Geranium molle L., der Weiche Storchschnabel, gehört zur Familie der Geraniaceae (Storchschnabelgewächse). Der englische Name ist Dovesfoot Cranesbill. EPPO-Code GERMO.
Der Weiche Storchschnabel ist in Europa und Asien weit verbreitet, in Deutschland fast überall, im Süden nur zerstreut. In andere Kontinente wurde er verschleppt, so in die USA, auch in Australien und Neuseeland kann man ihn viel finden. Im Norden gedeiht er noch am 60sten Breitengrad, kaum darüber hinaus. Er wächst an Wegen und Dämmen, auf Brachen, in Weinbergen und Gärten, aber auch im Rasen und auf Wiesen. Er vermehrt sich gut auf sonnigen, kalkarmen, sandigen Böden, besonders wenn sie nährstoffreich sind. Auch in Trockenrasen wächst er.
Die ein-, manchmal auch zweijährige Pflanze ist an der weichen, teilweise drüsigen Behaarung mit einigen sehr langen Haaren an Stängeln und Kelchblättern gut zu erkennen, auch bereits an den Blättern und vor allem an der Behaarung der Blattstiele. Die Blätter sind sieben- bis neunfach geteilt und fast rund. Die Blüten werden im Durchmesser knapp 1 cm groß. Blütezeit ist April bis September. Der Weiche Storchschnabel wächst meistens flach am Boden und wird daher nur 10, maximal 30 cm hoch.
| Der Weiche Storchschnabel wächst meistens flach am Boden. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Zwischen Gräsern auf einer Wiese wächst er aufrecht. (Bild: W. Wohlers) |
| In einem Rasen im öffentlichen Grün fallen die rosa Blüten auf. (Bild: W. Wohlers) |
| Bei Trockenheit färbt er sich schnell gelb. (Bild: W. Wohlers) |
| Der Bestand im JKI-Garten wird 30 cm hoch. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ohne Konkurrenz liegen die Grundblätter dicht am Boden und bilden eine Rosette. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Blätter sind fast rund. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ein Trieb mit lang gestielten Stängelblättern und den ersten Knospen. (Bild: W. Wohlers) |
| Ein Stängelblatt mit vier tiefen Einkerbungen. An den Spitzen befinden sich kleine, rote Zähnchen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Blattoberfläche trägt viele Haare unterschiedlicher Länge und auch einige Drüsenhaare. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Dieser Lichteinfall zeigt die Behaarung besonders gut, hier die Blattunterseite. (Bild: W. Wohlers) |
| An der Blattader sind die Haare von drei unterschiedlichen Längen gut zu erkennen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Am Grund des Blattstiels sitzen kleine, häutige, häufig ausgefranzte Nebenblätter. (Bild: W. Wohlers) |
| Ein Nebenblatt, wohl zusammengewachsen von zwei Blättern. (Bild: W. Wohlers) |
| Stängel mit den drei unterschiedlich langen Haaren und den Drüsenhaaren. (Bild: W. Wohlers) |
| Sitzende Stängelblätter am Triebende mit im Verhältnis großen Nebenblättern. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ganz am Triebende gibt es nur noch Nebenblätter. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Knospen sitzen eng aneinander bevor der Stängel in die Länge treibt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Stängel hat sich gestreckt, die Knospen zeigen alle nach unten. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Geöffnete Blüten stehen aufrecht. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Kronblätter sind ein Mal geschlitzt. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Kelchblätter tragen viele, lange Haare. (Bild: W. Wohlers) |
| Am Blütenstiel sind nicht so viele lange Haare zu finden, dafür mehr Drüsenhaare. (Bild: W. Wohlers) |
| Viel weiter öffnet sich die Blüten nicht. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Beine auf der Blüte im vorigen Foto gehörten zu einer Schwebfliege, die auch schon ganz oben im ersten Bild zu sehen war: ein Weibchen von Metasyrphus corrollae. (Bild: W. Wohlers) |
| Ein Blick in die sich gerade öffnende Blüte. (Bild: W. Wohlers) |
| Die noch geschlossenen, prallen Antheren sitzen auf nach unten gebogenen Filamenten. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Antheren weisen auf jeder Seite zwei dunkle Linien auf, zwischen denen sie aufreißen werden. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Antheren sind zweimal fünf an der Zahl, wie hier sogar farblich gut zu erkennen ist. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Antheren können weiß sein oder aber wie hier blau. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Narbe ist noch geschlossen, eine Anthere entlässt den Pollen. (Bild: W. Wohlers) |
| Alle zehn Antheren sind blau, die Narbe dunkelrosa, der Pollen weiß. (Bild: W. Wohlers) |
| Zwei Blüten, deren Farbe je nach Sonneneinstrahlung rosa bis violett erscheint. Sie messen 8 mm im Durchmesser. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Narben werden von dem wachsenden Schnabel aus den Kelchblättern geschoben. (Bild: W. Wohlers) |
| Zwei junge, unreife Früchte. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Kelchblätter dieser Frucht scheinen überhaupt keine langen Haare zu haben. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Doch sind bei genauerem Hinsehen lange Haare zu entdecken; wahrscheinlich waren sie nur abgebrochen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Typischer, noch junger Endtrieb mit zwei sich noch entwickelnden Früchten, die aber im Stiel abgewinkelt sind. (Bild: W. Wohlers) |
| Es stehen immer zwei Blüten bzw. Früchte zusammen. Die zweiten Früchte haben sich hier nicht entwickelt. (Bild: W. Wohlers) |
| Eine Einzelpflanze in voller Blüte. (Bild: W. Wohlers) |
| Links oben sind noch die Reste der Antheren auf dem reifenden Samenstand zu erkennen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Fast reife Samen kurz vor dem Abschuss. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Zwei reife Früchte von oben mit den jeweils fünf Samenbehältern zwischen den Kelchblättern. (Bild: W. Wohlers) |
| Eine Frucht hat bereits zwei Samen katapultiert. (Bild: W. Wohlers) |
| Ein leeres Katapult. Oben sind die fünf Narbenäste zu sehen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Samen bleiben von dem Samenbehälter umhüllt. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Keimblätter sind nierenförmig und 12 mm breit. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Keimblätter sind breiter als lang. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blätter der jungen Pflanze haben sieben Hauptadern. Der Weiche Storchschnabel kann so jung leicht mit dem Rundblättrigen verwechselt werden. (Bild: W. Wohlers) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers. Februar 2020.
Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.