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enthält „Naturspielzeug“
dazu fand sich 1 Stichwort: Naturspielzeug
  1. Verwendung: Naturspielzeug (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.); Wiesen-Bärenklau (He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.): A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze und Gemeines Heilkraut)
  2. Verwendung: Naturspielzeug (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Wurzel; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1452f.: »Heracleum Sphondylium, die Gemeine Bärenklau, ist (namentlich in der typischen Unterart austrále) ein verbreitetes, oft lästiges Kraut der Fett-, Wässer- und Frischwiesen (siehe pag. 1429), das allerdings erst nach der Heuernte — vor dem zweiten Schnitt (Grummet, Emd) — zur Blüte gelangt und dann einen bezeichnenden Aspekt erzeugt. Durch einseitige Stickstoffdüngung (Jauche, Stallmist) wird das Wachstum sehr gefördert. Nur in höheren Lagen blüht die Bärenklau bereits im ersten Schnitt, gelegentlich gleichzeitig mit dem Wiesenkerbel, mit welchem — auch mit dem Berg-Kälberkropf — die Art übrigens viel gemeinsames hat. Die Pflanze entwickelt eine enorme Wachstumsenergie. Der dicke, vielköpfige Wurzelstock besitzt ein starkes Ausschlagsvermögen; die grossen, grundständigen Blätter verdrängen durch Beschattung alle guten Wiesengräser und Kräuter und setzen dadurch den Ertrag der Wiesen herab. Bis zum ersten Schnitt bildet die Pflanze ein ordentliches Milch- und Grünfutter; doch schrumpfen die Blätter beim Dörren zusammen und zerbröckeln zu Pulver. Aus diesem Grunde werden die Blätter mancherorts von Kindern aus dem Heu herausgelesen und grün verfüttert. Im zweiten Schnitt werden die kräftigen Stengel holzig und die Blätter grob; sie liefern ein geringes Heu, das zufolge des grossen Wassergehaltes schlecht trocknet und leicht schimmlig wird. Aus diesen Gründen wird die Bärenklau wie andere Doldenpflanzen — sie kann auf gedüngten Wiesen bis 80 % des Bestandes ausmachen — durch verschiedene Massnahmen zu bekämpfen gesucht, so durch öfteres Abschneiden vor der Samenreife und durch Beweiden während des Sommers, durch einen Wechsel in der Düngung (statt Jauche Thomasmehl und Superphosphat), durch Ausstechen der Wurzelstöcke (zu kostspielig) oder durch Begiessen der Schnittstellen mit Petroleum. Stebler erwähnt, dass durch die Sommerweide die Bärenklau auf einer Wiese auf dem Baurenboden-Fischenthal (Zürcher Oberland) beinahe völlig vertrieben wurde. Auf Trocken- und Magerwiesen wird Heracleum Sphondylium durch den Kümmel und die Bibernelle ersetzt. Bekanntlich geben die jungen Blätter ein gutes Futter für Kaninchen oder (gehäckselt) für Hühner; in den Pyrenäen werden die Blätter im Winter zur Schweinemast verwendet. Die Wurzel ist als Gemüse geniessbar; doch kann sie, besonders wenn sie an einem nassen Standort gewachsen ist, unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Verbreitet ist die Verwendung der hohlen Stengel als Spielzeug für Kinder (für Spritzen, Pfeifen u. dgl.). Die Früchte, die bei Zürich in einem Pfahlbau der Bronce-Eisenzeit nachgewiesen wurden, finden sich zuweilen in europäischen Grassaaten. — Die rinnigen Blattstiele dienen der zentripetalen Ableitung des Wassers. Die bauchigen, derben Blattscheiden bieten den in ihnen eingeschlossenen jungen Sprossteilen einen wirksamen Schutz. Die rauhe Behaarung dient im allgemeinen als (nicht sehr wirksames!) Schutzmittel gegen Tierfrass; der Borstenkranz unmittelbar unter den Verzweigungsstellen der Blattspindel und am Grunde der Stengelblattscheiden bildet jedoch nach Briquet einen lokalen Verdunstungsschutz für die „interkalaren“ Wachstumszonen. Auch die flaumig-filzige Behaarung der Laubblatt-Unterseite bei manchen südlichen Formen ist offenbar als Transpirations-Schutzmittel aufzufassen. Die starkduftenden Blüten, deren Auffälligkeit zudem durch