Die Gattung Spinacia (Rolf Wißkirchen)

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Diese Arbeit ist eine Originalarbeit, die erstmalig hier publiziert ist.
Zitiervorschlag: Teil von: Wißkirchen, Rolf 2014. Chenopodiaceae – Bestimmungsschlüssel der in Deutschland wachsenden Gänsefußgewächse. http:/​/​offene-naturfuehrer.​de/​web/​Chenopodiaceae_​–_​Bestimmungsschlüssel_​der_​in_​Deutschland_​wachsenden_​Gänsefußgewächse_​(Rolf_​Wißkirchen)

Spinacia L. (Spinat) ist eine sehr kleine, aus 3 Arten bestehende Gattung. Eine davon ist der nur in Kultur bekannte Spinat, die beiden anderen sind Wildarten und vermutete Vorfahren des Gemüsespinats mit einem zentralasiatischen Verbreitungsgebiet in Gebirgen von der Osttürkei bis Nepal. Es sind zweihäusige Rosettenpflanzen mit einem einfachen oder verzweigten kahlen Stängel. Die Blätter sind langgestielt mit dreieckig-eiförmiger bis spießförmiger ganzrandiger bis buchtig gezähnter Spreite. Die jungen Blätter sind etwas blasenhaarig. Die Blüten stehen in dichten Knäueln in Blattachseln. Bei den männlichen Pflanzen bilden sie blattlose Scheinähren, bei den weiblichen Pflanzen sind die blütentragenden Blätter zur Sprossspitze dagegen nur allmählich reduziert (durchblätterte Scheinähren). Die männlichen Blüten sind typische Chenopodiaceen-Blüten ohne Vorblätter mit einer 4–5-zähligen freiblättrigen Blütenhülle und 4–5 Staubgefäßen, deren Antheren weit über die Blüte herausragen. Die weiblichen Blüten haben keine Blütenhülle. Sie bestehen nur aus einem Fruchtknoten mit 4–5 langen fädlichen Narben. Zwei stark miteinander verwachsene Vorblättern bilden um den Fruchtknoten herum eine röhrige glatte, mitunter mit zwei dornigen Auswüchsen versehene Hülle. Diese ist anfangs krautig und verhärtet bei der Fruchtreife. Sie schließt die reif bis 1 cm große aufrecht stehende Frucht ganz ein. Der Spinat ist eine bedeutende Gemüsepflanze. Wegen der von zwei Vorblättern umgebenen perianthlosen weiblichen Blüten wurde die Gattung Spinacia früher in verwandtschaftlicher Nähe zu Atriplex gesehen. Neue molekularsystematische Untersuchungen (Fuentes-Bazan et al. 2012) konnten dagegen zeigen, dass der Spinat ganz eng mit dem Spinatgänsefuß (Blitum incl. Monolepis) verwandt ist, sich das spezifische Merkmal also unabhängig in zwei verschiedenen Verwandtschaftsgruppen entwickelt hat. – Im Gebiet nur 1 Art


Literatur

Aellen, P. : Chenopodiaceae. In: Hegi, G. (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Bd. 3, Nr. 2, Paul Parey, Berlin, S. 533-747.
Fuentes-Bazan, S., Uotila, P. & Borsch, T. 2012: A novel phylogeny-based generic classification for Chenopodium sensu lato, and a tribal rearrangement of Chenopodioideae (Chenopodiaceae). In: Willdenowia. Bd. 42, Nr. 1, S. 5-24, doi:10.3372/wi42.42101.


Spinacia oleracea L.

Spinat, Gemüse-Spinat

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Die Gattung Spinacia (Rolf Wißkirchen) (Zuletzt geändert:
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13 März 2015 22:22:27). Abgerufen am 6. März 2025, 14:44 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Die_Gattung_Spinacia_(Rolf_Wißkirchen)