Helianthus tuberosus – Topinambur (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
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(Bild: W. Wohlers, JKI)

Helianthus tuberosus L., der Topinambur, auch Süßkartoffel, Erdbirne oder Ross-Erdapfel genannt, gehört zur Familie der Asteraceae, ehemals Compositae (Korbblütler). Der englische Name ist Jerusalem Artichoke. EPPO-Code HELTU.

Topinambur ist in Mexiko und Nordamerika beheimatet und dort eine alte Kulturpflanze. Er wurde Anfang des 17ten Jahrhundert nach Europa gebracht und nach einem Indianerstamm benannt, der zufälligerweise in Frankreich war. Der kam allerdings aus Brasilien. Heute ist Topinambur weltweit verbreitet, in Deutschland verwildert, allerdings nicht im Nordosten und äußersten Norden. Früher wurde er gegessen und auch an Pferde verfüttert. Daher der Name Ross-Erdapfel. Heute werden die Knollen für Speisezwecke technisch verarbeitet (Trinkbranntwein und als Nahrungsmittelzusatz). Die Blätter werden als Futtermittelzusatz und zur Energiegewinnung in Biogasanlagen genutzt. Er wird aber nur wenig angebaut. In der Naturheilkunde wird er zumindest genannt.

Manchmal wird Topinambur auch als Süßkartoffel bezeichnet, aber dieser Name ist eigentlich Ipomoea batatas vorbehalten, einer Convolvulaceae. Einmal im Garten angepflanzt, hat man lange etwas vom Topinambur, da man ihn nur mit großer Sorgfalt wieder vollständig aus dem Boden bekommt. Er ist in Bezug auf Boden nicht wählerisch, liebt aber feuchte Standorte.

Die mehrjährige Pflanze vermehrt sich in unseren Breiten meistens durch Ausläufer, an denen sich im Herbst knollenartige Verdickungen bilden. Aus diesen Knollen treibt er im Frühjahr aus. An den rauen, bis zu 15 cm langen und 5 cm breiten Blättern ist er gut zu erkennen. Die Pflanze kann 3 m hoch werden und bekommt Blüten erst spät im Jahr, meistens Mitte September, im Norden Deutschlands häufig auch gar nicht. Die Knollen werden erst ab November geerntet.

Topinambur hat einen hohen Gehalt an Inulin, das im Magen zu Fruchtzucker abgebaut wird. Er ist daher für Diabetiker geeignet. Er kann roh, aber auch gekocht gegessen werden. In Deutschland kann man ihn manchmal bei Gemüsehändlern sehen. Vom Bundessortenamt sind mehrere Sorten zugelassen. Sehr ähnlich ist Helianthus rigidus, die aber keine Knollen bildet.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. Mai 2012.

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Helianthus tuberosus – Topinambur (JKI-Pflanzenportraits) (Zuletzt geändert:
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31 August 2021 06:32:31). Abgerufen am 6. März 2025, 11:16 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Helianthus_tuberosus_–_Topinambur_(JKI-Pflanzenportraits)