Ackerwildkräuter: Familie Braunwurzgewächse – Scrophulariaceae (Heinrich Hofmeister & Eckhard Garve): Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 11. Februar 2011, 13:43 Uhr
Quelle: | Heinrich Hofmeister & Eckhard Garve (2006). Lebensraum Acker. Verlag N. Kessel, ISBN-13: 978-3-935638-61-6; ISBN-10: 3-935638-61-2. Die vorliegende Zweitpublikation erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung der Autoren und des Verlages. (Autorisierte Zweitpublikation) |
Hinweis: | Dieser Schlüssel ist mit den Autorennamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf Heinrich Hofmeister, Eckhard Garve beschränkt. Auf der Diskussionsseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen! |
Kleiner Orant (Chaenorhinum minus) 5–25 cm; Pflanze aufrecht, drüsig behaart; Blätter lanzettlich, die unteren gegenständig, die oberen wechselständig; Blüte einzeln blattachselständig, lang gestielt; Kelch mit 5 auffällig lang Zipfeln; Krone hellviolett, innen gelblich, Schlund offen, 5–10 mm lang, kaum länger als der Kelch, Sporn gerade; einjährige (annuelle) Pflanze; V-IX; verbreitet, im Norden Deutschlands zerstreut; wärmeliebend, besonders auf basenreichen Böden; Trennart des Verbandes Haftdolden-Gesellschaften; Archäophyt.
Spießblättriges Tännelkraut (Kickxia elatine) 5–30 cm; Pflanze niederliegend bis aufsteigend, lang abstehend behaart mit Drüsenhaaren; Blätter pfeilförmig (die unteren z. T. ohne Spießecken), kurz gestielt; Blüte einzeln blattachselständig, lang gestielt; Blütenstiel meist kahl; Krone gelb bis weiß mit purpurvioletter Oberlippe, 8–10 mm lang, mit geradem Sporn; einjährige (annuelle) Pflanze; VII-X; zerstreut; Basenzeiger; Kennart der Assoziation Tännelkraut-Gesellschaften; Archäophyt; in nicht blühendem Zustand besteht Verwechslungsgefahr mit der Acker-Winde.
Eiblättriges Tännelkraut (Kickxia spuria) Unterschiede zur vorherigen Art: Pflanze stärker zottig behaart mit vielen klebrigen Drüsenhaaren; Blätter eiförmig, alle ohne Spießecken; Blütenstiel meist rauhaarig; Krone mit schwarzvioletter Oberlippe, 10–12 mm lang, mit gebogenem Sporn; einjährige (annuelle) Pflanze; VII-X; zerstreut bis selten, im Norden Deutschlands fehlend; wärmeliebend, Basenzeiger; Kennart der Assoziation Tännelkraut-Gesellschaften; Archäophyt.
Acker-Löwenmaul (Misopates orontium) 10–40 cm; Pflanze aufrecht, drüsig behaart; Blätter schmal lanzettlich, kurz gestielt, die unteren gegenständig, die oberen wechselständig; Blüte einzeln blattachselständig, sehr kurz gestielt; Kelch mit 5 ungleich lang Zipfeln; Krone rosa, dunkler geädert mit geschlossenem Schlund, am Grund ausgesackt, ohne Sporn, 8–14 mm lang, kürzer als längste Kelchzipfel; einjährige (annuelle) Pflanze; VII-X; zerstreut bis selten; wärmeliebend, Lehmzeiger; Kennart des Verbandes Fingerhirsen-Borstenhirsen-Gesellschaften; Rote Liste 3; Archäophyt.
Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense) 10–40 cm; Pflanze aufrecht; Blätter gegenständig, lanzettlich, die oberen am Grund gezähnt, sonst ganzrandig; Blüte in endständiger Ähre; Tragblätter im Blütenstand oval, mit 5–8 mm lang Zähnen, purpurn, unterseits schwarz punktiert; Krone purpurn und weiß-gelb, 18–26 mm lang, Oberlippe längs stark zusammengedrückt; einjährige (annuelle) Pflanze; VI-VIII; zerstreut, im Norden Deutschlands selten; wärmeliebend, Trocknis- und Basenzeiger; Kennart des Verbandes Haftdolden-Gesellschaften; Halbschmarotzer auf Wurzeln krautiger Pflanze; formenreich.
