Gemeiner Wacholder – Juniperus communis

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Deutscher Name: Gemeiner Wacholder
Wissensch. Name: Juniperus communis
(Linnaeus)
Weitere deutsche Namen: Heide-Wacholder, Weihrauchbaum, Feuerbaum
Großgruppe: holzige Blütenpflanzen
Taxonomie: Ordnung Coniferales / Familie Cupressaceae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet
Rote Liste Berlin: vom Erlöschen bedroht
Status: Indigen

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • Nadeln mit scharfer Spitze
  • immer drei Nadeln zusammen
Der Gemeine Wacholder ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum. Er kann eine Höhe von zehn Metern erreichen. Blatt: Die scharf zugespitzten Nadeln sind grau bis blau und haben auf der Oberseite ein breites, weißes Band. Es stehen immer drei Nadeln in einem Quirl zusammen. Sprossachse: Die Rinde ist grau- bis rotbraun. Sie ist zunächst glatt, später können sich jedoch Teile der Rinde ablösen. Blüte: Er ist meist zweihäusig, d.h. die männlichen und weiblichen Blüten sitzen auf verschiedenen Bäumen. Die männlichen Blüten sind gelblich und als Kätzchen angeordnet. Die weiblichen Blüten haben drei Zapfenschuppen und sind unaufällig grün. Frucht: Die Früchte sind Beerenzapfen. Sie sind im ersten Jahr noch grün und werden ab dem zweiten Jahr immer dunkler bis sie schließlich schwarz-blau sind. Reif haben sie eine sehr harte Schale und sind von einer Wachsschicht überzogen.

Bilder


Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: Der Gemeine Wacholder ist ein Groß-Strauch, der sehr langsam säulen- bis kegelförmig wächst. Er entwickelt ein tiefreichendes Wurzelsystem. Die Äste stehen sehr dicht und oft wächst die Art mehrstämmig. Die Nadeln sind auf der Innenseite konkarv, die Spitze meist hellgrün. Die Blüten sind getrenntgeschlechtlich und meist zweihäusig. Die Zapfen sitzen an einem kurzen Stiel. Die Beerenzapfen können einen Durchmesser von 0,6-0,9 cm erreichen. Biologie: Der Pollen wird aus den Deckschuppen ausgeweht. Zwischen Bestäubung und Befruchtung vergehen 2-3 Monate. Es findet Verdauungsverbreitung durch Wacholderdrosseln, Amseln und Birkhühner statt. Die durch eine feste Schale geschützten Samen werden später wieder ausgeschieden. Blütezeit: April - Juni Lebensraum: Er bevorzugt eher trockene, nährstoffarme und basenreiche Standtorte mit viel Licht. Häufig ist er auf Schafweiden, Heiden, steinigen Hängen zu finden. Verbreitung: Er ist in ganz Europa, Nord-Asien, Nord-Afrika und Nord-Amerika verbreitet.

Mensch und Stadt

Der Gemeine Wacholder wird häufig als Zierstrauch auf Friedhöfen, in Gärten und in Parkanlagen verwendet. Es gibt zahlreiche Gartenformen, die sich im Aussehen deutlich unterscheiden. Er bevorzugt eher trockene, nährstoffarme und basenreiche Standorte mit viel Licht. Er ist gegenüber anderen Gehölzen sehr konkurrenzschwach, so dass er oft auf trockene, sandige, steinige Standorte verdrängt wird.

Wissenswertes

  • Herkunft: Der Gemeine Wacholder ist von Europa über Nordasien bis Nordafrika weit verbreitet.
  • Giftigkeit oder Verwendung: Er ist schwach giftig und kann die Haut reizen. Wacholderbeeren und ihr ätherisches Öl wirken harntreibend. Sie werden daher häufig gegen Nierenerkrankungen eingesetzt. Sehr große Mengen können die Nieren allerdings auch reizen.
  • Er ist das am weitesten verbreitete Nadelgehölz weltweit.
  • Wacholder-Zweige werden in Skandinavien traditionell zur Aromatisierung und Haltbarmachung von Bier eingesetzt.
  • Er wird durch Wacholderdrosseln, Amseln und Birkhühner verbreitet. Sie fressen die, durch eine feste Schale geschützten, Samen und scheiden sie später wieder aus.
  • Die Blütezeit ist von April bis Juni.
  • Die Beeren werden oft zum Würzen von Sauerkraut, Fleischgereichten und Spirituosen wie Gin eingesetzt.

Quellen, Literatur, Weblinks

  • Roth, L., Daunderer, M., Kormann, K.: Giftpflanzen - Pflanzengifte : Vorkommen, Wirkung, Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen. Verlag: Hamburg : Nikol 2008.
  • Spohn, M., Spohn, R.: Kosmos - Baumführer Europa. Verlag: Stuttgart: Kosmos 2011.
  • Krüssmann, G.: Die Nadelgehölze. Eine Nadelholzkunde für die Praxis. Verlag: Berlin und Hamburg: Verlag Paul Parey 1979.
  • Jacobi, F.: Das Pflanzenbestimmungsbuch. Gehölze. Verlag: Hamburg: F. Büchner, Handwerk und Technik 2006.
  • Mitchell, A.: Die Wald- und Parkbäume Europas. Ein Bestimmungsbuch. Verlag: Berlin und Hamburg: Verlag Paul Parey 1979.
  • Seite „Gemeiner Wacholder“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. August 2017, 19:15 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gemeiner_Wacholder&oldid=168537466 (Abgerufen: 2. November 2017, 15:37 UTC)
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Gemeiner Wacholder – Juniperus communis (Zuletzt geändert:
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1 Dezember 2020 13:57:17). Abgerufen am 6. März 2025, 19:45 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Gemeiner_Wacholder_–_Juniperus_communis