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Verwendung 
enthält „Wildgemüse- und Gewürzpflanze“
dazu fand sich 1 Stichwort: Wildgemüse- und Gewürzpflanze
  1. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Gemeine Schafgarbe (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.); Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium L.): A blühende Pflanze, natürl. Größe (1-15 vergrößert); 1 Blattabschnitt; 2 ungeöffnetes, 3 geöffnetes Blütenkörbchen; 4 Längsschnitt desselben; 5 Zungenblüte; 6 ungeöffnete Röhrenblüte mit Spreublättchen, 7 geöffnete Röhrenblüte; 8 dieselbe im Längsschnitt; 9 einzelnes Staubgefäß; 10 Pollen; 11 oberer Teil des Griffels mit Narben; 12 Frucht; 13 dieselbe im Querschnitt; 14, 15 dieselbe im Längsschnitt von verschiedenen Seiten—Tafel 70 aus Köhler & Müller (1887); Art: Achillea millefolium L.; Umgangssprachlich: Gemeine Schafgarbe, Tausendblatt, Achillenkraut, Garbenkraut, Grillenkraut, Heil allen Schaden, Gerbel, Kelken und Schabab)
  2. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Alantdistel (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.); Alantdistel und Verschiedenblättrige Kratzdistel (Cir­si­um he­te­ro­phyl­lum (L.) Hill): a Blume, verkleinert; b Blatt, verkleinert; c Einzelblüte, verkleinert; d Staubgefäß, vergrößert; e Griffel, vergrößert; f Fruchtborste, vergrößert – Abbildung aus Sturm & Sturm (1796); Art: Cir­si­um he­te­ro­phyl­lum (L.) Hill; Umgangssprachlich: Alantdistel und Verschiedenblättrige Kratzdistel)
  3. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.); Wiesen-Bärenklau (He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.): A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze und Gemeines Heilkraut)
  4. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Wurzeln; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: © Fleischhauer u.a. (2019), S. 412 ff.)
  5. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Spach (Bd. 10, 1839), S.172: »Cette espèce, nommée vulgairement Berce, Fausse Branc-ursine, ou Branc-ursine bâtarde, est commune dans toute l'Europe, ainsi qu'en Sibérie. Elle croît dans les prairies et les bois un peu humides; la floraison a lieu en été. L'écorce et la racine de la Berce sont très-âcres; on assure qu'étant appliquées fraîches sur la peau, elles y produisent des ulcérations. La substance cellulaire de la tige et les jeunes pousses au contraire ont une saveur sucrée; dans le Nord on s'en sert en guise de légumes verts, et les habitants du Kamtchatka ont coutume d'en extraire, parla distillation, une boisson alcoolique.«(Übersetzt: Die Rinde und die Wurzel des Bärenklau sind sehr blass; es ist sichergestellt, dass sie, wenn sie frisch auf die Haut aufgetragen werden, Geschwürbildungen verursachen. Die Zellsubstanz des Stammes und der jungen Triebe hat dagegen einen süßen Geschmack; im Norden wird sie als grünes Gemüse verwendet, und die Einwohner Kamtschatkas sind es gewohnt, daraus ein alkoholisches Getränk zu destillieren. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com))
  6. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Stängel; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Baxter (British Phaenogamous Botany, Bd.2, 1835), Nr. 130 »Heracleum sphondylium is considered a very nutritious plant, and a wholesome and nourishing food for cattle. Mr. COBBETT says he has fed working-horses, six or eight in number, upon this plant for weeks together. It is gathered in Sussex for fattening hogs, being known there by the name of Hog-weed. Cows, goats, sheep, and rabbits, are also fond of it. // GEMLIN informs us, (in his Flora Siberica) that the inhabitants of Kamtschatka, about the beginning of July, collect the footstalks of the radical leaves, and after peeling off the rind, (which is very acrid,) dry them separately in the sun, and then tying them in bundles they lay them up carefully in the shade; during the process of drying they become covered with a saccharine efflorescence, which is considered a great delicacy. In Poland and Lithuania a kind of beer is brewed from the stalks thus prepared, and when mixed with bilberries (Vaccinium uliyinosum) and fermented, the Russians distil a spirit f om them, which GEMLIN in says is more agreeable to the taste than that procured from corn. The young shoots, when boiled, form a delicate vegetable resembling asparagus. // Attempts have been made to manufacture sugar from this plant, which the Kamschatkans call Ratsch (sweet herb), but 40 pounds of the dried stalks only yielded a quarter of a pound of sugar.«(Übersetzt: Heracleum sphondylium gilt als sehr nahrhafte Pflanze und als gesundes und nahrhaftes Nahrungsmittel für Rinder. Herr COBBETT sagt, er habe sechs oder acht Arbeitspferde, sechs oder acht an der Zahl, wochenlang gemeinsam mit dieser Pflanze gefüttert. Sie wird in Sussex gesammelt, um Schweine zu mästen, und ist dort unter dem Namen Hog-weed bekannt. Kühe, Ziegen, Schafe und Kaninchen mögen sie ebenfalls. // GEMLIN informiert uns (in seiner Flora Siberica), dass die Einwohner von Kamtschatka etwa Anfang Juli die Stiele der radikalen Blätter sammeln und sie nach dem Abschälen der Rinde (die sehr beißend ist) einzeln in der Sonne trocknen und dann in Bündeln zusammenbinden und vorsichtig im Schatten aufstellen; während des Trocknungsprozesses werden sie mit einer zuckerhaltigen Ausblühung bedeckt, die als große Delikatesse gilt. In Polen und Litauen wird aus den so zubereiteten Stängeln eine Biersorte gebraut, und wenn sie mit Heidelbeeren (Vaccinium uliyinosum) vermischt und vergoren werden, destillieren die Russen daraus eine Spirituose, die laut GEMLIN geschmacklich angenehmer ist als die aus Mais gewonnene. Die jungen Triebe bilden, wenn sie gekocht werden, ein zartes, spargelähnliches Gemüse. // Man hat versucht, aus dieser Pflanze, die die Kamschatker Ratsch (süßes Kraut) nennen, Zucker herzustellen, aber 40 Pfund der getrockneten Stängel brachten nur ein Viertelpfund Zucker hervor. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com))
  7. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: junge Triebe; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: © Fleischhauer u.a. (2019), S. 412 ff.)
  8. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Wurzel; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Masclef (Bd.1, 1891), S.113 »La Berce Branc-ursine est: utile. — Elle est recherchée par les bestiaux quand elle est jeune, mais il faut la faire consommer sur place de bonne heure ou la couper avant la fenaison, car elle durcit très promptement et devient presque ligneuse. // La tige, dépouillée de son écorce âcre, renferme du sucre et peut donner de l'alcool par fermentation; en Pologne et en Lithuanie on en fabrique une sorte de bière (parst) consommée par les classes pauvres. // La racine très acre est employée dans la médecine populaire pour guérir les durillons et les callosités de la peau. // Les fruits aromatiques remplacent quelquefois ceux de l'Angélique.«(Übersetzt: Der Wiesen-Bärenklau ist: nutzbar – Er ist bei jungen Rindern sehr begehrt, muss aber früh an Ort und Stelle gefressen oder vor der Heuernte geschnitten werden, da er sehr schnell aushärtet und fast verholzt. // Der von seiner scharfen Rinde befreite Stängel enthält Zucker und kann durch Gärung Alkohol ergeben; in Polen und Litauen wird daraus eine Art Bier (parst) hergestellt, das von den armen Bevölkerungsschichten konsumiert wird. // Die sehr scharfe Wurzel wird in der Volksmedizin zur Heilung von Schwielen und Hornhaut verwendet. // Aromatische Früchte ersetzen manchmal die von Angelika. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com))
  9. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1452f.: »Heracleum Sphondylium, die Gemeine Bärenklau, ist (namentlich in der typischen Unterart austrále) ein verbreitetes, oft lästiges Kraut der Fett-, Wässer- und Frischwiesen (siehe pag. 1429), das allerdings erst nach der Heuernte — vor dem zweiten Schnitt (Grummet, Emd) — zur Blüte gelangt und dann einen bezeichnenden Aspekt erzeugt. Durch einseitige Stickstoffdüngung (Jauche, Stallmist) wird das Wachstum sehr gefördert. Nur in höheren Lagen blüht die Bärenklau bereits im ersten Schnitt, gelegentlich gleichzeitig mit dem Wiesenkerbel, mit welchem — auch mit dem Berg-Kälberkropf — die Art übrigens viel gemeinsames hat. Die Pflanze entwickelt eine enorme Wachstumsenergie. Der dicke, vielköpfige Wurzelstock besitzt ein starkes Ausschlagsvermögen; die grossen, grundständigen Blätter verdrängen durch Beschattung alle guten Wiesengräser und Kräuter und setzen dadurch den Ertrag der Wiesen herab. Bis zum ersten Schnitt bildet die Pflanze ein ordentliches Milch- und Grünfutter; doch schrumpfen die Blätter beim Dörren zusammen und zerbröckeln zu Pulver. Aus diesem Grunde werden die Blätter mancherorts von Kindern aus dem Heu herausgelesen und grün verfüttert. Im zweiten Schnitt werden die kräftigen Stengel holzig und die Blätter grob; sie liefern ein geringes Heu, das zufolge des grossen Wassergehaltes schlecht trocknet und leicht schimmlig wird. Aus diesen Gründen wird die Bärenklau wie andere