Europäischer Laubfrosch – Hyla arborea: Unterschied zwischen den Versionen
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|Interaktion Mensch=Der Einsatz von Pestiziden, aber auch der Lebensraumverlust durch Entwässerung und Trockenlegung der Feuchtgebiete führt zu einer starken Gefährdung des einst weitverbreiteten und häufig vorkommenden Europäischen Laubfroschs in vielen Bundesländern Deutschlands. Vor allem in intensiv genutzten Kulturlandschaften fehlen ihm die artenreichen Lebensraumstrukturen. | |Interaktion Mensch=Der Einsatz von Pestiziden, aber auch der Lebensraumverlust durch Entwässerung und Trockenlegung der Feuchtgebiete führt zu einer starken Gefährdung des einst weitverbreiteten und häufig vorkommenden Europäischen Laubfroschs in vielen Bundesländern Deutschlands. Vor allem in intensiv genutzten Kulturlandschaften fehlen ihm die artenreichen Lebensraumstrukturen. | ||
|Wissenswertes 1=An seinen beweglichen Finger- und Zehnspitzen besitzt er Haftscheiben, mit deren Hilfe er äußerst geschickt klettern kann. Unter den heimischen Amphibien sind Laubfrösche die einzigen erfolgreichen Kletterer. | |Wissenswertes 1=An seinen beweglichen Finger- und Zehnspitzen besitzt er Haftscheiben, mit deren Hilfe er äußerst geschickt klettern kann. Unter den heimischen Amphibien sind Laubfrösche die einzigen erfolgreichen Kletterer. |
Version vom 10. Dezember 2020, 11:14 Uhr
Deutscher Name: | Europäischer Laubfrosch |
Wissensch. Name: | Hyla arborea (Linnaeus, 1758) |
Großgruppe: | Amphibien |
Taxonomie: | Ordnung Anura / Familie Hylidae |
Rote Liste Deutschland: | gefährdet |
Rote Liste Berlin: | Bestand erloschen |
Inhaltsverzeichnis
Merkmale
- Haftscheiben an den Enden der Finger und Zehen
Bilder
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Beschreibung
Ausführliche Beschreibung: Die Geschlechter lassen sich durch die Kehle unterscheiden. Männchen besitzen eine faltig und bräunlich, gelblich oder orange Kehle. Die Weibchen hingegen eine glatte und beige, manchmal auch grasgrün befleckte Kehle.
Verwechslungsmöglichkeiten:
Italienische Laubfrosch – Hyla intermedia | Beide Arten kommen im Norden Italiens und Sloweniens vor. Bei dem italienischen Laubfrosch sind die dunklen Seitenstreifen schmaler, unvollständig oder fehlen komplett. Dadurch kommt das dunkle Trommelfell mehr zur Geltung. |
Verhalten: Der Europäische Laubfrosch ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Von April bis Juni hält er sich in der Nähe von Laichgewässern auf. Nach dem Ablaichen ziehen die Tiere in ihre Sommerlebensräume ab, die bis zu einem Kilometer entfernt liegen können. Dort sitzen sie gerne auf Blättern und halten oft stundelange Sonnenbäder. Durch eine halbkugelige Körperhaltung mit untergeschobenen Beinen und Armen reduzieren sie dabei den Wasserverlust. Welchen Zweck diese Sonnenbäder für den Frosch haben ist bislang unklar. Im Oktober ziehen sie sich in ihre Winterquartiere zurück, wo sie in frostsicheren Verstecken bis März/ April Winterruhe halten.
Laute:
Lebensweise und Fortpflanzung: Paarung und Ablaichen der Europäischen Laubfrösche ziehen sich über mehrere Wochen hin. Mit den männlichen Rufen werden die Weibchen angelockt und dann in der Achselgegend umklammert. In mehreren Laichklümpchen werden 400 bis 1400 Eier an Wasserpflanzen geheftet. Nach 2-3 Tag schlüpfen die Kaulquappen. Abhängig von der Wassertemperatur und dem Ernährungszustand vollzieht sich die Metamorphose nach 50-80 Tagen.
Lebensraum: Der europäische Laubfrosch benötigt drei verschiedene Teillebensräume. Während der Laichzeit findet man ihn in stehenden, besonnten Gewässern, wie z.B. Tümpel, Teiche, Wassergräben oder Überschwemmungsflächen, aber auch in größeren Seen. Für die Sommerhabitate werden Bäume und Sträucher, Brombeerhecken oder Teichröhrichte besiedelt, an denen er tagsüber direkt in der Sonne ruhen kann. Ihre Winterruhe verbringen die Tiere in Gesteinsspalten, Baumhöhlen oder Erdlöchern. Solche Biotopkomplexe findet man unter anderem auf extensiv genutzten Grünlandflächen oder in ausgedehnten Feuchtwiesen.
