Vogelkirsche – Prunus avium

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Deutscher Name: Vogelkirsche
Wissensch. Name: Prunus avium
(Linnaeus)
Weitere deutsche Namen: Wildkirsche, Waldkirsche
Großgruppe: holzige Blütenpflanzen
Taxonomie: Ordnung Rosales / Familie Rosaceae
Deutsche Wikipedia-Seite
Status: Archaeophyt

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • Blattstiel mit zwei rötlichen Nektardrüsen
  • Korkhaut rollt sich in Querbändern ab
Die Vogelkirsche kann bis zu 30 m hoch werden und hat eine dichtästige, lockerblättrige Krone. Blatt: Die Blätter sind eiförmig zugespitzt. Der Blattrand ist grob und doppelt gesägt. Sie wachsen am Zweig zueinander versetzt (wechselständig). Der Blattstiel hat meist zwei rötliche Nektardrüsen. Sprossachse: Die Rinde ist anfangs glatt, rotbraun bis grau und glänzend mit quer verlaufenden Korkwarzen. Die Korkhaut rollt sich in Querbändern ab. Später bildet sich eine längsrissige, schwarzgraue Borke. Blüte: Die weißen Blüten stehen in nickenden büscheligen Blütenständen zusammen. Die Staubbeutel in der Mitte der Blüte sind in der Regel gelb bis rötlich. Frucht: Die Steinfrüchte sind kugelige Kirschen. Im Reifezustand sind sie rot bis schwarzrot und glänzend. Der Steinkern im Inneren schließt einen Samen ein.

Bilder


Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: Die langgestielten weißen Blüten stehen in trugdoldigen Blütenständen, sind zwittrig, fünfzählig und bis zu 4 cm im Durchmesser.

Verwechslungsmöglichkeiten:

Sauerkirsche Die Sauerkirsche hat kleinere, steifere und deutlich glänzendere Blätter. Die Früchte sind sauer.

Biologie: Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, v. a. Bienen. Die Fruchtausbreitumg wird durch Tiere und Vögel gewehrleistet. Blütezeit: April - Mai Lebensraum: Frische und warme Standorte wie Waldränder und Hecken. Verbreitung: Europa, Kleinasien, Kaukasus, Nordpersien, Nordafrika.

Mensch und Stadt

Die Vogelkirsche ist wegen der großen und auffälligen Blüte ein sehr beliebter Haus- und Gartenbaum. Sie ist trockentolerant, jedoch empfindlich gegen Spätfröste und Bodenverdichtung. Dies macht sie zwar zu einem geeigneten Park- und Gartenbaum, jedoch als Straßenbaum eher ungeeignet. Sie ist ein wichtiges Vogel- und Bienennährgehölz und trägt somit zum Artenreichtum in der Stadt bei. Auch ihr Potential zur Verbessung der städtischen Luftqualität durch Feinstaubbindung wird diskutiert.

Wissenswertes

  • Herkunft: Sie ist vermutlich aus Mittelasien eingewandert und in Europa eingebürgert.
  • Name: Der wissenschaftliche Name setzt sich aus den lateinischen "prunus"="Pflaumenbaum" und "avium", abgeleitet von "avis"="Vogel" zusammen.

Der deutsche Name Vogelkirsche bezieht ebenfalls auf die Vögel, die den Baum als Nahrungsquelle nutzen und dort häufig zu beobachten sind.

  • Giftigkeit oder Verwendung: Die Vogelkirsche ist die Stammform der Süßkirsche. Ihre Früchte sind kleiner und schmecken herber als die der zahlreichen Sorten der Süßkirschen.
  • Die Nektarien am Blattstiel werden von Ameisen als Nahrung gesammelt. Im "Gegenzug" beseitigen die Ameisen die Schädlinge von dem Baum.
  • Bei Verletzungen des Stamms tritt eine harzige Flüssigkeit "Wundgummi" und härtet an der Luft aus.
  • Kirschkernkissen werden als Wärmeflaschenersatz oder Kopfkissen für Allergiker verwendet.
  • Sie blüht von April bis Mai.
  • Die Fruchtreife erfolgt im Juli.
  • Die allgemein gültige wissenschaftliche Schreibweise auf Deutsch ist Vogel-Kirsche, wobei nach der deutschen Rechtschreibung auf den Bindestrich verzichtet werden kann.

Quellen, Literatur, Weblinks

  • Aas, G., Riedmiller, A.: Laubbäume: Bestimmen - Kennenlernen – Schützen. Gondrom , 2002.
  • Amann, G., Richter, P.: Bäume und Sträucher des Waldes. Neumann, 1962.
  • Forum DIE GRÜNE STADT (2013): Bäume und Pflanzen lassen Städte atmen. Schwerpunkt - Feinstaub. URL: https://www.die-gruene-stadt.de/baeume-und-pflanzen-lassen-staedte-atmen.pdfx (Abgerufen: 02. August 2018, 10:42 UTC)
  • Böhlmann, D.: Laubbäume: temperierter Klimate mit ihrer Artenvielfalt. Patzer, 2015.
  • Mitchell, A.: Die Wald- und Parkbäume Europas. Ein Bestimmungsbuch für Dendrologen und Naturfreunde. Parey , 1975.
  • Quartier, A.: Bäume und Sträucher. BLV Buchverlag GmbH & Co., 1989.
  • Roloff, A.: Bäume in der Stadt. Besonderheiten, Funktion, Nutzen, Arten, Risiken. Verlag Eugen Ulmer, 2013.

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An diesem Artikel sind folgende Autoren beteiligt: Alice Kracht