Girlitz – Serinus serinus
Deutscher Name: | Girlitz |
Wissensch. Name: | Serinus serinus (Linnaeus, 1766) |
Großgruppe: | Vögel |
Taxonomie: | Ordnung Passeriformes / Familie Fringillidae |
Deutsche Wikipedia-Seite |
Rote Liste Berlin: | Vorwarnliste |
Status: | Zugvogel |
Inhaltsverzeichnis
Merkmale
- rundlich mit gelbem Gefieder
Bilder
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Beschreibung
Ausführliche Beschreibung: Girlitze sind mit einer Größe von 10-13 cm und einem Gewicht von 8-14 g kleine Singvögel. Männchen fallen durch das kräftig gelb gefärbte Stirn-, Überaugenstreif-, Nacken- und Brustgefieder auf. Kopfplatte und Ohrdecken sind olivgrün bis hellbraun mit feiner dunkelbrauner Strichelung. Das Rückengefieder ist hellbraun mit kräftigen dunklen Längsstreifen. Die 6,5-8 cm langen Flügel sind schwarzbraun mit unauffälliger gelblicher Säumung und zwei feinen blassgelben Flügelbinden. Die Flanken sind weiß, hellgrau oder gelblich mit dunkler Strichelung. Die Unterschwanzdecken sind weiß. Auffällig ist der leuchtend gelbe Bürzel. Die Schwanzfedern sind schwarzbraun mit schmaler gelblicher oder hellgrüner Säumung. Die Beine und der ca. 1 cm lange Schnabel sind hornfarben mit diffuser grauer oder bräunlicher Schattierung. Das Gefieder der Weibchen ist matter und weniger kräftig gelb gefärbt. Das Kopfgefieder ist hellbraun mit feiner dunkler Strichelung und leichter gelblicher Schattierung von Überaugenstreif, Nacken, Halsseiten und der Kehle, bei manchen Weibchen befindet sich ein großer leuchtend gelber Fleck im Nacken. Die Körperunterseite ist hellgrau mit leicht gelblich schattierter Brust. Ihr Bürzel ist ebenfalls leuchtend gelb. Jungtiere im ersten Jahr fehlt jegliches gelb im Gefieder. Die Körperoberseite ist hellbraun mit dunkler Strichelung, die Körperunterseite ist hellgrau mit hellbrauner Schattierung und feiner dunkler Strichelung. Der Schnabel ist schwarzgrau.
Verwechslungsmöglichkeiten:
Goldammer – Emberiza citrinella | Die Goldammer ist größer und hat einen kräftigeren Schnabel. | ![]() |
Erlenzeisig | Männliche Erlenzeisige sind olivgrün und fallen durch ihre kontrastreiche schwarze und gelbe Färbung der Flügel auf. Ihre Schwanzfedern sind schwarzbraun mit breiten gelben Flecken an den Seiten. Der gelbe Bürzel ist weniger scharf abgegrenzt. | ![]() |
Verhalten: Charakteristisch ist ihr rastloses unruhiges Verhalten, und schnelles Wiederauffliegen zu einem anderen, nahegelegenen Sitzplatz. Ihr Flug ist wellenförmig hüpfend, häufig in Gruppen unterwegs.
Laute: Der Lockruf des Girlitz kann mit einem lauten klingenden "girlitt" beschrieben werden. Der Gesang besteht aus einem lückenlosen, klirrenden, schnell vorgetragenen Gezwitscher, welches auf erhöhten Plätzen unter ständigem Hin- und Herwenden des Körpers vorgetragen wird.
Lebensweise und Fortpflanzung: Beide Elterntiere bauen zur Brutzeit ein Nest, das einen tiefen Napf bildet aus Gräsern, feinen Wurzeln, Blättern, Flechten und Moosen, auf Bäumen und in dichten Büschen. Das Weibchen legt 3-5 weiße Eier mit rostbraunen oder fast schwarzen Flecken und Kritzeln und brütet diese 13 Tage lang aus, die Jungen sind nach 14 Tagen flügge. Häufig finden zwei Bruten im Jahr statt.
