1811): »VICIA Cracca. Vogel-Wicke Mit vielblüthigen Blüthenstielen, die fast länger sind, als die Blätter, dachziegelartig über einander stehenden Blüthen, lanzettförmigen stumpfen Blättchen, halbpfeilförmigen gleichbreiten pfriemenartigen und ganzrandigen Afterblättern. Wächst fast allenthalben in Hecken, Zäunen, Wäldern und Aeckern blühet im Junius und Julius. Dieſe gemeine Art gehört gleichwohl zu den schönsten der Gattung. Die Wurzel kriecht und ist perennirend. Die Stengel sind schwach, aufsteigend oder kletternd, drei bis vier Fuß lang, eckicht, gefurcht, weichhaarig. Die Blätter sind vielpaarig und stehen auf langen, gefurchten weichhaarigen Stielen: die Blättchen sind stiellos oder kurz gestielt-gegenüber stehend oder wechselseitig, gleichbreit-lanzettförmig, ganzrandig, lang gestachelt, aus beiden Seiten mit glänzenden Haaren besetzt und von hellgrüner Farbe. Die Ranken ſind dreyblättrig, zuweilen einig. Die Afterblätter sind halbpfeilförmig: die Theile gleichbreit, zugespitzt, ganzrandig. Die Blüthen stehen auf langen weichhaarigen gefurchten Stielen in einer dichten einseitigen überhängenden vielblüthigen Traube. Der Kelch ist kurz, etwas röthlich gefärbt, gezähnt. Die Blumen sind veilchenblau, die Hülsen sind sehr glatt, braun, adrig, herabhängend, und enthalten schwarze oder bräunliche Saamen. Auch diese Art ist ein gutes Viehfutter: das Geflügel frißt die Saamen gerne und die Blüthen werden von den Bienen besucht.«)
  64. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Boswell u.a. (Bd.3, 1864), S.87: »SPECIES IV.— VICIA CRACCA. Linn.; Plate CCCLXXXV. [Plate 385]; Cracca major, “Franken.” Gr. & Godr. Fl. de Fr. Vol. I. p. 468. Rootstock creeping. Stem climbing or trailing. Leaves with 8 to 12 pairs of oblong-elliptical or oblong-linear leaflets, rounded or abruptly acuminated and mucronate at the apex ; common petiole terminating in a branched tendril. Stipules half-hastate. Peduncles equalling or exceeding the leaves, with 10 to 30 flowers in a compact unilateral raceme. Pedicels shorter than the calyx-tube. Calyx slightly pubescent, the tube more convex on the upper than on the lower side ; teeth very unequal, the lowest subulate and as long as the tube, the 2 upper ones broader than long ; standard three times as long as the calyx, contracted above the middle. Pods spreading, stipitate on a gynophore shorter than the calyx-tube, oblong, slightly compressed, acuminated at the apex into a short blunt beak, smooth. Seeds globular, with the hilum linear, one-third the circumference of the seed.In hedges, thickets, borders of fields, and waste places. Very common, and generally distributed.England, Scotland, Ireland. Perennial. Summer.Rootstock creeping. Stem weak, simple or branched, with prominent ridges, climbing or trailing, 18 inches to 6 feet long. Leaflets 1/4 to 1 inch long, varying in breadth. Stipules narrowly lanceolate, usually with a single long triangular tooth at the base on the side next the stalk. Peduncles 1 1/2 to 6 inches long, naked at the base, terminating in a dense raceme of unilateral spreading-reflexed flowers. Calyx-tube scarcely longer than broad, very convex on the upper side ; upper teeth scarcely one-sixth the length of the tube and very broad, the lateral ones triangular, about two-thirds the length of the tube, the lowest of all subulate and equal to the tube. Flowers 1/2 inch long, bright-blue; standard dilated above the base on each side below the middle, and again contracted at rather more than one-third from the apex, where it is emarginate; wings nearly as long as the standard ; keel shorter. Style with rather long woolly hairs just below the apex. Pods 3/4 to 1 inch long, fawn-coloured when ripe, faintly reticulated, forming an obtuse angle upwards with its gynophore, the upper and lower margins nearly parallel, obliquely truncate in an ogee curve at the apex, where the upper suture is a little deflexed, so that the beak is slightly bent down; beak tipped by the style, which is sharply bent upwards. Seeds globular, 1/8 inch in diameter, dim, black, or olive marbled with black. Plant greyish-green, slightly pubescent, the leaves sometimes with