Bärwurz (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes

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Stichwort Teil der Pflanze Quellenangaben, Anmerkungen, Weiterführendes
Etymologie des Gattungsnamensgesamte PflanzeMartin (1851), S. 75: Meum, μῆον, Name einiger Doldenpflanzen, der auch μαῖον lautete. Derselbe ist wahrscheinlich Von μᾶ=μήτηρ Mutter oder von μαῖα Säugamme oder auch Hebamme abgeleitet, und ursprünglich auf einen arzneilichen Gebrauch etwa zur Vermehrung der Milch oder zur Erleichterung der Geburt bezogen.
Etymologie des Gattungsnamens; Etymologie des Artnamensgesamte PflanzeHegi u.a. (1926), S. 1300:
  • Méum: Griech. μἦον [méon], μεἶoν [meíon] oder μαἶον [maíon], angeblich von μἇ-μήτηρ [má-méter] = Mutter oder von μαἶα [maia] = Saugamme, ursprünglich vielleicht auf den Gebrauch zur Vermehrung der Milch sich beziehend; oder von μεἶν [meíon] = kleiner, wegen der kleinen Blattzipfel oder wegen der verhältnismässigen Kleinheit der Pflanze. Albertus Magnus (13. Jahrhundert) und andere mittelalterliche Schriftsteller gebrauchen die latinisierte Form „meu“.
  • athamánticum: Griech. μἦον ἀθαμαντικόν [méon athamanticón], athamantisches Meum, nach dem Berg Athamas in Thessalien benannt
Umgangssprachliche Artnamengesamte PflanzeHegi u.a. (1926), S. 1301: »Der Name Bärwurz (auch volkstümlich), der schon bei der hl. Hildegard (12. Jahrh.) als „Berwurtz“ erscheint, dürfte seinen Ursprung von der Verwendung der Pflanze bei Frauenkrankheiten (Krankheiten der Gebär- oder Bärmutter) haben. Andererseits verglich man aber auch die vertrockneten, schopfartigen Blattreste am Stengelgrunde mit dem zottigen Felle des Bären; so heisst die Pflanze bei Albertus Magnus „rádix úrsi" (= Bärenwurzel). Auch mit ähnlichen Doldenblütlern (besonders mit Fenchel und Kümmel) wird unsere Art verglichen. Volksnamen sind daher: Barwårzel, Barekümmel (Gotha), Bärnzotten (Niederösterreich), Bärkümmel (Oberösterreich), Bärenfenchel (Tirol), Baern-, Bergpudel (Nieder- Österreich), Bärmutterkrut (Baden). Der Name Köppernickel (Erzgebirge), der irrtümlich ab und zu auch anderen Doldenblütlern (z. B. um Oschatz dem Chaerefollum silvestre) beigelegt wird, ist slawischer Herkunft (tschech. Koprnik, zu Kopr = Dill).«
Pilze auf oder mit Pflanzegesamte PflanzeHegi u.a. (1926), S. 1303: »Von Pilzen werden Aecídium Méi Schroet., Plasmópara nivea (Ung.), Triphrágmium echinátum Lév. und Protómyces macrósporus Ung. genannt.«

Weiterführende Literatur

Hegi, G., Berger, H. & Marzell, H. 1926: Illustrierte Flora von Mitteleuropa: mit besonderer Berücksichtigung von Deutschland, Österreich und der Schweiz: zum Gebrauche in den Schulen und zum Selbstunterricht. Dicotyledones (III. Teil). Bd. 5. 2. Teil, J. F. Lehmanns Verlag, München, S. 679-1562: Ill. (http:/​/​nbn-resolving.​de/​urn:nbn:de:hbz:061:2-170692, abgerufen am 30. Oktober 2018).
Martin, A. 1851: Die Pflanzennamen der deutschen Flora mit den wichtigern Synonymen in alphabetischer Ordnung etymologisch erklärt. Druck und Verlag von H. W. Schmidt, Halle, S. 1-121, doi:10.5962/bhl.title.127426.