Erysimum cheiranthoides – Acker-Schöterich (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Erysimum cheiranthoides, der Acker-Schöterich, auch Schotendotter oder Gänsesterbkraut und Schutsenf genannt, gehört zur Familie der Brassicaceae, ehemals Cruciferae (Kreuzblütler). Die englischen Namen sind Treacle Mustard und Wormseed Wallflower. EPPO-Code ERYCH.

Seitdem er nach Nordamerika verschleppt wurde, kommt der Acker-Schöterich auf der gesamten nördlichen Halbkugel vor, allerdings nur in den gemäßigten Breiten, kaum in wärmeren Gebieten. In Australien kommt er nicht vor, aber auf Neuseeland, jedoch selten. In Deutschland wächst er im Norden häufiger als im Süden. In Skandinavien kann man ihn noch nördlich des Polarkreises finden. Er liebt nährstoffreiche, eher alkalische Sand- oder Lehmböden, feuchte Standorte und wächst an Wegen, aber wie der deutsche Name sagt, auch auf Äckern.

Die einjährige, immer aufrechte Pflanze kann bis zu 60 hoch werden. Der Stängel ist kantig. Die Blätter sind lanzettförmig und können leicht gezähnt sein. Die ganze Pflanze ist mit anliegenden, meistens dreizackigen Haaren besetzt. Die dottergelben Blüten schweben oben in Trugdolden. Die Blüten wandeln sich schnell in Schoten, während sich der Stängel streckt. 3.000 Samen pro Pflanze sind unter guten Bedingungen möglich.

Der Artname cheiranthoides weist auf die Ähnlichkeit mit Cheiranthus cheiri, den Goldlack hin. In unseren Breitengraden wachsen noch vier weitere Erysimum-Arten, von den zumindest einer als Bewohner von Unkrautfluren gilt: Erysimum hieraciifolium, der Steife Schöterich. Alle blühen gelb in unterschiedlichen Tönungen. In der Naturheilkunde wurde der Acker-Schöterich früher in Europa gegen mehrere Krankheiten eingesetzt, heute noch in China. Aufgrund seiner Glykoside, der Cheiranthoside, ist er giftig.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Juni 2019.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.


Literatur:

Lei Z, Ma Y, Tai B, Jin Z, Kong Q, Yahara S, Nohara T (1999) Chapter 52. Chemical Studies of Erysimum cheiranthoides. In: Yang C-H, Tanaka O (eds) Advances in Plant Glycosides, Chemistry and Biology. Elsevier. 403-405

Mutlu B (2010) New morphological characters for some Erysimum (Brassicaceae) species. Turk J Bot 34: 115-121