Verbreitung: In Europa ist der Europäische Laubfrosch mit Ausnahme des Nordens und Südwestens recht weit verbreitet. Im Osten zieht sich sein Verbreitungsareal bis ins westliche Russland, die Ukraine sowie ins nord-westliche Kleinasien. Er kommt in der Tiefebene, im Hügelland und in Gebirgen bis ca. 1800 m vor.
Mensch und Stadt
Der Europäische Laubfrosch benötigt drei verschiedene Teillebensräume: Während der Laichzeit findet man ihn in stehenden, besonnten Gewässern, wie z.B. Tümpel, Teiche, Wassergräben oder Überschwemmungsflächen, aber auch in größeren Seen. Im Sommer werden Bäume und Sträuche oder Teichröhrichte besiedelt und die Winterruhe verbringt er in Gesteinsspalten, Baumhöhlen oder Erdlöchern.
Der Einsatz von Pestiziden, aber auch der Lebensraumverlust durch Entwässerung und Trockenlegung der Feuchtgebiete führt zu einer starken Gefährdung des einst weitverbreiteten und häufig vorkommenden Europäischen Laubfroschs in vielen Bundesländern Deutschlands. Vor allem in intensiv genutzten Kulturlandschaften fehlen ihm die artenreichen Lebensraumstrukturen.
Wissenswertes
- An seinen beweglichen Finger- und Zehnspitzen besitzt er Haftscheiben, mit deren Hilfe er äußerst geschickt klettern kann. Unter den heimischen Amphibien sind Laubfrösche die einzigen erfolgreichen Kletterer.
- Laubfrösche sitzen gerne auf Blättern und halten dort oft stundelange Sonnenbäder. Durch eine halbkugelige Körperhaltung mit untergeschobenen Beinen und Armen reduzieren sie dabei den Wasserverlust. Welchen Zweck diese Sonnenbäder für den Frosch haben ist bislang unklar.
- Die Rufe der Laubfrosch-Männchen gehören zu den lautesten der heimischen Amphibien. Dank ihrer aufblähbaren kehlständigen Schallblase, die als Verstärker dient, können sie bis zu mehrere Hundert Meter weit Rufen. Da die Rufe sehr energiezehrend für die Männchen sind können sie dabei mehr als 10% des Körpergewichts verlieren.
- Laubfrösche sind in der Lage ihre Farbe ins grau, braun, gelbliche zu wechseln oder dunkle Flecken sowie eine Marmorierung auszubilden. Selten kommen auch blaue Laubfrösche vor. Bei ihnen handelt es sich jedoch nicht um einen Farbwechsel. Der Farbton wird beim Fehlen vom gelben Harnstoff ausgebildet, welcher ursprünglich in einer Mischung der blauen und gelben Komponenten in einem Grünton resultiert.
- Alle europäischen Amphibien sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.
Quellen, Literatur, Weblinks
- A. Kwet „Reptilien und Amphibien Europas“, KOSMOS-Verlag, 2015
- J. Blab, H. Vogel „Amphibien und Reptilien erkennen und schützen“, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 2002
- D. Glandt „Heimische Amphibien: Bestimmen – Beobachten – Schützen“, AULA-Verlag, 2008
- D. Glandt „Die Amphibien und Reptilien Europas“, Quelle & Meyer, 2015
- G. Matz, D.Weber „Amphibien und Reptielien – Die 169 Arten Europas farbig abgebildet“, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1983
- Seite „Europäischer Laubfrosch“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. Februar 2018, 12:36 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Europ%C3%A4ischer_Laubfrosch&oldid=173652280 (Abgerufen: 8. März 2018, 11:33 UTC)
- Amphibien und Reptilien - Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea) (M.Gebel): http://www.amphibien-reptilien.com/info-europaeischer-laubfrosch.html (Abgerufen: 8. März 2018)
- Arbeitsgemeinschaft Feldherpetologie und Artenschutz - Europäischer Laubfrosch (U. Schulte): https://feldherpetologie.de/heimische-amphibien-artensteckbrief/artensteckbrief-europaischer-laubfrosch-hyla-arborea/ (Abgerufen: 8. März 2018)
- Kletterkünstler in grün - Der Laubfrosch (Hyla arborea) (NABU): https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/amphibien/artenportraets/10664.html (Abgerufen: 8. März 2018)
- www.herpetofauna.at - Europäische Laubfrosch - Hyla arborea (LINNAEUS, 1758) (C.Riegler): https://www.herpetofauna.at/index.php/slider-amphibien/20-europaeische-laubfrosch-hyla-arborea-linnaeus-1758 (Abgerufen: 8. März 2018)