Holcus lanatus L., das Wollige Honiggras, gehört zur Familie der Poaceae (Süßgräser). Die englischen Namen sind Yorkshire Fog, Meadow Soft-grass. EPPO-Code HOLLA.
Das Wollige Honiggras ist in ganz Europa und Asien häufig. Es wurde nach Nordamerika und in die gemäßigten Klimazonen der ganzen Welt verschleppt. Es wächst auf offenem Waldland, Unland und wenig geschnittenem Grasland. Es hat keine besonderen Bodenansprüche und verträgt Trockenheit als auch Nässe. Auf Wiesen und Weiden wird es von Landwirten als Unkraut angesehen, da nur seine jungen Triebe einen Nährwert haben und höchstens auf armen Böden, die für ertragreichere Gräser ungeeignet sind, bei der Beweidung eine wirtschaftliche Bedeutung erlangen kann. Vieh meidet das alte Gras wegen seiner starken Behaarung. Auf extensiv genutztem Grünland breitet es sich leicht aus, da es früh abreift und die Samen vor einer Mahd zu Boden fallen.
Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 1 m hoch. Sie ist flaumig behaart. Die Rispen können weißlich oder grün sein, häufig etwas rosa oder violett. Blütezeit ist Mai bis August. Das Wollige Honiggras kann auf den ersten Blick mit Holcus mollis, dem Weichen Honiggras verwechselt werden. H. lanatus bildet aber keine Rhizome und die Halmknoten haben keinen Bart.
| Wie bei allen Holcus-Arten fühlt sich das Gras sehr weich an. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blätter sind flaumig behaart. Die Ligula ist bis 4 mm lang. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Knoten sind dicht und kurz behaart. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Auch die Stängel der Rispe ist behaart. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Rispen sind manchmal violett angehaucht. Viele Pflanzen zusammen wirken tatsächlich wie Nebel. Daher der englische Name. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Ährchen öffnen sich und schieben die Antheren. Hier saugen Blattläuse. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Antheren können dunkelviolett sein. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Hier haben die Antheren eine kräftig gelbe Farbe. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Antheren sind ganz heraus, das Ährchen öffnet sich weiter. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| In den geöffneten Ährchen sind die bereits recht großen, glänzenden Körner und die Narbenäste zu erkennen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ein Blick in die geöffnete Ähre mit den seitlich abstehenden Narben. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Unter den Spelzen ist die Granne gerade noch zu sehen. Auch die Hüllspelzen sind behaart. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Das Korn ist umschlossen von der verhärteten Deck- und Vorspelze und hier teilweise auch den Hüllspelzen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Zwei Rispen mit leeren Hüllspelzen; die Körner sind herausgefallen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. Juli 2012