Euphorbia exigua – Kleine Wolfsmilch (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
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(Bild: W. Wohlers, JKI)

Euphorbia exigua, die Kleine Wolfsmilch, gehört zur Familie der Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse). Der englische Name ist Dwarf Spurge. EPPO-Code EPHEX.

Die Kleine Wolfsmilch ist in ganz Europa verbreitet, teilweise jedoch selten. So gilt sie in den Alpen als gefährdet. Im Norden Deutschlands kommt sie nicht vor. Sie liebt trockene Standorte mit nährstoffreichen, mittelschweren Böden und kommt auf Getreidefeldern vor, heute mehr auf Ödland.

Die einjährige, aufrechte Pflanze kann bis zu 40 cm hoch werden. Die Blätter haben eine blaugrüne Färbung. Sie sind linealisch und 1 bis 2 cm lang, bis zu 3 mm breit. Wie alle Euphorbien hat sie Scheinblüten, Cyathien. Dabei übernehmen Nektardrüsen die Anlockung von Insekten. Bei der Kleinen Wolfsmilch sind diese leuchtend gelb gefärbt. Die Kapseln haben drei Kammern, die bei Reife aufspringen und die Samen weit verstreuen können.

Die Gattung Euphorbia ist eine sehr komplexe und mit über 2.000 Arten auch sehr umfangreiche Gattung mit vor allem tropischen Pflanzen. Der Name wurde schon von Plinius (23 bis 79 n. Chr.) verwendet und auch Linné nannte die Gattung nach dem um Christi Geburt in Mauretanien lebende Arzt Euphorbos. Er schrieb über die abführende Wirkung einer Euphorbie. Der englische Name spurge leitet sich davon ab (Mittelenglisch espurge – abführen). Der deutsche Name weist auf den weißen Saft der Pflanzen hin, den so genannten Latex. Er soll scharf schmecken, beißend. Daher der Name Wolfsmilch. Viele Euphorbien sind stark giftig.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. September 2011