Falcaria vulgaris – Sichelmöhre oder Sicheldolde (JKI-Pflanzenportraits)

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers)

Falcaria vulgaris, die Sichelmöhre oder Sicheldolde gehört zu der Familie der Apiaceae oder Umbelliferae (Doldenblütler). Die englischen Namen sind Sickelwort, Long-leaf Sickelweed und auch nur Longleaf. EPPO-Code FALVU.

Die Sichelmöhre ist in Deutschland nicht überall verbreitet, nur nördlich der Donau. In der norddeutschen Tiefebene wächst sie nur in Sachsen-Anhalt und Vorpommern. In Skandinavien ist sie selten, in Finnland gar nicht vorhanden. Nach Nordamerika wurde sie verschleppt, ist dort aber nur wenig vorhanden. Nach Australien und Neuseeland hat sie es nicht geschafft. Ursprünglich kommt sie wohl aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien, wächst aber auch in Russland und im südwestlichen Sibirien. Sie gedeiht gut auf kalkhaltigen Böden und ist an Wegrändern und Böschungen, aber auch im Acker, in Weinbergen und auf Wiesen zu finden.

Die mehrjährige Pflanze kann 60 cm hoch werden und bildet alleinstehend eine kugelförmige Pflanze. Blütezeit ist Juni Juli. Wenn sie vertrocknet und reif abbricht, wird sie vom Wind übers Land gerollt und verliert dabei Samen. Der Name kommt von der Blattform, auch beim wissenschaftlichen Namen: lateinisch falcis = Sichel. Möhre lässt vermuten, dass sie auch gegessen wurde. Darüber ist aber nichts in der Literatur zu finden. Die Samen werden aber in Moldavien als Gewürz verwendet, die Blätter für Marinaden etc. Da sie Alkaloide enthält ist jedoch Vorsicht geboten. Als Wasserauszug wird sie in Russland in der Naturheilkunde eingesetzt.

Verfasser: Wohlert Wohlers. November 2018.

Fotos vom Pollen der Sichelmöhre siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank.