Zwischenfruchtpflanzen (Heinrich Hofmeister & Eckhard Garve): Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 13. Februar 2011, 14:46 Uhr

Quelle: Heinrich Hofmeister & Eckhard Garve (2006). Lebensraum Acker. Verlag N. Kessel, ISBN-13: 978-3-935638-61-6; ISBN-10: 3-935638-61-2. Die vorliegende Zweitpublikation erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung der Autoren und des Verlages. (Autorisierte Zweitpublikation)
Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit den Autorennamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf Heinrich Hofmeister, Eckhard Garve beschränkt. Auf der Diskussionsseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen!

Öl-Rettich (Raphanus sativus ssp. oleiferus; Familie: Kreuzblütengewächse, Brassicaceae) 30–100 cm; Wurzel nicht verdickt (wie bei Radieschen und Rettich); Blätter fiederspaltig bis fiederteilig; Kelch aufrecht; Kronblätter hellviolett oder weiß, violett geadert, 10–20 mm lang; Frucht dick, schwammig, aufgedunsen; einjährig (annuell); VI-IX. – Als anspruchslose Futter- und Gründüngerpflanze seit etwa 1970 besonders auf lockeren, schwach sauren Sandböden angebaut; hohe Trocknis- und Frostresistenz, außerdem sehr schnellwüchsig, wird als Herbstzwischenfrüchte mitunter erst im August/September gesät; sehr alte Kultursippe Ostasiens, dort wegen der ölreichen Samen (Speise- und Brennöl) angebaut.

Schwarzer Senf (Brassica nigra; Familie: Kreuzblütengewächse, Brassicaceae) 40–130 cm; Blätter gestielt, die unteren fiederteilig, die oberen ungeteilt, dicht und fein gezähnt; Blütenstiel meist kürzer als Kelch; Kronblätter goldgelb, 6–10 mm lang; Frucht aufrecht, dem Stängel eng anliegend, 4-kantig, 8–25 mm lang; einjährig (annuell); VI-X. – Kulturpflanze seit der Römerzeit, bis zum Anfang des 20. Jh. als Öl- und Gewürzpflanze (Senfherstellung) angebaut; heute gelegentlich als Gründüngerpflanze auf frischen, nährstoff- und basenreichen Lehmböden; lokal verwildert und in Flusstälern eingebürgert; Wildpflanze im Mittelmeergebiet.

Rübsen (Brassica rapa) 50–200 cm; Unterschiede zum ähnlichen Raps: Blätter grasgrün, kaum blaugrün bereift, borstig behaart; die oberen weit stängelumfassend; Blütenknospen von den geöffneten Blüten überragt; Kelchblätter stärker abstehend; Kronblätter 6–11 mm lang; Frucht 4–7 cm lang; einjährig (annuell) bis zweijährig; V-VII. – Kulturpflanze seit der jüngeren Steinzeit, einerseits mit abnehmender Bedeutung als Ölpflanze (B. rapa ssp. oleifera), wobei neben Speiseölen bis zur Petroleum-Zeit auch Brennöle eine große Rolle spielten, andererseits als Zwischenfrucht und Futterpflanzen; gelegentlich wird B. rapa ssp. rapa mit rübenförmig verdickter Wurzel (Stoppelrübe) angebaut.

Weißer Senf (Sinapis alba; Familie: Kreuzblütengewächse, Brassicaceae) 30–110 cm; Unterschiede zum ähnlichen Acker-Senf: alle Blätter fiederspaltig oder fiederteilig; Blütenstiel länger als der Kelch; Frucht mit weißen Borsten und abgeflachtem Schnabel, Fruchtschnabel länger als Rest der Frucht; Samen 4–8, gelblich; einjährig (annuell); VI-IX. – Sehr alte Kulturpflanze, seit dem frühen Mittelalter in Mitteleuropa; zusammen mit Sarepta-Senf (Brassica juncea) wichtigste Art zur Senfherstellung, früher auch Öl- und Salatpflanze; in Deutschland kaum noch Anbau als Gewürzpflanze, aber zunehmend als schnellwüchsige Grünfutter- oder Gründüngungspflanze kultiviert, besonders auf nährstoff- und basenreichen Böden; wird als Herbstzwischenfrüchte noch im September gesät, wenig empfindlich gegen leichten Frost; Heimat: östliches Mittelmeergebiet.

Echter Buchweizen (Fagopyrum esculentum; Familie: Knöterichgewächse, Polygonaceae) 15–60 cm; Stängel zur Fruchtzeit rot; Blätter pfeilförmig, meist länger als breit, die unteren lang gestielt, die oberen fast sitzend; Blütenstand ährenartig; Blütenblätter 5, weiß oder rosa, 3–4 mm lang; Frucht braun, 5–7 mm lang, 3-seitig mit scharfen, ganzrandigen Kanten (ähnlich Buchecker, Name!); einjährig (annuell); VII-X. – In Norddeutschland früher sehr wichtige Kulturpflanze (Mehl, Grütze, Gries) auf abgebranntem Hochmoor (Buchweizenkultur) und nährstoffarmen Sandböden, heute nur noch selten als Mehlfrüchte kultiviert, gelegentlich als Bienenweide oder zur Gründüngung angesät, z. B. auf Wildäckern; frostempfindlich; Heimat: Zentralasien.

Phacelie (Phacelia tanacetifolia; Familie: Wasserblattgewächse, Hydrophyllaceae) 20–90 cm; Pflanzen teilweise rau behaart; Blätter gefiedert mit tief gezähnten Abschnitten; Blütenstand dicht, einseitswendig, schneckenförmig eingerollt; Kelch 5-teilig; Krone blauviolett, glockenförmig, 7–10 mm lang, 5-spaltig; Staubblätter 2–3mal so lang wie die Krone; einjährig (annuell); VI-IX. – Seit etwa 1975 verstärkt als Bienenweide ("Borstiger Bienenfreund"), Grünbrache und Gründüngungspflanze angebaut, auch auf Wildäckern; Heimat: Kalifornien.



Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Zwischenfruchtpflanzen (Heinrich Hofmeister & Eckhard Garve) (Zuletzt geändert:
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6 November 2012 16:02:26). Abgerufen am 5. April 2025, 04:08 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Zwischenfruchtpflanzen_(Heinrich_Hofmeister_&_Eckhard_Garve)