Pluteus Fr. – Dachpilze (Georg Müller & Markus Scholler)

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Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit den Autorennamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf Georg Müller, Markus Scholler beschränkt. Auf der Diskussionseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen!
Diese Arbeit ist eine Originalarbeit, die erstmalig hier publiziert ist.
Zitiervorschlag: Müller, Georg & Scholler, Markus 2011. Pluteus Fr. – Dachpilze. http:/​/​offene-naturfuehrer.​de/​wiki/​Pluteus_​Fr.​_​–_​Dachpilze.​_​(Georg_​Müller_​%26_​Markus_​Scholler)
Pluteus Fr. (Dachpilze; Pilze)
Piktogram für den Schlüssel
Von: Georg Müller, Markus Scholler
Kleine bis mittelgroße, teils auch große Pilze. Hutdurchmesser 1–15cm. Hut anfangs glockenförmig-halbkugelig, später ausgebreitet mit oft flachem Buckel. Hutoberfläche glatt, faserig, matt, samtig oder haarig-schuppig. Stiel zentral, längsfaserig. Fruchtkörper meist recht fragil. Hut leicht vom Stiel zu trennen. Mitteleuropäische Arten ohne Velum. Lamellen frei. Anfangs weißlich, im Alter rosa bis rosabräunlich. Teilweise mit gefärbter Schneide. Sporenpulver rosabräunlich. Sporen rundlich bis leicht ellipsoid, ohne Keimporus, amyloid. Cheilozystiden immer vorhanden, Pleurozystiden teils fehlend. Hutdeckschicht hyphig oder zellig. Saprobionten auf Holz oder terrestrisch auf pflanzlichem Detritus. Bis auf P. salicinus (der das Halluzinogen Psilocybin enthält) keine Giftpilze und alle Arten essbar, wenn auch nicht sonderlich wohlschmeckend.
Geographischer Geltungsbereich: Mitteleuropa — Quelle: Der folgende Bestimmungsschlüssel für Dachpilze (Pluteus) in Europa unter besonderer Berücksichtigung von in Mitteleuropa vorkommenden Arten basiert auf den Schlüsseln von Moser (1983) ergänzt durch Horak (2005), Gröger (2006) und Hellmann-Clausen (2008). Aktuelle nomenklatorische und taxonomische Änderungen wurden, soweit uns dies als sinnvoll erschien, integriert. Die Abkürzungen der Autoren wurden nach dem Index Fungorum (Kirk et al. 2010) standardisiert, die deutschen Volksnamen von Bollmann et al. (2002) übernommen. Nomenklatorische Grundlage ist ebenfalls der Index Fungorum. Phänologische Angaben wurden nur bei Arten angegeben, die man vorzugsweise außerhalb der Hauptfruktifikationszeit (Juli-Oktober) findet. Fotos © Georg Müller. — Zielgruppe: Allgemein — Mitarbeit begrenzt auf: Georg Müller, Markus Scholler
1
Hut glatt, samtig oder plüschig mit abstehenden Haaren. Pleurozystiden dünnwandig ohne Haken.   ► 2
1*
Hut radialfaserig, teils glänzend. Pleurozystiden reichlich vorhanden und dickwandig mit zwei bis vier hakenartigen Auswüchsen (Sektion Pluteus  ► 3
2 (1)
Hut plüschig oder haarig-schuppig. Hutdeckschicht aus länglichen, hyphigen Elementen. (Sektionen Celluloderma, Subsektion Hispidodermini und Sektion Villosi  ► 10
2*
Hut samtig oder glatt. Hutdeckschich hymeniform mit rundlichen Elementen. Vereinzelt mit länglichen Elementen untermischt. (Sektion Celluloderma, Subsektion Eucellulodermini und Mixtini  ► 19
3 (1)
Hut graubraun bis dunkelbraun   ► 4
3*
Hut grau bis weißlich   ► 8
4
Lamellenschneiden dunkelbraun. Hut 5–12 cm, braun bis braungrau. Meist dunkel, jedoch vereinzelt auch recht hell, Radialfaserig, Mitte teils mit schwach abstehenden Schuppen. Stiel mit braunen Längsfasern, besonders zur Basis hin. Fleisch weiß mit unbedeutendem Geruch. Hyphen der Hutdeckschicht mit Schnallen. Sporen 6–8 x 5–6 µm, ellipsoid. Auf verfallendem Nadelholz, gern auf Stümpfen. Häufig. 
