Papaver rhoeas – Klatsch-Mohn (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Papaver rhoeas, der Klatsch-Mohn gehört zur Familie der Papaveraceae (Mohngewächse). Die englischen Namen sind Field Poppy, Common Poppy. EPPO-Code PAPRH.

Klatsch-Mohn ist der Inbegriff für Natur und Landwirtschaft überhaupt. Und das schon seit Jahrhunderten. Die Pflanze kam mit dem Ackerbau aus Vorderasien nach Mitteleuropa und ist heute fast überall in Deutschland und weltweit bis nach Alaska hoch verbreitet. Auf dem Acker ist er seltener geworden, denn er ist wenig konkurrenzstark und hat in den heute dichten Getreidebeständen keine guten Chancen, sich zu vermehren. Auch ist Klatschmohn empfindlich gegenüber allen Herbiziden. Wenn er auftritt, kann er allerdings Ertragsverluste von 8 kg/ha verursachen. Er wächst am besten auf feuchtem, kalk- und nährstoffreichem Boden.

Die einjährige Pflanze kann bis über 1 m hoch werden. Zunächst bildet sich eine Rosette mit den fiederspaltigen und eingeschnittenen Blättern, aus der dann die Stängel wachsen, die steif behaart sind. Die leuchtend roten Blüten führten zur hohen Popularität der Pflanze, zumindest bei den Nicht-Landwirten. Blütezeit ist Mai bis Oktober. Die Samenkapsel ist acht- bis zwölfstrahlig und bildet hunderte von kleinen, braunen, nierenförmigen Samen. Mohnsamen kann im Boden sechzig Jahre überdauern.

Nach Straßenbaumaßnahmen ist der Straßenrand häufig im ersten Jahr mit Mohnpflanzen bedeckt. Die im Boden liegenden Samen wurden nach oben befördert und durch Licht zum Keimen angeregt. An den Baustellen tritt er ab dem zweiten Jahr In dichten Beständen auf, weil er sich im ersten Jahr mit den anfangs meistens wenigen Pflanzen stark vermehren konnte. Aber im Laufe der nächsten Jahre verschwindet er wieder, da sich eine Kraut- und Grasnarbe bildet, die den Boden so stark beschattet, dass Mohn nicht mehr keimen kann. Klatsch-Mohn ist eine den Menschen begleitende Pflanze und auf ihn angewiesen, zumindest in unseren Breitengraden. Ohne offenen Boden, der meistens von Menschen aufgerissen wird, würde er bei uns nicht überleben können.

Der Klatsch-Mohn ist giftig, führt bei Tieren allerdings selten zu Todesfällen. In der Naturheilkunde wird er gegen verschiedene Leiden eingesetzt.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. August 2013.

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Papaver rhoeas – Klatsch-Mohn (JKI-Pflanzenportraits) (Zuletzt geändert:
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29 August 2013 09:11:58). Abgerufen am 18. November 2018, 04:10 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Papaver_rhoeas_–_Klatsch-Mohn_(JKI-Pflanzenportraits)