Cirsium oleraceum - Kohldistel (JKI-Pflanzenportraits)

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Cirsium oleraceum, die Kohldistel oder Kohl-Kratzdistel, auch Wiesenkohl, gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblüter). Die englischen Namen sind Cabbage Thistle, Siberian Thistle. EPPO-Code CIROL.

Die Kohl-Distel ist in Europa und Sibirien weit verbreitet. In Deutschland kommt sich häufig vor mit Ausnahme der Nordseeküste und des Schwarzwalds und einigen anderen Gegenden; in den Niederlanden ist sie selten. Weder in Nordamerika noch in Australien oder Neuseeland ist sie als eingeschleppt verzeichnet. Im Norden wächst sie zwar in Südschweden, auch in Estland, aber in Finnland kaum. Sie ist viel auf gut mit Nährstoffen versorgten Böden zu finden, vor allem, wenn sie feucht sind. Sie kommt daher manchmal auch im Grünland vor. Vom Weidevieh wird sie aber meistens verschmäht. Ansonsten sieht man sie am Feldrain.

Die einjährig überwinternde Pflanze kann beachtliche Größen von 1,50 m erreichen oder mehr. Die Blattränder sind mit Stacheln besetzt. Die Blätter sind ziemlich weich für eine Kratzdistel. Ungewöhnlich für ihre Gattung ist auch die hellgelbe Blütenfarbe.

Ihre gelbgrünen Blätter umschließen die Knospen eng, was an Spitzkohl erinnert, daher wahrscheinlich ihr Name, obwohl sie wohl auch gegessen wurde. Daher der lateinische Artname oleraceus, d.h. aus dem Küchengarten. Die jungen Blätter eignen sich als Gemüse, der Wurzelstock wurde geschält. Er enthält als Speicherstoff Inulin. In Japan soll die Pflanze angebaut werden.

Verfasser: Wohlert Wohlers. August 2018.

Fotos vom Pollen der Kohldistel zeigt PalDat, eine palynologische Datenbank.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.