Anarrhinum bellidifolium, der Lochschlund gehört zur Familie der Plantaginaceae (Wegerichgewächse). Der englische Name ist Daisy-leaved Toadflax. EPPO-Code AHRBE.
Der Lochschlund ist in Deutschland sehr selten, nur ein Standort ist zurzeit bekannt, siehe Floraweb. In Südeuropa ist er dagegen häufiger, zum Beispiel in Frankreich. Vor allem auf der iberischen Halbinsel tritt er viel auf. Er wächst dort zwischen Felsen und Mauern, auch auf Äckern. In Portugal ist er unter anderem auf Wiesen und Weiden (pastagens) zu finden. Er ist also kein Unkraut in Deutschland, könnte sich aber mit zunehmender Klimaerwärmung nach Norden ausbreiten.
Der Lochschlund kann bis zu 80 cm hoch werden. Aus einer Rosette erhebt sich ein mehr oder weniger schmaler Blütenstand, der übersät ist mit vielen, kleinen, hellblauen Blüten, die der Art aufgrund ihrer Form den absonderlichen deutschen Namen gegeben haben. Die Blütentraube besteht aus 5 mm langen Blüten, die unten einen nach vorne gebogenen Sporn haben. Im Lateinischen heißt der Lochschlund die Schönblättrige Ohne-Nase, wohl weil der Sporn kaum zu sehen ist. Die Pflanze ist zweijährig und bildet eine dichte Rosette mit auffällig kerbig gezähnten Blättern. Die Blätter am vielfach gerippten Stängel sind klein und schmal. Blütezeit ist Mai bis August.
| Aus einer dichten Rosette erhebt sich der bis zu 80 cm hohe Blütenstängel. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Bestand im Spätsommer. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blätter der Rosette sind verkehrt eiförmig. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blätter sind auffällig gekerbt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Pflanze schießt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Stängel ist längs gerippt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Eine Knospe. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Hier schaust Du in den Schlund. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Viele Blüten bilden einen schlanken Blütenstand.(Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blüten sind ca 5 mm lang. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Rundliche Samenkapseln. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers. April 2020.