Salsola L. (Salzkraut) ist eine mittelgroße Gattung von Kräutern und niedrigen Sträuchern, die etwa 120 Arten umfasst. Den Schwerpunkt ihrer Verbreitung haben sie in den Steppen- und Wüstengebieten von Nordafrika bis Zentralasien. Die Blätter der Salzkrautarten stehen wechselständig, nur die untersten gegenständig, Meist sind sie schmal, ungestielt und verlaufen in eine dornige Spitze. Die Blüten sitzen einzeln oder zu mehreren in den Blattachseln, seitlich begleitet von zwei Vorblättern. Im oberen Teil der Pflanze und an den Seitenzweige werden die Blätter kleiner und so zu Tragblättern von kürzeren oder längeren Scheinähren. Die Blüten bestehen aus einer 5-blättrigen Hülle, 5 Staubgefäßen und einem eingedrückt kugeligen Fruchtknoten mit 2 Griffeln. Die Samen stehen meist senkrecht und sind schwarz und glattglänzend. Die Diasporen sind aufwendig gebaut: Die anfangs krautige Blütenhülle verhärtet nach der Blüte im unteren Teil und verwächst holzig mit den beiden Vorblättern. Die Spitzen der Blütenhüllblätter schließen über der Frucht im Zentrum ± aufsteigend zusammen und hüllen sie so ganz ein. Etwas oberhalb der Mitte bilden die Hüllblätter auf ihrer Außenseite horizontale Querfalten aus, die zu Knötchen oder Flügeln unterschiedlichster Art auswachsen können. Die Salzkräuter gehören zu den C4-Pflanzen (spezieller Photosyntheseweg). – Im Gebiet 2 Arten
Literatur
Aellen, P. : Chenopodiaceae. In: Hegi, G. (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Bd. 3, Nr. 2, Paul Parey, Berlin, S. 533-747.
Jäger, E. J. (Hrsg.) 2011: Rothmaler, W. (Begr.), Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 20. Auflage. Bd. 2, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin.
Weicherding, F. J. 2012: Salsola tragus L. subsp. tragus (Bocks-Salzkraut) (Chenopodiaceae) im Saarland und angrenzenden Regionen. Verbreitung, Ökologie und Soziologie. In: Abhandlungen der Delattinia. Bd. 38, S. 121-140.
Schlüssel
1 | | Die waagerecht auswärts gestellten Flügel der Blütenhüllblätter bei der Fruchtreife schmal (oft nur saumartig) und undurchsichtig, die einwärts gerichteten Hüllblattspitzen oft dornartig verlängert und über der Mitte hoch aufgerichtet, einen steifen Kegel bildend, Küstenstandorte | | Küsten-Salzkraut – Salsola kali |
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1 | * | Die waagerecht auswärts gestellten Flügel der Blütenhüllblätter meist sehr breit, zusammen flach tellerartig ausgebreitet, halbtransparent und mit deutlichen Adern, die einwärts gestellten Hüllblattspitzen kurz und weich, höchstens 1–2 von ihnen dornartig verlängert und etwas bogig aufgerichtet, Binnenlandstandorte | | Kali-Salzkraut – Salsola tragus |
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Salsola kali L.
Synonym:
Küsten-Salzkraut
| Salsola kali: Griechenland, Parga, 24.08.2007 (Foto: Günther Blaich) |
| Salsola kali: Griechenland Parga, 24.08.2007 (Foto: Günther Blaich) |
| Salsola kali: Sankt-Peter-Ording, leg. S. Rilke (Herb. MSTR) (Foto: Rolf Wißkirchen) |
| Salsola kali: Borkum, leg. W. Thomas (Herb. MSTR) (Foto: Rolf Wißkirchen) |
| Salsola kali: Niederlande, Ameland, leg. H. Kochs (Herb. MSTR) (Foto: Rolf Wißkirchen) |
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Salsola tragus L.
Synonyme:
- Salsola kali subsp. ruthenica (Iljin) Soó
- Salsola kali subsp. iberica (Sennen et Pau) Rilke
- Salsola kali subsp. tragus (L.) Celak.
- Kali tragus (L.) Scop
Kali-Salzkraut
| Salsola tragus: Mannheim, 05.08.2006 (Foto: Günther Blaich) |
| Salsola tragus: Nördliches Oberrheingebiet, Sandhausen, 07.10.2007 (Foto: Günther Blaich) |
| Salsola tragus: Mainzer Sand, leg. S. Rilke, 05.10.1990 (Herb. MSTR) (Foto: Rolf Wißkirchen) |
| Salsola tragus: Bingen, Algesheimer Berg, leg. F. Wirtgen, 18.09.1891 (Herb. NHV) (Foto: NHV Bonn) |
| Salsola tragus: Rheinufer bei Stürzelberg, leg. J-P. Frahm, 19.10.1975 (Herb. MSTR) (Foto: Rolf Wißkirchen) |
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