Seidenschwanz – Bombycilla garrulus
Deutscher Name: | Seidenschwanz |
Wissensch. Name: | Bombycilla garrulus (Linnaeus, 1758) |
Großgruppe: | Vögel |
Taxonomie: | Ordnung Passeriformes / Familie Bombycillidae |
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Inhaltsverzeichnis
Merkmale
- spitze Federhaube
Bilder
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Beschreibung
Ausführliche Beschreibung: Kein Geschlechtsdimorphismus Seidenschwänze haben eine Größe von 17-20 cm, eine Flügellänge von 12 cm, eine Schnabellänge von 1,5-2 cm und ein Gewicht von 50-83 g.
Die Stirn und Wangen sind rotbraun, Kopf-, Nacken- und Brustgefieder hellbraun, Rücken- und Bauchgefieder graubraun und die stark verlängerten Schwanzoberdecken sind hellgrau. Der Übergang dieser Färbungen ist fließend matt. Stark heben sich die rotbraunen Schwanzunterdecken, die schwarzen Schwanzfedern mit ihrer leuchtend gelben Endbinde, die schwarzen Flügel mit ihren weißen Querbinden und weißen, gelben und roten Spitzen davon ab. Auffallend ist die Federhaube. Kinnfleck sowie Augenstreif sind schwarz.
Verhalten: Er ist ein geselliger Vogel und wird meist in Gruppen angetroffen.
Laute: Die Kontaktrufe von Seidenschwänzen beschreiben ein leises srieh.
Lebensweise und Fortpflanzung: Zur Brutzeit werden napfförmige Nester in Nadelbäumen gebaut aus Zweigen, Gräsern und Moos. Das Weibchen legt darin 4-6 graue Eier mit dunkler Sprenklung und brütet diese 14 Tage lang alleine aus. Die Jungtiere werden 14 Tage lang von beiden Eltern gefüttert und verlassen dann das Nest.
Die Nahrung besteht aus Insekten, Mücken, im Spätsommer und Herbst werden Vogelberen, Feuerdorn und Schneeball bevorzugt, aber auch Wacholderbeeren, sowie Hagebutten, Mehlbeeren und Äpfel, in strengen Wintern wird auf den Invasionszügen auch Futterhäuser angeflogen.
Seidenschwänze sind Invasionsvögel, insbesondere in den Wintermonaten November bis März ziehen sie in Gruppen bei Nahrungsknappheit in neue Gebiete.
Lebensraum: Lebt in Wäldern und Heckenlandschaften.
Mensch und Stadt
Der Seidenschwanz ist als Wintergast häufig in Parks, Gärten und auf Friedhöfen zu finden. Ziersträucher wie Ebereschen und Rosen bieten im Winter oft ein gutes Nahrungsangebot. Seltener sind Gruppen von Seidenschwänzen an Futterstellen zu sehen.
Wissenswertes
- Name: Aus dem Lateinischen lässt sich der Gattungsname "Bombycilla" aus "bombycinus" herleiten, was "aus Seide" bedeutet. Das Artepitheton "garrulus" kann mit "Schwätzer" übersetzt werden.
- Er ist ein Wintergast und kommt aus Skandinavien und Russland nach Deutschland.
- Der Seidenschwanz vertilgt an jedem Tag etwa das Doppelte seines eigenen Körpergewichts.
- Seidenschwänze galten im Mittelalter als Unglücksboten. Sie wurden auch als Sterbevogel oder Pestvogel bezeichnet und für die Pest und Brände verantwortlich gemacht.
Quellen, Literatur, Weblinks
- Wikipediaartikel: "Seidenschwanz (Art)" (Abgerufen: 3. Februar 2016)
- Vladimir Bejcek (1988): Zugvögel: S.148, Verlag Werner Dausien, Hanau/Main.
- https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/vogelportraets/13075.html