silky hairs, especially on the under side, most apparent when young. Tufted Vetch. French, Vesce Cracca. German, Gemeine Vogelwicke. This beautiful plant grows several feet high, often covering the hedges with its slender stems and leaves and long dense clusters of purplish-blue flowers, forming one of the greatest ornaments of our country lanes in the middle and latter part of summer. Dr. Plot, in his “Natural History of Staffordshire,” says that this and the Wood Vetch advance starved or weak cattle above any other provender. The Vetches yield abundance of food; but the great difficulty in the way of their cultivation as fodder is that, away from their native situations, where they hang and support themselves by their spiral tendrils on hedges or trees that may be near them, they would doubtless be very troublesome, and probably choke themselves for want of support.« ---- ART IV.- VICIA CRACCA. Linn.; Tafel CCCLXXXV. [Tafel 385]; Cracca major, „Franken“. Gr. & Godr. Fl. de Fr. Bd. I. S. 468. Wurzelstock kriechend. Stängel kletternd oder schleppend. Blätter mit 8 bis 12 Paaren länglich-elliptischer oder länglich-linearer Fiederblättchen, rundlich oder abrupt zugespitzt und an der Spitze spitz zulaufend; gemeinsamer Blattstiel endet in einer verzweigten Ranke. Nebenblätter halb zugespitzt. Blütenstiele gleich oder größer als die Blätter, mit 10 bis 30 Blüten in einer kompakten einseitigen Traube. Blütenstiele kürzer als die Kelchröhre. Kelch leicht behaart, die Röhre an der Oberseite stärker gewölbt als an der Unterseite; Zähne sehr ungleich, die untersten pfriemenförmig und so lang wie die Röhre, die beiden oberen breiter als lang; Fahne dreimal so lang wie der Kelch, oberhalb der Mitte zusammengezogen. Schoten spreizend, auf einem Gynophor [=Fruchtträger] festgelegt, der kürzer als das Kelchrohr ist, länglich, leicht zusammengedrückt, an der Spitze zu einem kurzen stumpfen Schnabel zugespitzt, glatt. Samen kugelförmig, mit linearem Hilum, ein Drittel des Samenumfangs.In Hecken, Dickichten, Feldrändern und Abfallplätzen. Sehr häufig und allgemein verbreitet.England, Schottland, Irland. Mehrjährig. Sommer. Wurzelstock kriechend. Stängel schwach, einfach oder verzweigt, mit ausgeprägten Rillen, kletternd oder niederliegend, 18 Zoll [45,72 cm] bis 6 Fuß [1,83 m] lang. Fiederblättchen 1/4 bis 1 Zoll [0,63–2,54 cm] lang, in der Breite variierend. Nebenblätter schmal lanzettlich, gewöhnlich mit einem einzigen langen dreieckigen Zahn an der Basis auf der Seite neben dem Stängel. Stiele 1 1/2 bis 6 Zoll [1,81–15,24 cm] lang, an der Basis nackt, enden in einer dichten Traube aus einseitig spreizenden Blüten. Kelchröhre kaum länger als breit, an der Oberseite sehr konvex; obere Zähne kaum ein Sechstel der Röhrenlänge und sehr breit, die seitlichen dreieckig, etwa zwei Drittel der Röhrenlänge, der niedrigste aller pfriemenförmigen und gleich der Röhre. Blüten 1/2 Zoll [1,27 cm] lang, hellblau; Fahne oberhalb der Basis auf jeder Seite unterhalb der Mitte geweitet, und wieder etwas mehr als ein Drittel vom Scheitelpunkt, wo sie ausgegrenzt ist, zusammengezogen; Flügel fast so lang wie die Fahne; Kiel kürzer. Griffel mit ziemlich langen wolligen Haaren knapp unterhalb des Apex. Hülsen 3/4 bis 1 Zoll [1,90–2,54 cm] lang, im reifen Zustand rehbraun, schwach netzartig, mit dem Gynophor [=Fruchtträger] einen stumpfen Winkel nach oben bildend, oberer und unterer Rand fast parallel, an der Spitze schräg in einem spitzbogigen Bogen abgeschnitten, wo die obere Naht ein wenig deflektiert ist, so dass der Schnabel leicht nach unten gebogen ist; Schnabel durch die scharf nach oben gebogene Stilrichtung gespitzt. Samen kugelförmig, 1/8 Zoll [0,32 cm] im Durchmesser, schwach, schwarz oder oliv marmoriert mit schwarz. Pflanze gräulich-grün, leicht behaart, die Blätter manchmal seidig behaart, besonders auf der Unterseite, am deutlichsten in der Jugend.Büschelwicke.Französisch, Vesce Cracca. Deutsch, Gemeine Vogelwicke.Diese schöne Pflanze wächst mehrere Meter hoch und bedeckt oft die Hecken mit ihren schlanken Stängeln und Blättern und langen, dichten Büscheln purpurblauer Blüten, die im mittleren und späten Sommer eine der