Doldenpflanzen — sie kann auf gedüngten Wiesen bis 80 % des Bestandes ausmachen — durch verschiedene Massnahmen zu bekämpfen gesucht, so durch öfteres Abschneiden vor der Samenreife und durch Beweiden während des Sommers, durch einen Wechsel in der Düngung (statt Jauche Thomasmehl und Superphosphat), durch Ausstechen der Wurzelstöcke (zu kostspielig) oder durch Begiessen der Schnittstellen mit Petroleum. Stebler erwähnt, dass durch die Sommerweide die Bärenklau auf einer Wiese auf dem Baurenboden-Fischenthal (Zürcher Oberland) beinahe völlig vertrieben wurde. Auf Trocken- und Magerwiesen wird Heracleum Sphondylium durch den Kümmel und die Bibernelle ersetzt. Bekanntlich geben die jungen Blätter ein gutes Futter für Kaninchen oder (gehäckselt) für Hühner; in den Pyrenäen werden die Blätter im Winter zur Schweinemast verwendet. Die Wurzel ist als Gemüse geniessbar; doch kann sie, besonders wenn sie an einem nassen Standort gewachsen ist, unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Verbreitet ist die Verwendung der hohlen Stengel als Spielzeug für Kinder (für Spritzen, Pfeifen u. dgl.). Die Früchte, die bei Zürich in einem Pfahlbau der Bronce-Eisenzeit nachgewiesen wurden, finden sich zuweilen in europäischen Grassaaten. — Die rinnigen Blattstiele dienen der zentripetalen Ableitung des Wassers. Die bauchigen, derben Blattscheiden bieten den in ihnen eingeschlossenen jungen Sprossteilen einen wirksamen Schutz. Die rauhe Behaarung dient im allgemeinen als (nicht sehr wirksames!) Schutzmittel gegen Tierfrass; der Borstenkranz unmittelbar unter den Verzweigungsstellen der Blattspindel und am Grunde der Stengelblattscheiden bildet jedoch nach Briquet einen lokalen Verdunstungsschutz für die „interkalaren“ Wachstumszonen. Auch die flaumig-filzige Behaarung der Laubblatt-Unterseite bei manchen südlichen Formen ist offenbar als Transpirations-Schutzmittel aufzufassen. Die starkduftenden Blüten, deren Auffälligkeit zudem durch die meist strahlende Ausbildung der äusseren Kronblätter erhöht wird, werden von einer sehr grossen Zahl von kurzrüsseligen Insekten besucht. Sie sind in der Hauptdolde meist sämtlich zwitterig und proterandrisch, in den Seitendolden zuweilen männlich oder (durch mangelhafte Ausbildung der Staubbeutel und der Pollenkörner) physiologisch weiblich. Bei Neu-Ruppin tritt die Pflanze (welche Unterart?) nach Warnstorf andromonözisch und gynodiözisch auf. Die Blütendolden erscheinen auf den Wiesen gewöhnlich erst nach dem ersten Schnitt. Die Früchte, vielerorts „Batzen“ geheissen, sind durch ihren dünnen Flügelrand an die Windverbreitung angepasst. — Die schwach-aromatischen und süsslich-schleimigen, dann scharf-bitterlich schmeckenden Blätter und die einen scharfen, gelben Saft führende (und dadurch abführend wirkende) Wurzel waren ehedem als Herba et Radix Bräncae ursinae Germánicae¹) vel Sphondýlii in der Heilkunde gebräuchlich als erweichendes und zerteilendes Mittel; insbesondere wurde die gekochte Wurzel zum Aufweichen von Geschwüren, namentlich der Leber, aufgelegt. Im Osten werden Auszüge aus Kraut und Wurzel zur Bekämpfung des „Weichselzopfes“ (Plica Polonica), bei dem die Haare zu einem unentwirrbaren Knäuel verfilzt und verklebt sind, angewendet. Die Wurzel galt auch als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie und Dysenterie. Die reifen Früchte, die als krampfstillend angesehen wurden, sind reich (je nach dem Reifegrad 0,9 bis 3 %) an ätherischem Oel; die unreifen Früchte enthalten Methyl- und Aethyl-Alkohol, Paraffin und einen stickstoff-freien Körper „Heraclin“, der in Chloroform, nicht aber in Wasser löslich ist und bei 185 ° schmilzt. Aus den in Wasser gekochten Blättern und Früchten wurde ehedem in slawischen Ländern mit Zusatz von etwas Sauerteig ein alkoholisches Getränk („Bartsch“)²) hergestellt, das von Armen statt Bier getrunken wurde; auch in Nord-Frankreich wird aus der Pflanze ein Likör gewonnen. In Kamtschatka und Persien werden Stengel und Blattstiele von verwandten Arten (in ersterm Lande wohl H. dulce Fischer; s. pag. 1422) entrindet gegessen und auch Zucker (man trocknete die Stengel und klopfte die Zuckereffloreszenz ab) und ein Branntwein daraus hergestellt. In Litauen und Polen soll die Wurzel als Gesundheitszusatz zu Landbieren dienen. ---- : ¹) In vor-linné’scher Zeit führte die Pflanze die Bezeichnung Branca ursina nostras. : ²) Daher auch der Name „Bartsch“ für die Pflanze (siehe pag. 1428). Vgl. Hartwich, C. Ueber alkoholische Getränke aus dem Bärenklau. Apotheker-Zeitung. Bd. XXVI (1911), pag. 703; Referat im Bot. Zentralblatt 1911, II, p. 605. «)
  10. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Stängel; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: © Fleischhauer u.a. (2019), S. 412 ff.)
  11. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Wurzel; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Spach (Bd. 10, 1839), S.172: »Cette espèce, nommée vulgairement Berce, Fausse Branc-ursine, ou Branc-ursine bâtarde, est commune dans toute l'Europe, ainsi qu'en Sibérie. Elle croît dans les prairies et les bois un peu humides; la floraison a lieu en été. L'écorce et la racine de la Berce sont très-âcres; on assure qu'étant appliquées fraîches sur la peau, elles y produisent des ulcérations. La substance cellulaire de la tige et les jeunes pousses au contraire ont une saveur sucrée; dans le Nord on s'en sert en guise de légumes verts, et les habitants du Kamtchatka ont coutume d'en extraire, parla distillation, une boisson alcoolique.«(Übersetzt: Die Rinde und die Wurzel des Bärenklau sind sehr blass; es ist sichergestellt, dass sie, wenn sie frisch auf die Haut aufgetragen werden, Geschwürbildungen verursachen. Die Zellsubstanz des Stammes und der jungen Triebe hat dagegen einen süßen Geschmack; im Norden wird sie als grünes Gemüse verwendet, und die Einwohner Kamtschatkas sind es gewohnt, daraus ein alkoholisches Getränk zu destillieren. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com))
  12. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: junge Triebe; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Baxter (British Phaenogamous Botany, Bd.2, 1835), Nr. 130 »Heracleum sphondylium is considered a very nutritious plant, and a wholesome and nourishing food for cattle. Mr. COBBETT says he has fed working-horses, six or eight in number, upon this plant for weeks together. It is gathered in Sussex for fattening hogs, being known there by the name of Hog-weed. Cows, goats, sheep, and rabbits, are also fond of it. // GEMLIN informs us, (in his Flora Siberica) that the inhabitants of Kamtschatka, about the beginning of July, collect the footstalks of the radical leaves, and after peeling off the rind, (which is very acrid,) dry them separately in the sun, and then tying them in bundles they lay them up carefully in the shade; during the process of drying they become covered with a saccharine efflorescence, which is considered a great delicacy. In Poland and Lithuania a kind of beer is brewed from the stalks thus prepared, and when mixed with bilberries (Vaccinium uliyinosum) and fermented, the Russians distil a spirit f om them, which GEMLIN in says is more agreeable to the taste than that procured from corn. The young shoots, when boiled, form a delicate vegetable resembling asparagus. // Attempts have been made to manufacture sugar from this plant, which the Kamschatkans call Ratsch (sweet herb), but 40 pounds of the dried stalks only yielded a quarter of a pound of sugar.«(Übersetzt: Heracleum sphondylium gilt als sehr nahrhafte Pflanze und als gesundes und nahrhaftes Nahrungsmittel für Rinder. Herr COBBETT sagt, er habe sechs oder acht Arbeitspferde, sechs oder acht an der Zahl, wochenlang gemeinsam mit dieser Pflanze gefüttert. Sie wird in Sussex gesammelt, um Schweine zu mästen, und ist dort unter dem Namen Hog-weed bekannt. Kühe, Ziegen, Schafe und Kaninchen mögen sie ebenfalls. // GEMLIN informiert uns (in seiner Flora Siberica), dass die Einwohner von Kamtschatka etwa Anfang Juli die Stiele der radikalen Blätter sammeln und sie nach dem Abschälen der Rinde (die sehr beißend ist) einzeln in der Sonne trocknen und dann in Bündeln zusammenbinden und vorsichtig im Schatten aufstellen; während des Trocknungsprozesses werden sie mit einer zuckerhaltigen Ausblühung bedeckt, die als große Delikatesse gilt. In Polen und Litauen wird aus den so zubereiteten Stängeln eine Biersorte gebraut, und wenn sie mit Heidelbeeren (Vaccinium uliyinosum) vermischt und vergoren werden, destillieren die Russen daraus eine Spirituose, die laut GEMLIN geschmacklich angenehmer ist als die aus Mais gewonnene. Die jungen Triebe bilden, wenn sie gekocht werden, ein zartes, spargelähnliches Gemüse. // Man hat versucht, aus dieser Pflanze, die die Kamschatker Ratsch (süßes Kraut) nennen, Zucker herzustellen, aber 40 Pfund der getrockneten Stängel brachten nur ein Viertelpfund Zucker hervor. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com))
  13. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: junge Blätter; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: © Fleischhauer u.a. (2019), S. 412 ff.)