die meist strahlende Ausbildung der äusseren Kronblätter erhöht wird, werden von einer sehr grossen Zahl von kurzrüsseligen Insekten besucht. Sie sind in der Hauptdolde meist sämtlich zwitterig und proterandrisch, in den Seitendolden zuweilen männlich oder (durch mangelhafte Ausbildung der Staubbeutel und der Pollenkörner) physiologisch weiblich. Bei Neu-Ruppin tritt die Pflanze (welche Unterart?) nach Warnstorf andromonözisch und gynodiözisch auf. Die Blütendolden erscheinen auf den Wiesen gewöhnlich erst nach dem ersten Schnitt. Die Früchte, vielerorts „Batzen“ geheissen, sind durch ihren dünnen Flügelrand an die Windverbreitung angepasst. — Die schwach-aromatischen und süsslich-schleimigen, dann scharf-bitterlich schmeckenden Blätter und die einen scharfen, gelben Saft führende (und dadurch abführend wirkende) Wurzel waren ehedem als Herba et Radix Bräncae ursinae Germánicae¹) vel Sphondýlii in der Heilkunde gebräuchlich als erweichendes und zerteilendes Mittel; insbesondere wurde die gekochte Wurzel zum Aufweichen von Geschwüren, namentlich der Leber, aufgelegt. Im Osten werden Auszüge aus Kraut und Wurzel zur Bekämpfung des „Weichselzopfes“ (Plica Polonica), bei dem die Haare zu einem unentwirrbaren Knäuel verfilzt und verklebt sind, angewendet. Die Wurzel galt auch als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie und Dysenterie. Die reifen Früchte, die als krampfstillend angesehen wurden, sind reich (je nach dem Reifegrad 0,9 bis 3 %) an ätherischem Oel; die unreifen Früchte enthalten Methyl- und Aethyl-Alkohol, Paraffin und einen stickstoff-freien Körper „Heraclin“, der in Chloroform, nicht aber in Wasser löslich ist und bei 185 ° schmilzt. Aus den in Wasser gekochten Blättern und Früchten wurde ehedem in slawischen Ländern mit Zusatz von etwas Sauerteig ein alkoholisches Getränk („Bartsch“)²) hergestellt, das von Armen statt Bier getrunken wurde; auch in Nord-Frankreich wird aus der Pflanze ein Likör gewonnen. In Kamtschatka und Persien werden Stengel und Blattstiele von verwandten Arten (in ersterm Lande wohl H. dulce Fischer; s. pag. 1422) entrindet gegessen und auch Zucker (man trocknete die Stengel und klopfte die Zuckereffloreszenz ab) und ein Branntwein daraus hergestellt. In Litauen und Polen soll die Wurzel als Gesundheitszusatz zu Landbieren dienen. ---- : ¹) In vor-linné’scher Zeit führte die Pflanze die Bezeichnung Branca ursina nostras. : ²) Daher auch der Name „Bartsch“ für die Pflanze (siehe pag. 1428). Vgl. Hartwich, C. Ueber alkoholische Getränke aus dem Bärenklau. Apotheker-Zeitung. Bd. XXVI (1911), pag. 703; Referat im Bot. Zentralblatt 1911, II, p. 605. «)
  3. Verwendung: Naturspielzeug (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: junge Triebe; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1452f.: »Heracleum Sphondylium, die Gemeine Bärenklau, ist (namentlich in der typischen Unterart austrále) ein verbreitetes, oft lästiges Kraut der Fett-, Wässer- und Frischwiesen (siehe pag. 1429), das allerdings erst nach der Heuernte — vor dem zweiten Schnitt (Grummet, Emd) — zur Blüte gelangt und dann einen bezeichnenden Aspekt erzeugt. Durch einseitige Stickstoffdüngung (Jauche, Stallmist) wird das Wachstum sehr gefördert. Nur in höheren Lagen blüht die Bärenklau bereits im ersten Schnitt, gelegentlich gleichzeitig mit dem Wiesenkerbel, mit welchem — auch mit dem Berg-Kälberkropf — die Art übrigens viel gemeinsames hat. Die Pflanze entwickelt eine enorme Wachstumsenergie. Der dicke, vielköpfige Wurzelstock besitzt ein starkes Ausschlagsvermögen; die grossen, grundständigen Blätter verdrängen durch Beschattung alle guten Wiesengräser und Kräuter und setzen dadurch den Ertrag der Wiesen herab. Bis zum ersten Schnitt bildet die Pflanze ein ordentliches Milch- und Grünfutter; doch schrumpfen die Blätter beim Dörren zusammen und zerbröckeln zu Pulver. Aus diesem Grunde werden die