Glechoma hederacea – Gundermann (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Glechoma hederacea, der Gundermann, auch Donnerrebe, Engelskraut, Erd-Efeu, Kiek dörn Tun oder Stinkender Abbatz, gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler). Der englische Name ist Ground Ivy. EPPO-Code GLEHE.

Der Gundermann ist in Mitteleuropa sehr häufig, auch in Deutschland. Darauf weisen schon seine vielen Namen hin. Auch in Asien ist er beheimatet. Nach Nordamerika und Neuseeland wurde er verschleppt. Er wächst in Wäldern und in Gärten, unter Hecken und verbreitet sich im Rasen, obwohl er nicht sehr trittfest, dafür aber schnittfest ist. Auch in modernen Obstanlagen wächst er gut und konkurriert mit den jungen Obstbäumen um Wasser und Nährstoffe, ebenso wie in Weinbergen. Bei den Bodenarten ist der Gundermann nicht wählerisch, aber er braucht Feuchtigkeit. In Gartenfachgeschäften kann man Gundermann als Zierpflanze kaufen, meistens in einer weißlich gefleckten Form: variegata.

Die mehrjährige Pflanze überwintert als bewurzelter Spross, aber auch die Blätter sind ziemlich frosthart. Die oberirdischen Ausläufer können über 1 m lang werden und bewurzeln sich an den Knoten und tragen stark zur Verbreitung bei. Er lebt efeuartig, daher der lateinische Artname: Efeu - Hedera. Aber er klettert nicht. Die Blätter sind grob gekerbt und nierenförmig oder rundlich mit einem Durchmesser von bis zu 4 cm. Die Blütentriebe stehen meistens aufrecht und fallen durch die vielen hell lilablauen Blüten mit den dunkellila Punkten auf.

Der Gundermann ist eigentlich nicht zu verwechseln. Er kann auch mit der Nase identifiziert werden, wenn man ihn berührt und verletzt. Er enthält unter anderem ätherische Öle und wurde in der Volksmedizin verwendet. Gund bedeutete im Althochdeutschen Eiter. Er wurde gegen eine ganze Reihe von Krankheiten eingesetzt. Ob der Name Donnerrebe durch eine Verbindung mit dem Donnergott Thor oder durch bestimmte, zeitverzögert entstehende Körpergeräusche nach oraler Verabreichung entstanden ist, lässt sich nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Gundermann wird immer noch in der Kräuterküche verwendet. An unseren Tagen der offenen Tür bieten wir im Unkrautgarten eine Apfelsaftschorle an, die unter anderem mit Gundermann gewürzt wurde. Das sind allerdings nur kleine Mengen, denn eigentlich wird Gundermann als stark giftig eingestuft: Vor allem Pferde sollten ihn nicht fressen, während Rinder und Schafe größere Mengen symptomlos vertragen.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. Juli 2015.

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Glechoma hederacea – Gundermann (JKI-Pflanzenportraits) (Zuletzt geändert:
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7 Oktober 2015 08:30:57). Abgerufen am 18. November 2018, 04:21 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Glechoma_hederacea_–_Gundermann_(JKI-Pflanzenportraits)