  14. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Schkuhr (Bd.1, 1808), S.202 »Brancae ursi Herba; zu Umſchlägen, Bädern und Klyſtiren ; erweichend, lindernd und reinigend. Die Kamſchadalen ſpeiſen die Stiele der Wurzelblätter, und bereiten einen Zucker daraus; werden auch anderwärts noch weiter und in unſern Gegenden von ärmern Leuten die jungen Blätter als Kohl genützt. Auf Wieſen und unter dem Heu iſt dieſe Pflanze wegen ihrer Härte ein Unkraut.«; Anmerkungen: Ob mit „Kamſchadalen“ die Kamptschdalen (Bewohner der südlichen Teile der Insel Kamtschatka siehe https://archive.org/details/meyerskonversati09meye/page/431/mode/1up Meyers Lexikon 1890, Bd.9, Seite 431) gemeint sind, ist unklar)
  15. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Stängel; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Machatschek (2010): : S. 81 »Äußerst bekömmlich sind die Blütensprosse während des Schiebens vom Wiesen-Bärenklau und Wiesen-Kerbel sowie Echt- und Wild-Engelwurz (Heracleum sphondylium, Anthriscus sylvestris, Angelica archangelica, A. sylvestris)«  : S. 92: »Als ausgezeichnetes Kochgemüse galten die Blätter und jungen Stängel von Wiesen-Bärenklau und Wiesen-Kerbel (Heracleum sphondylium sowie alle Unterarten, Anthriscus sylvestris) sowie Pastinak (Pastinaca sativa) und Venuskamm (Scandix pecten-veneris).« : S. 96: »Die ölreichen, blutreinigenden, verdauungs- und leberanregenden Samen (im unreifen, grünen und reifen Zustand) wurden vom Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) in Kärnten, Ost- und Südtirol und anderen Regionen von Kindern gegessen oder für verschiedene Gerichte als Würzmittel in größeren Mengen genossen.« : S. 106: »In Suppen kochte man die Wurzeln von Bärenklau (Heracleum spec.) mit oder genoss sie als Gemüse. In ähnlicher Weise nutze man ebenso den Österreich-Bärenklau (Heracleum austriacum) […]«)
  16. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1452f.: »Heracleum Sphondylium, die Gemeine Bärenklau, ist (namentlich in der typischen Unterart austrále) ein verbreitetes, oft lästiges Kraut der Fett-, Wässer- und Frischwiesen (siehe pag. 1429), das allerdings erst nach der Heuernte — vor dem zweiten Schnitt (Grummet, Emd) — zur Blüte gelangt und dann einen bezeichnenden Aspekt erzeugt. Durch einseitige Stickstoffdüngung (Jauche, Stallmist) wird das Wachstum sehr gefördert. Nur in höheren Lagen blüht die Bärenklau bereits im ersten Schnitt, gelegentlich gleichzeitig mit dem Wiesenkerbel, mit welchem — auch mit dem Berg-Kälberkropf — die Art übrigens viel gemeinsames hat. Die Pflanze entwickelt eine enorme Wachstumsenergie. Der dicke, vielköpfige Wurzelstock besitzt ein starkes Ausschlagsvermögen; die grossen, grundständigen Blätter verdrängen durch Beschattung alle guten Wiesengräser und Kräuter und setzen dadurch den Ertrag der Wiesen herab. Bis zum ersten Schnitt bildet die Pflanze ein ordentliches Milch- und Grünfutter; doch schrumpfen die Blätter beim Dörren zusammen und zerbröckeln zu Pulver. Aus diesem Grunde werden die Blätter mancherorts von Kindern aus dem Heu herausgelesen und grün verfüttert. Im zweiten Schnitt werden die kräftigen Stengel holzig und die Blätter grob; sie liefern ein geringes Heu, das zufolge des grossen Wassergehaltes schlecht trocknet und leicht schimmlig wird. Aus diesen Gründen wird die Bärenklau wie andere Doldenpflanzen — sie kann auf gedüngten Wiesen bis 80 % des Bestandes ausmachen — durch verschiedene Massnahmen zu bekämpfen gesucht, so durch öfteres Abschneiden vor der Samenreife und durch Beweiden während des Sommers, durch einen Wechsel in der Düngung (statt Jauche Thomasmehl und Superphosphat), durch Ausstechen der Wurzelstöcke (zu kostspielig) oder durch Begiessen der Schnittstellen mit Petroleum. Stebler erwähnt, dass durch die Sommerweide die Bärenklau auf einer Wiese auf dem Baurenboden-Fischenthal (Zürcher Oberland) beinahe völlig vertrieben wurde. Auf Trocken- und Magerwiesen wird Heracleum Sphondylium durch den Kümmel und die Bibernelle ersetzt. Bekanntlich geben die jungen Blätter ein gutes Futter für Kaninchen oder (gehäckselt) für Hühner; in den Pyrenäen werden die Blätter im Winter zur Schweinemast verwendet. Die Wurzel ist als Gemüse geniessbar; doch kann sie, besonders wenn sie an einem nassen Standort gewachsen ist, unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Verbreitet ist die Verwendung der hohlen Stengel als Spielzeug für Kinder (für Spritzen, Pfeifen u. dgl.). Die Früchte, die bei Zürich in einem Pfahlbau der Bronce-Eisenzeit nachgewiesen wurden, finden sich zuweilen in europäischen Grassaaten. — Die rinnigen Blattstiele dienen der zentripetalen Ableitung des Wassers. Die bauchigen, derben Blattscheiden bieten den in ihnen eingeschlossenen jungen Sprossteilen einen wirksamen Schutz. Die rauhe Behaarung dient im allgemeinen als (nicht sehr wirksames!) Schutzmittel gegen Tierfrass; der Borstenkranz unmittelbar unter den Verzweigungsstellen der Blattspindel und am Grunde der Stengelblattscheiden bildet jedoch nach Briquet einen lokalen Verdunstungsschutz für die „interkalaren“ Wachstumszonen. Auch die flaumig-filzige Behaarung der Laubblatt-Unterseite bei manchen südlichen Formen ist offenbar als Transpirations-Schutzmittel aufzufassen. Die starkduftenden Blüten, deren Auffälligkeit zudem durch die meist strahlende Ausbildung der äusseren Kronblätter erhöht wird, werden von einer sehr grossen Zahl von kurzrüsseligen Insekten besucht. Sie sind in der Hauptdolde meist sämtlich zwitterig und proterandrisch, in den Seitendolden zuweilen männlich oder (durch mangelhafte Ausbildung der Staubbeutel und der Pollenkörner) physiologisch weiblich. Bei Neu-Ruppin tritt die Pflanze (welche Unterart?) nach Warnstorf andromonözisch und gynodiözisch auf. Die Blütendolden erscheinen auf den Wiesen gewöhnlich erst nach dem ersten Schnitt. Die Früchte, vielerorts „Batzen“ geheissen, sind durch ihren dünnen Flügelrand an die Windverbreitung angepasst. — Die schwach-aromatischen und süsslich-schleimigen, dann scharf-bitterlich schmeckenden Blätter und die einen scharfen, gelben Saft führende (und dadurch abführend wirkende) Wurzel waren ehedem als Herba et Radix Bräncae ursinae Germánicae¹) vel Sphondýlii in der Heilkunde gebräuchlich als erweichendes und zerteilendes Mittel; insbesondere wurde die gekochte Wurzel zum Aufweichen von Geschwüren, namentlich der Leber, aufgelegt. Im Osten werden Auszüge aus Kraut und Wurzel zur Bekämpfung des „Weichselzopfes“ (Plica Polonica), bei dem die Haare zu einem unentwirrbaren Knäuel verfilzt und verklebt sind, angewendet. Die Wurzel galt auch als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie und Dysenterie. Die reifen Früchte, die als krampfstillend angesehen wurden, sind reich (je nach dem Reifegrad 0,9 bis 3 %) an ätherischem Oel; die unreifen Früchte enthalten Methyl- und Aethyl-Alkohol, Paraffin und einen stickstoff-freien Körper „Heraclin“, der in Chloroform, nicht aber in Wasser löslich ist und bei 185 ° schmilzt. Aus den in Wasser gekochten Blättern und Früchten wurde ehedem in slawischen Ländern mit Zusatz von etwas Sauerteig ein alkoholisches Getränk („Bartsch“)²) hergestellt, das von Armen statt Bier getrunken wurde; auch in Nord-Frankreich wird aus der Pflanze ein Likör gewonnen. In Kamtschatka und Persien werden Stengel und Blattstiele von verwandten Arten (in ersterm Lande wohl H. dulce Fischer; s. pag. 1422) entrindet gegessen und auch Zucker (man trocknete die Stengel und klopfte die Zuckereffloreszenz ab) und ein Branntwein daraus hergestellt. In Litauen und Polen soll die Wurzel als Gesundheitszusatz zu Landbieren dienen. ---- : ¹) In vor-linné’scher Zeit führte die Pflanze die Bezeichnung Branca ursina nostras. : ²) Daher auch der Name „Bartsch“ für die Pflanze (siehe pag. 1428). Vgl. Hartwich, C. Ueber alkoholische Getränke aus dem Bärenklau. Apotheker-Zeitung. Bd. XXVI (1911), pag. 703; Referat im Bot. Zentralblatt 1911, II, p. 605. «)
  17. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Boswell u.a. (English Botany Bd. 4, 1877), S.154f. »This is one of our common wayside plants, which might really be usefully employed, if our peasantry were better informed as to the nature and properties of the wild vegetation surrounding them. It is generally looked upon merely as a noxious weed, though in some districts where it grows, the leaves are collected and given to pigs, who quickly fatten upon them ; hence the plant is called Hogweed. The stalks tripped of their rind, which is somewhat acrid, are edible, and are used as food in some parts of Asiatic Russia. In Siberia and Russia the stalks are dried in the sun, when a sweet substance exudes from them, which resembles sugar, and is eaten as a great delicacy. A spirit is distilled from the stalks thus prepared, by first fermenting them with water and either mingling bilberries with them or not. Gmelin says this spirit is more agreeable to the taste than spirit distilled from corn. The young shoots and leaves may be boiled and eaten as a green vegetable, and when just sprouting from the ground resemble asparagus in flavour. This experiment is, however, seldom tried, owing to the ignorance of those to whom such an addition to the table would be a benefit and luxury.«(Übersetzt: Dies ist eine unserer üblichen Wegbegleitpflanzen, die wirklich sinnvoll eingesetzt werden könnte, wenn unsere Bauernschaft besser über die Natur und die Eigenschaften der sie umgebenden wilden Vegetation informiert wäre. Im Allgemeinen wird er lediglich als ein schädliches Unkraut betrachtet, obwohl in einigen Gegenden, in denen er wächst, die Blätter gesammelt und den Schweinen gegeben werden, die sich schnell daran mästen; daher wird die Pflanze Schweinskraut genannt. Die von ihrer etwas beißenden Rinde abgelösten Stängel sind essbar und werden in einigen Teilen des asiatischen Russlands als Nahrungsmittel verwendet. In Sibirien und Russland werden die Stängel in der Sonne getrocknet, wenn aus ihnen eine zuckerähnliche süße Substanz austritt, die als große Delikatesse gegessen wird. Aus den so zubereiteten Stängeln wird eine Spirituose destilliert, indem man sie zunächst mit Wasser fermentiert und entweder Heidelbeeren mit ihnen vermischt oder nicht. Gmelin sagt, diese Spirituose sei geschmacklich angenehmer als Maisbranntwein. Die jungen Triebe und Blätter können gekocht und als grünes Gemüse gegessen werden, und wenn sie gerade aus dem Boden sprießen, ähneln sie im Geschmack dem Spargel. Dieses Experiment wird jedoch aufgrund der Unwissenheit derer, für die eine solche Zugabe auf den Tisch ein Vorteil und Luxus wäre, nur selten durchgeführt. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com))
  18. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Samen; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: © Fleischhauer u.a. (2019), S. 412 ff.)
