Die Gattung Dysphania (Rolf Wißkirchen und Johannes Walter)

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Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit den Autorennamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf Rolf Wißkirchen, Johannes Walter beschränkt. Auf der Diskussionsseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen!
Diese Arbeit ist eine Originalarbeit, die erstmalig hier publiziert ist.
Zitiervorschlag: Teil von: Wißkirchen, Rolf 2014. Chenopodiaceae – Bestimmungsschlüssel der in Deutschland wachsenden Gänsefußgewächse. http:/​/​offene-naturfuehrer.​de/​web/​Chenopodiaceae_​–_​Bestimmungsschlüssel_​der_​in_​Deutschland_​wachsenden_​Gänsefußgewächse_​(Rolf_​Wißkirchen)

Dysphania R. Brown (Drüsengänsefuß) ist eine kleinere, weltweit verbreitete Chenopodiaceen-Gattung mit etwa 32 Arten, die vor allem in wärmeren Zonen der Erde (Tropen, Subtropen, warmtemperierte Gebiete) verbreitet sind. Es sind einjährige bis kurzlebig-mehrjährige Pflanzen, die sich durch gelbliche Drüsenhaare und aromatischen Geruch auszeichnen. Ansonsten unterscheidet sich Dysphania in den Merkmalen kaum von Chenopodium. Der Name Dysphania wurde früher nur auf 7–10 ausschließlich in Australien vorkommende Arten angewendet. Doch schon seit längerem sind Experten der Meinung, dass zwischen drüsigen („glandular chenopods“) und bemehlten („mealy chenopods“) Gänsefüßen stärker zu trennen ist, und dass die bemehlten Gänsefüße enger mit Atriplex verwandt sind als mit den drüsigen Gänsefüßen. Die molekularsystematischen Untersuchungen von Kadereit et al. (2003, 2010) und Fuentes-Bazan et al. (2012) bestätigen diese neuere Sichtweise. In den stammesgeschichtlichen Verzweigungsmustern (Kladogramme) steht Dysphania relativ weit weg von Chenopodium, und zwar in direkter verwandtschaftlicher Nähe zu Axyris, Ceratocarpus und Krascheninnikovia. Diese Erkenntnisse haben in kurzer Zeit dazu geführt, dass in neueren Auflagen von Floren und Florenlisten die Trennung der bemehlten und drüsigen Gänsefüße umgesetzt wird. – Im Gebiet 4 Arten


Literatur

Clemants, S. & Mosyakin, S. 2003: Chenopodiaceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Bd. 4, Oxford University Press, New York, S. 258-404.
Fuentes-Bazan, S., Uotila, P. & Borsch, T. 2012: A novel phylogeny-based generic classification for Chenopodium sensu lato, and a tribal rearrangement of Chenopodioideae (Chenopodiaceae). In: Willdenowia. Bd. 42, Nr. 1, S. 5-24, doi:10.3372/wi42.42101.
Kadereit, G., Borsch, T., Weising, K. & Freitag, H. 2003: Phylogeny of Amaranthaceae and Chenopodiaceae and the evolution of C4 photosynthesis. In: International Journal of Plant Sciences. Bd. 164, Nr. 6, S. 959-986.
Kadereit, G., Mavrodiev, E. V., Zacharias, E. H. & Sukhorukov, A. P. 2010: Molecular phylogeny of Atripliceae (Chenopodioideae, Chenopodiaceae): implications for systematics, biogeography, flower and fruit evolution, and the origin of C4 photosynthesis. In: American Journal of Botany. Bd. 97, Nr. 10, S. 1664-1687, doi:10.3732/ajb.1000169.


Schlüssel

Dysphania (Drüsengänsefuß; Chenopodiaceae)
Von: Rolf Wißkirchen, Johannes Walter
Geographischer Geltungsbereich: Deutschland — Mitarbeit begrenzt auf: Rolf Wißkirchen, Johannes Walter
1
Blüten in sitzenden kompakten Knäueln, Früchte waagerecht, Blätter regelmäßig gezähnt bis deutlich gelappt   ► 2
1*
Blüten in stark aufgelockerten Blütenständen (Dichasien), die Blütenstiele sichtbar, Früchte waagerecht, schief oder aufrecht, einzeln oder in Gruppen sparrig abstehend gestielt, Blätter tief zerteilt   ► 3
2
Pflanze stark aromatisch (kampferartig), Blätter gezähnt bis gebuchtet, Blüten mit 5 Staubgefäßen, in kleinen sich berührenden Knäueln (2–3 mm Ø), diese blattachsel- und endständig, an den Sprossenden fast blattlose, verzweigte Scheinähren bildend, die Blütenhüllblätter hoch verwachsen, bei der Fruchtreife olivbräunlich, die nicht sichtbaren Nussfrüchte ganz umschließend 
 Mexikanischer Drüsengänsefuß  –  Dysphania ambrosioides
2*
Pflanze sehr schwach aromatisch, Blätter etwas bis deutlich gelappt, Blüten mit 1–2 Staubgefäßen, in entfernten, größeren Knäueln (3–5 mm Ø), diese blattachselständig einzeln oder in kurzen Scheinähren gruppiert, Blütenhüllblätter nur zu 1/5 verwachsen, bei der Fruchtreife beige-weißlich werdend und die sichtbaren Nussfrüchte wie mit Fingern umfassend 
 Australischer Drüsengänsefuß  –  Dysphania pumilio
3
Mittelnerv der Blütenhüllblätter ohne Kiel, Pflanze stark-drüsig klebrig, herb aromatisch duftend, Fruchtschale ohne Drüsen, Samenrand durch deutliche Einbuchtungen leicht 4–5-kantig, Gesamtblütenstand sehr blütenreich 
 Klebriger Drüsengänsefuß  –  Dysphania botrys
3*
Mittelnerv der Blütenhüllblätter gekielt und kammartig mit Höckern besetzt, Pflanze kaum klebrig, intensiv (zitronenartig) aromatisch duftend, Fruchtschale mit winzigen weißen Drüsen, der Samenrand ohne Einbuchtungen, Samen rund  
 Schraders Drüsengänsefuß  –  Dysphania schraderiana


Dysphania ambrosioides (L.) Mosyakin & Clements

Synonyme:

  • Chenopodium ambrosioides L.

Mexikanischer Drüsengänsefuß


Dysphania botrys (L.) Mosyakin & Clements

Synonyme:

  • Chenopodium botrys L.
  • Teloxys botrys (L.) W.A. Weber

Klebriger Drüsengänsefuß


Dysphania pumilio (R. Br.) Mosyakin & Clements

Synonyme:

  • Chenopodium pumilio R. Br.
  • Teloxys pumilio (R. Br.) W.A. Weber

Australischer Drüsengänsefuß


Dysphania schraderiana (Schult.) Mosyakin & Clements

Synonyme:

  • Chenopodium schraderianum Schult.

Schraders Drüsengänsefuß

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Die Gattung Dysphania (Rolf Wißkirchen und Johannes Walter) (Zuletzt geändert:
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3 Juni 2015 16:34:51). Abgerufen am 22. Dezember 2024, 18:28 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Die_Gattung_Dysphania_(Rolf_Wißkirchen_und_Johannes_Walter)