Acker-Zahntrost (Odontites vernus) 10–35 cm; Pflanze aufrecht; Stängel ab der Mitte wenig verzweigt (0–8 Äste); Seitenäste vom HauptStängel aufrecht abstehend (Winkel < 45°); Blätter gegenständig, lanzettlich, gekerbt; am HauptStängel meist 0–2 Blattpaare (Interkalarblätter) zwischen oberstem Ast und unterster Blüte; Blütenstand traubig, 15–20-blütig; Krone 8–11 mm lang, rot, behaart, etwa so lang wie das Tragblatt; Staubblatt, aus der Oberlippe herausragend; einjährige (annuelle) Pflanze; VI-VII (-VIII); zerstreut; besonders auf Lehmböden; Kennart des Verbandes Windhalm-Gesellschaften; Halbschmarotzer auf Wurzeln krautiger Pflanzen.
Ähnlich ist der Rote Zahntrost (Odontites vulgaris, syn.: O. ruber), der aber auf Äckern fehlt. Unterschiede zur vorherigen Art: Stängel vom Grund an stark verzweigt (6–24 Äste); Seitenäste vom HauptStängel sparrig abstehend (Winkel > 45°); HauptStängel meist mit 2–7 Paaren Interkalarblätter; einjährige (annuelle) Pflanze; (VII-) VIII-X; zerstreut; besonders auf Lehmböden; Halbschmarotzer auf Wurzeln krautiger Pflanze; formenreich, salzertragend.
Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris) 20–70 cm; Pflanze aufrecht; Blätter wechselständig, lineal- lanzettlich, kahl, bläulich bereift; Blüte kurz gestielt, in dichter Traube; Krone 19–30 mm lang, hellgelb mit orangefarbenem, geschlossenem Schlund, Sporn lang und spitz; ausdauernde, krautige, d. h. nicht verholzte Pflanze (Staude); VI-X; verbreitet; formenreich.
Bestimmungshilfe für Ehrenpreis-Arten (Veronica spec.):
1 Pflanze aufrecht oder aufsteigend; Blüte in endständigen Trauben (s. Typ A)
2 Blütenstiele 0,5–2,5 mm lang, kürzer als der Kelch
Feld-Ehrenpreis (Veronica arvensis) 4–25 cm; Pflanze aufrecht oder aufsteigend; Stängelblätter breit eiförmig, ungeteilt und gezähnt, fast sitzend, 5–20 mm lang; Blütenstand locker traubig; Tragblätter der Blüte kleiner als die Stängelblätter; Blütenstiele 0,5–2 mm lang; Krone 2–3 mm breit, himmelblau, kürzer als Kelch; Griffel etwa so lang wie die Ausrandung der Frucht; Frucht 3–5 mm breit, oben spitzwinklig ausgerandet, drüsig bewimpert, sonst kahl; einjährige (annuelle) bis einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; IV-X; verbreitet; Kennart der Unterklasse: Ackerstiefmütterchen-Gesellschaften.
Frühlings-Ehrenpreis (Veronica verna) Unterschiede zur vorherigen Art: mittlere Stängelblätter fiederteilig mit 3–7 Abschnitten; unteren Tragblätter der Blüte dreispaltig, die ganzrandig; Griffel kürzer als die Ausrandung der Frucht; Frucht oben stumpfwinklig ausgerandet, drüsig bewimpert und auf der Fläche kurzhaarig; einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; III-VI; zerstreut bis selten; wärmeliebend, Trocknis- und Magerkeitszeiger.
2* Blütenstiele 4–10 mm lang, so lang oder länger als der Kelch
Dreiteiliger Ehrenpreis (Veronica triphyllos) 4–20 cm; Pflanze aufrecht, im oberen Teil durch zahlreiche Drüsenhaare klebrig und unangenehm riechend; mittlere Stängelblätter handförmig 3–5-spaltig geteilt; Tragblätter der Blüte dreiteilig bis ungeteilt; Blütenstand locker traubig; Blütenstiele 1- bis 2-mal so lang wie der Kelch; Krone 5–8 mm breit, dunkelblau; Frucht 5–7 mm lang, etwa so lang wie breit, drüsig behaart; einjährige (annuelle) bis einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; III-V; zerstreut; wärmeliebend, besonders auf Sandböden; Kennart der Assoziation Sandmohn-Gesellschaften; Anökophyt.