  19. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Stängel; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Schkuhr (Bd.1, 1808), S.202 »Brancae ursi Herba; zu Umſchlägen, Bädern und Klyſtiren ; erweichend, lindernd und reinigend. Die Kamſchadalen ſpeiſen die Stiele der Wurzelblätter, und bereiten einen Zucker daraus; werden auch anderwärts noch weiter und in unſern Gegenden von ärmern Leuten die jungen Blätter als Kohl genützt. Auf Wieſen und unter dem Heu iſt dieſe Pflanze wegen ihrer Härte ein Unkraut.«; Anmerkungen: Ob mit „Kamſchadalen“ die Kamptschdalen (Bewohner der südlichen Teile der Insel Kamtschatka siehe https://archive.org/details/meyerskonversati09meye/page/431/mode/1up Meyers Lexikon 1890, Bd.9, Seite 431) gemeint sind, ist unklar)
  20. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Samen; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Machatschek (2010): : S. 81 »Äußerst bekömmlich sind die Blütensprosse während des Schiebens vom Wiesen-Bärenklau und Wiesen-Kerbel sowie Echt- und Wild-Engelwurz (Heracleum sphondylium, Anthriscus sylvestris, Angelica archangelica, A. sylvestris)«  : S. 92: »Als ausgezeichnetes Kochgemüse galten die Blätter und jungen Stängel von Wiesen-Bärenklau und Wiesen-Kerbel (Heracleum sphondylium sowie alle Unterarten, Anthriscus sylvestris) sowie Pastinak (Pastinaca sativa) und Venuskamm (Scandix pecten-veneris).« : S. 96: »Die ölreichen, blutreinigenden, verdauungs- und leberanregenden Samen (im unreifen, grünen und reifen Zustand) wurden vom Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) in Kärnten, Ost- und Südtirol und anderen Regionen von Kindern gegessen oder für verschiedene Gerichte als Würzmittel in größeren Mengen genossen.« : S. 106: »In Suppen kochte man die Wurzeln von Bärenklau (Heracleum spec.) mit oder genoss sie als Gemüse. In ähnlicher Weise nutze man ebenso den Österreich-Bärenklau (Heracleum austriacum) […]«)
  21. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Wurzel; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1452f.: »Heracleum Sphondylium, die Gemeine Bärenklau, ist (namentlich in der typischen Unterart austrále) ein verbreitetes, oft lästiges Kraut der Fett-, Wässer- und Frischwiesen (siehe pag. 1429), das allerdings erst nach der Heuernte — vor dem zweiten Schnitt (Grummet, Emd) — zur Blüte gelangt und dann einen bezeichnenden Aspekt erzeugt. Durch einseitige Stickstoffdüngung (Jauche, Stallmist) wird das Wachstum sehr gefördert. Nur in höheren Lagen blüht die Bärenklau bereits im ersten Schnitt, gelegentlich gleichzeitig mit dem Wiesenkerbel, mit welchem — auch mit dem Berg-Kälberkropf — die Art übrigens viel gemeinsames hat. Die Pflanze entwickelt eine enorme Wachstumsenergie. Der dicke, vielköpfige Wurzelstock besitzt ein starkes Ausschlagsvermögen; die grossen, grundständigen Blätter verdrängen durch Beschattung alle guten Wiesengräser und Kräuter und setzen dadurch den Ertrag der Wiesen herab. Bis zum ersten Schnitt bildet die Pflanze ein ordentliches Milch- und Grünfutter; doch schrumpfen die Blätter beim Dörren zusammen und zerbröckeln zu Pulver. Aus diesem Grunde werden die Blätter mancherorts von Kindern aus dem Heu herausgelesen und grün verfüttert. Im zweiten Schnitt werden die kräftigen Stengel holzig und die Blätter grob; sie liefern ein geringes Heu, das zufolge des grossen Wassergehaltes schlecht trocknet und leicht schimmlig wird. Aus diesen Gründen wird die Bärenklau wie andere Doldenpflanzen — sie kann auf gedüngten Wiesen bis 80 % des Bestandes ausmachen — durch verschiedene Massnahmen zu bekämpfen gesucht, so durch öfteres Abschneiden vor der Samenreife und durch Beweiden während des Sommers, durch einen Wechsel in der Düngung (statt Jauche Thomasmehl und Superphosphat), durch Ausstechen der Wurzelstöcke (zu kostspielig) oder durch Begiessen der Schnittstellen mit Petroleum. Stebler erwähnt, dass durch die Sommerweide die Bärenklau auf einer Wiese auf dem Baurenboden-Fischenthal (Zürcher Oberland) beinahe völlig vertrieben wurde. Auf Trocken- und Magerwiesen wird Heracleum Sphondylium durch den Kümmel und die Bibernelle ersetzt. Bekanntlich geben die jungen Blätter ein gutes Futter für Kaninchen oder (gehäckselt) für Hühner; in den Pyrenäen werden die Blätter im Winter zur Schweinemast verwendet. Die Wurzel ist als Gemüse geniessbar; doch kann sie, besonders wenn sie an einem nassen Standort gewachsen ist, unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Verbreitet ist die Verwendung der hohlen Stengel als Spielzeug für Kinder (für Spritzen, Pfeifen u. dgl.). Die Früchte, die bei Zürich in einem Pfahlbau der Bronce-Eisenzeit nachgewiesen wurden, finden sich zuweilen in europäischen Grassaaten. — Die rinnigen Blattstiele dienen der zentripetalen Ableitung des Wassers. Die bauchigen, derben Blattscheiden bieten den in ihnen eingeschlossenen jungen Sprossteilen einen wirksamen Schutz. Die rauhe Behaarung dient im allgemeinen als (nicht sehr wirksames!) Schutzmittel gegen Tierfrass; der Borstenkranz unmittelbar unter den Verzweigungsstellen der Blattspindel und am Grunde der Stengelblattscheiden bildet jedoch nach Briquet einen lokalen Verdunstungsschutz für die „interkalaren“ Wachstumszonen. Auch die flaumig-filzige Behaarung der Laubblatt-Unterseite bei manchen südlichen Formen ist offenbar als Transpirations-Schutzmittel aufzufassen. Die starkduftenden Blüten, deren Auffälligkeit zudem durch die meist strahlende Ausbildung der äusseren Kronblätter erhöht wird, werden von einer sehr grossen Zahl von kurzrüsseligen Insekten besucht. Sie sind in der Hauptdolde meist sämtlich zwitterig und proterandrisch, in den Seitendolden zuweilen männlich oder (durch mangelhafte Ausbildung der Staubbeutel und der Pollenkörner) physiologisch weiblich. Bei Neu-Ruppin tritt die Pflanze (welche Unterart?) nach Warnstorf andromonözisch und gynodiözisch auf. Die Blütendolden erscheinen auf den Wiesen gewöhnlich erst nach dem ersten Schnitt. Die Früchte, vielerorts „Batzen“ geheissen, sind durch ihren dünnen Flügelrand an die Windverbreitung angepasst. — Die schwach-aromatischen und süsslich-schleimigen, dann scharf-bitterlich schmeckenden Blätter und die einen scharfen, gelben Saft führende (und dadurch abführend wirkende) Wurzel waren ehedem als Herba et Radix Bräncae ursinae Germánicae¹) vel Sphondýlii in der Heilkunde gebräuchlich als erweichendes und zerteilendes Mittel; insbesondere wurde die gekochte Wurzel zum Aufweichen von Geschwüren, namentlich der Leber, aufgelegt. Im Osten werden Auszüge aus Kraut und Wurzel zur Bekämpfung des „Weichselzopfes“ (Plica Polonica), bei dem die Haare zu einem unentwirrbaren Knäuel verfilzt und verklebt sind, angewendet. Die Wurzel galt auch als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie und Dysenterie. Die reifen Früchte, die als krampfstillend angesehen wurden, sind reich (je nach dem Reifegrad 0,9 bis 3 %) an ätherischem Oel; die unreifen Früchte enthalten Methyl- und Aethyl-Alkohol, Paraffin und einen stickstoff-freien Körper „Heraclin“, der in Chloroform, nicht aber in Wasser löslich ist und bei 185 ° schmilzt. Aus den in Wasser gekochten Blättern und Früchten wurde ehedem in slawischen Ländern mit Zusatz von etwas Sauerteig ein alkoholisches Getränk („Bartsch“)²) hergestellt, das von Armen statt Bier getrunken wurde; auch in Nord-Frankreich wird aus der Pflanze ein Likör gewonnen. In Kamtschatka und Persien werden Stengel und Blattstiele von verwandten Arten (in ersterm Lande wohl H. dulce Fischer; s. pag. 1422) entrindet gegessen und auch Zucker (man trocknete die Stengel und klopfte die Zuckereffloreszenz ab) und ein Branntwein daraus hergestellt. In Litauen und Polen soll die Wurzel als Gesundheitszusatz zu Landbieren dienen. ---- : ¹) In vor-linné’scher Zeit führte die Pflanze die Bezeichnung Branca ursina nostras. : ²) Daher auch der Name „Bartsch“ für die Pflanze (siehe pag. 1428). Vgl. Hartwich, C. Ueber alkoholische Getränke aus dem Bärenklau. Apotheker-Zeitung. Bd. XXVI (1911), pag. 703; Referat im Bot. Zentralblatt 1911, II, p. 605. «)
  22. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Stängel; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Boswell u.a. (English Botany Bd. 4, 1877), S.154f. »This is one of our common wayside plants, which might really be usefully employed, if our peasantry were better informed as to the nature and properties of the wild vegetation surrounding them. It is generally looked upon merely as a noxious weed, though in some districts where it grows, the leaves are collected and given to pigs, who quickly fatten upon them ; hence the plant is called Hogweed. The stalks tripped of their rind, which is somewhat acrid, are edible, and are used as food in some parts of Asiatic Russia. In Siberia and Russia the stalks are dried in the sun, when a sweet substance exudes from them, which resembles sugar, and is eaten as a great delicacy. A spirit is distilled from the stalks thus prepared, by first fermenting them with water and either mingling bilberries with them or not. Gmelin says this spirit is more agreeable to the taste than spirit distilled from corn. The young shoots and leaves may be boiled and eaten as a green vegetable, and when just sprouting from the ground resemble asparagus in flavour. This experiment is, however, seldom tried, owing to the ignorance of those to whom such an addition to the table would be a benefit and luxury.«(Übersetzt: Dies ist eine unserer üblichen Wegbegleitpflanzen, die wirklich sinnvoll eingesetzt werden könnte, wenn unsere Bauernschaft besser über die Natur und die Eigenschaften der sie umgebenden wilden Vegetation informiert wäre. Im Allgemeinen wird er lediglich als ein schädliches Unkraut betrachtet, obwohl in einigen Gegenden, in denen er wächst, die Blätter gesammelt und den Schweinen gegeben werden, die sich schnell daran mästen; daher wird die Pflanze Schweinskraut genannt. Die von ihrer etwas beißenden Rinde abgelösten Stängel sind essbar und werden in einigen Teilen des asiatischen Russlands als Nahrungsmittel verwendet. In Sibirien und Russland werden die Stängel in der Sonne getrocknet, wenn aus ihnen eine zuckerähnliche süße Substanz austritt, die als große Delikatesse gegessen wird. Aus den so zubereiteten Stängeln wird eine Spirituose destilliert, indem man sie zunächst mit Wasser fermentiert und entweder Heidelbeeren mit ihnen vermischt oder nicht. Gmelin sagt, diese Spirituose sei geschmacklich angenehmer als Maisbranntwein. Die jungen Triebe und Blätter können gekocht und als grünes Gemüse gegessen werden, und wenn sie gerade aus dem Boden sprießen, ähneln sie im Geschmack dem Spargel. Dieses Experiment wird jedoch aufgrund der Unwissenheit derer, für die eine solche Zugabe auf den Tisch ein Vorteil und Luxus wäre, nur selten durchgeführt. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com))
  23. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Blütenknospen; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: © Fleischhauer u.a. (2019), S. 412 ff.)