 Schwarzschneidiger Dachpilz  –  P. atromarginatus (Konrad) Kühner
(= P. nigrofloccosus (R. Schulz) J. Favre, P. tricuspidatus Velen.)
Pluteus atromarginatus. Foto: © Georg Müller
4*
Lamellenschneide gleichfarbig mit den Lamellen   ► 5
5
Geruch rettichartig   ► 6
5*
Geruch schwach oder süßlich unangenehm   ► 7
6
Hyphen der Hutdeckschicht ohne Schnallen. Hut meist braun, vereinzelt aber weißlich-braun oder gräulichbraun, meist 4–12 cm. Stiel oft mit braunen Fasern bekleidet, vor allem im unteren Teil. Basis etwas angeschwollen. Auf Laubholz, auch auf Häcksel oder Sägemehl. März bis Dezember. Sehr häufig. 
 Rehbrauner Dachpilz  –  P. cervinus (Schaeff.) P. Kumm.
(= P. atricapillus (Batsch) Fayod)
Pluteus cervinus. Foto: © Georg Müller
Pluteus cervinus. Foto: © Georg Müller
Pluteus cervinus. Foto: © Georg Müller
6*
Hyphen der Hutdeckschicht mit vielen Schnallen. Ansonsten wie P. cervinus. Auf Nadel- und Laubholz. Gern früh im Jahr. März bisOktober. Zerstreut aber oft verkannt. 
 Voreilender Dachpilz  –  P. primus Bonnard
Pluteus primus. Foto: © Georg Müller
7 (5)
Hyphen der Hutdeckschicht ca. zur Hälfte mit Schnallen. Hut graubraun, radialfaserig, teils mit eingewachsenen Härchen, die in der Hutmitte etwas abstehen. Stiel weißlich, zur Basis etwas graulich, keine braunen Fasern. Geruchlos. Auf Nadelholz, gerne auf Holzabfällen oder Sägemehl. Häufig. 
 Nadelholz-Schnallen-Dachpilz  –  P. pouzarianus Singer
Pluteus pouzarianus. Foto: © Georg Müller
7*
Hyphen der Hutdeckschicht ohne Schnallen, jedoch Lamellentrama vereinzelt mit Schnallen. Hut braun bis dunkelbraun, radialfaserig mit vor allem zur Mitte hin teils abstehenden Haaren. Geruch unangenehm süßlich. Auf Laubholz in wärmeren Gegenden. Selten, aber wenig bekannt. 
 Braunfaseriger Dachpilz  –  P. brunneoradiatus Bonnard
Pluteus brunneoradiatus. Foto: © Georg Müller
8 (3)
Hut grau bis graubraun, oft mit blau-grünlichem oder olivlichem Hauch, 3–8 cm. Radialfaserig mit eingewachsenen Härchen, die zur Mitte hin teils abstehend und dunkler sind. Hutrand feucht gerieft. Hyphen der Hutdeckschicht mit Schnallen. Stiel weißlich, zur Basis hin graulich oder etwas grün-bläulich. Fleisch weiß mit unbedeutendem oder schwach stechendem Geruch. Auf verschiedenen Laubhölzern, vor allem Fagus. Mai bisNovember. In Kalkgebieten häufig, sonst zerstreut bis selten oder fehlend. 
 Graugrüner Dachpilz  –  P. salicinus (Pers. : Fr.) P. Kumm.
Pluteus salicinus. Foto: © Georg Müller
Pluteus salicinus. Foto: © Georg Müller
Pluteus salicinus. Foto: © Georg Müller
8*
Hut weißlich, Hutdeckschicht ohne Schnallen   ► 9
9
Fruchtkörper kräftig, oft büschelig. Hut 5-20 cm, weiß-bräunlich, radialfaserig, Mitte oft grob schuppig. Geruch etwas süßlich. Auf Stümpfen, vergrabenem Holz, gerne auch auf Sägemehl. Zerstreut. 
 Braunschuppiger Dachpilz  –  P. petasatus (Fr.) Gillet
Pluteus petasatus. Foto: © Georg Müller
9*
Fruchtkörper zierlicher, meist einzeln. Hut 3–10 cm, weiß oder weißbräunlich. Geruchlos. Auf Fagus-Ästen und -Stümpfen. Selten. 