Blätter mancherorts von Kindern aus dem Heu herausgelesen und grün verfüttert. Im zweiten Schnitt werden die kräftigen Stengel holzig und die Blätter grob; sie liefern ein geringes Heu, das zufolge des grossen Wassergehaltes schlecht trocknet und leicht schimmlig wird. Aus diesen Gründen wird die Bärenklau wie andere Doldenpflanzen — sie kann auf gedüngten Wiesen bis 80 % des Bestandes ausmachen — durch verschiedene Massnahmen zu bekämpfen gesucht, so durch öfteres Abschneiden vor der Samenreife und durch Beweiden während des Sommers, durch einen Wechsel in der Düngung (statt Jauche Thomasmehl und Superphosphat), durch Ausstechen der Wurzelstöcke (zu kostspielig) oder durch Begiessen der Schnittstellen mit Petroleum. Stebler erwähnt, dass durch die Sommerweide die Bärenklau auf einer Wiese auf dem Baurenboden-Fischenthal (Zürcher Oberland) beinahe völlig vertrieben wurde. Auf Trocken- und Magerwiesen wird Heracleum Sphondylium durch den Kümmel und die Bibernelle ersetzt. Bekanntlich geben die jungen Blätter ein gutes Futter für Kaninchen oder (gehäckselt) für Hühner; in den Pyrenäen werden die Blätter im Winter zur Schweinemast verwendet. Die Wurzel ist als Gemüse geniessbar; doch kann sie, besonders wenn sie an einem nassen Standort gewachsen ist, unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Verbreitet ist die Verwendung der hohlen Stengel als Spielzeug für Kinder (für Spritzen, Pfeifen u. dgl.). Die Früchte, die bei Zürich in einem Pfahlbau der Bronce-Eisenzeit nachgewiesen wurden, finden sich zuweilen in europäischen Grassaaten. — Die rinnigen Blattstiele dienen der zentripetalen Ableitung des Wassers. Die bauchigen, derben Blattscheiden bieten den in ihnen eingeschlossenen jungen Sprossteilen einen wirksamen Schutz. Die rauhe Behaarung dient im allgemeinen als (nicht sehr wirksames!) Schutzmittel gegen Tierfrass; der Borstenkranz unmittelbar unter den Verzweigungsstellen der Blattspindel und am Grunde der Stengelblattscheiden bildet jedoch nach Briquet einen lokalen Verdunstungsschutz für die „interkalaren“ Wachstumszonen. Auch die flaumig-filzige Behaarung der Laubblatt-Unterseite bei manchen südlichen Formen ist offenbar als Transpirations-Schutzmittel aufzufassen. Die starkduftenden Blüten, deren Auffälligkeit zudem durch die meist strahlende Ausbildung der äusseren Kronblätter erhöht wird, werden von einer sehr grossen Zahl von kurzrüsseligen Insekten besucht. Sie sind in der Hauptdolde meist sämtlich zwitterig und proterandrisch, in den Seitendolden zuweilen männlich oder (durch mangelhafte Ausbildung der Staubbeutel und der Pollenkörner) physiologisch weiblich. Bei Neu-Ruppin tritt die Pflanze (welche Unterart?) nach Warnstorf andromonözisch und gynodiözisch auf. Die Blütendolden erscheinen auf den Wiesen gewöhnlich erst nach dem ersten Schnitt. Die Früchte, vielerorts „Batzen“ geheissen, sind durch ihren dünnen Flügelrand an die Windverbreitung angepasst. — Die schwach-aromatischen und süsslich-schleimigen, dann scharf-bitterlich schmeckenden Blätter und die einen scharfen, gelben Saft führende (und dadurch abführend wirkende) Wurzel waren ehedem als Herba et Radix Bräncae ursinae Germánicae¹) vel Sphondýlii in der Heilkunde gebräuchlich als erweichendes und zerteilendes Mittel; insbesondere wurde die gekochte Wurzel zum Aufweichen von Geschwüren, namentlich der Leber, aufgelegt. Im Osten werden Auszüge aus Kraut und Wurzel zur Bekämpfung des „Weichselzopfes“ (Plica Polonica), bei dem die Haare zu einem unentwirrbaren Knäuel verfilzt und verklebt sind, angewendet. Die Wurzel galt auch als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie und Dysenterie. Die reifen Früchte, die als krampfstillend angesehen wurden, sind reich (je nach dem Reifegrad 0,9 bis 3 %) an ätherischem Oel; die unreifen Früchte enthalten Methyl- und Aethyl-Alkohol, Paraffin und einen stickstoff-freien Körper „Heraclin“, der