  24. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: junge Triebe; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Schkuhr (Bd.1, 1808), S.202 »Brancae ursi Herba; zu Umſchlägen, Bädern und Klyſtiren ; erweichend, lindernd und reinigend. Die Kamſchadalen ſpeiſen die Stiele der Wurzelblätter, und bereiten einen Zucker daraus; werden auch anderwärts noch weiter und in unſern Gegenden von ärmern Leuten die jungen Blätter als Kohl genützt. Auf Wieſen und unter dem Heu iſt dieſe Pflanze wegen ihrer Härte ein Unkraut.«; Anmerkungen: Ob mit „Kamſchadalen“ die Kamptschdalen (Bewohner der südlichen Teile der Insel Kamtschatka siehe https://archive.org/details/meyerskonversati09meye/page/431/mode/1up Meyers Lexikon 1890, Bd.9, Seite 431) gemeint sind, ist unklar)
  25. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Blütensprosse; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Machatschek (2010): : S. 81 »Äußerst bekömmlich sind die Blütensprosse während des Schiebens vom Wiesen-Bärenklau und Wiesen-Kerbel sowie Echt- und Wild-Engelwurz (Heracleum sphondylium, Anthriscus sylvestris, Angelica archangelica, A. sylvestris)«  : S. 92: »Als ausgezeichnetes Kochgemüse galten die Blätter und jungen Stängel von Wiesen-Bärenklau und Wiesen-Kerbel (Heracleum sphondylium sowie alle Unterarten, Anthriscus sylvestris) sowie Pastinak (Pastinaca sativa) und Venuskamm (Scandix pecten-veneris).« : S. 96: »Die ölreichen, blutreinigenden, verdauungs- und leberanregenden Samen (im unreifen, grünen und reifen Zustand) wurden vom Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) in Kärnten, Ost- und Südtirol und anderen Regionen von Kindern gegessen oder für verschiedene Gerichte als Würzmittel in größeren Mengen genossen.« : S. 106: »In Suppen kochte man die Wurzeln von Bärenklau (Heracleum spec.) mit oder genoss sie als Gemüse. In ähnlicher Weise nutze man ebenso den Österreich-Bärenklau (Heracleum austriacum) […]«)
  26. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: junge Triebe; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1452f.: »Heracleum Sphondylium, die Gemeine Bärenklau, ist (namentlich in der typischen Unterart austrále) ein verbreitetes, oft lästiges Kraut der Fett-, Wässer- und Frischwiesen (siehe pag. 1429), das allerdings erst nach der Heuernte — vor dem zweiten Schnitt (Grummet, Emd) — zur Blüte gelangt und dann einen bezeichnenden Aspekt erzeugt. Durch einseitige Stickstoffdüngung (Jauche, Stallmist) wird das Wachstum sehr gefördert. Nur in höheren Lagen blüht die Bärenklau bereits im ersten Schnitt, gelegentlich gleichzeitig mit dem Wiesenkerbel, mit welchem — auch mit dem Berg-Kälberkropf — die Art übrigens viel gemeinsames hat. Die Pflanze entwickelt eine enorme Wachstumsenergie. Der dicke, vielköpfige Wurzelstock besitzt ein starkes Ausschlagsvermögen; die grossen, grundständigen Blätter verdrängen durch Beschattung alle guten Wiesengräser und Kräuter und setzen dadurch den Ertrag der Wiesen herab. Bis zum ersten Schnitt bildet die Pflanze ein ordentliches Milch- und Grünfutter; doch schrumpfen die Blätter beim Dörren zusammen und zerbröckeln zu Pulver. Aus diesem Grunde werden die Blätter mancherorts von Kindern aus dem Heu herausgelesen und grün verfüttert. Im zweiten Schnitt werden die kräftigen Stengel holzig und die Blätter grob; sie liefern ein geringes Heu, das zufolge des grossen Wassergehaltes schlecht trocknet und leicht schimmlig wird. Aus diesen Gründen wird die Bärenklau wie andere Doldenpflanzen — sie kann auf gedüngten Wiesen bis 80 % des Bestandes ausmachen — durch verschiedene Massnahmen zu bekämpfen gesucht, so durch öfteres Abschneiden vor der Samenreife und durch Beweiden während des Sommers, durch einen Wechsel in der Düngung (statt Jauche Thomasmehl und Superphosphat), durch Ausstechen der Wurzelstöcke (zu kostspielig) oder durch Begiessen der Schnittstellen mit Petroleum. Stebler erwähnt, dass durch die Sommerweide die Bärenklau auf einer Wiese auf dem Baurenboden-Fischenthal (Zürcher Oberland) beinahe völlig vertrieben wurde. Auf Trocken- und Magerwiesen wird Heracleum Sphondylium durch den Kümmel und die Bibernelle ersetzt. Bekanntlich geben die jungen Blätter ein gutes Futter für Kaninchen oder (gehäckselt) für Hühner; in den Pyrenäen werden die Blätter im Winter zur Schweinemast verwendet. Die Wurzel ist als Gemüse geniessbar; doch kann sie, besonders wenn sie an einem nassen Standort gewachsen ist, unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Verbreitet ist die Verwendung der hohlen Stengel als Spielzeug für Kinder (für Spritzen, Pfeifen u. dgl.). Die Früchte, die bei Zürich in einem Pfahlbau der Bronce-Eisenzeit nachgewiesen wurden, finden sich zuweilen in europäischen Grassaaten. — Die rinnigen Blattstiele dienen der zentripetalen Ableitung des Wassers. Die bauchigen, derben Blattscheiden bieten den in ihnen eingeschlossenen jungen Sprossteilen einen wirksamen Schutz. Die rauhe Behaarung dient im allgemeinen als (nicht sehr wirksames!) Schutzmittel gegen Tierfrass; der Borstenkranz unmittelbar unter den Verzweigungsstellen der Blattspindel und am Grunde der Stengelblattscheiden bildet jedoch nach Briquet einen lokalen Verdunstungsschutz für die „interkalaren“ Wachstumszonen. Auch die flaumig-filzige Behaarung der Laubblatt-Unterseite bei manchen südlichen Formen ist offenbar als Transpirations-Schutzmittel aufzufassen. Die starkduftenden Blüten, deren Auffälligkeit zudem durch die meist strahlende Ausbildung der äusseren Kronblätter erhöht wird, werden von einer sehr grossen Zahl von kurzrüsseligen Insekten besucht. Sie sind in der Hauptdolde meist sämtlich zwitterig und proterandrisch, in den Seitendolden zuweilen männlich oder (durch mangelhafte Ausbildung der Staubbeutel und der Pollenkörner) physiologisch weiblich. Bei Neu-Ruppin tritt die Pflanze (welche Unterart?) nach Warnstorf andromonözisch und gynodiözisch auf. Die Blütendolden erscheinen auf den Wiesen gewöhnlich erst nach dem ersten Schnitt. Die Früchte, vielerorts „Batzen“ geheissen, sind durch ihren dünnen Flügelrand an die Windverbreitung angepasst. — Die schwach-aromatischen und süsslich-schleimigen, dann scharf-bitterlich schmeckenden Blätter und die einen scharfen, gelben Saft führende (und dadurch abführend wirkende) Wurzel waren ehedem als Herba et Radix Bräncae ursinae Germánicae¹) vel Sphondýlii in der Heilkunde gebräuchlich als erweichendes und zerteilendes Mittel; insbesondere wurde die gekochte Wurzel zum Aufweichen von Geschwüren, namentlich der Leber, aufgelegt. Im Osten werden Auszüge aus Kraut und Wurzel zur Bekämpfung des „Weichselzopfes“ (Plica Polonica), bei dem die Haare zu einem unentwirrbaren Knäuel verfilzt und verklebt sind, angewendet. Die Wurzel galt auch als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie und Dysenterie. Die reifen Früchte, die als krampfstillend angesehen wurden, sind reich (je nach dem Reifegrad 0,9 bis 3 %) an ätherischem Oel; die unreifen Früchte enthalten Methyl- und Aethyl-Alkohol, Paraffin und einen stickstoff-freien Körper „Heraclin“, der in Chloroform, nicht aber in Wasser löslich ist und bei 185 ° schmilzt. Aus den in Wasser gekochten Blättern und Früchten wurde ehedem in slawischen Ländern mit Zusatz von etwas Sauerteig ein alkoholisches Getränk („Bartsch“)²) hergestellt, das von Armen statt Bier getrunken wurde; auch in Nord-Frankreich wird aus der Pflanze ein Likör gewonnen. In Kamtschatka und Persien werden Stengel und Blattstiele von verwandten Arten (in ersterm Lande wohl H. dulce Fischer; s. pag. 1422) entrindet gegessen und auch Zucker (man trocknete die Stengel und klopfte die Zuckereffloreszenz ab) und ein Branntwein daraus hergestellt. In Litauen und Polen soll die Wurzel als Gesundheitszusatz zu Landbieren dienen. ---- : ¹) In vor-linné’scher Zeit führte die Pflanze die Bezeichnung Branca ursina nostras. : ²) Daher auch der Name „Bartsch“ für die Pflanze (siehe pag. 1428). Vgl. Hartwich, C. Ueber alkoholische Getränke aus dem Bärenklau. Apotheker-Zeitung. Bd. XXVI (1911), pag. 703; Referat im Bot. Zentralblatt 1911, II, p. 605. «)
  27. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: junge Triebe; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Boswell u.a. (English Botany Bd. 4, 1877), S.154f. »This is one of our common wayside plants, which might really be usefully employed, if our peasantry were better informed as to the nature and properties of the wild vegetation surrounding them. It is generally looked upon merely as a noxious weed, though in some districts where it grows, the leaves are collected and given to pigs, who quickly fatten upon them ; hence the plant is called Hogweed. The stalks tripped of their rind, which is somewhat acrid, are edible, and are used as food in some parts of Asiatic Russia. In Siberia and Russia the stalks are dried in the sun, when a sweet substance exudes from them, which resembles sugar, and is eaten as a great delicacy. A spirit is distilled from the stalks thus prepared, by first fermenting them with water and either mingling bilberries with them or not. Gmelin says this spirit is more agreeable to the taste than spirit distilled from corn. The young shoots and leaves may be boiled and eaten as a green vegetable, and when just sprouting from the ground resemble asparagus in flavour. This experiment is, however, seldom tried, owing to the ignorance of those to whom such an addition to the table would be a benefit and luxury.«(Übersetzt: Dies ist eine unserer üblichen Wegbegleitpflanzen, die wirklich sinnvoll eingesetzt werden könnte, wenn unsere Bauernschaft besser über die Natur und die Eigenschaften der sie umgebenden wilden Vegetation informiert wäre. Im Allgemeinen wird er lediglich als ein schädliches Unkraut betrachtet, obwohl in einigen Gegenden, in denen er wächst, die Blätter gesammelt und den Schweinen gegeben werden, die sich schnell daran mästen; daher wird die Pflanze Schweinskraut genannt. Die von ihrer etwas beißenden Rinde abgelösten Stängel sind essbar und werden in einigen Teilen des asiatischen Russlands als Nahrungsmittel verwendet. In Sibirien und Russland werden die Stängel in der Sonne getrocknet, wenn aus ihnen eine zuckerähnliche süße Substanz austritt, die als große Delikatesse gegessen wird. Aus den so zubereiteten Stängeln wird eine Spirituose destilliert, indem man sie zunächst mit Wasser fermentiert und entweder Heidelbeeren mit ihnen vermischt oder nicht. Gmelin sagt, diese Spirituose sei geschmacklich angenehmer als Maisbranntwein. Die jungen Triebe und Blätter können gekocht und als grünes Gemüse gegessen werden, und wenn sie gerade aus dem Boden sprießen, ähneln sie im Geschmack dem Spargel. Dieses Experiment wird jedoch aufgrund der Unwissenheit derer, für die eine solche Zugabe auf den Tisch ein Vorteil und Luxus wäre, nur selten durchgeführt. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com))
  28. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Blüten; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: © Fleischhauer u.a. (2019), S. 412 ff.)