größten Zierden unserer Landstraßen bilden. Dr. Plot sagt in seiner „Naturgeschichte von Staffordshire“, dass diese und die Waldwicke verhungertes oder schwaches Vieh über jedes andere Viehfutter stellen. Die Wicken liefern Nahrung im Überfluss; die große Schwierigkeit bei der Art und Weise, wie sie als Futtermittel angebaut werden, besteht jedoch darin, dass sie außerhalb ihrer heimatlichen Umgebung, wo sie sich an ihren Spiralranken an Hecken oder Bäumen, die sich in ihrer Nähe befinden können, aufhängen und sich an ihren Spiralranken abstützen, zweifellos sehr lästig wären und sich wahrscheinlich aus Mangel an Unterstützung selbst erdrücken würden. (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator))
  65. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924), S. 1529f.: »1735. Vicia Cracca¹) L. (=Cracca major Franken, ex Grenier et Godron). Vogelwicke, Blaue Wicke. Franz.: Vesce craque, vesce à bouquets, jarosse, luizet des prés, pois à crapaud (= Krötenerbse); im Unterwallis: Dzarjelya, varcéli; engl.: Birds tare, tufted vetch, fitchacks; ital.: Cracca, veccia montanina; rätoromanisch (Remüs): Taja d’utsche (utsché = Vogel). Taf. 170, Fig. 1; Fig. 1282a, 1543 bis 1546. Die Vogelwicke (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch Vogelzok (Nordthüringen), Vogelheu (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung Rossarbeis [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören Krokk (Mecklenburg), sowie Krakerlizen, Kracherlitzen [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca ¹)? Niederdeutsche Benennungen sind Rîwe, Riggen (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind taja d'utschè, arveglia corv. Ausdauernd, mit ziemlich kräftiger, weitkriechende Bodenausläufer aussendender Grundachse. Stengel ± 2 bis 15 dm lang, einfach oder ästig, meist kletternd, derb, kantig, wie die Laubblätter kahl oder anliegend bis abstehend behaart. Laubblätter ± 1⁄2 bis 1 1⁄2 dm lang, mit kräftigen, ästigen Ranken und ± 10 bis 12 (6 bis 20) Paar fast sitzender Blättchen; Blättchen ± eiförmig-lanzettlich bis lineal, ± 1 bis 3 cm lang und 3 bis 5 mm breit, an beiden Enden ± abgerundet bis zugespitzt, mit wenig zahlreichen, oft undeutlichen, in sehr spitzem Winkel abgehenden Seitennerven, unterseits meist behaart. Nebenblätter […] klein, die unteren meist halbpfeilförmig, die oberen lanzettlich bis lineal, ganzrandig, nie mit Nektarien. Blütentrauben ± so lang bis doppelt so lang wie die Laubblätter, einseitig, dicht und reich- (± 20- bis 50-) blütig, anfänglich eingerollt, bald gerade. Blüten 8 bis 12 (bis 16) mm lang, an ± 1 mm langen Stielen nickend. Kelch kurzglockig, am Grund kaum aufgetrieben, mit kurz lanzettlichen Zähnen; deren untere länger als die oberen, ± so lang wie die Röhre. Krone 3 bis 4 mal so lang wie der Kelch, blauviolett bis rotviolett oder lila, selten weiss; Platte der Fahne verkehrt-eiförmig bis verkehrt-herzförmig, ± so lang bis doppelt so lang als der Nagel, schwach aufwärts gebogen, wenig länger als die Flügel; Schiffchen viel kürzer. Griffel ringsum bis fast zum Grund behaart. Hülsen nickend oder durch Aufwärtskrümmung ihres Stielchens ± abstehend, von schmal rhombischem Umriss, ± 20 bis 30 mm lang und 5 bis 6 mm breit, mit gewölbten, kahlen, schwach netz-nervigen, reif lederbraunen, oft schwärzlich gefleckten, beim Aufspringen sich einrollenden Klappen, ± 4- bis 8-samig. Samen kugelig, ± 2 1⁄2 bis fast 3 mm gross, graugrün, braun und ± gefleckt bis fast ganz schwarz, mit linealem, heller umsäumtem, 1⁄4 bis 1⁄3 des Umfangs einnehmendem Nabel. — VI bis VIII (I bis IX). In feuchten bis trockenen, mageren bis fetten Wiesen, in Getreideäckern, Hecken, Busch Wäldern, lichten Laub- und Nadelwäldern sehr verbreitet und in den meisten Gegenden häufig, vereinzelt bis zur Waldgrenze steigend. Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa, als Begleiter der menschlichen Wohnstätten bis ins nördlichste Schweden und Norwegen, auch auf den Faer-Öern (schlecht fruchtend), Island und Grönland (zeigt daselbst die früheren Wohnstätten der norwegischen Kolonisten an); ferner in West- und Nordasien bis Sachalin und Japan. In Nordamerika wohl nur eingebürgert. Im Mittelmeergebiet besonders die subsp. Gerardi und tenuifolia, letztere auch in Nordwestafrika. ---- ¹) Italienischer Name der Art, schon von Plinius für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. Hieronymus Bock führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. Dodoens und Thal nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
  66. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Curtis u.a. (Bd.5, 1777): Vicia Cracca. Tufted Vetch […] ROOT perennial and creeping.STALK, two, three feet or more in height, according' to its place of growth, climbing, angular, grooved, downy, brittle, snapping when broken branched.STIPULÆ growing in pairs, each resembling half an arrow, entire, or toothed.FLOWERS growing in bunches or racemi.RACEMI alternate, many-flowered, at first nearly up- right, with the tip bent in, afterwards reflexed flowers from 10 to 40, of a violet colour crouded together, and standing on very short foot-stalksCALYX : a Perianthium of one leaf, tubular, co- loured, having five teeth, the three lowermost longer than the upper ones, the middle one farthest extended, the two upper ones very minute, fig. 2.COROLLA: Standard emarginate, reflexed, of a violet colour, faintly striped with veins of a deeper colour. Wings closing. Keel whitish, marked on each fide at the tip with a deeply violet-coloured spot, fig. 1.STAMINA: ten Filaments, nine united, one single white. ANTHERÆ small and yellow.GERMEN oblong, compressed, smooth. Style nearly upright, hairy all round. Stigma blunt fig . 3 .SEED-VESSEL : a Pod about half an inch long, of a pale brown colour, flattened on each side, fig.4.SEEDS four or five in each pod, nearly round and blackish, fig. 5. Linnuæus, Haller and Scopoli, ascribe to this plant stipulæ integræ. Indeed the two former found a part of their specific character on this very circumstance ; but this character is certainly a very fallacious one, as the plant is frequently found with us having stipulæ dentatæ, and such is the specimen we have figured. It has, however, other characters by which it is obviously distinguished. The most striking are drawn from the leaves and flowers: the former are covered with a fine kind of silky down, which gives them a manifest whiteness. This is most apparent in such specimens as grow in dry, exposed situations. The flowers are of a rich deep purple colour, grow in long bunches or racemi, thickly crouded together, and are conspicuous at a distance. It is a very common plant in the neighbourhood of London, and no where more plentiful than in Battersea Meadows. When it has an opportunity of climbing up a hedge, it will grow to the height of five or six feet ; and it is then that its blossoms are displayed to advantage. In the open pastures and fields, it is found much more dwarfish. It flowers from July to September. Gentlemen who wish to decorate the hedges of their plantations cannot select a more proper plant, as it is not apt, like the great Bindweed, Travellers-joy, and other strong growing plants, to suffocate the shrubs which support it. It is recommended also, by some authors, as affording excellent fodder for cattle. ---- Vicia Cracca. Büschelwicke […] WURZEL mehrjährig und kriechend.STENGEL, zwei, drei Fuß oder mehr hoch, je nach Wuchsort, kletternd, eckig, gerillt, flaumig, brüchig, beim Brechen schnappend verzweigt.NEBENBLÄTTER paarweise wachsend, jeweils einem halben Pfeil ähnlich, ganz oder gezähnt.BLÄTTER gefiedert, zusammengesetzt aus 8 oder 12 Paaren, selten mehr, länglich, lanzettlich, abgeschlossen durch eine Spitze, auf jeder Seite mit einer Art weißem, seidigem Flaum bedeckt, die Fieder gegenüber oder abwechselnd, abgeschlossen durch eine dreiteilige Ranke.BLUMEN, die in Büscheln oder Trauben wachsen.BLÜTENTRAUBEN abwechselnd, vielblütig, zuerst fast oben rechts, mit nach innen gebogener Spitze, dann 10 bis 40 Blüten mit Reflexen, violett, zusammen gekrümmt und auf sehr kurzen Stielen stehendKELCH : ein Perianthium [=Blütenhülle] von einem Blatt, röhrenförmig, mit fünf Zähnen, von denen die drei untersten länger sind als die oberen, der mittlere am weitesten ausgezogen, die beiden oberen sehr klein, Abb. 2.KRONE: Standardrand, reflektiert, von violetter Farbe, schwach gestreift mit Adern von tieferer Farbe. Die Flügel schließen sich. Kiel weißlich, auf jeder Seite an der Spitze mit einem tief violettfarbenen Fleck gekennzeichnet, Abb. 1.STAMINA [=Staubblätter]: zehn Fäden, neun vereinigt, ein einziger weiß. ANTHERÆ [=Staubbeutel] klein und gelb.FRUCHT länglich, zusammengedrückt, glatt. Stil fast aufrecht, rundum behaart. Narbe stumpfe Feige . 