in Chloroform, nicht aber in Wasser löslich ist und bei 185 ° schmilzt. Aus den in Wasser gekochten Blättern und Früchten wurde ehedem in slawischen Ländern mit Zusatz von etwas Sauerteig ein alkoholisches Getränk („Bartsch“)²) hergestellt, das von Armen statt Bier getrunken wurde; auch in Nord-Frankreich wird aus der Pflanze ein Likör gewonnen. In Kamtschatka und Persien werden Stengel und Blattstiele von verwandten Arten (in ersterm Lande wohl H. dulce Fischer; s. pag. 1422) entrindet gegessen und auch Zucker (man trocknete die Stengel und klopfte die Zuckereffloreszenz ab) und ein Branntwein daraus hergestellt. In Litauen und Polen soll die Wurzel als Gesundheitszusatz zu Landbieren dienen. ---- : ¹) In vor-linné’scher Zeit führte die Pflanze die Bezeichnung Branca ursina nostras. : ²) Daher auch der Name „Bartsch“ für die Pflanze (siehe pag. 1428). Vgl. Hartwich, C. Ueber alkoholische Getränke aus dem Bärenklau. Apotheker-Zeitung. Bd. XXVI (1911), pag. 703; Referat im Bot. Zentralblatt 1911, II, p. 605. «)
  4. Verwendung: Naturspielzeug (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Früchte; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1452f.: »Heracleum Sphondylium, die Gemeine Bärenklau, ist (namentlich in der typischen Unterart austrále) ein verbreitetes, oft lästiges Kraut der Fett-, Wässer- und Frischwiesen (siehe pag. 1429), das allerdings erst nach der Heuernte — vor dem zweiten Schnitt (Grummet, Emd) — zur Blüte gelangt und dann einen bezeichnenden Aspekt erzeugt. Durch einseitige Stickstoffdüngung (Jauche, Stallmist) wird das Wachstum sehr gefördert. Nur in höheren Lagen blüht die Bärenklau bereits im ersten Schnitt, gelegentlich gleichzeitig mit dem Wiesenkerbel, mit welchem — auch mit dem Berg-Kälberkropf — die Art übrigens viel gemeinsames hat. Die Pflanze entwickelt eine enorme Wachstumsenergie. Der dicke, vielköpfige Wurzelstock besitzt ein starkes Ausschlagsvermögen; die grossen, grundständigen Blätter verdrängen durch Beschattung alle guten Wiesengräser und Kräuter und setzen dadurch den Ertrag der Wiesen herab. Bis zum ersten Schnitt bildet die Pflanze ein ordentliches Milch- und Grünfutter; doch schrumpfen die Blätter beim Dörren zusammen und zerbröckeln zu Pulver. Aus diesem Grunde werden die Blätter mancherorts von Kindern aus dem Heu herausgelesen und grün verfüttert. Im zweiten Schnitt werden die kräftigen Stengel holzig und die Blätter grob; sie liefern ein geringes Heu, das zufolge des grossen Wassergehaltes schlecht trocknet und leicht schimmlig wird. Aus diesen Gründen wird die Bärenklau wie andere Doldenpflanzen — sie kann auf gedüngten Wiesen bis 80 % des Bestandes ausmachen — durch verschiedene Massnahmen zu bekämpfen gesucht, so durch öfteres Abschneiden vor der Samenreife und durch Beweiden während des Sommers, durch einen Wechsel in der Düngung (statt Jauche Thomasmehl und Superphosphat), durch Ausstechen der Wurzelstöcke (zu kostspielig) oder durch Begiessen der Schnittstellen mit Petroleum. Stebler erwähnt, dass durch die Sommerweide die Bärenklau auf einer Wiese auf dem Baurenboden-Fischenthal (Zürcher Oberland) beinahe völlig vertrieben wurde. Auf Trocken- und Magerwiesen wird Heracleum Sphondylium durch den Kümmel und die Bibernelle ersetzt. Bekanntlich geben die jungen Blätter ein gutes Futter für Kaninchen oder (gehäckselt) für Hühner; in den Pyrenäen werden die Blätter im Winter zur Schweinemast verwendet. Die Wurzel ist als Gemüse geniessbar; doch kann sie, besonders wenn sie an einem nassen Standort gewachsen ist, unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Verbreitet ist die Verwendung der hohlen Stengel als Spielzeug für Kinder (für Spritzen, Pfeifen u. dgl.). Die Früchte, die bei Zürich in einem Pfahlbau der Bronce-Eisenzeit nachgewiesen wurden, finden sich zuweilen in europäischen Grassaaten. — Die rinnigen Blattstiele dienen der zentripetalen