Geranium dissectum L., der Schlitzblättrige Storchschnabel, gehört zur Familie der Geraniaceae (Storchschnabelgewächse). Der englische Name ist Cut-leaved Cranesbill. EPPO-Code GERDI.
Der Schlitzblättrige Storchschnabel kommt wohl ursprünglich aus Eurasien, ist heute aber weltweit verbreitet und wurde z.B. in die USA verschleppt, aber auch nach Australien und Neuseeland. Im Norden kommt er bis zum zum 60sten Breitengrad vor, zumindest in Schweden, in Finnland aber nicht mehr. Er liebt nährstoffreiche, lockere Lehmböden und ist bei uns ein alter Begleiter vieler Kulturpflanzen; er tritt heute viel im Winterraps auf, wo er als schwer bekämpfbar gilt. Man findet ihn viel in Gärten, an Wegen, unter Hecken und auf Schutt.
Die Pflanze wird 40 cm hoch, maximal 60 cm. Sie ist einjährig, überdauert aber manchmal einen Winter. Der Schlitzblättrige Storchschnabel ist an den tief geschlitzten Blättern leicht zu erkennen. Außerdem sind die Stiele der Blütenstände meistens kürzer als das Tragblatt. Die Stängelblätter sind bis 8 cm breit und wie die ganze Pflanze behaart. Die leuchtend violetten Blüten haben einen Durchmesser von ca 10 mm. Sie stehen immer zu zweit. Blütezeit ist Mai bis zum ersten Frost.
| Zwei Pflanzen am Rande eines Rapsfeldes. (Bild: W. Wohlers) |
| Eine Pflanze im Rasen, die sich aber nur in einer Bodenvertiefung halten konnte. Ansonsten ist G. dissectum nicht sehr schnittfest. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Pflanzen im JKI-Unkrautgarten sind 60 cm hoch. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ein abreifender Bestand im Juli eines trockenen Jahres. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die ersten Blätter sind rund, aber bereits tief eingeschnitten. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Stängel breiten sich rosettenartig aus. Hier Beginn der Blüte. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blätter sind fast bis zum Grund geteilt, eben geschlitzt. Hier ein Blatt der Rosette im Frühjahr. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Häufig haben die Blätter rote Ränder, vor allem bei Trockenheit. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blattunterseite ist immer lang behaart. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Blattoberseite ist mit durchsichtigen Haaren besetzt, hier nur durch die Schatten zu erkennen. (Bild: W. Wohlers) |
| Mitte links sind zwei der durchsichtigen Haare auf der Blattoberfläche. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Haare am Blattstiel sind lang und immer abwärts gerichtet. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Blätter haben am Grund zwei Nebenblätter, hier der Stängel mit zwei Blattstielen rechts und links und zwei Seitentriebe. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Nebenblätter sind mehr oder weniger rötlich gefärbt und sind auch behaart. (Bild: W. Wohlers) |
| Neben einem zentralen Blütenstand wachsen jeweils zwei Seitentriebe. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Stängel tragen lange, gerade, aber auch ganz kurze, gebogenen Haare, beide nach unten weisend. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Triebspitze mit den noch kompakt stehenden Blättern. In der Mitte der Blütenstand mit dünnem Stiel. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Blüten stehen immer zu zweit. (Bild: W. Wohlers) |
| Von der Seite sind die Blüten kaum zu sehen. (Bild: W. Wohlers) |
| Knospen stehen eng bei einander. (Bild: W. Wohlers) |
| Die roten Spitzen der Kelchblätter fallen auf. Links Drüsenhaaren der nächsten Knospe. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Knospe öffnet sich. Die Kronblätter sind violett. Die Kelchblätter haben eine auffallende Mittelrippe. (Bild: W. Wohlers) |
| Beim linken Kelchblatt sieht man den durchsichtig häutigen Rand. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Kelchblätter haben auf der Innenseite unterhalb der Spitze einen Büschel weißer Haare. (Bild: W. Wohlers) |
| Ein Blick in die sich öffnende Blüte. Die oberen fünf Antheren sind schon blau, die Narbe ist weißlich. (Bild: W. Wohlers) |
| Alle zehn Antheren fallen durch ihre blaue Farbe auf und den dunkelblauen Streifen, an dem sie aufreißen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Pollen sind weißlich grau. (Bild: W. Wohlers) |
| Die nur ca 5 mm großen Blüten öffneten sich nicht weiter. (Bild: W. Wohlers) |
| Am zweiten Tag wächst die Narbe bereits über die Antheren hinaus. |
| Die Blüte ist vorbei, die Narbe färbt sich rot, der Schnabel wird länger. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Blütenstiele haben jeweils zwei Tragblätter. Unten die Nebenblätter vor den Seitentrieben. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Samen schwellen an und öffnen die Kelchblätter, die wie der Schnabel drüsig behaart sind. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Frucht ist ebenfalls behaart, aber es sind keine Drüsenhaare. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Frucht hat fünf Samen, hier reif, kurz vor dem Wegschießen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die ganze Frucht von der Seite. Der Schnabel ist ca 1 cm lang. (Bild: W. Wohlers) |
| Am Schnabel des vorigen Fotos hing die leere Haut einer Blattlaus. Deren Larven häuten sich viermal. (Bild: W. Wohlers) |
| Der Schnabel hat lange Drüsenhaare, aber auch kurze, normale Haare ohne Tropfen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Samenhülle hat unten einen geraden Abschluss, sie ist offen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die leeren Samenbehälter. Durch Trockenheit sprang der Schnabel auf und fungierte wie ein Katapult. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Basis des Katapults. Links vorne eine parasitierte, aufgeschwollene Blattlaus. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Innenseite der Kelchblätter ist behaart. (Bild: W. Wohlers) |
| Ein leerer, 2,5 mm langer Samenbehälter am Katapult. Die Innenseite der Sprungfeder des Katapults ist behaart. (Bild: W. Wohlers) |
| Blüten, reifende Samen und leere Fruchtstände. (Bild: W. Wohlers) |
| Der leere Samenstand bleibt noch lange erhalten. Die Deckblätter schließen sich. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Samen haben eine stark strukturierte Oberfläche. (Bild: W. Wohlers) |
| Bereits der Stängel der Keimpflanze ist behaart. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Keimblätter entfalten sich aus dem Samen, unten rechts zu erkennen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die nierenförmigen Keimblätter sind 9 mm breit. Sie weisen einen roten Fleck am Stängelansatz auf und sind bereits behaart. (Bild: W. Wohlers) |
| Das erste Blatt, das Primärblatt, ist rund und misst hier nur 1 cm im Durchmesser. (Bild: W. Wohlers) |
| Diese Wurzel ist nur knapp 15 cm lang. Ein Primärblatt ist Ende Mai noch intakt. (Bild: W. Wohlers) |
| Eine dicke Hauptachse mit dünneren Seitentrieben direkt über der Wurzel. Die Abstände zwischen den Knoten sind unten sehr kurz. (Bild: W. Wohlers) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2018.