Galeopsis segetum, der Saat-Hohlzahn oder Gelber Hohlzahn, auch Schwindlerkraut, gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütengewächse). Der englische Name ist Downy Hemp-nettle. EPPO-Code GAESE.
Der Saat-Hohlzahn ist im westlichen Europa verbreitet, nach Osten wird er seltener. In Skandinavien kommt er nur noch in Dänemark vor. Verschleppt wurde er nicht, zumindest nicht nach Nordamerika. Er wächst in Gärten, auf Äckern und Brachflächen. Er ist eine typische Pflanze für sandige, mineralarme und saure Böden, gedeiht aber auch auf Lehmböden.
Die Stängel der einjährigen Pflanze Stängel sind vierkantig, behaart und verzweigen sich fast aus jeder Blattachsel heraus. Der Stängel ist unterhalb der Knoten nicht verdickt wie bei Galeopsis bifida. Die gestielten Blätter sind gesägt, nur leicht behaart und lanzettlich, im unteren Pflanzenbereich ziemlich breit. Die Blüten sind bis 3 cm lang, weiß und gelb gefärbt und sitzen in wenigen Reihen Scheinwirteln übereinander. Blütezeit ist der Hochsommer.
Der Saat-Hohlzahn riecht etwas streng, da er viele ätherische Öle und Gerbstoffe enthält. Am Beginn des 19ten Jahrhunderts wurde er viel gegen die Schwindsucht, gegen Tuberkulose eingesetzt, meistens zu sehr überhöhten Preisen. Aus dem Schwindsuchtkraut wurde daher das Schwindlerkraut, ein Name, der sich in einigen Gegenden auch gehalten haben soll.
Galeopsis segetum hybridisiert mit G. angustifolium, einer purpurrot blühenden Art mit gelber Lippe.
| Ein blühender Bestand im JKI-Garten, hier 90 cm hoch. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blätter sind gezähnt und behaart, mit deutlich versenkten Adern. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Junge Pflänzchen kurz vor dem Auspflanzen in den Unkrautgarten. (Bild: W. Wohlers) |
| Aus jeder unteren Blattachsel entsprießt ein Seitentrieb. (Bild: Arno Littmann, JKI) |
| Der Hauptstängel blüht bereits, die Seitentriebe blühen später. (Bild: Arno Littmann, JKI) |
| Der Stängel trägt kurze, teilweise drüsige Haare. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Auch die Kelchblätter sind drüsig behaart. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blüten haben einen gelben Schlund, die Narbe ist hell violett. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blüten des Gelben Hohlzahn können 3 cm lang werden. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Triebspitze mit Knospen und Blüte. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Typisch sind die beiden purpurnen Schlundflecken. Die Narbe sitzt hier noch unter der Oberlippe. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Vier maximal fünf Samen sitzen geschützt in den zusammengewachsenen Kelchblättern. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Früchte stehen eng zusammen in Quirlen, hier von Blattläusen besiedelt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Samen sind etwa 2 mm groß und glatt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Das Keimblatt ist lang gestielt und hat eine eingezogene Spitze und Zähnchen am Blattgrund. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers, Mai 2021.