3 .SAMENSCHALE : eine Hülse von etwa einem halben Zoll Länge, von blassbrauner Farbe, auf jeder Seite abgeflacht, Abb.4.SAMEN: vier oder fünf Samen in jeder Schote, fast rund und schwärzlich, Abb.5. Linnuæus, Haller und Scopoli, schreiben dieser Pflanze stipulæ integræ [=Nebenblätter ganz] zu. Tatsächlich fanden die beiden ersteren gerade unter diesen Umständen einen Teil ihres spezifischen Charakters; aber dieser Charakter ist sicherlich ein sehr trügerischer, da die Pflanze bei uns häufig mit stipulæ dentatæ [=Nebenblätter gezahnt] zu finden ist, und das ist das Exemplar, das wir in Betracht gezogen haben. Sie hat jedoch andere Merkmale, durch die sie sich offensichtlich unterscheidet. Am auffälligsten sind die Blätter und Blüten: Erstere sind mit einer feinen Art von seidigem Flaum bedeckt, der ihnen eine offenkundige Weiße verleiht. Am deutlichsten wird dies bei solchen Exemplaren, die in trockenen, exponierten Lagen wachsen. Die Blüten haben eine satte, tiefviolette Farbe, wachsen in langen Büscheln oder Trauben, sind dicht aneinander gekrümmt und fallen aus der Entfernung auf. Sie ist eine sehr häufige Pflanze in der Nachbarschaft von London, und nirgendwo ist sie so reichlich vorhanden wie in Battersea Wiesen [=Parklandschaft bei London]. Wenn sie die Möglichkeit hat, eine Hecke hinaufzuklettern, wächst sie bis zu einer Höhe von fünf oder sechs Fuß, und dann kommen ihre Blüten zur Geltung. Auf den offenen Weiden und Feldern findet man sie viel zwergenhafter. Sie blüht von Juli bis September. Die Herren, die die Hecken ihrer Plantagen schmücken wollen, können sich keine geeignetere Pflanze aussuchen, da sie nicht wie die Waldzaunwinde, Gewöhnliche Waldrebe und andere stark wachsende Pflanzen geeignet ist, die Sträucher, die sie tragen, zu ersticken. Einige Autoren empfehlen sie auch als ausgezeichnetes Futtermittel für das Vieh. (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator))
  67. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Britton & Brown (1913, Bd.2, S.409): »Vicia Crácca L. Tufted or Cow Vetch. Blue or Bird Vetch. Fig. 2613. Vicia Cracca L. Sp. Pl. 735. 1753. Perennial, finely pubescent or sometimes glabrate, stems tufted, slender, weak, climbing or trailing, 2°-4° long. Stipules linear, acute, entire, 1″-4″ long; leaves nearly sessile; leaflets 8-24, thin, linear or linear-oblong, obtuse or acutish, mucronate, 8″-10″ long, 1 1/2″-2″ wide; peduncles axillary, shorter than or equalling the leaves; spike-like racemes dense, secund, 1′-4′ long; tlowers bluish-purple, sometimes white, 5″-6″ long, reflexed ; pod short-stalked, glabrous, 9″-12″ long, about 3″ wide, 5-8-seeded. In dry soil, Newfoundland to British Columbia, New York, New Jersey. Kentucky, Iowa and Washington. Also in Europe and Asia. Tinegrass. Cat-peas. Canada-pea. June-Aug.« ---- Vicia Crácca L. Büschel- oder Kuhfladenwicke. Büschel- oder Vogelwicke. Abb. 2613. Vicia Cracca L. Sp. Pl. 735. 1753. Mehrjährig, fein behaart oder manchmal kahl, Stängel büschelig, schlank, schwach, kletternd oder hängend, 2°-4° lang. Nebenblätter linealisch, spitz, ganz, 1″-4″ lang; Blätter fast ungestielt; Fiederblättchen 8-24, dünn, linear oder linear-länglich, stumpf oder scharfkantig, spitz zulaufend, 8″-10″ lang, 1 1/2″-2″ breit; Stiele axillär, kürzer als oder gleich den Blättern; ährenähnliche Trauben dicht, sekundär, 1′-4′ lang; bläulich-violett, manchmal weiß, 5″-6″ lang, reflexartig; Hülse kurzstielig, kahl, 9″-12″ lang, etwa 3″ breit, 5-8-sämig. Auf trockenem Boden, Neufundland bis British Columbia, New York, New Jersey. Kentucky, Iowa und Washington. Auch in Europa und Asien. Weidelgras. Katzenerbsen. Kanadische Erbsen. Juni-August. (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator); Anmerkungen: ° bedeutet Fuß (=30,48 cm), ′ bedeutet Zoll (=2,54 cm), ″ bedeutet 1/12-tel Zoll (=0,21 cm))
