Alpensalamander – Salamandra atra: Unterschied zwischen den Versionen
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|Verbreitungskarte 1 Beschreibung=Verbreitung des Alpensalamanders | |Verbreitungskarte 1 Beschreibung=Verbreitung des Alpensalamanders | ||
|Verbreitungskarte 1 Urheber und Lizenz=Achim Raschka (CC BY-SA 3.0) | |Verbreitungskarte 1 Urheber und Lizenz=Achim Raschka (CC BY-SA 3.0) | ||
− | | | + | |Lebensraum Stadt=In Deutschland werden kühle Laubwaldtäler, feuchte Bergmischwälder und feuchte Alpenweiden besiedelt. Typischerweise trifft man den Alpensalamander dort in Schutt- und Geröllhalden, auf Waldlichtungen und an Waldrändern, aber auch entlang von Bach- und Straßenrändern. |
+ | |Interaktion Mensch=In erster Linie ist die Art durch ihre Lebensraumzerstörung, wie z.B. durch den Ausbau von Skigebieten oder die Intensivierung der Waldnutzung, gefährdet. | ||
+ | |Wissenswertes Herkunft=Der Alpensalamander ist in Mitteleuropa endemisch, d.h. er kommt weltweit nur hier vor. Er ist hauptsächlich in den Alpen zu finden. | ||
|Wissenswertes Giftigkeit=Zur Verteidigung scheiden Alpensalamander ein giftiges Hautsekret ab, welches sie vor Fressfeinden schützt. Sie gehen dabei in eine Drohstellung, bei der sie den Kopf anheben und nach hinten abknicken. | |Wissenswertes Giftigkeit=Zur Verteidigung scheiden Alpensalamander ein giftiges Hautsekret ab, welches sie vor Fressfeinden schützt. Sie gehen dabei in eine Drohstellung, bei der sie den Kopf anheben und nach hinten abknicken. | ||
|Wissenswertes 1=Der Alpensalamander ist eine endemische Art und kommt überwiegend nur in den Alpen vor. | |Wissenswertes 1=Der Alpensalamander ist eine endemische Art und kommt überwiegend nur in den Alpen vor. |
Version vom 10. Dezember 2020, 11:10 Uhr
Deutscher Name: | Alpensalamander |
Wissensch. Name: | Salamandra atra (Laurenti, 1768) |
Großgruppe: | Amphibien |
Taxonomie: | Ordnung Caudata / Familie Salamandridae |
Rote Liste Deutschland: | nicht gefährdet |
Inhaltsverzeichnis
Merkmale
- quergefurchten Rumpfseite mit Warzen
Bilder
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Beschreibung
Ausführliche Beschreibung: Geschlechter sind äußerlich nur schwer zu unterscheiden. Die Männchen besitzen jedoch stärker gewölbte Kloaken und sind etwas kleiner als die Weibchen. Es gibt zwei sehr seltene Unterarten mit auffallend gelben Flecken.
Verwechslungsmöglichkeiten:
Bergmolch – Ichthyosaura alpestris, Kammmolch – Triturus cristatus | In ihrer Landtracht sind Berg- und Kammmolche oberseits auch sehr dunkel, haben aber einen orangefarbenen Bauch. |
Verhalten: Die Alpensalamander sind überwiegend nachtaktiv. Bei starken Regenfällen verlassen sie jedoch ihren Schlupf auch tagsüber. Während der Wintermonate legen sie eine lange Winterstarre in unterirdischen Verstecken ein. Allgemein ist ihre Aktivität abhängig von der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit.
Lebensweise und Fortpflanzung: Der Alpensalamander ist die einzige heimische Amphibienart, welche sich vollkommen in ihrer Reproduktionsweise vom aquatischen Lebensraum entkoppelt hat. Je nach Höhenlage paaren sich die Tiere zwischen Mai und Ende Juli am Land. Nach einer Entwicklungszeit von 2-3 Jahren gebären die Weibchen zwei voll entwickelte, etwa 4 cm große Jungtiere. Dieses Lebendgebären wird als Anpassung an das raue Klima der Gebirge angesehen. Die erstaunlich geringe Fortpflanzungsrate wird durch ein sehr geringes Prädationsrisiko der giftigen Adulttiere kompensiert.