  29. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Blätter; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Baxter (British Phaenogamous Botany, Bd.2, 1835), Nr. 130 »Heracleum sphondylium is considered a very nutritious plant, and a wholesome and nourishing food for cattle. Mr. COBBETT says he has fed working-horses, six or eight in number, upon this plant for weeks together. It is gathered in Sussex for fattening hogs, being known there by the name of Hog-weed. Cows, goats, sheep, and rabbits, are also fond of it. // GEMLIN informs us, (in his Flora Siberica) that the inhabitants of Kamtschatka, about the beginning of July, collect the footstalks of the radical leaves, and after peeling off the rind, (which is very acrid,) dry them separately in the sun, and then tying them in bundles they lay them up carefully in the shade; during the process of drying they become covered with a saccharine efflorescence, which is considered a great delicacy. In Poland and Lithuania a kind of beer is brewed from the stalks thus prepared, and when mixed with bilberries (Vaccinium uliyinosum) and fermented, the Russians distil a spirit f om them, which GEMLIN in says is more agreeable to the taste than that procured from corn. The young shoots, when boiled, form a delicate vegetable resembling asparagus. // Attempts have been made to manufacture sugar from this plant, which the Kamschatkans call Ratsch (sweet herb), but 40 pounds of the dried stalks only yielded a quarter of a pound of sugar.«(Übersetzt: Heracleum sphondylium gilt als sehr nahrhafte Pflanze und als gesundes und nahrhaftes Nahrungsmittel für Rinder. Herr COBBETT sagt, er habe sechs oder acht Arbeitspferde, sechs oder acht an der Zahl, wochenlang gemeinsam mit dieser Pflanze gefüttert. Sie wird in Sussex gesammelt, um Schweine zu mästen, und ist dort unter dem Namen Hog-weed bekannt. Kühe, Ziegen, Schafe und Kaninchen mögen sie ebenfalls. // GEMLIN informiert uns (in seiner Flora Siberica), dass die Einwohner von Kamtschatka etwa Anfang Juli die Stiele der radikalen Blätter sammeln und sie nach dem Abschälen der Rinde (die sehr beißend ist) einzeln in der Sonne trocknen und dann in Bündeln zusammenbinden und vorsichtig im Schatten aufstellen; während des Trocknungsprozesses werden sie mit einer zuckerhaltigen Ausblühung bedeckt, die als große Delikatesse gilt. In Polen und Litauen wird aus den so zubereiteten Stängeln eine Biersorte gebraut, und wenn sie mit Heidelbeeren (Vaccinium uliyinosum) vermischt und vergoren werden, destillieren die Russen daraus eine Spirituose, die laut GEMLIN geschmacklich angenehmer ist als die aus Mais gewonnene. Die jungen Triebe bilden, wenn sie gekocht werden, ein zartes, spargelähnliches Gemüse. // Man hat versucht, aus dieser Pflanze, die die Kamschatker Ratsch (süßes Kraut) nennen, Zucker herzustellen, aber 40 Pfund der getrockneten Stängel brachten nur ein Viertelpfund Zucker hervor. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com))
  30. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Wurzeln; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Machatschek (2010): : S. 81 »Äußerst bekömmlich sind die Blütensprosse während des Schiebens vom Wiesen-Bärenklau und Wiesen-Kerbel sowie Echt- und Wild-Engelwurz (Heracleum sphondylium, Anthriscus sylvestris, Angelica archangelica, A. sylvestris)«  : S. 92: »Als ausgezeichnetes Kochgemüse galten die Blätter und jungen Stängel von Wiesen-Bärenklau und Wiesen-Kerbel (Heracleum sphondylium sowie alle Unterarten, Anthriscus sylvestris) sowie Pastinak (Pastinaca sativa) und Venuskamm (Scandix pecten-veneris).« : S. 96: »Die ölreichen, blutreinigenden, verdauungs- und leberanregenden Samen (im unreifen, grünen und reifen Zustand) wurden vom Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) in Kärnten, Ost- und Südtirol und anderen Regionen von Kindern gegessen oder für verschiedene Gerichte als Würzmittel in größeren Mengen genossen.« : S. 106: »In Suppen kochte man die Wurzeln von Bärenklau (Heracleum spec.) mit oder genoss sie als Gemüse. In ähnlicher Weise nutze man ebenso den Österreich-Bärenklau (Heracleum austriacum) […]«)
  31. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: junge Triebe; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Masclef (Bd.1, 1891), S.113 »La Berce Branc-ursine est: utile. — Elle est recherchée par les bestiaux quand elle est jeune, mais il faut la faire consommer sur place de bonne heure ou la couper avant la fenaison, car elle durcit très promptement et devient presque ligneuse. // La tige, dépouillée de son écorce âcre, renferme du sucre et peut donner de l'alcool par fermentation; en Pologne et en Lithuanie on en fabrique une sorte de bière (parst) consommée par les classes pauvres. // La racine très acre est employée dans la médecine populaire pour guérir les durillons et les callosités de la peau. // Les fruits aromatiques remplacent quelquefois ceux de l'Angélique.«(Übersetzt: Der Wiesen-Bärenklau ist: nutzbar – Er ist bei jungen Rindern sehr begehrt, muss aber früh an Ort und Stelle gefressen oder vor der Heuernte geschnitten werden, da er sehr schnell aushärtet und fast verholzt. // Der von seiner scharfen Rinde befreite Stängel enthält Zucker und kann durch Gärung Alkohol ergeben; in Polen und Litauen wird daraus eine Art Bier (parst) hergestellt, das von den armen Bevölkerungsschichten konsumiert wird. // Die sehr scharfe Wurzel wird in der Volksmedizin zur Heilung von Schwielen und Hornhaut verwendet. // Aromatische Früchte ersetzen manchmal die von Angelika. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com))
  32. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A Teil der Pflanze, 1 Stempel; 2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung nach Tafel 451 in Thomé & Müller u. a. (1905) verändert; Teil der Pflanze: Früchte; Art: He­ra­cle­um sphon­dy­li­um L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1452f.: »Heracleum Sphondylium, die Gemeine Bärenklau, ist (namentlich in der typischen Unterart austrále) ein verbreitetes, oft lästiges Kraut der Fett-, Wässer- und Frischwiesen (siehe pag. 1429), das allerdings erst nach der Heuernte — vor dem zweiten Schnitt (Grummet, Emd) — zur Blüte gelangt und dann einen bezeichnenden Aspekt erzeugt. Durch einseitige Stickstoffdüngung (Jauche, Stallmist) wird das Wachstum sehr gefördert. Nur in höheren Lagen blüht die Bärenklau bereits im ersten Schnitt, gelegentlich gleichzeitig mit dem Wiesenkerbel, mit welchem — auch mit dem Berg-Kälberkropf — die Art übrigens viel gemeinsames hat. Die Pflanze entwickelt eine enorme Wachstumsenergie. Der dicke, vielköpfige Wurzelstock besitzt ein starkes Ausschlagsvermögen; die grossen, grundständigen Blätter verdrängen durch Beschattung alle guten Wiesengräser und Kräuter und setzen dadurch den Ertrag der Wiesen herab. Bis zum ersten Schnitt bildet die Pflanze ein ordentliches Milch- und Grünfutter; doch schrumpfen die Blätter beim Dörren zusammen und zerbröckeln zu Pulver. Aus diesem Grunde werden die Blätter mancherorts von Kindern aus dem Heu herausgelesen und grün verfüttert. Im zweiten Schnitt werden die kräftigen Stengel holzig und die Blätter grob; sie liefern ein geringes Heu, das zufolge des grossen Wassergehaltes schlecht trocknet und leicht schimmlig wird. Aus diesen Gründen wird die Bärenklau wie andere Doldenpflanzen — sie kann auf gedüngten Wiesen bis 80 % des Bestandes ausmachen — durch verschiedene Massnahmen zu bekämpfen gesucht, so durch öfteres Abschneiden vor der Samenreife und durch Beweiden während des Sommers, durch einen Wechsel in der Düngung (statt Jauche Thomasmehl und Superphosphat), durch Ausstechen der Wurzelstöcke (zu kostspielig) oder durch Begiessen der Schnittstellen mit Petroleum. Stebler erwähnt, dass durch die Sommerweide die Bärenklau auf einer Wiese auf dem Baurenboden-Fischenthal (Zürcher Oberland) beinahe völlig vertrieben wurde. Auf Trocken- und Magerwiesen wird Heracleum Sphondylium durch den Kümmel und die Bibernelle ersetzt. Bekanntlich geben die jungen Blätter ein gutes Futter für Kaninchen oder (gehäckselt) für Hühner; in den Pyrenäen werden die Blätter im Winter zur Schweinemast verwendet. Die Wurzel ist als Gemüse geniessbar; doch kann sie, besonders wenn sie an einem nassen Standort gewachsen ist, unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Verbreitet ist die Verwendung der hohlen Stengel als Spielzeug für Kinder (für Spritzen, Pfeifen u. dgl.). Die Früchte, die bei Zürich in einem Pfahlbau der Bronce-Eisenzeit nachgewiesen wurden, finden sich zuweilen in europäischen Grassaaten. — Die rinnigen Blattstiele dienen der zentripetalen Ableitung des Wassers. Die bauchigen, derben Blattscheiden bieten den in ihnen eingeschlossenen jungen Sprossteilen einen wirksamen Schutz. Die rauhe Behaarung dient im