Getreideraubmilbe (Cheyletus eruditus)
Biologie
Der rhombisch geformte Körper dieser bis zu 0,8 mm großen Milbe besitzt dicke, lange Kiefertaster (Chelyceren). Diese dienen der Milbe zum Angriff auf vorratsschädliche Milben. Die Getreideraubmilbe hat einen Exkretionsschlauch, der als weißlicher Längsstrich durch die Außenhaut schimmert. Die Männchen sind mit bis zu 0,4 mm wesentlich kleiner als die Weibchen und treten seltener auf. Die Eier sind bis zu 0,2 mm groß. Die Beutetiere werden mit einem giftigen Stich gelähmt und anschließend extraoral verdaut, wobei das außerhalb des Körpers verdaute Gewebe des Wirtstieres in zwei Stunden aufgenommen wird. Pro Tag kann diese Raubmilbe bis zu vier vorratsschädliche Milben abtöten. Bei Temperaturen um 28 °C dauert die Entwicklung etwa drei bis vier Wochen, wobei 30 Nachkommen überwiegend parthenogenetisch, also durch Jungfernzeugung entstehen. Bereits die Larven leben räuberisch. Die Getreideraubmilben kommen auf Getreide, Saatgut, Mehl und pflanzlichen Drogen vor. Dort befallen sie vorratsschädliche Milben. Die gelagerten Produkte werden nicht befallen. Die Raubmilben führen nicht zu geruchlicher Belastung der Ware und lassen sich leicht wieder entfernen. Die Weibchen können wahrscheinlich von Motten mitgetragen und verbreitet werden, nachdem sich die Milbe an Flügelschuppen festgeheftet hat.