Ambrosia artemisiifolia – Beifußblättrige Ambrosie (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers)

Ambrosia artemisiifolia (= Ambrosia elatior L.), die Beifußblättrige Ambrosie, auch nur Beifuß-Ambrosie oder Aufrechtes Traubenkraut gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütler). Englischer Name ist Ragweed, aber da sie so häufig auftritt, gibt es viele weitere Namen. EPPO-Code AMBEL.

Die Beifußblättrige Ambrosie wächst nicht in unserem Unkrautgarten. Einige Besucher und auch Nachbarn hätten sonst darunter zu leiden, zumindest zur Blütezeit, weil schon eine geringe Anzahl von Pollen Allergien bei empfindlichen Leuten hervorruft. Auch Hautkontakt mit der Pflanze kann zu Reaktionen führen. Sie steht daher bei uns im Gewächshaus.

Die Beifuß-Ambrosia ist in Nordamerika heimisch, allerdings nur mit zwei der insgesamt drei Unterarten. Sie ist weltweit verschleppt worden, so auch nach Australien. Sie gelangte bereits vor mehr als hundert Jahren nach Europa. In Frankreich und Ungarn ist sie heute im Mais- und Sonnenblumenanbau ein konkurrenzstarkes Unkraut, zumal sie in einigen Gegenden auch resistent gegen das Herbizid Glyphosat geworden ist. Sie kommt zwar nicht überall in Deutschland vor, ist aber keinesfalls selten. Im Norden, in Skandinavien kann man sie noch in Südschweden finden. Sie braucht offene Standorte und bevorzugt nährstoffreiche Böden. Sie wächst auf Unland und entlang Autobahnen, auch in Gärten, da sie vor allem mit Vogelfutter verbreitet wurde. Vorkommen sollten an das zuständige Pflanzenschutzamt gemeldet werden. Die Pflanzen müssen entfernt werden, um die Bevölkerung zu schützen.

Die einjährige Pflanze wird bis zu 2 m hoch. Stängel wie Blätter sind behaart. Die Blätter sind doppelt gefiedert. Die Blüten sind entweder männlich oder weiblich. Die männlichen Blüten stehen endständig in aufrechten Trauben, die bis zu 20 cm lang sein und viele Blütenkörbe mit bis zu einem Dutzend gelben, röhrenförmigen Blüten tragen können. Die weiblichen Blüten stehen unterhalb der männlichen Blüten in den Blattachseln. Blütezeit ist Juli bis Oktober. Die Samen der Beifuß-Ambrosie sind umhüllt von einer bizarr geformten Haut, die Zacken aufweist. Diese brechen jedoch leicht ab und sogar der glänzend braune Samen kann sichtbar werden. Die Samen sind viele Jahre keimfähig und überdauern Frost. Die Pflanze selbst ist frostempfindlich.

Die Beifuß-Ambrosie kann als Tee eingenommen werden gegen Schwellungen, auch Erbrechen und andere Darmkrankheiten.

Zur Gattung Ambrosia gehören weltweit insgesamt 40 Arten, von denen einige ebenfalls allergene Wirkungen auf Menschen zeigen. Die Blätter der Beifuß-Ambrosie sehen denen des Gemeinen Beifuß, Artemisia vulgaris ähnlich, sind jedoch auf der Unterseite nicht grau behaart. Auch bilden beim Beifuß Antheren und Narben zusammen eine Blüte.

Verfasser: Wohlert Wohlers. November 2019.

Literatur: Starfinger U, Sölter U, Verschwele A (2014) Ambrosia in Deutschland - lässt sich die Invasion aufhalten? Julius-Kühn-Archiv Nr. 445

Chalchat J-C, Maksimović Z A, Petrovic S D, Gorunovic M S (2004) Chemical composition and antimicrobial activity in Ambrosia artemisiifolia L. essential oil. Journal of Essential Oil Research 16:270-273 (Steam distillation of dried flowers: germacrene, limonene, α-pinene, myrcene)

Detaillierte Fotos der Pollen: Sam S, Halbritter H (2016) Ambrosia artemisiifolia. In: PalDat - a palynological database