  68. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: © Düll & Kutzelnigg (1994), S. 514f.: »Vicia cracca L., Vogel-Wicke - Fabaceae (= Schmetterlingsblütler)Hemikryptophyt: Kletterstaude und Halbrosettenpflanze. Fiederblätter mit endständigen Wickelranken aus umgewandelten Fiedern, die wie alle Ranken kreisende Suchbewegungen ausführen und auf Berührungsreize reagieren (Thigmonastie) Tiefwurzler. Wurzelknöllchen mit symbiontischen, stickstoffbindenden Bakterien - "Vicia" ist der lateinische Name der Pflanze, wahrscheinlich abgeleitet von vincire = umwinden, wegen des Kletterns.Vorkommen: Wiesen, Weiden, Säume, Äcker und Ruderalstellen, auf frischen bis mäßig trockenen Lehm— und Tonböden. Ebene bis Gebirge (Alpen bis 1180 m). Kulturbegleiter seit der jüngeren Steinzeit Blüten: VI—VIII. Blaue, vormännliche "Schmetterlingsblumen mit Bürsteneinrichtung”, in reichblütigen, einseitswendigen, achselständigen Trauben. Die Staubbeutel entleeren den Pollen oft schon in der Knospe über dem behaarten Griffel. Beim Besuch durch Insekten klappt das Schiffchen herab, und die Griffelbürste drückt sich an den Bauch des Insektes. Nach mehrmaliger Wiederholung dieses Vorgangs ist die Griffelbürste frei von Blütenstaub und die zarte Narbenoberfläche abgewetzt. Dadurch ist sie jetzt klebrig und empfängmsfähig, Besucher: Bienen und Falter. Nektarraub durch seitliches Anheißen der Blüte ist nicht selten. Früchte: Mehrsamige, schwarze (Wärmespeicherung!) Hülsen. Austrocknungsstreuer, Streuweite 1-2 m, Samen eiweißreich, kugelig. Sie rollen meist noch ein Stück allein weiter (= "Rollsamen"). Die Speicher-Keimblätter bleiben bei der Keimung im Boden (hypogäische Keimung). Vegetative Vermehrung durch unterirdische Ausläufer. Verwendung: Wertvolle Futterpflanze.)
  69. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Dietrich (Flora Regni Borussici, Bd.9, 1841), Nr. 646: »646. VICIA CRACCA Linné. VOGEL-WICKE […] Auf Wiesen, in Gebüschen, an Zäunen u. s. w. überall sehr häufig. Unsere Exemplare aus der Gegend von Berlin. Blüht im Juni und Juli. ♃. Die Wurzel ist ein fadenförmiger Wurzelslock, der sehr lang unter der Erde fortkriecht, sich verästelt und hin und wieder einzelne oder mehrere Stengel treibt. Die Stengel 2-3 Fuß [61–91 cm] hoch, nur in der ersten Jugend aufrecht, nachher niederliegend oder an andere Pflanzen aufkletternd, undeutlich viereckig, gestreift, ästig, angedrückt-weichhaarig. Die Blätter wechselweisestehend, fast sitzend, paarig-gehedert, zehn- bis zwölfjochig, gewöhnlich auf beiden Flächen mit anliegenden Härchen besetzt, seltener auf der oberen kahl; der allgemeine Blattstiel oder die Blattspindel rinnenförmig, an der Spitze in eine einfache oder dreitheilige Ranke ausgehend, deren Einschnitte nur wenig gedreht sind; die Blättchen sehr kurz gestielt, gegenüber- und einige auch wechselweisestehend, einen halben Zoll lang, 2 oder 3 Linien [0,42–0,63 cm] breit, linien-lanzettförmig, lanzettförmig oder länglich, nach oben zu etwas verschmälert, stumpf oder spitzlich, stachelspitzig, genervt. geädert. Die Nebenblätter paarweise an dem Ursprünge der Blattstiele stehend, lanzettförmig, zugespitzt, ganzrandig, an der Basis halbspiefsförmig. Die Blumen stehen in blattachselständigen, langgestielten einzelnen Trauben; die allgemeinen Blumenstiele sind aufrecht, steif, angedrückt-weichhaarig, mit den Trauben etwas länger als das Blatt; die Traube selbst lang, aus schlaff- dachziegelartigen, kurzgestielten, hängenden Blumen bestehend. Der Kelch einblätterig, glockenförmig, weichhaarig, oft etwas gefärbt, fünfzähnig, mit lanzettförmigen Zähnen, von denen die unteren, und namentlich die mittleren derselben länger, die oberen kürzer und etwas breiter sind. Die Blumenkrone vierblätterig, schmetterlingsartig, violett; die Fahne umgekehrt -eirund, etwas ausgerandet, an den Seiten zurückgeschlagen, die Platte derselben so lang als der Nagel, die Flügel so lang als die Fahne, länglich; das Schiffchen kürzer als die Flügel. Staubgefäſse zehn, diadelphisch; die Staubfaden pfriemenförmig, neun in einer Röhre verwachsen, der zehnte frei, die Staubbeutel rundlich und einfurchig. Stempel einer; der Fruchtknoten linienförmig- länglich; der Griffel fadenförmig, kürzer als der Fruchtknoten, bis fast zur Basis ringsum behaart, vorn unter der Narbe noch mit einem dichteren Barte besetzt. Die Hülse linienförmig -länglich, an beiden Enden verschmälert, an der Spitze stumpf, mit einem Häkchen, braun, kahl. Die Samen fast kugelrund, schwärzlich-braun, mit linienförmigem, langem Nagel. Deutsche Namen: Vogelheu, Krake, Krock.«)
