Mehlmotte (Ephestia kuehniella)

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Mehlmotte

Biologie

1877 sandte Dr. Kühn aus Halle eine Probe amerikanischen Weizens an den Stettiner Zoologen Zeller, der die darin enthaltenen Zünsler als Ephestia kuehniella beschrieb. In Europa war diese Art bis dato unbekannt. Wahrscheinlich wurde sie aus Mittelamerika aus verbreitet. In Deutschland ist sie mittlerweile eingebürgert. Ursprünglich lebten die Larven der Mehlmotte im Freien unter der Rinde von Bäumen und in abgefallenen, vertrockneten Früchten. Sie wechselten im Laufe der Zeit auf menschliche Vorräte pflanzlicher Herkunft, über und leben heute ausschließlich von ihnen. Das Weibchen kann bis zu 500 Eier am Nahrungssubstrat ablegen, deren Entwicklung bis zum Schlupf der sog, Eilarve bei 20 °C etwa sechs Tage dauert, Die Larve häutet sich bis zur Verpuppung vier- bis fünfmal und benötigt für ihre Entwicklung bei 26 °C in Erdnußmehl 72 Tage, im Weizenmehl 80 Tage. Die Entwicklung vom Ei bis zum Falter dauert bei Temperaturen um 20 °C ungefähr zwei Monate. Unter mitteleuropäischem Klima entwickeln sich zwei bis drei Generationen in einem Jahr. Die Falter sind somit bi- oder trivoltin. Bei Raumtemperaturen unter 10 °C wird die Vollendung einer Generation verhindert. In Räumen mit starkem Befall bevorrateter Produkte, wie zum Beispiel in einer Mühle, sitzen die Falter an den Wänden. Der etwas lichtscheue Falter fliegt mit Eintreten der Dunkelheit, bevorzugt aber in der Morgendämmerung. Die Weiterverbreitung der Mehlmotten erfolgt durch Verschleppen von Eiern, Larven und Puppen mit Säcken, mit befallenen Vorratsgütern. In der Regel durchlaufen die Larven keine Diapause.

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Mehlmotte (Ephestia kuehniella) (Zuletzt geändert:
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7 Juni 2013 17:24:14). Abgerufen am 22. Dezember 2024, 18:19 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Mehlmotte_(Ephestia_kuehniella)