Helminthotheca echioides – Stachliger Wurmlattich (JKI-Pflanzenportraits)

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers)

Helminthotheca echioides (= Picris echioides L.), der Stachlige Wurmlattich oder Natternkopf-Bitterkraut gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütler). Der englische Name ist Bristly Oxtongue. EPPO-Code PICEC.

Der Wurmlattich ist in Mitteleuropa ein Neophyt, der aus dem Mittelmeergebiet kommt und bis nach Persien verbreitet ist. Von Gotland wurde er 1869 das erste Mal beschrieben. Er ist nicht viel zu finden, in Norddeutschland fast gar nicht. Er hat sich weltweit verbreitet, so nach Nordamerika, aber auch nach Mexiko und Australien und Neuseeland. Im Norden tritt er nur bis Mittelschweden auf, gar nicht in Finnland. Er wächst viel an Weg- und Feldrändern, auf Brachflächen und auch mal auf Äckern, verursacht aber keinen Ertragsrückgang, da er selten in großen Mengen auftritt, zumal er von den üblichen Herbiziden erfasst wird. Auf Weiden wird er vom Vieh allerdings gemieden, sodass unbegraste Stellen entstehen. Er gedeiht gut auf eher trockenen Standorten.

Der Stachelige Wurmlattich ist eine einjährige, manchmal auch zweijährige Pflanze von bis zu 80 cm Höhe. Er fällt durch seine unregelmäßig raue, warzige Blattoberfläche auf und durch seine stark beborsteten Blütenkörbe mit den leuchtend gelben Zungenblüten. Die ganze Pflanze ist behaart. Auch der Artname echioides weist auf das stachelige Aussehen hin: lateinisch Echinus - Igel. Die meisten Haare enden Anker-förmig mit vier, selten auch nur drei kurzen Armen, die zurückgebogen sind und als Widerhaken leicht abbrechen. Meistens tritt dann etwas Flüssigkeit aus. Blütezeit ist Juni bis August.

Der Wurmlattich ist aus der Naturheilkunde bekannt, eben als Mittel gegen Würmer. Er hat einen bitteren Geschmack, daher der deutsche Name Bitterkraut.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2018.

Fotos von Pollen des Stacheligen Wurmlattichs findet man bei: PalDat - einer palynologischen Database.