(Bild: Arno Littmann, JKI)
Hypochoeris glabra L., das Kahle Ferkelkraut, gehört zur Familie der Asteraceae, ehemals Compositae (Korbblütler). Der englische Name ist Smooth Catsear. EPPO-Code HRYGL.
Das Kahle Ferkelkraut ist in Europa, Westasien, Nordafrika sowie in weiten Teilen Nordamerikas und auch in Hawai zu finden, bei uns allerdings nur noch selten, da es als stark gefährdet gilt. Es kommt vor allem im Nordosten Deutschland vor. Es wächst auf Heiden und in trockenen Wäldern, in Feldrainen und auf Äckern. Es braucht Sand- oder sandige Lehmböden.
Die meistens einjährige Pflanze hat eine flache Rosette mit Blättern, die 15 cm lang sein können. Die häufig rot gefärbten, glänzenden Blätter sind buchtig gezähnt und weisen am Rand wenige Haare auf; eigentlich sind sie kahl. Der Blütenstängel ist nur wenig oder überhaupt nicht verzweigt und kann 30 cm erreichen. Blütezeit ist Mai bis Juli. Die Samen sind wie bei allen Hypochoeris-Arten lang gestreckt.
In Mitteleuropa kommen vier Arten der Gattung Hypochoeris vor. Der Name kommt im Deutschen wie im Lateinischen von der Vorliebe von Ferkeln, deren Wurzeln auszugraben und zu fressen. Griechisch choiros ist Ferkel, hypo heißt unter.
| Rosetten mit den ersten langgestielten Blüten. (Bild: Arno Littmann, JKI) |
| Die vielen gelben Zungenblüten können insgesamt einen Durchmesser von 2 cm haben. (Bild: Arno Littmann, JKI) |
| Die äußeren Zungenblüten sind unten weißlich gefärbt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ein Korb kurz vor dem Öffnen. (Bild: Arno Littmann, JKI) |
| Die reifen, flugbereiten Samen im Gegenlicht. (Bild: Arno Littmann, JKI) |
| Die Schirme der Samen sind besonders groß. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die 4 mm langen Samen sind längs geriffelt und mit einem großen Flugkörper versehen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Neben den Samen fallen die langen, manchmal drei Spreublätter bzw. -haare auf. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die langen und schmalen Keimblätter sind bei der hinteren Pflanze 2 cm lang, aufrecht wachsend. (Bild: W. Wohlers, JKI |
| Die Keimblätter sind ganzrandig. Das erste richtige Blatt hat nur Andeutungen von Zähnen, das zweite ist dann stark gezähnt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Eine etwas dickere und mehrere dünne Wurzeln könnten die Ferkel im antiken Griechenland wohl tatsächlich gefressen haben. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
|
Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. Dezember 2012.