Ableitung des Wassers. Die bauchigen, derben Blattscheiden bieten den in ihnen eingeschlossenen jungen Sprossteilen einen wirksamen Schutz. Die rauhe Behaarung dient im allgemeinen als (nicht sehr wirksames!) Schutzmittel gegen Tierfrass; der Borstenkranz unmittelbar unter den Verzweigungsstellen der Blattspindel und am Grunde der Stengelblattscheiden bildet jedoch nach Briquet einen lokalen Verdunstungsschutz für die „interkalaren“ Wachstumszonen. Auch die flaumig-filzige Behaarung der Laubblatt-Unterseite bei manchen südlichen Formen ist offenbar als Transpirations-Schutzmittel aufzufassen. Die starkduftenden Blüten, deren Auffälligkeit zudem durch die meist strahlende Ausbildung der äusseren Kronblätter erhöht wird, werden von einer sehr grossen Zahl von kurzrüsseligen Insekten besucht. Sie sind in der Hauptdolde meist sämtlich zwitterig und proterandrisch, in den Seitendolden zuweilen männlich oder (durch mangelhafte Ausbildung der Staubbeutel und der Pollenkörner) physiologisch weiblich. Bei Neu-Ruppin tritt die Pflanze (welche Unterart?) nach Warnstorf andromonözisch und gynodiözisch auf. Die Blütendolden erscheinen auf den Wiesen gewöhnlich erst nach dem ersten Schnitt. Die Früchte, vielerorts „Batzen“ geheissen, sind durch ihren dünnen Flügelrand an die Windverbreitung angepasst. — Die schwach-aromatischen und süsslich-schleimigen, dann scharf-bitterlich schmeckenden Blätter und die einen scharfen, gelben Saft führende (und dadurch abführend wirkende) Wurzel waren ehedem als Herba et Radix Bräncae ursinae Germánicae¹) vel Sphondýlii in der Heilkunde gebräuchlich als erweichendes und zerteilendes Mittel; insbesondere wurde die gekochte Wurzel zum Aufweichen von Geschwüren, namentlich der Leber, aufgelegt. Im Osten werden Auszüge aus Kraut und Wurzel zur Bekämpfung des „Weichselzopfes“ (Plica Polonica), bei dem die Haare zu einem unentwirrbaren Knäuel verfilzt und verklebt sind, angewendet. Die Wurzel galt auch als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie und Dysenterie. Die reifen Früchte, die als krampfstillend angesehen wurden, sind reich (je nach dem Reifegrad 0,9 bis 3 %) an ätherischem Oel; die unreifen Früchte enthalten Methyl- und Aethyl-Alkohol, Paraffin und einen stickstoff-freien Körper „Heraclin“, der in Chloroform, nicht aber in Wasser löslich ist und bei 185 ° schmilzt. Aus den in Wasser gekochten Blättern und Früchten wurde ehedem in slawischen Ländern mit Zusatz von etwas Sauerteig ein alkoholisches Getränk („Bartsch“)²) hergestellt, das von Armen statt Bier getrunken wurde; auch in Nord-Frankreich wird aus der Pflanze ein Likör gewonnen. In Kamtschatka und Persien werden Stengel und Blattstiele von verwandten Arten (in ersterm Lande wohl H. dulce Fischer; s. pag. 1422) entrindet gegessen und auch Zucker (man trocknete die Stengel und klopfte die Zuckereffloreszenz ab) und ein Branntwein daraus hergestellt. In Litauen und Polen soll die Wurzel als Gesundheitszusatz zu Landbieren dienen. ---- : ¹) In vor-linné’scher Zeit führte die Pflanze die Bezeichnung Branca ursina nostras. : ²) Daher auch der Name „Bartsch“ für die Pflanze (siehe pag. 1428). Vgl. Hartwich, C. Ueber alkoholische Getränke aus dem Bärenklau. Apotheker-Zeitung. Bd. XXVI (1911), pag. 703; Referat im Bot. Zentralblatt 1911, II, p. 605. «)
  5. Verwendung: Naturspielzeug (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1452f.: »Heracleum Sphondylium, die Gemeine Bärenklau, ist (namentlich in der typischen Unterart austrále) ein verbreitetes, oft lästiges Kraut der Fett-, Wässer- und Frischwiesen (siehe pag. 1429), das allerdings erst nach der Heuernte — vor dem zweiten Schnitt (Grummet, Emd) — zur Blüte gelangt und dann einen bezeichnenden Aspekt erzeugt. Durch einseitige Stickstoffdüngung (Jauche, Stallmist) wird das Wachstum sehr gefördert. Nur in höheren Lagen blüht die Bärenklau bereits im ersten