Lepidium latifolium - Breitblättrige Kresse (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
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(Bild: W. Wohlers, JKI)

Lepidium latifolium L. (= Cardaria latifolia), die Breitblättrige Kresse oder auch Pfefferkraut, gehört zur Familie der Brassicaceae, ehemals Cruciferae (Kreuzblütler). Die englischen Namen sind Dittander, Broadleaved Pepperwort. EPPO-Code LEPLA.

Die Breitblättrige Kresse ist in Europa und Westasien heimisch, ist aber relativ selten. Sie gilt als nicht gefährdet, kommt aber nur in einigen Gebieten Deutschlands vor. Nach Nordamerika wurde sie verschleppt. Dort wird in einigen Staaten eine Bekämpfung empfohlen, da sie entlang von Flüssen und am Meer die dort heimische Flora verdrängt. Sie wächst bevorzugt in feuchten Gebieten und tritt auf gewässernahen Flächen und Wiesen auf.

Die mehrjährige Pflanze bildet Grundblätter, die 10 cm breit und 20 cm lang werden können plus einem 10 cm langen Stiel. Sie sind breit lanzettförmig, glatt mit einem gezähnten Rand. Die Breitblättrige Kresse bildet nur wenige, häufig nur einen steif aufrechten Stängel, aber dieser hat viele Seitentriebe. Die weiß belegten Stängel werden 80 cm hoch oder höher. Die kleinen Blüten sind weiß, weitgehend auch die Kelchblätter, die Frucht ist violett mit langen, weißen Haaren. Blütezeit ist Juni bis August. Die zweiklappigen Schötchen bilden, wie für Lepidium typisch, nur einen Samen pro Fach. Die Breitblättrige Kresse hat ein ausgedehntes und tiefreichendes Wurzelsystem, mit denen es Frostperioden überdauert und sich verbreiten kann.

Wie alle Kresse-Arten enthält die Breitblättrige Kresse Bitterstoffe, sodass nur die jungen Blättern roh genießbar sind.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. September 2012.