 Weißer Dachpilz  –  P. pellitus (Pers. : Fr.) P. Kumm.
Pluteus pellitus. Foto: © Georg Müller
10 (2)
Hut gelb bis gelbbraun, samtig-plüschig, oft mit angedeuteten Adern zur Hutmitte hin, 3–8 cm. Lamellen recht engstehend, teils mit gelber Schneide. Stiel weißlich, längsfaserig, zur Basis hin gelbbräunlich. Geruch schwach. Auf Laubholz (im Bergland gibt es eine Form auf Nadelholz). Zerstreut bis gebietsweise ziemlich häufig. 
 Löwengelber Dachpilz  –  P. leoninus (Schaeff.: Fr) P. Kumm.
Pluteus leoninus. Foto: © Georg Müller
Pluteus leoninus. Foto: © Georg Müller
Pluteus leoninus. Foto: © Georg Müller
10*
Hut weißlich, grau oder braun   ► 11
11
Lamellenschneide braun   ► 12
11*
Lamellenschneide gleichfarbig   ► 13
12
Hut 0,5–1,5 cm, mit feinen braunen etwas abstehenden Schuppen. Pleurozystiden fehlend. Lamellen engstehend. Stiel weißlich, Basis etwas angeschwollen. Auf stark vermorschtem Laubholz Selten. 
 Zwerg-Dachpilz  –  P. pussilulus Romagn.
12*
Hut 3–10 cm, Oberfläche samtig-fein schuppig, in der Mitte oft aderartige Verdickungen. Stiel mit feinen braunen Schuppen oder Fasern. Hut und Stiel oft mit farblosen Guttationstropfen. Fleisch weißlich. Geruch schwach stechend. Auf stark vermorschten Laubholzästen und -stämmen. Liebt kalkhaltige Böden. Bevorzugt im Herbst. Selten. In alten Buchenwaldbeständen über Kalk etwas häufiger. 
 Schwarzflockiger Dachpilz  –  P. umbrosus (Pers. : Fr.) P. Kumm.
Pluteus umbrosus. Foto: © Georg Müller
Pluteus umbrosus. Foto: © Georg Müller
Pluteus umbrosus. Foto: © Georg Müller
13 (11)
Stiel mit feiner Bereifung, die zur Basis hin dichter wird und einen Rosaton aufweist. Hut 4 bis 12 cm, dunkelbraun, samtig-plüschig. Auf Nadelholzabfällen (Häcksel, Sägemehl), seltener an Nadelholzästen. Kalkliebend. Gern an Rändern von mit Kalk geschotterten Waldwegen in Nadelwaldgebieten. Gebietsweise häufig, vor allem im Areal von Abies alba
 Rosastieliger Dachpilz  –  P. roseipes Höhn.
Pluteus roseipes. Foto: © Georg Müller
Pluteus roseipes. Foto: © Georg Müller
Pluteus roseipes. Foto: © Georg Müller
13*
Stiel weißlich oder bräunlich   ► 14
14
Hut 0,5–2 cm. Hut struppig-haarig durch abstehende Fasern.   ► 15
14*
Hut meist größer als 2 cm. Samtig oder fein schuppig   ► 16
15
Cheilozystiden keulig. Hut grau bis graubraun, Mitte dunkler, Hutrand bewimpert. Endzellen der Huthauthyphen gleich lang wie die weiteren Zellen. Stiel schwach längsrillig, zur Basis hin fein beflockt. Weißlich bis fast transparent. Auf Laubholz. Selten, aber oft übersehen, da sehr schmächtig. 
 Haariger Zwerg-Dachpilz  –  P. hispidulus (Fr. : Fr.) Gillet
Pluteus hispidulus. Foto: © Georg Müller
Pluteus hispidulus. Foto: © Georg Müller
Pluteus hispidulus. Foto: © Georg Müller
15*
Cheilozystiden schmaler und flaschenförmig, teils mit ausgezogenem kopfigem Hals. Hut mit feinen braun-schwarzen Schüppchen bedeckt. Endzellen der Huthauthyphen länger als die weiteren Zellen. Stiel weiß, kaum beflockt. Auf morschem Laubholz. Selten. 