Früher Ehrenpreis (Veronica praecox) Unterschiede zur vorherigen Art: Pflanze im oberen Teil nicht klebrig, ohne auffallenden Geruch; Stängel oft rot überlaufen; alle Blätter ungeteilt, grob gezähnt, unterseits meist rötlich; Frucht 4–5 mm lang, länger als breit; einjährige (annuelle) bis einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; III-VI; zerstreut bis selten, im Norden Deutschlands fehlend; wärmeliebend, Trocknis-, Basen- und Magerkeitszeiger; Archäophyt.
1* Pflanze niederliegend bis aufsteigend; Blüte entfernt, einzeln blattachselständig (s. Typ B)
3 Kelchzipfel breit herzförmig; Blätter 3–5-lappig (etwas efeuähnlich)
Efeublättriger Ehrenpreis (Veronica hederifolia) 8–40 cm; Pflanze niederliegend bis aufsteigend; Blätter etwa so lang wie breit, 3–5-lappig, oft etwas dicklich, Mittellappen der oberen Blätter breiter als lang; Blüte einzeln blattachselständig; Blütenstiel mit einer Haarreihe, sonst völlig kahl, zur Fruchtzeit 2 bis 3-mal so lang wie der Kelch; Kelchzipfel breit herzförmig, am Rand lang bewimpert, auf der Fläche kahl; Krone hellblau, 5–7 mm breit; Griffel 0,7–0,9 mm lang; Frucht fast kugelig, kahl; Samen blassgelb; einjährige (annuelle) bis einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; III-V; verbreitet; besonders auf nährstoffreichen Lehmböden; Kennart des Unterverbandes: Ackerfrauenmantel-Gesellschaften.
Sehr ähnlich ist der Hain-Ehrenpreis (Veronica sublobata; syn.: V. hederifolia ssp. lucorum), der ebenfalls auf Ackern vorkommen kann. Unterschiede zur vorigen Art: Blätter immer dünn; Mittellappen der oberen Blätter so lang oder länger als breit; Blütenstiel außer der Haarreihe meist (nicht immer!) mit weiteren abstehenden Haaren, zur Fruchtzeit 3- bis 4-mal so lang wie der Kelch; Krone blasslila, 4–5 mm breit; Griffel 0,3–0,6 mm lang; Samen rötlichbraun; einjährige (annuelle) bis einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; III-V; verbreitet; Vorkommen vor allem halbschattig im Saum von Hecken, Gebüschen, an Waldrändern und in Gärten.
Dreilappiger Ehrenpreis (Veronica triloba) Unterschiede zu vorigen Arten: Blätter dunkel grün, dicklich-fleischig, breiter als lang, tief dreilappig; Blütenstiel zur Fruchtzeit 1- bis 2-mal so lang wie der Kelch; Kelchzipfel neben den lang Wimpern auf der Fläche dicht kurzhaarig (Lupe!); Krone dunkelblau, 4–5 mm breit; einjährige (annuelle) bis einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; III-V; zerstreut bis selten, im Norden Deutschlands fehlend; wärmeliebend, besonders auf basenreichen Böden; Kennart der Klasse Vogelmieren-Gesellschaften.
3* Kelchzipfel lanzettlich bis breit eiförmig; Blätter gekerbt oder gesägt
4 Blüte 8–13 mm breit; Griffel > 1,7 mm lang; Fruchtstiel meist 1,3- bis 2,5-mal so lang wie das Tragblatt
Persischer Ehrenpreis (Veronica persica) 5–20 cm; Pflanze niederliegend bis aufsteigend; Blätter breit eiförmig bis rundlich, seicht gekerbt; Fruchtstiel 14–30 mm lang, deutlich länger als das Tragblatt; Kr. 8–13 mm breit, himmelblau mit weißem Grund, dunkler gestreift; Griffel 1,7–2,5 mm lang; Frucht 6–9 mm breit, oben weit stumpfwinklig ausgerandet, scharf gekielt, behaart, netznervig; einjährige (annuelle) bis einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; I-XII; verbreitet; besonders auf nährstoffreichen Lehmböden; Kennart der Ordnung Klatschmohn-Gesellschaften; Neophyt.
