Buchfink – Fringilla coelebs
Deutscher Name: | Buchfink |
Wissensch. Name: | Fringilla coelebs (Linnaeus, 1758) |
Großgruppe: | Vögel |
Taxonomie: | Ordnung Passeriformes / Familie Fringillidae |
Deutsche Wikipedia-Seite |
Rote Liste Deutschland: | nicht gefährdet |
Rote Liste Berlin: | nicht gefährdet |
Status: | Brutvogel |
Inhaltsverzeichnis
Merkmale
- Gefieder bei Männchen rotbraun mit blaugrauem Oberkopf
Bilder
|
Beschreibung
Ausführliche Beschreibung: Buchfinken haben eine Größe von 15 cm, eine Flügellänge von 9 cm und ein Gewicht von 19-28 g.
Die Stirn ist schwarz. Kopfplatte, Nacken und Schulter sind hellgrau. Das übrige Kopfgefieder sowie die gesamte Körperunterseite sind beim Männchen rötlich-braun, das Gefieder von Bauch und Unterschwanzdecken ist hellgrau. Das Rückengefieder ist braun, der Bürzel olivgrün. Die Flügel sind schwarz mit weißer Bänderung und Säumung, die Schwanzfedern sind schwarz mit weißen Kanten. Beim Weibchen ist das Gefieder von Kopf und Körperunterseite braun und die Gefiederfärbung insgesamt matter. Körperoberseite dunkler braun, Flügel dunkelbraun mit weißer Bänderung.
Verwechslungsmöglichkeiten:
Kernbeißer – Coccothraustes coccothraustes | Der Kernbeißer hat einen deutlich kräftigeren Kegelschnabel. |
Verhalten: Buchfinken sind Zug- und Strichvögel. Skandinavische Buchfinken überwintern häufig in Mitteleuropa, mitteleuropäische Buchfinken ziehen häufig nur bis Südfrankreich. Die Zugvögel ziehen Anfang September in ihr Überwinterungsgebiet und kehren Mitte März zurück. Es verbleiben viele Buchfinken aber auch ganzjährig in Deutschland und besuchen dort unter anderem Futterhäuschen.
Laute: Häufig hört man den Lockruf, der aus harten pink-pink-Lauten besteht. Der Gesang ist variabel und melodisch und endet häufig schnell und schmetternd.
Lebensweise und Fortpflanzung: Die Nahrung besteht aus Samen, Körnern, frischen Blüten- und Blattknospen sowie Bucheckern im Herbst. Zur Brutzeit sammeln die Elterntiere vorwiegend Insekten und ihre Larven für die Jungtiere, fressen diese häufig auch selber. Im Winter werden Beeren gefressen, aber auch Futterhäuschen aufgesucht. Zur Brutzeit bauen beide Elternteile in Büschen, Hecken oder den Astgabeln von Bäumen ein napfförmiges Nest aus Gräsern, feinen Zweigen, Moosen, Erde und Haaren. Das Weibchen legt 4-6 weiße Eier mit rötlichen Flecken, die es alleine 14 Tage lang ausbrütet. Die unbefiederten, nesthockenden Jungtiere werden von beiden Elterntieren gefüttert und sind nach 14-18 Tagen flügge. Häufig finden zwei Bruten im Jahr statt.
Lebensraum: Lebt an Waldrändern, Hecken, in Obstgärten und Feldgehölzen, Parks und Gärten.
Verbreitung: Der Buchfink ist in Europa und Nordafrika, aber auch in Westasien verbreitet. Er zählt zu den häufigsten Singvogelarten in Europa.
Mensch und Stadt
Sie sind in Parks und Gärten mit alten Bäumen zu finden.
Viele Buchfinken überwintern in Deutschland und besuchen Futterhäuschen als Nahrungsquelle.
Wissenswertes
- Name: Der deutschsprachige Name "Buchfink" leitet sich von Bucheckern, der bevorzugten Nahrungsquelle im Herbst ab. Die Namen "Gemeiner Fink", "Eigentlicher Fink" und "Finke" stammen von den typischen pink-pink-Lauten der Finken. Die veraltete Bezeichnung "Rothfink" kommt vom rötlichen Kopf- und Brustgefieder. Der wissenschaftliche Name setzt sich zusammen aus "Fringilla", was vom lateinischen fringillus kommt und "kleiner Vogel", "Fink" oder "Spatz" bedeutet, und "coelebs", was vom lateinischen caelebs abgeleitet ist und "ehelos", "einsam", "unverheiratet" oder "Junggeselle" bedeutet.
- Buchfinken beginnen von Februar bis April 10 Minuten vor Sonnenaufgang zu singen.
- Je nach Brutort ziehen manche Buchfinken über den Winter in den Süden. Die Zugvögel fliegen Anfang September in ihr Überwinterungsgebiet und kehren Mitte März zurück. Viele Buchfinken bleiben aber auch ganzjährig in Deutschland und besuchen dort unter anderem Futterhäuschen.
- Männchen und Weibchen ziehen nicht gleichzeitig in den Süden. Daher kommt der wissenschaftliche Name „coelebs“. Er wird übersetzt mit der „Unverheiratete“.
Quellen, Literatur, Weblinks
- Wikipediaartikel: "Buchfink" (Abgerufen: 3. Februar 2016)
- Witt, K. & Steiof, K. (2013): Rote Liste und Liste der Brutvögel von Berlin, 3.Fassung, 15.11.2013. In: Berliner Ornithologische Arbeitsgemeinschaft e.V. (Hrsg.): Berliner Ornithologischer Bericht, Berlin, 23: 1-23.
- Wolfgang Fiedler (2015): Die Vögel Mitteleuropas sicher bestimmen - Schlüssel zur Art-, Alters- und Geschlechtsbestimmung: S.237, 465, Quelle & Meyer, Wiebelsheim.
- Wolfgang Makatsch (1989): Wir bestimmen die Vögel Europas: S.461, Neumann Verlag, Leipzig.
- Alwin Voigt (2006): Exkursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen: S.259, Quelle & Meyer, Heidelberg.
- Lars Svensson (2011): Der Kosmos Vogelführer - Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens: S.376, Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart.
- Collin Harrison (1975): Jungvögel, Eier und Nester aller Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens - Ein Naturführer zur Fortpflanzungsbiologie: S.303, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin.
- NABU Bundesverband (CC BY-SA 3.0) Vogeluhr. 1. Auflage 05/2016: https://www.nabu.de/nabu_vogeluhr2/index.php?iframed=1
- https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/vogelportraets/12990.html (Abgerufen: 18. April 2016)
An diesem Artikel sind folgende Autoren beteiligt: Alice Chodura