Schnitt, gelegentlich gleichzeitig mit dem Wiesenkerbel, mit welchem — auch mit dem Berg-Kälberkropf — die Art übrigens viel gemeinsames hat. Die Pflanze entwickelt eine enorme Wachstumsenergie. Der dicke, vielköpfige Wurzelstock besitzt ein starkes Ausschlagsvermögen; die grossen, grundständigen Blätter verdrängen durch Beschattung alle guten Wiesengräser und Kräuter und setzen dadurch den Ertrag der Wiesen herab. Bis zum ersten Schnitt bildet die Pflanze ein ordentliches Milch- und Grünfutter; doch schrumpfen die Blätter beim Dörren zusammen und zerbröckeln zu Pulver. Aus diesem Grunde werden die Blätter mancherorts von Kindern aus dem Heu herausgelesen und grün verfüttert. Im zweiten Schnitt werden die kräftigen Stengel holzig und die Blätter grob; sie liefern ein geringes Heu, das zufolge des grossen Wassergehaltes schlecht trocknet und leicht schimmlig wird. Aus diesen Gründen wird die Bärenklau wie andere Doldenpflanzen — sie kann auf gedüngten Wiesen bis 80 % des Bestandes ausmachen — durch verschiedene Massnahmen zu bekämpfen gesucht, so durch öfteres Abschneiden vor der Samenreife und durch Beweiden während des Sommers, durch einen Wechsel in der Düngung (statt Jauche Thomasmehl und Superphosphat), durch Ausstechen der Wurzelstöcke (zu kostspielig) oder durch Begiessen der Schnittstellen mit Petroleum. Stebler erwähnt, dass durch die Sommerweide die Bärenklau auf einer Wiese auf dem Baurenboden-Fischenthal (Zürcher Oberland) beinahe völlig vertrieben wurde. Auf Trocken- und Magerwiesen wird Heracleum Sphondylium durch den Kümmel und die Bibernelle ersetzt. Bekanntlich geben die jungen Blätter ein gutes Futter für Kaninchen oder (gehäckselt) für Hühner; in den Pyrenäen werden die Blätter im Winter zur Schweinemast verwendet. Die Wurzel ist als Gemüse geniessbar; doch kann sie, besonders wenn sie an einem nassen Standort gewachsen ist, unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Verbreitet ist die Verwendung der hohlen Stengel als Spielzeug für Kinder (für Spritzen, Pfeifen u. dgl.). Die Früchte, die bei Zürich in einem Pfahlbau der Bronce-Eisenzeit nachgewiesen wurden, finden sich zuweilen in europäischen Grassaaten. — Die rinnigen Blattstiele dienen der zentripetalen Ableitung des Wassers. Die bauchigen, derben Blattscheiden bieten den in ihnen eingeschlossenen jungen Sprossteilen einen wirksamen Schutz. Die rauhe Behaarung dient im allgemeinen als (nicht sehr wirksames!) Schutzmittel gegen Tierfrass; der Borstenkranz unmittelbar unter den Verzweigungsstellen der Blattspindel und am Grunde der Stengelblattscheiden bildet jedoch nach Briquet einen lokalen Verdunstungsschutz für die „interkalaren“ Wachstumszonen. Auch die flaumig-filzige Behaarung der Laubblatt-Unterseite bei manchen südlichen Formen ist offenbar als Transpirations-Schutzmittel aufzufassen. Die starkduftenden Blüten, deren Auffälligkeit zudem durch die meist strahlende Ausbildung der äusseren Kronblätter erhöht wird, werden von einer sehr grossen Zahl von kurzrüsseligen Insekten besucht. Sie sind in der Hauptdolde meist sämtlich zwitterig und proterandrisch, in den Seitendolden zuweilen männlich oder (durch mangelhafte Ausbildung der Staubbeutel und der Pollenkörner) physiologisch weiblich. Bei Neu-Ruppin tritt die Pflanze (welche Unterart?) nach Warnstorf andromonözisch und gynodiözisch auf. Die Blütendolden erscheinen auf den Wiesen gewöhnlich erst nach dem ersten Schnitt. Die Früchte, vielerorts „Batzen“ geheissen, sind durch ihren dünnen Flügelrand an die Windverbreitung angepasst. — Die schwach-aromatischen und süsslich-schleimigen, dann scharf-bitterlich schmeckenden Blätter und die einen scharfen, gelben Saft führende (und dadurch abführend wirkende) Wurzel waren ehedem als Herba et Radix Bräncae ursinae Germánicae¹) vel Sphondýlii in der Heilkunde gebräuchlich als erweichendes und zerteilendes Mittel; insbesondere wurde die gekochte