 Dichtschuppiger Zwerg-Dachpilz  –  P. exiguus (Pat.) Sacc.
16 (14)
Hut 3–10 cm, samtig oder feinschuppig, dunkel grau-braun, das weiße Hutfleisch zwischen den Schuppen sichtbar. Stiel weiß mit vor allem in der unteren Hälfte einigen braunen Fasern oder Flocken. Fleisch weiß mit unbedeutendem Geruch aber leicht schärflichem Geschmack. Meist terrestrisch an stickstoffreichen Standorten wie Wegrändern. Kalkliebend. Zerstreut. 
 Flaumiger Dachpilz  –  P. ephebeus (Fr. : Fr.) Gillet
(= P. villosus (Bull.) Quél., P. murinus Bres.)
Pluteus ephebeus. Foto: © Georg Müller
Pluteus ephebeus. Foto: © Georg Müller
Pluteus ephebeus. Foto: © Georg Müller
16*
Hut dicht feinschuppig. Hutfleisch nicht sichtbar.   ► 17
17
Hut braun bis graubraun, 2–6 cm. Stiel dicht mit feinen braunen Flocken besetzt, besonders in der unteren Hälfte. Geruch schwach stechend nach Scleroderma (Kartoffelbovist) oder Lepiota cristata (Stinkschirmling). Bevorzugt auf Nadelholz und Sägemehl. Zerstreut, in feuchten Regionen (z.B. Schwarzwald) teils recht häufig. 
 Verschiedenfarbiger Dachpilz  –  P. plautus (Weinm.) Gillet
(= P. punctipes P.D. Orton, P. granulatus Bres.)
Pluteus plautus. Foto: © Georg Müller
Pluteus plautus. Foto: © Georg Müller
Pluteus plautus. Foto: © Georg Müller
17*
Hut weiß, creme, grau oder hell- bis gelbbraun. Stiel ohne dunkle Flocken.   ► 18
18
Hut cremefarben bis beige oder graubraun. Rand feucht durchscheinend gerieft, 1–6 cm, samtig, zur Mitte hin etwas schuppig aufbrechend. Stiel weißlich, längsfaserig-gerillt. Zur Basis mit einigen hellen Flocken. Geruch schwach Scleroderma-artig. Auf Laubholz auf besseren Böden. Auch auf Sägemehl oder scheinbar terrestrisch. Kalkliebend und bevorzugt an wärmeren Standorten. In entsprechenden Habitaten recht häufig. Sonst selten oder fehlend. 
 Geriefter Dachpilz  –  P. semibulbosus (Lasch) Gillet
(= P. depauperatus Romagn.)
Pluteus semibulbosus. Foto: © Georg Müller
Pluteus semibulbosus. Foto: © Georg Müller
Pluteus semibulbosus. Foto: © Georg Müller
18*
Hut weiß, Rand nicht gerieft. Stiel weißlich mit Flocken. Auf Laubholz in Gegenden mit besseren Böden. Juli-Oktober. Selten. 
 Weißflockiger Dachpilz  –  P. umbrosus (Pers. : Fr) P. Kumm. var. albus Vellinga
19 (2)
Hut orange bis orange rot, 2 bis 6 cm, Glatt bis fein samtig, in der Mitte oft aderig. Stiel weißlich bis gelblich, in der unteren Hälfte dunkler gelb. Längsfaserig und glatt. An morschem Laubholz, bevorzugt Ulmus und Populus. Juli-Oktober. Selten. 
 Orangeroter Dachpilz  –  P. aurantiorugosus (Trog) Sacc.
19*
Hut weiß, grau, braun oder gelb-grünlich   ► 20
20
Hut anfangs dunkel gelbbraun, später senfgelb bis goldgelb, 2–5 cm, glatt, zur Mitte oft mit Adern. Stiel creme-gelblich, längsfaserig und glatt-glänzend. Geruch unbedeutend. Auf verrottendem Laubholz Selten. 
 Senfgelber Dachpilz  –  P. chrysophaeus (Schaeff.) Quel.
Pluteus chrysophaeus. Foto: © Georg Müller
20*
Hut weiß, grau oder braun, teils mit gelbem Rand.   ► 21
21
Hut weiß bis creme. 1–3 cm. Glatt aber in der Mitte teils aderig. Stiel glatt und glänzend. Auf Laubholz auf besseren Böden Selten. 
