Digitaria sanguinalis – Blutrote Fingerhirse, Bluthirse (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Digitaria sanguinalis, die Blutrote Fingerhirse auch Bluthirse gehört zur Familie der Poaceae (Süßgräser). Der englischer Name ist Hairy Fingergrass, Large Crabgrass. EPPO-Code DIGSA.

Die Bluthirse ist weltweit verbreitet und stellt in Deutschland besonders im ökologischen Gemüsebau ein Problem dar. Auch ist sie ein Wirt für wandernde Wurzelnematoden (Pratylenchus penetrans), der z.B. bei Getreide zu Schäden führen kann. Ansonsten ist die Bluthirse in Gärten, in Weinbergen und an Wegrändern zu finden. Sie wächst bevorzugt auf sandigen, feinkörnigen, kalkarmen und nährstoffhaltigen Böden.

Sie ist ein einjähriges, wärmeliebendes Gras. Die Samen keimen an der Bodenoberfläche vorwiegend im Sommer, häufig erst im Juli. Das Keimblatt ist kurz, eiförmig spitz. Die Halme sind erst niederliegend, dann knickig aufsteigend. Die Nodien sind schwach behaart. Es wird eine Höhe von etwa 50 cm erreicht. Die Blattspreiten der Laubblätter sind fein seidig mit einem weißlich-rötlichen, deutlichen Mittelnerv. Die Blattscheiden sind im unteren Bereich stark behaart. Die Blatthäutchen sind ca. 2 mm lang und gestutzt. Blattöhrchen sind nicht vorhanden.

Die Blüte setzt sich aus einblütigen, 2 bis 3 mm langen Ährchen zusammen, die sich zu zweit nebeneinander auf den Zähnen der Spindel befinden. Die Ährchen sind von drei Hüllspelzen fest eingeschlossen und grannenlos. Die untere Hüllspelze ist schuppenförmig. Drei bis sieben lockere Scheinähren (kurzstielige Rispen) stehen fingerförmig an der Spitze des Halmes. Jede Scheinähre ist 3 bis 10 cm lang. Die Blüte erfolgt im Sommer und Frühherbst. Die Samen sind im Boden ca. drei Jahre lebensfähig.

Verfasser: B. Jüttersonke, B. Pallut, P. Marx, S. Kühne, W. Wohlers, JKI. September 2011.