Lebensraum: Der Alpensalamander ist eine spezialisierte Hochgebirgsart, die ein Leben unter extremen Umweltbedingungen meistert. Er lebt in den Alpen, Voralpen und Gebirgen des nordwestlichen Balkans in Höhen von 430 – 2800 m. In den unteren Lagen werden feuchte Laub- und Bergmischwälder in der Nähe von Gebirgsbächen besiedelt. Oberhalb der Waldgrenze kommt er in feuchten Alpenweiden, Zwergstrauchheiden und Schutthalden vor.
Verbreitung: Der Alpensalamander kommt in den Alpen bis ins westliche Balkangebiet vor. Isolierte Populationen kommen entlang des Dinarischen Gebirges bis in die Hochgebirge Albaniens vor.
Verbreitung nach Bundesland:
BW, BY
Mensch und Stadt
In Deutschland werden kühle Laubwaldtäler, feuchte Bergmischwälder und feuchte Alpenweiden besiedelt. Typischerweise trifft man den Alpensalamander dort in Schutt- und Geröllhalden, auf Waldlichtungen und an Waldrändern, aber auch entlang von Bach- und Straßenrändern.
In erster Linie ist die Art durch ihre Lebensraumzerstörung, wie z.B. durch den Ausbau von Skigebieten oder die Intensivierung der Waldnutzung, gefährdet.
Wissenswertes
- Herkunft: Der Alpensalamander ist in Mitteleuropa endemisch, d.h. er kommt weltweit nur hier vor. Er ist hauptsächlich in den Alpen zu finden.
- Giftigkeit: Zur Verteidigung scheiden Alpensalamander ein giftiges Hautsekret ab, welches sie vor Fressfeinden schützt. Sie gehen dabei in eine Drohstellung, bei der sie den Kopf anheben und nach hinten abknicken.
- Der Alpensalamander ist eine endemische Art und kommt überwiegend nur in den Alpen vor.
- Bei starken Regenfällen verlassen sie ihr Versteck und können mitunter in großen Zahlen auftreten.
- Der Alpensalamander ist die einzige heimische Amphibienart, welche sich vollkommen in ihrer Reproduktionsweise vom aquatischen Lebensraum entkoppelt hat.
- Das Lebendgebären von vollentwickelten Jungtieren wird als Anpassung an das raue Klima der Gebirge angesehen.
- Alle europäischen Amphibien sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.
Quellen, Literatur, Weblinks
- A. Kwet „Reptilien und Amphibien Europas“, KOSMOS-Verlag, 2015
- J. Blab, H. Vogel „Amphibien und Reptilien erkennen und schützen“, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 2002
- D. Glandt „Heimische Amphibien: Bestimmen – Beobachten – Schützen“, AULA-Verlag, 2008
- D. Glandt „Die Amphibien und Reptilien Europas“, Quelle & Meyer, 2015
- G. Matz, D.Weber „Amphibien und Reptielien – Die 169 Arten Europas farbig abgebildet“, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1983
- Seite „Alpensalamander“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. August 2017, 13:19 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Alpensalamander&oldid=168283484 (Abgerufen: 1. Februar 2018, 14:19 UTC)
- Deutschlands Natur-Der Naturführer für Deutschland - Alpensalamander(Dr. R. Manderbach):http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/amphibien-reptilien/alpensalamander/ (Abgerufen 01. Februar 2018)
- Arbeitsgemeinschaft Feldherpetologie und Artenschutz- Alpensalamander (U.Schulte): https://feldherpetologie.de/heimische-amphibien-artensteckbrief/artensteckbrief-alpensalamander-salamandra-atra/ (Abgerufen 01. Februar 2018)
- Amphibien und Reptilien – Alpensalamander (M.Gebel): http://www.amphibien-reptilien.com/info-alpensalamander.html (Abgerufen 01. Februar 2018)
- ANLIEGENNATUR 36(2) - Auf den Spuren von Bergnarr und Regenmandl: Alpen- und Feuersalamander als Indikatoren intakter Natur (M.Meikl): http://www.anl.bayern.de/publikationen/anliegen/doc/an36203meikl_2014_salamander.pdf (Abgerufen 01. Februar 2018)
- Bildtafel Alpensalamander