 Weißer Adern-Dachpilz  –  P. inquilinus Romagn.
Pluteus inquilinus. Foto: © Georg Müller
21*
Hut grau oder braun. Vereinzelt mit gelbem Rand.   ► 22
22
Stiel gelb, vor allem in der unteren Hälfte. Hut braun bis dunkelbraun, 2 bis 6 cm. Stiel glatt. Fleisch weißlich bis gelblich. Oft terrestrisch auf Pflanzenresten oder Holzhäcksel an Wegrändern. Aber auch auf verrottendem Laubholz. Mai bisOktober. Häufig. 
 Gelbstieliger Dachpilz  –  P. romellii (Britzelm.) Sacc.
Pluteus romellii. Foto: © Georg Müller
Pluteus romellii. Foto: © Georg Müller
Pluteus romellii. Foto: © Georg Müller
22*
Stiel weiß, blaugrünlich, grau oder hell gelbbraun.   ► 23
23
Stiel mit blaugrünlichen Tönen zur Basis hin. Hut graubraun bis dunkelbraun, 1,5 bis 4 cm. Auf Laubholz oder terrestrisch. Selten und wenig bekannt. 
 Blaufüßiger Dachpilz  –  P. cyanopus Quél.
23*
Stiel weiß, grau oder hell gelbbraun, ohne grünliche oder bläuliche Töne   ► 24
24
Cheilozystiden häufig mit dünner, lang ausgezogener Spitze   ► 25
24*
Cheilozystiden nicht so geformt   ► 26
25
Hut matt, dunkelbraun. Nur schwach geadert. Hutdeckschicht aus kugeligen bis ballonförmigen Elementen ohne längliche Zellen. Auf Laubholz oder terrestrisch. Juli bis Oktober. Selten und oft nicht von P. thomsonii unterschieden, der sich durch stärkere Aderung und andere Hutdeckschicht unterscheidet. 
 Trügerischer Dachpilz  –  P. insidiosus Vellinga & Schreurs
25*
Hut besonders in der Mitte mit erhabenen markanten Adern. Dunkel graubraun bis braun. Stiel grau und auf ganzer Länge mit graulichen Flocken bereift. Hutdeckschicht gemischt aus kugeligen und länglichen Elementen. Auf Laubholz. Meist auf Fagus, aber auch Betula und anderen Holzarten oder terrestrisch. Bevorzugt bessere Böden. Gebietsweise häufig. Auf saueren Böden aber selten bis ganz fehlend. 
 Graustieliger Adern-Dachpilz  –  P. thomsonii (Berk. & Broome) Dennis
Pluteus thomsonii. Foto: © Georg Müller
Pluteus thomsonii. Foto: © Georg Müller
Pluteus thomsonii. Foto: © Georg Müller
26 (24)
Hutdeckschicht bald aufreißend, dadurch weißes Hutfleisch sichtbar. Pleurozystiden fehlend. Hut 2–7 cm, graubraun bis braun. Stiel glatt. Geruch unbedeutend. Sporen groß für einen Pluteus und ellipsoid: 7,5–10 x 6–7 µm. Terrestrisch auf besseren Böden. Gerne an Wegrändern. Stickstoffliebend. Selten, aber in manchen Jahren häufig. 
 Rissiger Dachpilz  –  P. dietrichii Bres.
Pluteus dietrichii. Foto: © Georg Müller
26*
Hutdeckschicht nicht aufreißend, höchstens vom Rand her bei trockenem Wetter in feine Schollen zerbrechend.   ► 27
27
Hut samtig dunkelbraun, 1–3 cm. Stiel fein braun beflockt, besonders in der unteren Hälfte. Hutdeckschicht gemischt aus länglichen und runden Elementen. Meist terrestrisch oder auf stark zerfallenem Laubholz. Gern an feuchteren Stellen und an Wegrändern. Bessere Böden bevorzugend. Selten, aber oft übersehen da sehr klein. 
 Samtiger Dachpilz  –  P. podospileus Sacc. & Cub.
