Prunella vulgaris – Kleine Braunelle (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Prunella vulgaris, die Kleine oder Gemeine Braunelle, auch Brunelle, gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler). Die englischen Namen sind Self-heal, Heal-all. EPPO-Code PRUVU.

Die Kleinen Braunelle ist in ganz Europa verbreitet, nur nicht im äußersten Norden Skandinaviens, in Deutschland überall. Sie wurde weltweit verschleppt und gedeiht jetzt in allen ihr genehmen Klimazonen, in Nordamerika nur im kalten Norden nicht. Sie wächst gut auf feuchten Standorten, an Waldrändern, aber auch auf Wiesen und Weiden, obwohl sie gegenüber den Gräsern nicht gut konkurrieren kann. Im Rasen tritt sie manchmal stark auf, da sie schnitt- und trittfest ist.

Die mehrjährige Pflanze wird selten 20 cm hoch; sie kriecht versteckt in der Grasnarbe und kann sich daher gut im Rasen verbreiten. Sie ist behaart, die Stängel und Kelchblätter meistens rot gefärbt. Die blauvioletten Blüten stehen aufrecht und können 1,5 cm lang werden. Sie bilden eine eiförmige Scheinähre, an deren Grund zwei Laubblätter stehen, die wie alle ihre Blätter gegenständig sind. Blütezeit ist Juni bis zum Frost.

Früher war die Kleine Braunelle sowohl Heil- als auch Gewürzkraut. Sie wurde gegen Bräune-Hautflecken eingesetzt, daher der Name. Roh wurde sie in Salaten verwendet, aber auch gekocht. Sie schmeckt allerdings etwas herb, da sie neben ätherischen Ölen auch Tannine und andere Gerbstoffe sowie Saponine und Triterpene enthält.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. August 2014.