Großes Schöllkraut – Chelidonium majus

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Deutscher Name: Großes Schöllkraut
Wissensch. Name: Chelidonium majus
(L.)
Großgruppe: krautige Blütenpflanzen
Taxonomie: Ordnung Ranunculales / Familie Papaveraceae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet
Rote Liste Berlin: nicht gefährdet

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • stark giftig
  • orange-gelber Milchsaft
  • blaugrüne Blattunterseite
Das Schöllkraut kann bis zu 70 cm groß werden. Blatt: Die Blätter sind einzeln und abwechselnd am Stängel angeordnet (wechselständig). Ihre Oberseite ist grün und die Unterseite ist blaugrün. Die Blätter sind eingeschnitten (fiederteilig) oder bestehen aus Teilblättern (gefiedert). Sprossachse: Der Stängel ist aufrecht, verzweigt und borstig behaart. Blüte: Die Blüten haben vier leuchtend gelbe Kronblätter, die schnell abfallen. Frucht: Die Frucht ist eine schmale, grüne Schote.

Bilder


Beschreibung

Blütezeit: Mai - Oktober Lebensraum: Nährstoffreiche und sonnige bis halbschattige Standorte werden bevorzugt. Verbreitung: Europa, Asiens, Nordafrika, Nordamerika

Mensch und Stadt

Diese nährstoffliebende Art hat sich an die durch Menschen veränderte Umwelt gut angepasst und wächst weit verbreitet auf Schuttplätzen, an Wegesrändern und in Mauerspalten. Sie bevorzugt nährstoffreiche und sonnige bis halbschattige Standorte.

Wissenswertes

  • Name: Der wissenschaftliche Name setzt sich aus dem griechischen „Chelidonium“ = Schwalbe und lateinischem „majus“ = größer zusammen.
    Name und Geschichtliches (Köhler 1887): »Der Name Schöllkraut, Schellkraut, althochdeutsch schelliwurz, soll aus den ersten Buchstaben von Chelidoniumn hervorgegangen sein. Letzteres Wort verdankt seinen Ursprung dem griechischischen χελιδονιον (Schwalbenkraut), von χελιδον, Schwalbe, weil (nach Plinius) die Entwicklung der Blätter und deren Absterben mit dem Kommen und Gehen der Schwalben in Verbindung gebracht wurde. Auch sollen, nach letztgenanntem Autor, die Schwalben, wenn ihre Jungen erblindeten, mit dem Schöllkraut das verlorengegangene Sehvermögen wieder hergestellt haben. Nach Wittstein ist das Schöllkraut – χελιδονιον μεγα des Dioscorides, Chelidonium des Plinius – eine sehr alte Arzneipflanze, die namentlich bei Augenkrankheiten und gegen Gelbsucht zur Anwendung gebracht wurde. Den Milchsaft presste man aus und bewahrte ihn, eingetrocknet, in Pastillenform auf. Dioscorides und Galenus liessen die frische Wurzel bei Zahnschmerz kauen und nach Scribonius Largus (römischer Arzt im ersten Jahrhundert n. Chr.) leistete das Auflegen der gequetschten Pflanze auf die Bisswunden toller Hunde treffliche Dienste.«
  • Giftigkeit oder Verwendung: Die ganze Pflanze und vor allem der Milchsaft sind stark giftig.
  • Es wird in der Naturheilkunde bei Margen-Darm-Beschwerden und gegen Krämpfe verwendet.
  • Es blüht von Mai bis Oktober.

Quellen, Literatur, Weblinks

  • Fleischhauer, Steffen G., Guthmann, Jürgen und Spiegelberger, Roland (2007): Essbare Wildpflanzen, 200 Arten bestimmen und verwenden. Baden und München: AT Verlag.
  • Köhler, F. E. & Müller, W.; Pabst, G. (Hrsg.) 1887: Köhler’s Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Bd. 1, Gera-Untermhaus, Verlag von Franz Eugen Köhler, Gera (Mit 88 Tafeln in Farbendruck nach Originalzeichnungen von Walther Müller in Gera. Druck des Textes von Herrn J. Ramm, Leipzig. – http://biodiversitylibrary.org/page/303332, abgerufen am 7. August 2017).
  • Lippert, Wolfgang und Podlech, Dietrich (1993): GU Naturführer Blumen, München: Gräfe und Unzer.
  • Schauer, Thomas, Caspari Claus und Caspari Stefan (2015): Der illustrierte BLV-Pflanzenführer für unterwegs, 7. Aufl., München: BVL Buchverlag.
  • Scherf, Gertrud (2006): Wildpflanzen neu entdecken, München: BLV Buchverlag.
  • Seite „Schöllkraut“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. Juli 2016, 23:12 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sch%C3%B6llkraut&oldid=156571313 (Abgerufen: 4. Oktober 2016, 12:26 UTC)
  • http://floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=1513&