Rumex crispus L., der Krause Ampfer, gehört zur Familie der Polygonaceae (Knöterichgewächse). Die englischen Namen sind Curled Dock, Narrowleaf Dock, Sour Dock, Yellow Dock. EPPO-Code RUMCR.
Der Krause Ampfer kommt aus Europa und Asien und hat sich heute in Nordamerika wie überhaupt weltweit in den gemäßigten Zonen verbreitet. Auch in Australien und Neuseeland hat er sich in weiten Landesteilen etabliert. In Deutschland ist er überall zu finden. Im Norden kommt er viel bis zum 62sten Breitengrad vor, an den Küsten Finnlands aber noch viel weiter nördlich. Er wächst an Wegrändern und Ufern, auch im Halbschatten. Im Grünland und in Dauerkulturen ist der Krause Ampfer ein Problem. Er zählt zu den Hauptunkrautarten auf ökologisch bewirtschafteten Wiesen und Weiden. Rinder und Pferde meiden ihn, aber von Ziegen wird er gefressen. Auch im Ackerbau kann er sich halten, aber nicht so gut, meistens nur nachdem eine Wiese umgebrochen wurde. Er gedeiht gut auf nährstoffreichen, schweren und feuchten Lehm- und Tonböden.
Der Krause Ampfer ist mehrjährig. Er kann 1,50 m hoch werden. Aus einer kräftigen Pfahlwurzel treibt er aus maximal 20 cm Tiefe wieder aus. Die dunkelgrünen Laubblätter bilden zunächst eine Rosette, sie sind länglich lanzettlich und auffällig grob wellig, außerdem kraus gerändert, daher der Name. Er blüht von Juni bis September. Der Samen ist bis zu 70 Jahre im Boden lebensfähig. Er wird häufig mit fließendem Wasser verbreitet. Ampfersamen überstehen eine Darmpassage bei Kühen schadlos und auch ein mehrwöchiges Güllelager und werden damit auf Felder und Grünland gebracht. Er keimt während des ganzen Sommers bei 15 bis 30 Grad, braucht dazu aber Licht, d.h. lückiges Grünland.
Der Krause Ampfer wird in Indien und China in der Pharmazie eingesetzt und auch in der Homöopathie. Er ist aufgrund seines Oxalatgehalts und anderer Toxine schwach giftig, auch getrocknet im Heu. Bei Pferden und Schafen, weniger bei Rindern, kann es zu Symptomen kommen.
| Eine Pflanze im Unkrautgarten des JKI. (Bild: Arno Littmann, JKI) |
| Aus der Ferne ist der Krause Ampfer nicht vom Stumpfblättrigen zu unterscheiden. (Bild: W. Wohlers) |
| Im Herbst fallen die hohen, dunkelbraunen Pflanzen auf, hier in einer Brache. (Bild: W. Wohlers) |
| Im Hochsommer sieht man ihn jetzt auch in Städten, da Kräuter und Gräser zeitgemäß nicht mehr sofort entfernt werden, sondern sie wachsen lässt. (Bild: W. Wohlers) |
| Eine knapp einjährige Pfahlwurzel ist 20 cm lang und ca. 1,5 cm dick. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die ersten Blätter im Frühjahr, die der Pfahlwurzel entsprießen, darunter die durch Frost abgestorbenen Blätter des Vorjahres. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die unteren, breiten Blätter des Ampfers haben einen krausen Rand und sind gewellt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Im oberen Stängelbereich sind die Blätter schmaler, aber immer noch gewellt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Oberste Stängelblätter können von denen von Rumex obtusifolius nicht unterschieden werden. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Rispe der Knospen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Tute, die Ochrea ist sehr dünn und kann 4 cm lang sein. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Häufig zerreißt die Tute, wenn sich der Stängel streckt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Seitentrieb in einer Blattachsel. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Knospen bilden sich in den Blattachseln und sind von einer Tute umhüllt, die dann zerreißt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ausgewachsener Seitentrieb. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die dreizähligen Blüten mit drei Kelch- und drei Kronblättern haben dreimal zwei Antheren. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Antheren sind geöffnet, der Pollen ist gelblich weiß. Die durchsichtigen Narben sind nur zu erahnen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blüten sind zwittrig oder entweder männlich oder weiblich. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Eine weibliche Blüte, die nur Narben hat. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Dieser Trieb eines Krausen Ampfers ist etwa 1 m hoch. (Bild: Arno Littmann, JKI) |
| Die Fruchthüllen bleiben mit den Samen, die eigentlich Nüsse sind, verbunden , hier noch hellgrün. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Auffallend sind die Schwielen an den Fruchthüllen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Blick von oben auf eine reifende Frucht mit den drei Schwielen, die meistens verschieden dick sind. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ein reifer Samenstand ist rotbraun gefärbt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Samen sind oben 3 mm breit. Am unteren Rand sind sie rund, können aber auch spitz auslaufen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die ganze Pflanze hat im Herbst eine dunkel rotbraune Farbe, hier auf einer Brachfläche im zweiten Jahr. (Bild: W. Wohlers) |
| Die mit Stiel ca 13 mm langen Keimblätter sind lanzettlich und häufig etwas rötlich. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2018.
Fotos vom Pollen des Krausen Ampfers siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank.
Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.
Interessant sind die spezifischen Regulierungsstrategien für den ökologischen Landbau, geschrieben von B. Jüttersonke, B. Pallut, P. Marx, S. Kühne und Sara Preißel, alle JKI.
Herbizide schauen Sie bitte im aktuellen Pflanzenschutzmittelverzeichnis nach Schadorganismus Ampfer-Arten, d.h. auch gegen den Stumpfblättrigen Ampfer.