Pluteus podospileus. Foto: © Georg Müller
Pluteus podospileus. Foto: © Georg Müller
Pluteus podospileus. Foto: © Georg Müller
Pluteus podospileus. Foto: © Georg Müller
Pluteus podospileus. Foto: © Georg Müller
27*
Hut grau bis braun und recht glatt, teils schwach geadert. Stiel glatt. Hutdeckschicht ausschließlich aus rundlichen Elementen.   ► 28
28
Hut grau, teils mit grünlichem Hauch, feucht durchscheinend gerieft, Mitte teilweise schwach geadert, 1–5 cm. Stiel graulich, glatt. Meist terrestrisch, aber auch auf Laubholz. Kalkliebend. Zerstreut. 
 Graubrauner Dachpilz  –  P. cinereofuscus J.E. Lange
Pluteus cinereofuscus. Foto: © Georg Müller
28*
Hut lehmbraun bis dunkel graubraun. Teils feucht gerieft.   ► 29
29
Hut matt, schmutzig dunkel-graubraun.   ► 30
29*
Hut glatt bis glänzend, gelbbraun bis graubraun.   ► 31
30
Hut erst halbkugelig, dann flach ausgebreitet, 1–6 cm, matt-glatt und teils schwach aderig in der Mitte. Beim Reiben auf der Huthaut entstehen glänzende Flecken. Stiel weiß, mit Fasern oder Flocken bedeckt. Meist terrestrisch oder auf Holzstückchen. Zerstreut. 
 Erglänzender Dachpilz  –  P. nanus (Pers. : Fr.) P. Kumm.
30*
Hut mit spitzem zentralem Buckel, feucht gerieft. Sonst wie P. nanus
 Zitzen-Dachpilz  –  P. mammifer Romagn.
31 (29)
Lamellenschneide braun. Hut 2–6 cm, braun bis gelbbraun, in der Mitte schwach aderig. Stiel glatt und längsfaserig mit einigen braunen Fasern. Auf Laubholz. Selten. 
 Dunkelschneidiger Adern-Dachpilz  –  P. luctuosus Boud.
Anm.: Wir belassen P. luctuosus als eigenständige Art, obwohl DNA-Analysen für eine Vereinigung mit P. phlebophorus sprechen
Pluteus luctuosus. Foto: © Georg Müller
31*
Lamellenschneide gleichfarbig   ► 32
32
Hut feucht stark durchscheinend gerieft, 2–6 cm. Mitte schwach geadert. Pleurozystiden keulig. Stiel längsfaserig und glatt. An morschem Laubholz oder terrestrisch. Selten, aber wohl oft nicht erkannt. 
 Blassstieliger Dachpilz  –  P. pallescens P.D. Orton
32*
Hut feucht nicht oder höchstens ganz schwach gerieft. Vor allem zur Mitte teils stark geadert. Pleurozystiden flaschenförmig mit 5–10 µm breitem Hals. Auf Laubholz. Auch auf Häcksel und scheinbar terrestrisch. Bevorzugt bessere Böden. Häufig. 
 Runzeliger Dachpilz  –  P. phlebophorus (Ditmar: Fr.) P. Kumm.
Pluteus phlebophorus. Foto: © Georg Müller
Pluteus phlebophorus. Foto: © Georg Müller
Pluteus phlebophorus. Foto: © Georg Müller


Literatur

  • Bollmann, A., Gminder, A., Reil, P. (2002): Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze. Jahrbuch der Schwarzwälder Pilzlehrschau 2, 334 pp.
  • Gröger, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa Teil 1. Regensburgische Mykologische Schriften 13: 1–638.
  • Horak, E. (2005): Röhrlinge und Blätterpilze in Europa. Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 555 pp.
  • Kirk, P. (2010): Index Fungorum. http://www.indexfungorum.org/Names/Names.asp (Stand 24.11.2010)
  • Hellmann-Clausen, J. (2008): Pluteus. In: Knudsen, H. Vesterholt, J. (Eds.): Funga Nordica. Nordsvamp. Copenhagen, 335–344.
  • Moser, M. (1983): Die Röhrlinge und Blätterpilze (Polyporales, Boletales, Agaricales, Russulales). G. Fischer, Stuttgart, New York, 533 pp.


Bildergalerie



Die vorliegende Arbeit entstand im Rahmen einer Förderung von Georg Müller durch die Studienstiftung Mykologie.