Solanum nigrum, der Schwarze Nachtschatten, auch Mondscheinkraut, gehört zur Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse). Die englischen Namen sind Black Nightshade, Common Nightshade. EPPO-Code SOLNI.
Der Schwarze Nachtschatten wächst in Mitteleuropa schon seit der Steinzeit. In Deutschland ist er weit verbreitet. Sein Ursprungsgebiet ist nicht wirklich bekannt, wahrscheinlich der Mittelmeerraum, heute tritt er weltweit auf. In Nordamerika gilt er als eingeschleppt. Er gedeiht gut auf Stickstoff-reichen, lockeren, humosen Böden mit genügend Feuchtigkeit. Man findet ihn in Gärten und Obstanlagen, aber auch auf Kartoffel- und Zuckerrübenfeldern. In Erbsenfeldern kann er aufgrund seiner erbsengroßen Beeren zu fatalen Folgen führen. Er gehört zu den etwa ein Dutzend Unkrautarten, die sich durch die Intensivierung der Landwirtschaft stark vermehren konnten.
Die einjährige Pflanze kann groß und voluminös werden und überragt dann den Zuckerrübenbestand, sodass die Rüben daneben kleiner bleiben. Die ganze Pflanze ist mit kurzen, nach oben, bzw. zur Blattspitze weisenden Haaren bedeckt. Die Blätter haben maximal zwei Zähne an jeder Blatthälfte, während Solanum villosum mehr Zähne hat. Der Schwarze Nachtschatten keimt sehr spät erst im Mai und Juni und nur bei einem mehrfachen Wechsel von Temperaturen kurz unter und über 20 °C. Damit entgeht die Pflanze möglichen Spätfrösten im Frühsommer. Sie ist sehr frostempfindlich.
Der Schwarze Nachtschatten soll früher auch als Blattgemüse verzehrt worden sein, obwohl er giftig ist. Er enthält eine Reihe von Steroidalkaloiden, u.a. Solanin, das beim Kochen ins Wasser übertritt. Somit kann der Solaningehalt durch Abgießen des Kochwassers reduziert werden. Doch Solanin wird weder durch Kochen noch durch Trocknen abgebaut. Ein Abbau in Silage ist nicht gesichert. Hohe Mengen der Pflanzen im Grünfutter, mehr als 15 %, führen vor allem bei Rindern, Pferden und Schweinen zu Vergiftungen.
| Eine noch recht kleine, blühende Pflanze Mitte August, die noch erheblich wachsen wird. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Schwarze Nachtschatten breitet sich aus und kann 1,50 hoch werden, z.B. bei mir im Garten. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Auf Stoppelfeldern wächst er gut ohne die Beschattung durch das Getreide. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die größten Blätter können 18 cm lang sein plus einem Stiel von 6 cm. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Auf der Blattunterseite sind nur die Adern mit kurzen Haaren besetzt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Wie bei allen Pflanzen der Ordnung der Nachtschattenartigen haben die Blätter keine Nebenblätter. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Stängel sind kantig, die kurzen Haare weisen nach oben. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Aus jeder Blattachsel entsprießt ein Seitentrieb. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Blütenstand steht nicht in der Blattachsel. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Kronblätter sind in der Knospe meistens leicht gelblich gefärbt, die Narbe erscheint als erstes. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Antheren sind zusammengewachsen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Kronblätter sind außen mit kurzen Haaren besetzt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blüten bzw Beeren sitzen links und rechts etwas versetzt am Stiel. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die unreifen Beeren beginnen sich fleckig schwarz zu färben. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die reifen Beeren sind etwa 1 cm groß, hier an einem waagerechten Seitentrieb. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Früchte platzten hier bei Regen auf. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Samen sind hellbraun und sitzen an einer zentralen, schwarzen Placenta. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Links ist noch eine leicht strukturierte Samenhülle zu sehen. Die Keimblätter sind 1 cm lang. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Primärblätter tragen noch keine Zähne. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. Januar 2014.