Röhling et al Deutschlands Flora 02 1826

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Röhling, J. C., Mertens, F. C. & Koch, W. D. J.; Wilmans, F. (Hrsg.) 1826: J. C. Röhlings Deutschlands Flora. Nach einem veränderten und erweiterten Plane bearbeitet. Bd. 2, Frankfurt am Main (https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​29561, abgerufen am 11. April 2019).

Zusammenfassung: (aus automatischer unkorrigierter Texterkennung)

Vorwort.

Nachdem die Verfasser sich der Pflicht des frommen Danks gegen den gütigen Allvater entledigt, der ihnen zur Vollendung eines neuen Theils ihrer Arbeit das Leben gefristet und Gesundheit und Kräfte verliehen hat , fühlen sie sich gedrungen dem Publikum für die Ermunterung zu danken , welche sie von demselben in den schätzbaren Beweisen der Zufriedenheit mit dem ersten Bande der Flora bekommen haben. Namentlich hat es uns herzlich gefreut, dafs denkende und gründliche Pharmaceuten und deren Gehülfen die Brauchbarkeit unsrer Arbeit zu dem erwünschten Zwecke erprobt , und uns » durch Mittheilungen mancher schönen und seltenen getrockneten Pflanzen bewiesen haben, dafs sie nicht blofs ihre Kenntnifs der heilsam wirkenden Pflanzen richtig begründen, sondern auch ihre Bekanntschaft mit Florens Schätzen überhaupt, mehr als es gewöhnlich der Fall ist, erweitern wollen. Alles dieses und was uns anderweitig noch, über Verdienst und Erwarten, an Unterstützung und Lobe zu Theil geworden ist, wird uns kräftig ermuntern , eine ähnliche Freundlichkeit von Seiten unserer Gönner und billigen Richter mit immer minderm Erröthen annehmen zu können.

Dafs unsere Arbeit etwas langsam fortschreitet , wird uns von Männern, die mit den Schwierigkeiten des Unternehmens bekannt, und von solchen , die billig genug sind , unsere Gründe gelten zu lassen, nicht verargt werden. Nach den Verhältnissen unsers Geschäftslebens können, und nach der Achtung, welche wir für das Publikum hegen, dürfen wir nicht eilen. Hinsichtlich des ersten Punkts wissen die meisten unserer Leser , dafs wir nur die spärlichen Mufsestunden unsers amtlichen Berufes auf diese Arbeit verwenden kennen , und. in Hinsicht des zweiten wird es uns erlaubt seyn zu sagen , dafs neben der, dem höhern Alter eigenthümlichen gröfsern Aengstlichkeit , wir uns gern die Achtung des Publikums für jetzt und immer erhalten möchten, und dies nicht anders erreichen zu können glauben , als durch ein mög


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Vorwort.


liehst gediegenes , vollständiges Werk , welches in seinen Hauptmomenten befriedigend, von den ihm anhängenden Mängeln und Fehlern mehr und mehr gereinigt, sich dem uns vorschwebenden Ideale immer zu nähern, streben muss. In dieser Hinsicht fühlen wir uns daher auch gewissenhaft verbunden, von den uns bekannt gewordenen öffentlichen oder vertraulichen Urtheilen und Zurechtweisungen, in besondern Nachträgen, worüber das Publikum näher unterrichtet werden wird, den Gebrauch zu machen , welchen wir nach sorgsamer, unpartheischer Prüfung davon machen zu können und aus Pflicht davon machen zu müssen, glauben. Denn wenn wir gleich jedes redlichen Forschers Meinung und Glauben von einzelnen Gegenständen , als Beitrag zur sicheren Begründung der Wissenschaft zu verehren gewohnt sind , so können wir doch nicht immer zu jeder abweichenden Ansicht, genöfse der Urheber auch einer noch so hohen Celebrität , sogleich übertreten, („Hanc veniam damus petimusque vicissim") weil auch uns die auf eigenem Wege , und oft nicht ohne Mühe , erforschte , auch nur subjective Wahrheit, ein Lieblingskind ist, welches man nicht gleich verstöfst, und es darauf wagt, dafs Andere sich nicht sofort von dem letzten Worte, welches darüber, auch selbst kunstrichterlich gesagt wird, einnehmen lassen werden.

Dafs wir, bei unverhohlener dankbarer Benutzung guter Vorarbeiten, nicht blofs Andern nachgeschrieben, sondern die Natur überall selbst befragt haben, wo wir es konnten, wird unbefangenen Prüfern beim Gebrauche unsers Werks nicht entgangen , und sie dann auch billig genug seyn , uns die süfse Ueberzeugung einer nicht versäumten Pflicht, zu gönnen. Denn jene Anschuldigung würde, wenn sie gegründet wäre, uns nicht blofs mit Recht beim Publikum verunglimpfen, sondern uns auch unsre Selbstachtung rauben ; wogegen jener Vorwurf, wenn er ungegründet ist, — leicht verschmerzt werden kann.

Ostermesse 1826. Mertens und Koch.


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