  70. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Schkuhr (Bd.2, 1808) S.357: »2087. Vicia Cracca. Vogelwicke, Vogelheu, Kracka, Krock, große blaue Waldwicke; mit vielblumigen Blumenſtielen, wie Dachziegel übereinander liegenden Blumen, lanzetförmigen zarthärigen Blättchen, und ganzen Blattanſätzen. Wächſt faſt in ganz Dld. an Hecken, Zäunen, Gebüſchen und auf Wieſen ♃. Die Stängel ſind rankig, äſtig, oft ziemlich lang, gewöhnlich achteckig, wovon zwey Ecken gegenüber etwas höher ſind. Die Blattanſätze ſind halbpfeilförmig, auf der Rückſeite und am Rande haarig. Die Blätter haben ungefähr 10–12 Paar Blättchen und endigen ſich mit 2–3theiligen Gabeln. Die Blumenſtiele ſind ebenfalls achteckig und hohl, mit 30 und mehrern Blumen beſetzt. Die drey untern Zähne des Kelchs endigen ſich, wie die Blättchen mit brandigen Spitzen. Das Obertheil des Kelchs ſammt den Blumenblättchen, iſt purpurblau, letztere bisweilen weiß. An der untern Grundfläche des Fruchtknotens ſitzt, wie bey der abgebildeten Art, eine Drüſe I. Der Fruchtknoten hat 5–7 Saamenanſätze, welche oft nicht alle vollkommen werden, und ſollen doch in den darauf folgenden Hülſen nach Houtt. Pfl. Syſt. bis 20 kugelrunde ſchwarze Saamen hinterlaſſen. Dieſes mag wohl ein Druckfehler ſeyn, oder einer andern Art zugehören. Bl. vom Jun. bis Aug. Iſt auf Aeckern ein Unkraut, auf Wieſen aber ein gutes Viehfutter. Witt. im Unterwal und andern Orten.«; Anmerkungen: ♃ =»Perennirende, oder länger als 2 Jahre dauernde Pflanzen, deren Blätter und Stängel gemeiniglich gegen den Winter bis an die Wurzel absterben, und alle Frühjahre den vergangenen ähnliche Theile aus der Wurzel wieder hervortreiben, auch jährlich ihren Saamen tragen und krautartig ſind.«)
  71. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Sinclair & Friedrich (Hortus Gramineus Woburnensis 1826), S. 388 : »Vicia cracca. Vogelwicke.Specifiſcher Charakter: Blumenſtiele vielblüthig; Blüthen dachziegelförmig; Blättchen lanzettförmig, behaart; Blatthäutchen halbbogenförmig, meiſt ganz. Hort. Gram. fo. 295.Bemerkung. Wurzel kriechend, dauernd. Stengel viereckig, ſchwach, geſtreift, und ſehr hoch werdend, wenn es in Hecken wächst. Aeſte von den Winkeln der obern Blätter an abwech ſelnd. Blätter wechſelsweiſe ſtehend, aus acht bis zwölf Paar Blättchen beſtehend, und in ein langes, äſtiges und gekrümm tes Gäbelchen auslaufend. Blättchen öfter wechſelsweiſe als entgegenſtehend, auf beiden Seiten mehr oder weniger grau, mit ſeidenartigen Haaren, am Ende gewöhnlich abgerundet, und in eine kurze Spitze auslaufend. Blumen blau oder ve chenblau. Hülſe einen halben Zoll lang, vier oder fünf kugel runde Samen enthaltend, die ſo groß als eine Linſe ſind. Flor, Rust. t. 117; Flor. Dan. t. 804; Wither. II.363; Eng. Bot. t. 1168.[…]Dieſe Wickenart findet man wild in Wäldern und Hecken; und nur zweimal habe ich ſie unter dem Kraute bewäſſerter Wieſen gefunden. Wenn ſie unter Buſchwerk wächst, ſo gibt der gewöhnlich in dieſem Werke angenommene Raum 48 Unz. Kraut, oder dreimal ſo viel, als wenn ſie in offener Lage gezogen wird. Dr. Plot ſagt in ſeiner Geſchichte von Staffordſhire, daß Vicia cracca und Vicia sylvatica ausgehungertes oder ſchwaches Vieh ſchneller vorwärts bringe, als irgend etwas anderes; und Dr. Anderſon rühmt dieſe Pflanze ebenfalls ſehr. Sie enthält weniger Nahrungsſtoff, als Vicia sylvatica; dagegen aber weit weniger überflüſſige Feuchtigkeit. Dieß muß ihr in Beziehung auf nährende Eigenſchaften einen Vorzug vor andern Wicken geben, welche mehr Feuchtigkeit enthalten. Allein ſie hat eine ſtarkkriechende Wurzel, weshalb man ſie auf Ackerland nicht gebrauchen kann. Auf zähem Boden würde ſie ſich am beſten ſchicken, um wie Luzerne gebraucht zu werden, weil ſie viel nährender iſt, obgleich ſie einen weit geringern Ertrag liefert.[…]Blüht ungefähr um die Mitte Juli und zu Anfang Auguſt, und der Same wird Anfangs September reif.«)