allgemeinen als (nicht sehr wirksames!) Schutzmittel gegen Tierfrass; der Borstenkranz unmittelbar unter den Verzweigungsstellen der Blattspindel und am Grunde der Stengelblattscheiden bildet jedoch nach Briquet einen lokalen Verdunstungsschutz für die „interkalaren“ Wachstumszonen. Auch die flaumig-filzige Behaarung der Laubblatt-Unterseite bei manchen südlichen Formen ist offenbar als Transpirations-Schutzmittel aufzufassen. Die starkduftenden Blüten, deren Auffälligkeit zudem durch die meist strahlende Ausbildung der äusseren Kronblätter erhöht wird, werden von einer sehr grossen Zahl von kurzrüsseligen Insekten besucht. Sie sind in der Hauptdolde meist sämtlich zwitterig und proterandrisch, in den Seitendolden zuweilen männlich oder (durch mangelhafte Ausbildung der Staubbeutel und der Pollenkörner) physiologisch weiblich. Bei Neu-Ruppin tritt die Pflanze (welche Unterart?) nach Warnstorf andromonözisch und gynodiözisch auf. Die Blütendolden erscheinen auf den Wiesen gewöhnlich erst nach dem ersten Schnitt. Die Früchte, vielerorts „Batzen“ geheissen, sind durch ihren dünnen Flügelrand an die Windverbreitung angepasst. — Die schwach-aromatischen und süsslich-schleimigen, dann scharf-bitterlich schmeckenden Blätter und die einen scharfen, gelben Saft führende (und dadurch abführend wirkende) Wurzel waren ehedem als Herba et Radix Bräncae ursinae Germánicae¹) vel Sphondýlii in der Heilkunde gebräuchlich als erweichendes und zerteilendes Mittel; insbesondere wurde die gekochte Wurzel zum Aufweichen von Geschwüren, namentlich der Leber, aufgelegt. Im Osten werden Auszüge aus Kraut und Wurzel zur Bekämpfung des „Weichselzopfes“ (Plica Polonica), bei dem die Haare zu einem unentwirrbaren Knäuel verfilzt und verklebt sind, angewendet. Die Wurzel galt auch als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie und Dysenterie. Die reifen Früchte, die als krampfstillend angesehen wurden, sind reich (je nach dem Reifegrad 0,9 bis 3 %) an ätherischem Oel; die unreifen Früchte enthalten Methyl- und Aethyl-Alkohol, Paraffin und einen stickstoff-freien Körper „Heraclin“, der in Chloroform, nicht aber in Wasser löslich ist und bei 185 ° schmilzt. Aus den in Wasser gekochten Blättern und Früchten wurde ehedem in slawischen Ländern mit Zusatz von etwas Sauerteig ein alkoholisches Getränk („Bartsch“)²) hergestellt, das von Armen statt Bier getrunken wurde; auch in Nord-Frankreich wird aus der Pflanze ein Likör gewonnen. In Kamtschatka und Persien werden Stengel und Blattstiele von verwandten Arten (in ersterm Lande wohl H. dulce Fischer; s. pag. 1422) entrindet gegessen und auch Zucker (man trocknete die Stengel und klopfte die Zuckereffloreszenz ab) und ein Branntwein daraus hergestellt. In Litauen und Polen soll die Wurzel als Gesundheitszusatz zu Landbieren dienen. ---- : ¹) In vor-linné’scher Zeit führte die Pflanze die Bezeichnung Branca ursina nostras. : ²) Daher auch der Name „Bartsch“ für die Pflanze (siehe pag. 1428). Vgl. Hartwich, C. Ueber alkoholische Getränke aus dem Bärenklau. Apotheker-Zeitung. Bd. XXVI (1911), pag. 703; Referat im Bot. Zentralblatt 1911, II, p. 605. «)
  33. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Bärwurz (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.); Bärwurz (Me­um a­tha­man­ti­cum Jacq.): A B blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Teilfrüchtchen vom Rücken; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung aus Thomé & Müller (1888); Art: Me­um a­tha­man­ti­cum Jacq.; Umgangssprachlich: Bärwurz, Haarblättrige Bärwurz, Bärenfenchel und Mutterwurz)
  34. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Bärwurz (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A B blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Teilfrüchtchen vom Rücken; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung aus Thomé & Müller (1888); Teil der Pflanze: Wurzel; Art: Me­um a­tha­man­ti­cum Jacq.; Umgangssprachlich: Bärwurz, Haarblättrige Bärwurz, Bärenfenchel, Mutterwurz; Quellenangaben: Losch (1903, Kräuterbuch. Unsere Heilpflanzen in Wort und Bild), S. 103: »Gebrauch. Die Wurzel ist in den Apotheken unter den Namen Meum, Meo, oder Meu, gebräuchlich; (8 e.) der Saame hat einen scharfen Geschmack, und Geruch; er wird als harntreibend gerühmt; und in England bedienet man sich des Jnfusum bey Wechselfiebern; (8 f.) ferner in Mutterzuständen, dergleichen Krankheiten. (8 g.)«; Anmerkungen: (8 e.) Linnè mat. med. 96.; (8 f.) Haller Hist a.a.O; (8 g.) Kroker. flor. fil. n. 415.)
  35. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Bärwurz (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A B blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Teilfrüchtchen vom Rücken; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung aus Thomé & Müller (1888); Teil der Pflanze: Samen; Art: Me­um a­tha­man­ti­cum Jacq.; Umgangssprachlich: Bärwurz, Haarblättrige Bärwurz, Bärenfenchel, Mutterwurz; Quellenangaben: Losch (1903, Kräuterbuch. Unsere Heilpflanzen in Wort und Bild), S. 103: »Gebrauch. Die Wurzel ist in den Apotheken unter den Namen Meum, Meo, oder Meu, gebräuchlich; (8 e.) der Saame hat einen scharfen Geschmack, und Geruch; er wird als harntreibend gerühmt; und in England bedienet man sich des Jnfusum bey Wechselfiebern; (8 f.) ferner in Mutterzuständen, dergleichen Krankheiten. (8 g.)«; Anmerkungen: (8 e.) Linnè mat. med. 96.; (8 f.) Haller Hist a.a.O; (8 g.) Kroker. flor. fil. n. 415.)
  36. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Bärwurz (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A B blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Teilfrüchtchen vom Rücken; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung aus Thomé & Müller (1888); Teil der Pflanze: Wurzel; Art: Me­um a­tha­man­ti­cum Jacq.; Umgangssprachlich: Bärwurz, Haarblättrige Bärwurz, Bärenfenchel, Mutterwurz; Quellenangaben: Vietz u. a. (Bd.3 1806), S. 123 f. »Der Nutzen dieses Gewächses erstreckt sich eigentlich nur auf die Heilkunst. Man weiß zwar, daß die Wurzel desselben von den Holländern begierig gegessen wird; allein diese Gewohnheit wird sonst in keinem Lande nachgeahmt, folglich kommt sie als wirkliches Nahrungsmittel nicht in Betrachtung. Von den Aerzten wird vorzüglich die Wurzel, wegen ihrer würzhaften, harzigen, öhlichten und flüchtigen Bestandtheilen, als ein reizendes, stärkendes, den zähen Schleim zertheilendes, den Auswurf, die Blähungen, die monatliche Reinigung, den Schweiß und Harn befördendes Arzneymittel gerühmt. Man gebraucht sie daher gegen die schleimige Engbrüstigkeit, gegen dreytägige kalte Fieber-, Mutterbeschwerungen, gegen die Bleichsucht, Windkolik, Harnverhaltung u.d.gl. Die alten Aerzte pflegten sich derselben zu diesem Endzwecke nicht allein in Pulver, mit Wasser angerührt, oder in Wein und anderem Getränke eingeweicht, öfters zu bedienen, sondern sie wußten sie auch bey vielen zusammengesestzten Arzneyen, als beym Theriak und bey der Theriakessenz, zu gebrauchen. Ohne Vorschrift eines Arzneyverständigen will ich jedoch den Gebrauch derselben Niemanden anrathen, weil sie als ein stark wirksames reizendes und erhitzendes Mittel, wenn nicht eine wahre Anzeige zu ihrer Verordnung vorhanden ist, leicht schädlich werden könnte, was aber nur Aerzte zu unterscheiden und zu bestimmen im Stande sind. — Einige wollen auch von dieser Wurzel, wenn sie den Kindern äußerlich auf das Schambein aufgelegt wird, den nützlichen Erfolg gesehen haben, daß dadurch das Tröpfeln des Harns (incontinentia urinæ) geheilt worden wäre; allein ob sich diese gepriesene Wirkung wirklich bestättiget, kann ich wegen Mangel an zuverläßigen Erfahrungen nicht bestimmen. Auch in der Thierarzneykunst wird die Bärwurzel zuweilen verwendet; so pflegen z.B. die Landwirthe in Mähren ihren Kühen einen Trank von dieser Wurzel zu geben, um ihnen die Milch zu vermehren, und sie überhaupt vor Krankheiten zu verwahren. Auch unter das sogenannte große und kleine Bienenpulver wird sie als ein Bestandtheil genommen. Will man dieses Gewächs durch Kultur vermehren, so geschieht es entweder durch die Wurzel, welche man zu Ende des Septembers theilet, oder durch den Saamen, der gleich, nachdem er reif geworden ist, ausgesäet werden muß. Sonst hat die Bärwurzel keine sonderliche Pflege nothwendig, nur ist zu bemerken, daß sie das Zertheilen der Wurzeln nicht am besten verträgt, sondern ungleich leichter und vortheilhafter von Saamen gezogen wird.«)
