Schwarzkiefer – Pinus nigra

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Deutscher Name: Schwarzkiefer
Wissensch. Name: Pinus nigra
(J.F.Arnold)
Weitere deutsche Namen: Schwarzföhre
Großgruppe: holzige Blütenpflanzen
Taxonomie: Ordnung Coniferales / Familie Pinaceae
Deutsche Wikipedia-Seite
Status: Neophyt

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • paarige, lange Nadeln
  • schwarze Zapfenschuppen
Die Schwarzkiefer ist ein immergrüner Nadelbaum mit einer Höhe von 20 bis 40 Metern. Blatt: Die dunkelgrünen Nadeln sind lang, zugespitzt und häufig gebogen oder eingedreht. Sie wachsen zu zweit an einem kurzen Seitenzweig. Ihr Querschnitt ist halbkreisförmig. Sprossachse: Die Borke ist bräunlich bis grau und hat tiefe Risse. Jüngere Zweige sind hellbraun oder gelblich-orange. Blüte: Es gibt männliche und weibliche Blütenzapfen. Die grünen, männlichen Blüten stehen gehäuft an den Enden der Triebe. Die weiblichen Blütenzapfen wachsen immer in Gruppen von zwei bis vier zusammen. Sie sind anfangs grün und werden zur Bestäubung rot. Aus ihnen entwickeln sich dann die samentragenden Zapfen. Frucht: Die eiförmigen Zapfen sind drei bis zwölf Zentimeter lang. Sie sind hellbraun. Die inneren, nur bei offenen Zapfen sichtbaren, Teile der Zapfenschuppen sind schwarz. Die Zapfen sitzen rechtwinkelig oder schräg an den Zweigenden.

Bilder


Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: Die Schwarzkiefer ist eine sehr veränderliche Art. Durch die letzte Eiszeit getrennt, besiedelt sie heute sehr weit voneinander entfernte Areale und hat so fünf unterschiedlich aussehende Unterarten gebildet. Sie unterscheiden sich vor allem in ihrer Wuchsform und variieren dabei von schmalen kegelförmigen bis schirmartigen Kronen. Außerhalb ihrer natürlichen Heimat sind sie jedoch schwer zu unterscheiden. In Berlin wurde hauptsächlich die Unterart P. nigra ssp. nigra, die Österreichische Schwarzkiefer, geplanzt. Allen gemeinsam ist die typische schwarze Färbung der verdeckten Teile der Zapfenschuppen.

Verwechslungsmöglichkeiten:

Waldkiefer Die Nadeln der Waldkiefer sind in der Regel kürzer. Die Borke ist rötlich. Die inneren Teile der Zapfenschuppen sind rötlich braun. Die Samen sind geflügelt. Waldkiefer:  Alice Kracht, CC BY-SA 4.0

Blütezeit: April bis Juni Lebensraum: Die Schwarzkiefer ist sehr lichtbedürftig, verträgt aber seitlichen Schatten. Sie ist je nach unterart relativ kälte- und trockenheitsresistent und stellt auch sonst wenige Standortansprüche. Sie ist außerdem unempfindlich gegenüber Luftverschmutzung. Verbreitung: Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im südlichen Europa, Nordafrika und Kleinasien. Die nördliche, natürliche Verbreitungsgrenze läuft durch Österreich. Durch die letzte Eiszeit wurde das Verbreitungsgebiet stark zersplittert, sodass mehrere Unterarten entstanden sind. Die Unterarten werden heute nahezu auf der ganzen Welt als Park- und Forstbäume genutzt.

Mensch und Stadt

Die Schwarzkiefer ist ein häufiger Park- und Forstbaum. In der Stadt wird sie auch als immergrüner Einzelbaum auf Plätzen und an kleineren Straßen gepflanzt, da sie sehr immissions-, trockenheits- und salztolerant ist.

Beliebt ist sie außerdem als Gartenbaum, da ihr Harz einen angenehmen Duft verbreitet und das Rauschen des Windes durch die Krone als beruhigend empfunden wird. Im Frühling kann die hohe Pollenproduktion zu gelben Belägen auf Autos oder Gartenmöbeln führen.

Wissenswertes

  • Herkunft: Die Schwarzkiefer stammt aus dem südlichen Europa bis Nordafrika. Ihr natürliches nördlichstes Verbreitungsgebiet ist Österreich. Von dort aus kam sie als Forst- und Parkbaum nach Deutschland. Sie gehört zu den nicht-einheimischen Pflanzen (Neophyten).
  • Giftigkeit oder Verwendung: Das Harz ist schwach giftig und hautreizend. Es wird Terpentin daraus gewonnen.
  • Bretter aus dem Holz der Schwarzkiefer knarren nicht und werden daher oft für Bühnenböden genutzt.
  • Die ätherischen Öle in den Nadeln helfen gegen Hals- und Erkältungskrankheiten.
  • Die Schwarzkiefer ist ein Pionierbaum und kann daher in Städten schnell neue Flächen besiedeln.
  • Der Blütezeitraum ist von April bis Anfang Juni.

Quellen, Literatur, Weblinks

  • Roth, L., Daunderer, M., Kormann, K.: Giftpflanzen - Pflanzengifte : Vorkommen, Wirkung, Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen. Verlag: Hamburg : Nikol 2008.
  • Spohn, M., Spohn, R.: Kosmos - Baumführer Europa. Verlag: Stuttgart: Kosmos 2011.
  • Godet, J.-D.: Bäume und Sträucher. Bestimmen und nachschlagen. Verlag: Stuttgart: Eugen Ulmer KG 2007.
  • Roloff, A.: Bäume in der Stadt. Besonderheiten - Funktion - Nutzen - Arten - Risiken. Verlag:Stuttgart: Eugen Ulmer KG 2013.
  • Seite „Schwarzkiefer“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Juni 2017, 10:16 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schwarzkiefer&oldid=166285558 (Abgerufen: 28. November 2017, 11:28 UTC)
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Schwarzkiefer – Pinus nigra (Zuletzt geändert:
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4 Dezember 2020 13:38:30). Abgerufen am 6. März 2025, 11:41 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Schwarzkiefer_–_Pinus_nigra