4* Blüten 3–8 mm breit; Griffel < 1,7 mm lang; Fruchtstiel meist 0,7- bis l, 2-mal so lang wie Tragblatt
5 Blätter regelmäßig tief gekerbt; Kelchzipfel zur Fruchtzeit breit eiförmig, > 2,7 mm breit
Glanz-Ehrenpreis (Veronica polita) 4–15 cm; Pflanze niederliegend bis aufsteigend; Blätter regelmäßig tief gekerbt, Blattrand nach unten umgerollt; Fruchtstiel 6–15 mm lang, kürzer oder so lang wie das Tragblatt; Kelchblätter breit eiförmig, zur Fruchtzeit sich überlappend, am Grund kurz behaart; Krone 4–7 mm breit, dunkelblau; Griffel 1,0–1,6 mm lang, die Ausrandung der Frucht weit überragend; Frucht 4–6 mm breit, oben spitzwinklig ausgerandet, mit kurzen einfachen Haaren und längeren Drüsenhaaren (Lupe!); einjährige (annuelle) bis einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; II-XI; verbreitet, im Norden Deutschlands selten; wärmeliebend, besonders auf basenreichen Lehmböden; Kennart der Assoziation Glanzehrenpreis-Gesellschaften; Archäophyt.
5* Blätter seicht gekerbt; Kelchzipfel zur Fruchtzeit lanzettlich, < 2,7 mm breit
Glanzloser Ehrenpreis (Veronica opaca) 4–15 cm; Pflanze niederliegend bis aufsteigend; Blätter seicht gekerbt mit flachem Rand; Fruchtstiel 7–14 mm lang, kürzer oder so lang wie das Tragblatt; Kelchblätter lanzettlich, sich nicht überlappend, am Grund lang behaart; Krone 4–7 mm breit, dunkelblau; Griffel 0,8–1,2 mm lang, etwa so lang wie die Ausrandung der Frucht; Frucht 5–6 mm breit, oben spitzwinklig ausgerandet, mit kurzen einfachen und längeren Drüsenhaaren (Lupe!); einjährige (annuelle) bis einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; III-X; zerstreut bis selten; auch in Gärten; besonders auf Lehmböden; Kennart des Verbandes Erdrauch-Wolfsmilch-Gesellschaften; Rote Liste 2; Anökophyt.
Acker-Ehrenpreis (Veronica agrestis) Unterschiede zur vorherigen Art: Fruchtstiel 6–12 mm lang, meist so lang oder etwas länger als das Tragblatt; Kelch am Grund nicht auffällig behaart; Krone weißlich, hellblau geädert; Frucht drüsig gewimpert, sonst kahl; einjährige (annuelle) bis einjährig überwinternde (winterannuelle) Pflanze; III-X; zerstreut; Kennart des Verbandes Erdrauch-Wolfsmilch-Gesellschaften; Archäophyt.
Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus) 10–50 cm; Pflanze aufrecht; Stängel zumindest oben abstehend behaart, ohne schwarze Strichelung; Blätter lanzettlich, am Rand stumpf gesägt; Tragblätter behaart, breit eiförmig bis herzförmig, gleichmäßig kurz gezähnt; Kelch zottig behaart, hellgrün bis blassgelb; Krone zitronengelb, 18–23 mm lang, doppelt so lang wie der Kelch, Kronröhre aufwärts gekrümmt, Oberlippe beiderseits mit einem 1–2 mm lang violetten Zahn; einjährige (annuelle) Pflanze; V-VII; zerstreut, im Norden Deutschlands fehlend; formenreich, eine angepasste Ackersippe (Anökophyt) mit ungeflügelten Samen wird als eigene Unterart abgetrennt (R. alectorolophus ssp. buccalis).
Großer Klappertopf (Rhinanthus angustifolius; syn.: R. serotinus, R. glaber) Unterschiede zur vorherigen Art: Stängel kahl oder anliegend kurzhaarig, schwärzlich gestrichelt; Tragblätter kahl, am Grund mit lang, grannenartig verlängerten Zähnen, an der Spitze kurz gezähnt; Kelch meist völlig kahl; einjährige (annuelle) Pflanze; V-VIII; zerstreut; formenreich, die Ackersippe (Anökophyt) wird meist als Unterart abgetrennt (R. angustifolius ssp. apterus).