Wurzel zum Aufweichen von Geschwüren, namentlich der Leber, aufgelegt. Im Osten werden Auszüge aus Kraut und Wurzel zur Bekämpfung des „Weichselzopfes“ (Plica Polonica), bei dem die Haare zu einem unentwirrbaren Knäuel verfilzt und verklebt sind, angewendet. Die Wurzel galt auch als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie und Dysenterie. Die reifen Früchte, die als krampfstillend angesehen wurden, sind reich (je nach dem Reifegrad 0,9 bis 3 %) an ätherischem Oel; die unreifen Früchte enthalten Methyl- und Aethyl-Alkohol, Paraffin und einen stickstoff-freien Körper „Heraclin“, der in Chloroform, nicht aber in Wasser löslich ist und bei 185 ° schmilzt. Aus den in Wasser gekochten Blättern und Früchten wurde ehedem in slawischen Ländern mit Zusatz von etwas Sauerteig ein alkoholisches Getränk („Bartsch“)²) hergestellt, das von Armen statt Bier getrunken wurde; auch in Nord-Frankreich wird aus der Pflanze ein Likör gewonnen. In Kamtschatka und Persien werden Stengel und Blattstiele von verwandten Arten (in ersterm Lande wohl H. dulce Fischer; s. pag. 1422) entrindet gegessen und auch Zucker (man trocknete die Stengel und klopfte die Zuckereffloreszenz ab) und ein Branntwein daraus hergestellt. In Litauen und Polen soll die Wurzel als Gesundheitszusatz zu Landbieren dienen. ---- : ¹) In vor-linné’scher Zeit führte die Pflanze die Bezeichnung Branca ursina nostras. : ²) Daher auch der Name „Bartsch“ für die Pflanze (siehe pag. 1428). Vgl. Hartwich, C. Ueber alkoholische Getränke aus dem Bärenklau. Apotheker-Zeitung. Bd. XXVI (1911), pag. 703; Referat im Bot. Zentralblatt 1911, II, p. 605. «)
  6. Verwendung: Naturspielzeug (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1452f.: »Heracleum Sphondylium, die Gemeine Bärenklau, ist (namentlich in der typischen Unterart austrále) ein verbreitetes, oft lästiges Kraut der Fett-, Wässer- und Frischwiesen (siehe pag. 1429), das allerdings erst nach der Heuernte — vor dem zweiten Schnitt (Grummet, Emd) — zur Blüte gelangt und dann einen bezeichnenden Aspekt erzeugt. Durch einseitige Stickstoffdüngung (Jauche, Stallmist) wird das Wachstum sehr gefördert. Nur in höheren Lagen blüht die Bärenklau bereits im ersten Schnitt, gelegentlich gleichzeitig mit dem Wiesenkerbel, mit welchem — auch mit dem Berg-Kälberkropf — die Art übrigens viel gemeinsames hat. Die Pflanze entwickelt eine enorme Wachstumsenergie. Der dicke, vielköpfige Wurzelstock besitzt ein starkes Ausschlagsvermögen; die grossen, grundständigen Blätter verdrängen durch Beschattung alle guten Wiesengräser und Kräuter und setzen dadurch den Ertrag der Wiesen herab. Bis zum ersten Schnitt bildet die Pflanze ein ordentliches Milch- und Grünfutter; doch schrumpfen die Blätter beim Dörren zusammen und zerbröckeln zu Pulver. Aus diesem Grunde werden die Blätter mancherorts von Kindern aus dem Heu herausgelesen und grün verfüttert. Im zweiten Schnitt werden die kräftigen Stengel holzig und die Blätter grob; sie liefern ein geringes Heu, das zufolge des grossen Wassergehaltes schlecht trocknet und leicht schimmlig wird. Aus diesen Gründen wird die Bärenklau wie andere Doldenpflanzen — sie kann auf gedüngten Wiesen bis 80 % des Bestandes ausmachen — durch verschiedene Massnahmen zu bekämpfen gesucht, so durch öfteres Abschneiden vor der Samenreife und durch Beweiden während des Sommers, durch einen Wechsel in der Düngung (statt Jauche Thomasmehl und Superphosphat), durch Ausstechen der Wurzelstöcke (zu kostspielig) oder durch Begiessen der Schnittstellen mit Petroleum. Stebler erwähnt, dass durch die Sommerweide die Bärenklau auf einer Wiese auf dem Baurenboden-Fischenthal (Zürcher Oberland) beinahe völlig vertrieben wurde. Auf Trocken- und Magerwiesen wird Heracleum Sphondylium durch den Kümmel und die Bibernelle ersetzt. Bekanntlich geben die jungen Blätter ein gutes Futter für Kaninchen oder (gehäckselt) für Hühner; in