  37. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Bärwurz (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A B blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Teilfrüchtchen vom Rücken; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung aus Thomé & Müller (1888); Teil der Pflanze: Blätter; Art: Me­um a­tha­man­ti­cum Jacq.; Umgangssprachlich: Bärwurz, Haarblättrige Bärwurz, Bärenfenchel, Mutterwurz; Quellenangaben: Hegi u.a. (1926), S. 1303: »Die Pflanze besitzt (besonders in der Wurzel und in der Frucht) einen durchdringenden, auch im getrockneten Zustande (im Herbarium) sich lange Zeit erhaltenden, gewürzhaften Geruch nach Fenchel (Foeniculum vulgare) und Bocksklee (Trigonella Fœnum Graecum) oder Schabziegerklee (Trigonella caerulea) und einen scharfen, fast brennenden Geschmack. Die getrocknete Wurzel war ehedem als Rádix Méi (athamántini) s. Radix Meu, r. Antéthi ursini, r. Foeniculi ursini, gleich der Frucht (Frúctus Méi [athamántini]) gebräuchlich. Beide haben einen balsamischen Geruch und einen scharf aromatischen Geschmack. Die Wurzel enthält 0,67 % ätherisches Oel (vom Geruch des Liebstöckelöles), Harz, Gummi, viel Stärke (28 %), Zucker, etwas fettes Oel, Wachs, Pektin usw., jedoch kein Umbelliferon. Sie wurde ehedem als Aromaticum, Stomachicum, Tonicum, bei Uteruskrankheiten, gegen Hysterie, Katarrh, Menostase, Fluor albus usw. angewendet; heute hat sie höchstens in der Tierarzneikünde noch einige Bedeutung. Die Früchte dienen gelegentlich zur Verfälschung der Fenchelfrüchte. Auch finden sie sich ab und zu in europäischen Grassaaten. Im Erzgebirge wird das Kraut als Einlage bei der Bereitung der „Köppernickelsuppe“ benützt, während die kräftig würzige Wurzel vielerorts zum Ansetzen eines magenstärkenden Schnapses verwendet wird. Vom Weidevieh wird die frische Pflanze gemieden, nicht aber die getrocknete, welche ihr würziges Aroma dem Heu mitteilt und deshalb in erster Linie den Charakter einer Futterwürze besitzt. Als solche übernimmt sie in den Mittelgebirgen öfters die Rolle der Muttern (Ligusticum Mutellina), ähnlich wie Angelica Pyrenaea in den Pyrenäen. Immerhin kann sie bei massenhaftem Auftreten den Heuertrag einer Wiese beeinträchtigen. In der Landschaftsgärtnerei wird die Bärwurz als Zierpflanze für Rasenflächen verwendet; als Deutsche Gartenpflanze (wohl zu Arzneizwecken?) wird sie bereits von Conrad Gesner (1561) erwähnt. Thal kennt sie für den Harz (1577) als wilde Pflanze unter dem Namen Libanotis narthekoeides maior. Im Herbarium von Rostius in Lund (1610) ist sie als Daucus Creticus, beren wurtzell, vertreten. Die Aussaat der Früchte geschieht nach der Samenreife; die Keimkraft hält 1 Jahr an, die Keimung erfolgt sehr unregelmässig.«; Anmerkungen:  ; Fluor albus : s. Leukorrhöe (grch.), = Weißer Fluß, übermäßige Schleimabsonderung aus den weiblichen Geschlechtsteilen ; Katarrh : ‘Schleimhautentzündung (besonders der Atmungsorgane) mit vermehrter Flüssigkeitsabsonderung’, in den Arzneibüchern zu Anfang des 16. Jhs. (wie umgangssprachlich vielfach noch heute) ‘Schnupfen’. Es ist aus lat. catarrhus, griech. katárrhūs (κατάρρους) ‘Schnupfen’, eigentlich ‘das Herabfließen’, entlehnt, zu griech. katarrhé͞in (καταρρεῖν) ‘herab-, herunterfließen’ ; Menostase : (grch.), krankhafte Unterdrückung der Menstruation (Regelblutung) ; Stomachicum : (Medizin) Mittel, das den Appetit anregt u. die Verdauung fördert ; Tonicum : (v. lat. tonus) stärkend, spannend; tonische Mittel (Tonica) )
  38. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Bärwurz (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A B blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Teilfrüchtchen vom Rücken; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung aus Thomé & Müller (1888); Teil der Pflanze: Wurzel; Art: Me­um a­tha­man­ti­cum Jacq.; Umgangssprachlich: Bärwurz, Haarblättrige Bärwurz, Bärenfenchel, Mutterwurz; Quellenangaben: Losch (1903, Kräuterbuch. Unsere Heilpflanzen in Wort und Bild), S. 103: Die Samen sammelt man im August, das Kraut in der Blüte, die Wurzel im Herbst. Die ganze Pflanze riecht, besonders getreten und gerieben, sehr stark, angenehm balsamisch; der Geschmack von Wurzel, Kraut und Samen ist gewürzhaft scharf. Anwendung. Früher war die Bärwurzel, Radix Mei, officinell. Sie wirkt reizend und blähung-treibend, und kam [sic], für giftwidrig geltend, zum Theriak; hat dieselben Eigenschaften, wie die Engelwurz. Der Name Bärwurz rührt von ihrer Wirkung auf die Gebärmutter her. Aus Kräuterbüchern: „Bärdillen, die Wurzel in Wein oder Wasser gesotten und getrunken, treibt den verstandenen Harn aus den verstopften Nieren und Blase. Desgleichen wirkt sie gepulvert eingenommen. Sie verteilt die Blähungen des Magens, stillt das Bauchgrimmen, heilt alle Gebrechen der Mutter. Die Wurzel wird in den edlen Theriak auch andere Arzneien, welche dem Gift Widerstand tun, gemischt. Den Weibern wird ihre Zeit gefördert, wenn sie von der abgesottenen Wurzel Dämpfe nehmen oder darin baden. Den jungen Kindern, welche den Harn beschwerlich lassen, hilft diese Wurzel, mit weißem Wein und Baumöl einmal aufgesotten und pflastersweise warm über die Blase geschlagen.“)
  39. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Bärwurz (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A B blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Teilfrüchtchen vom Rücken; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung aus Thomé & Müller (1888); Teil der Pflanze: Samen; Art: Me­um a­tha­man­ti­cum Jacq.; Umgangssprachlich: Bärwurz, Haarblättrige Bärwurz, Bärenfenchel, Mutterwurz; Quellenangaben: Losch (1903, Kräuterbuch. Unsere Heilpflanzen in Wort und Bild), S. 103: Die Samen sammelt man im August, das Kraut in der Blüte, die Wurzel im Herbst. Die ganze Pflanze riecht, besonders getreten und gerieben, sehr stark, angenehm balsamisch; der Geschmack von Wurzel, Kraut und Samen ist gewürzhaft scharf. Anwendung. Früher war die Bärwurzel, Radix Mei, officinell. Sie wirkt reizend und blähung-treibend, und kam [sic], für giftwidrig geltend, zum Theriak; hat dieselben Eigenschaften, wie die Engelwurz. Der Name Bärwurz rührt von ihrer Wirkung auf die Gebärmutter her. Aus Kräuterbüchern: „Bärdillen, die Wurzel in Wein oder Wasser gesotten und getrunken, treibt den verstandenen Harn aus den verstopften Nieren und Blase. Desgleichen wirkt sie gepulvert eingenommen. Sie verteilt die Blähungen des Magens, stillt das Bauchgrimmen, heilt alle Gebrechen der Mutter. Die Wurzel wird in den edlen Theriak auch andere Arzneien, welche dem Gift Widerstand tun, gemischt. Den Weibern wird ihre Zeit gefördert, wenn sie von der abgesottenen Wurzel Dämpfe nehmen oder darin baden. Den jungen Kindern, welche den Harn beschwerlich lassen, hilft diese Wurzel, mit weißem Wein und Baumöl einmal aufgesotten und pflastersweise warm über die Blase geschlagen.“)
  40. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Bärwurz (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung; A B blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Teilfrüchtchen vom Rücken; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrößert — Abbildung aus Thomé & Müller (1888); Teil der Pflanze: Blätter; Art: Me­um a­tha­man­ti­cum Jacq.; Umgangssprachlich: Bärwurz, Haarblättrige Bärwurz, Bärenfenchel, Mutterwurz; Quellenangaben: Losch (1903, Kräuterbuch. Unsere Heilpflanzen in Wort und Bild), S. 103: Die Samen sammelt man im August, das Kraut in der Blüte, die Wurzel im Herbst. Die ganze Pflanze riecht, besonders getreten und gerieben, sehr stark, angenehm balsamisch; der Geschmack von Wurzel, Kraut und Samen ist gewürzhaft scharf. Anwendung. Früher war die Bärwurzel, Radix Mei, officinell. Sie wirkt reizend und blähung-treibend, und kam [sic], für giftwidrig geltend, zum Theriak; hat dieselben Eigenschaften, wie die Engelwurz. Der Name Bärwurz rührt von ihrer Wirkung auf die Gebärmutter her. Aus Kräuterbüchern: „Bärdillen, die Wurzel in Wein oder Wasser gesotten und getrunken, treibt den verstandenen Harn aus den verstopften Nieren und Blase. Desgleichen wirkt sie gepulvert eingenommen. Sie verteilt die Blähungen des Magens, stillt das Bauchgrimmen, heilt alle Gebrechen der Mutter. Die Wurzel wird in den edlen Theriak auch andere Arzneien, welche dem Gift Widerstand tun, gemischt. Den Weibern wird ihre Zeit gefördert, wenn sie von der abgesottenen Wurzel Dämpfe nehmen oder darin baden. Den jungen Kindern, welche den Harn beschwerlich lassen, hilft diese Wurzel, mit weißem Wein und Baumöl einmal aufgesotten und pflastersweise warm über die Blase geschlagen.“)
  41. Verwendung: Wildgemüse- und Gewürzpflanze (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.); Vogel-Wicke (Vi­ci­a crac­ca L.): Fig. I von Vicia Cracca L. f. linearis Peterm. Teil blühende Pflanze. 1. Blüte. 2. Fahne. 3. Flügel (verschmälerter Teil links: Nagel). 4. Schiffchen. 5. Stempel. 6. Kelch. 7. Frucht. 8. Same. 9. Blättchen. — Fig. II. Blatt von Vicia Cracca L. f. latifoliae Neilr. — Abbildung nach Tafel 230 Reichenbach u.a. (1903) verändert; Art: Vi­ci­a crac­ca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu und Kracka)

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