Gnaphalium uliginosum – Sumpf-Ruhrkraut (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
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(Bild: W.Wohlers)

Gnaphalium uliginosum, das Sumpf-Ruhrkraut oder Sumpf-Filzkraut, gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütler). Der englische Name ist Marsh Cudweed. EPPO-Code GNAUL.

Das Sumpf-Filzkraut kommt ursprünglich aus Europa und dem nördlichen Asien und ist hier weit verbreitet. In Deutschland kann es fast überall gefunden werden, nur im äußersten Norden und am Alpenrand ist es seltener. In Nordamerika gilt es als eingeschleppt und tritt viel auf, während es in Australien und Neuseeland nur an ganz wenigen Stellen vorkommt. Im Norden ist selbst der Polarkreis nicht seine Grenze; die frostempfindliche Pflanze schafft es auch noch in Gebiete mit kürzeren Vegetationsperioden. Es wächst, wie schon einer der Namen sagt, an sumpfigen Stellen und viel auf vernässten Äckern, auch auf nassen lückigen Wiesen und Weiden, und an Ufern von Gewässern. Lateinisch uliginosus ist übersetzt nass, sumpfig. Auch Wegränder kann es gut ertragen, wenn sie feucht sind. Sandige bis lehmige Böden, schwach bis mäßig sauer, sind optimal.

Die Pflanze ist einjährig und wird selten höher als 20 cm, wächst aber in die Breite. Die Wurzeln reichen selten tiefer als 10 cm in den Boden. Das Sumpf-Filzkraut ist stark filzig behaart, daher auch der wissenschaftliche Gatttungsname von Griechisch Gnaphalon – Filz. Es wurde früher gegen die Ruhr eingesetzt, eine bakterielle Darmerkrankung. Gnaphalium war lange Zeit eine große Gattung. Auch das Edelweiß Leontopodium nivale (= Gnaphalium leontopodium) gehörte dazu. Die Blütenkörbe des Sumpf-Filzkrauts sind jedoch unscheinbar klein. Blütezeit ist Juni bis Oktober.

Verfasser: Wohlert Wohlers, Mai 2018.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.