Legousia hybrida, der Kleinblütige Frauenspiegel gehört zur Familie der Campanulaceae (Glockenblumengewächse). Der englische Name ist Venus’s Looking Glass. EPPO-Code LEGHY.
Der Kleinblütige Frauenspiegel ist stark gefährdet und steht auf den Roten Listen. Man findet ihn nur im Westen Deutschlands und in den Mittelgebirgen, heute eben sehr selten. Ansonsten kommt er in England, in Frankreich und im Mittelmeergebiet vor. Verschleppt wurde er nicht. Er wächst auf lichten, nährstoffarmen Äckern und auf Ödland.
Die einjährige Pflanze kann maximal 30 cm hoch werden. Die unteren Blätter sind oval mit einem langen Stiel, der eine schmale Blattspreite aufweist. Die oberen Blätter sind lanzettlich, meistens mit gewelltem Rand. Die Blüten sind von außen hellblau und öffnen sich nur wenig. Die Blüte ist perigyn, d.h. der Fruchtstand ist unterständig. Er kann 2 cm lang sein und wirkt, da er sehr schlank ist, wie ein verdickter Stängel, zumal die darüber stehenden Kelchblätter lange grün bleiben. Blütezeit ist Mai bis August.
| Pflanzen im JKI-Unkrautgarten. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Es werden erst ein paar Grundblätter gebildet, hier von mehreren Pflanzen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Grundblätter sind lang gestielt, aber mit einer kleinen Blattspreite. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Am Stängel sitzen die Blätter ohne Stiel. Die ganze Pflanze ist behaart. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Knospen erscheinen am Triebende zuerst. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Eine kleine Knospe in einer Blattachsel. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der unterständige Fruchtknoten hat sich gestreckt. Die Kelchblätter sind kürzer als die Krone. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blüte ist leuchtend violett, während die Knospe eine weißlich hellblaue Außenseite hat. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Nach der Blüte streckt sich der Fruchtknoten stark. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Pflanzen dieser Gattung haben durch die langestreckten, fast den Stängeln gleichenden Fruchtknoten ein unverwechselbares Aussehen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Nach der Reife sieht die Pflanze immer noch ganz skurril aus. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Samen werden am oberen Ende durch vier Öffnungen entlassen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Samen sind länglich und winzig, 1,5 mm. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die knapp 1 cm langen Keimblätter sind kurz gestielt, spatelförmig mit eingezogener Spitze. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. September 2012.