Die Nahrung besteht aus allerlei kleine Sämereien, feinen Knospen und Beeren.
Zugvögel, die Mitte Oktober nach Südwesteuropa und in die Mittelmeerländer ziehen und Mitte März wieder in Deutschland eintreffen. Stadtvögel überwintern in Deutschland zunehmend und nehmen Futterstellen an.
Lebensraum: Lebt in Obstgärten, Gehölzen, Bauernhöfen und Gärten.
Mensch und Stadt
Der Girlitz ist ein Kulturfolger und häufig in Siedlungsräumen zu finden. Er besiedelt offene Flächen wie Gärten, Friedhöfe und Parks sowie Industrie-Brachflächen. Die Männchen singen von hohen Singwarten und nutzen dafür oft Stromleitungen. Der Girlitz meidet jedoch dicht bebaute Bereiche wie Innenstädte.
Wissenswertes
- Name: Der deutschsprachige Name Girlitz ist die lautmalerische Darstellung des Gesanges dieser Vögel, welcher mit girlitt umschrieben werden kann. Der Gattungsname und das Artepitheton lautet "Serinus" und ist eine Lateinisierung des französischen Wortes "serin", welches "Kanarienvogel" bedeutet oder der Eigenname dieses Vogel ist. Das französische "serin" wiederum leitet sich vom altgriechischen Wort σειρηνος (seirēnos) ab, dem Begriff für "einen unbekannten kleinen singenden Vogel".
- Der heimische Girlitz wurde lange aufgrund seines schönen Gesanges als Haustier gehalten. Er wurde später durch den Kanarienvogel abgelöst, da dieser sich leicht in großer Stückzahl nachzüchten ließ.
- Girlitze sind Zugvögel, die von Oktober bis März nach Südwesteuropa ziehen. Stadtvögel überwintern aber zunehmend in Deutschland und nehmen auch Futterstellen an.
- Der Girlitz steht in Berlin auf der Vorwarnliste. In Deutschland nehmen die Brutbestände ab. Als Samenfresser wird er durch den Rückgang von Kleingärten mit Obst- und Gemüseanbau eingeschränkt.
Quellen, Literatur, Weblinks
- Vladimir Bejcek (1988): Zugvögel: S.214, Verlag Werner Dausien, Hanau/Main.
- Wolfgang Makatsch (1989): Wir bestimmen die Vögel Europas: S.456, Neumann Verlag, Leipzig.
- Alwin Voigt (2006): Exkursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen: S.255, Quelle & Meyer, Heidelberg.
- Wolfgang Fiedler (2015): Die Vögel Mitteleuropas sicher bestimmen - Schlüssel zur Art-, Alters- und Geschlechtsbestimmung: S.227, 474, Quelle & Meyer, Wiebelsheim.
- Collin Harrison (1975): Jungvögel, Eier und Nester aller Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens - Ein Naturführer zur Fortpflanzungsbiologie: S.309, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin.
- Lars Svensson (2011): Der Kosmos Vogelführer - Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens: S.382,Franckh-Kosmos-Verlag,Stuttgart
- Seite „Girlitz (Art)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 26. September 2015, 21:59 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Girlitz_(Art)&oldid=146436501 (Abgerufen: 10. Februar 2016, 14:10 UTC)
- http://arten.deinfo.eu/elearning/voegel/speciesportrait/3164 (Abgerufen: 18. April 2016)
- Witt, K. & Steiof, K. (2013): Rote Liste und Liste der Brutvögel von Berlin, 3.Fassung, 15.11.2013. In: Berliner Ornithologische Arbeitsgemeinschaft e.V. (Hrsg.): Berliner Ornithologischer Bericht, Berlin, 23: 1-23.
- Rote Liste der Brutvögel Deutschlands. Fünfte gesamtdeutsche Fassung, veröffentlicht im August 2016: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/rote-listen/10221.html (Letzter Zugriff: 07.04.2017)
- Vögel in Deutschland - 2009. Dachverband Deutscher Avifaunisten, Kleve (ebook erhältlich unter unter http://www.dda-web.de/)
An diesem Artikel sind folgende Autoren beteiligt: Alice Chodura