Digitaria sanguinalis – Blutrote Fingerhirse, Bluthirse (JKI-Pflanzenportraits)

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Digitaria sanguinalis (= Panicum sanguinale L.) , die Blutrote Fingerhirse auch Bluthirse gehört zur Familie der Poaceae (Süßgräser). Die englischen Namen sind Hairy Fingergrass, Large Crabgrass. EPPO-Code DIGSA.

Die Bluthirse kommt wohl ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien, ist heute aber weltweit verbreitet. In Nordamerika wächst sie fast überall, in Australien vor allem im Südosten. Sie wurde dort als Viehfutter angebaut. In Deutschland findet man sie nur im Norden nicht so häufig, auch nicht in den Mittelgebirgen. Sie ist ein wärmeliebendes Gras und daher in Skandinavien selten.

Ihre Samen brauchen zum Keimen hohe Temperaturen, d.h. sie keimen vorwiegend im Sommer, häufig erst im Juli, an der Bodenoberfläche. Die einjährige, bis 50 cm hohe Pflanze ist in vielen Kulturen ein gefürchtetes Ungras, im Ökolandbau vor allem bei Gemüse. Dort wird der Boden häufig nicht lückenlos beschattet und daher sind hohe Bodentemperaturen möglich. Die Bluthirse ist ein Wirt für den wandernden Wurzelnematoden Pratylenchus penetrans, der bei Getreide zu Schäden führen kann. Ansonsten ist sie in Gärten, in Weinbergen und an Wegrändern zu finden. Sie wächst bevorzugt auf sandigen, feinkörnigen, kalkarmen und nährstoffhaltigen Böden. Sie blüht im Sommer und Frühherbst.

Die Bluthirse wurde zeitweise auch als Kulturpflanze angebaut, nicht nur als Viehfutter, sondern die Samen als Getreide. Im Mittelalter wurde sie vor allem in Osteuropa in Suppen und als Breie gekocht. Die Körner reifen aber nicht gleichzeitig ab, sodass nur eine Ernte per Hand möglich ist. Es wird immer wieder versucht, sie züchterisch zu verbessern, da sie Trockenheit gut übersteht. Aber die großen Getreidearten sind kaum zu übertreffen.

Verfasser: Wohlert Wohlers. August 2021.