  72. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Coste & Flahault (Bd.1, 1937): »Description de Coste: 1008 Vicia cracca, Synonymes CRACCA MAJOR G. G.Plante vivace de 1 à 2 mètres, verte, glabrescente ou à poils appliqués; feuilles à 8-12 paires de folioles; vrilles rameuses; stipules entières; fleurs bleues, courtes (9-12 mm), s'ouvrant successivement de bas en haut, 15-20 en grappes d'abord triangulaires-oblongues, serrées, égalant à peine ou dépassant peu la feuille; calice non bossu, à dents inégales; étendard à limbe de même longueur et un peu plus étroit que l'onglet; gousses de 20-25 mm sur 5-6, glabres, contractées en un pied plus court que le tube du calice; hile égalant le tiers du contour de la graine. Varie à plante velue-soyeuse, grappes plumeuses avant la floraison (V. incana Thuill., non Vill.). Écologie Moissons, haies, buissons, dans toute la France et en Corse. Répartition Toute l'Europe ; Asie occidentale et septentrionale. Floraison Juin-août.« ---- Beschreibung von Coste: 1008 Vicia cracca, Synonyme CRACCA MAJOR G. G.Mehrjährige Pflanze, 1 bis 2 Meter lang, grün, unbehaart oder mit angesetzten Haaren; Blätter mit 8-12 Fiederblättchenpaaren; Ruderranken; gesamte Bestimmungen; Blüten blau, kurz (9-12 mm), sich nacheinander von unten nach oben öffnend, 15-20 in dicht gepackten, anfangs dreieckig-oblongen Büscheln, kaum gleich oder etwas größer als die Blätter; Kelch nicht bucklig, ungleichmäßig verzahnt; Fahne mit einer gleich langen Klinge, die etwas schmaler als die Gehrung ist; Hülsen 20-25 mm x 5-6 mm, unbehaart, zusammengezogen zu einem Fuß, der kürzer als die Kelchröhre ist; Hilum, das einem Drittel der Kontur des Samens entspricht. Variiert mit seidig behaarter Pflanze, fedrige Büschel vor der Blüte (V. incana Thuill., non Vill.). Ökologie Ernten, Hecken, Sträucher, in ganz Frankreich und Korsika. Verbreitung in ganz Europa; West- und Nordasien. Blütezeit Juni-August. (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator); Anmerkungen: Hilum ist der Nabel des Samens)
  73. Beschreibung (Stichwort): Detailbeschreibung (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung; Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Braune (Salzburgische Flora, Bd.2, 1797), S. 334f.: »714. Vogelwicke. Vicia cracca. Die Blüthenſtiele vielblüthig, lang; die Blüthen dachziegelförmig; die Blättchen lanzettförmig, haarig; die Hülſen glatt, vielsaamig; die Blattansätze ganz. […]Wohnort. Unter dem Getreide, an Hecken, Zäunen, an der Alm, und allemhalben um Salzburg; auch in dem Gebirglande *Blüthe-Zeit. Julius-August ♃ [perennierende Pflanzen, Zeichen des Jupiters].Anmerk. Die Wurzel ist weiß, und kriechend Der Stengel ist schwach, 1—13 Fuß lang, ästig, und gefurcht. Die Blatter sind gefiedert, und bestehen aus 9—10 Paaren ziemlich schmaler, lanzettförmiger, auf der untern Seite zarthaariger Blättchen. Die Blattansätze sind pfeilqörmig, und ganz. Die Gabeln, oder Schlingen sind gemeiniglich dreytheilig. Die Blumenstiele entspringen aus den Anwachswinkeln der Blätter, und sind ziemlich lang; an welchen die kleinen, blauen Blumen oft zu 30 wie Dachziegel aneinander sitzen, und, nach einer Seite gerichtet, abwärts hangen.Gebrauch. Diese Pflanze ist ein vortreffliches Futterkraut (11.t.) Auch die Schweine fressen sie gerne, so lange sie noch jung ist. Der Saame wird von den Tauben sehr geliebt; die Blumen werden von den Bienen besucht.«; Anmerkungen: für ♃ ist angegeben »perennierende Pflanzen, Zeichen des Jupiters«; für (11.t.) ist angegeben »Haller a.a.O., Mattuschka. a.a.O.« die nach Braune (Bd.1, 1797) Seite XLVII aufgeschlüsselt werden als »Haller. (Albert de) Hiſtoria ſtirpium Helvetiae indigenarum. III. vol. fol. Bernae. 1768« und Seite XLIX: »Mattuschka. (Hein. Gott. Graf. v.) Flora silesiaca. 2 Bände. 8. Breßlau und Leipzig. 1776-1777.«)

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