den Pyrenäen werden die Blätter im Winter zur Schweinemast verwendet. Die Wurzel ist als Gemüse geniessbar; doch kann sie, besonders wenn sie an einem nassen Standort gewachsen ist, unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Verbreitet ist die Verwendung der hohlen Stengel als Spielzeug für Kinder (für Spritzen, Pfeifen u. dgl.). Die Früchte, die bei Zürich in einem Pfahlbau der Bronce-Eisenzeit nachgewiesen wurden, finden sich zuweilen in europäischen Grassaaten. — Die rinnigen Blattstiele dienen der zentripetalen Ableitung des Wassers. Die bauchigen, derben Blattscheiden bieten den in ihnen eingeschlossenen jungen Sprossteilen einen wirksamen Schutz. Die rauhe Behaarung dient im allgemeinen als (nicht sehr wirksames!) Schutzmittel gegen Tierfrass; der Borstenkranz unmittelbar unter den Verzweigungsstellen der Blattspindel und am Grunde der Stengelblattscheiden bildet jedoch nach Briquet einen lokalen Verdunstungsschutz für die „interkalaren“ Wachstumszonen. Auch die flaumig-filzige Behaarung der Laubblatt-Unterseite bei manchen südlichen Formen ist offenbar als Transpirations-Schutzmittel aufzufassen. Die starkduftenden Blüten, deren Auffälligkeit zudem durch die meist strahlende Ausbildung der äusseren Kronblätter erhöht wird, werden von einer sehr grossen Zahl von kurzrüsseligen Insekten besucht. Sie sind in der Hauptdolde meist sämtlich zwitterig und proterandrisch, in den Seitendolden zuweilen männlich oder (durch mangelhafte Ausbildung der Staubbeutel und der Pollenkörner) physiologisch weiblich. Bei Neu-Ruppin tritt die Pflanze (welche Unterart?) nach Warnstorf andromonözisch und gynodiözisch auf. Die Blütendolden erscheinen auf den Wiesen gewöhnlich erst nach dem ersten Schnitt. Die Früchte, vielerorts „Batzen“ geheissen, sind durch ihren dünnen Flügelrand an die Windverbreitung angepasst. — Die schwach-aromatischen und süsslich-schleimigen, dann scharf-bitterlich schmeckenden Blätter und die einen scharfen, gelben Saft führende (und dadurch abführend wirkende) Wurzel waren ehedem als Herba et Radix Bräncae ursinae Germánicae¹) vel Sphondýlii in der Heilkunde gebräuchlich als erweichendes und zerteilendes Mittel; insbesondere wurde die gekochte Wurzel zum Aufweichen von Geschwüren, namentlich der Leber, aufgelegt. Im Osten werden Auszüge aus Kraut und Wurzel zur Bekämpfung des „Weichselzopfes“ (Plica Polonica), bei dem die Haare zu einem unentwirrbaren Knäuel verfilzt und verklebt sind, angewendet. Die Wurzel galt auch als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie und Dysenterie. Die reifen Früchte, die als krampfstillend angesehen wurden, sind reich (je nach dem Reifegrad 0,9 bis 3 %) an ätherischem Oel; die unreifen Früchte enthalten Methyl- und Aethyl-Alkohol, Paraffin und einen stickstoff-freien Körper „Heraclin“, der in Chloroform, nicht aber in Wasser löslich ist und bei 185 ° schmilzt. Aus den in Wasser gekochten Blättern und Früchten wurde ehedem in slawischen Ländern mit Zusatz von etwas Sauerteig ein alkoholisches Getränk („Bartsch“)²) hergestellt, das von Armen statt Bier getrunken wurde; auch in Nord-Frankreich wird aus der Pflanze ein Likör gewonnen. In Kamtschatka und Persien werden Stengel und Blattstiele von verwandten Arten (in ersterm Lande wohl H. dulce Fischer; s. pag. 1422) entrindet gegessen und auch Zucker (man trocknete die Stengel und klopfte die Zuckereffloreszenz ab) und ein Branntwein daraus hergestellt. In Litauen und Polen soll die Wurzel als Gesundheitszusatz zu Landbieren dienen. ---- : ¹) In vor-linné’scher Zeit führte die Pflanze die Bezeichnung Branca ursina nostras. : ²) Daher auch der Name „Bartsch“ für die Pflanze (siehe pag. 1428). Vgl. Hartwich, C. Ueber alkoholische Getränke aus dem Bärenklau. Apotheker-Zeitung. Bd. XXVI (1911), pag. 703; Referat im Bot. Zentralblatt 1911, II, p. 605. «)

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