Solanum nigrum – Schwarzer Nachtschatten (JKI-Pflanzenportraits)

Aus Offene Naturführer
Wechseln zu: Navigation, Suche
Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Solanum nigrum, der Schwarze Nachtschatten, auch Mondscheinkraut, gehört zur Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse). Die englischen Namen sind Black Nightshade, Common Nightshade. EPPO-Code SOLNI.

Der Schwarze Nachtschatten wächst in Mitteleuropa schon seit der Steinzeit. In Deutschland ist er weit verbreitet. Sein Ursprungsgebiet ist nicht wirklich bekannt, wahrscheinlich der Mittelmeerraum, heute tritt er weltweit auf. In Nordamerika gilt er als eingeschleppt. Er gedeiht gut auf Stickstoff-reichen, lockeren, humosen Böden mit genügend Feuchtigkeit. Man findet ihn in Gärten und Obstanlagen, aber auch auf Kartoffel- und Zuckerrübenfeldern. In Erbsenfeldern kann er aufgrund seiner erbsengroßen Beeren zu fatalen Folgen führen. Er gehört zu den etwa ein Dutzend Unkrautarten, die sich durch die Intensivierung der Landwirtschaft stark vermehren konnten.

Die einjährige Pflanze kann groß und voluminös werden und überragt dann den Zuckerrübenbestand, sodass die Rüben daneben kleiner bleiben. Die ganze Pflanze ist mit kurzen, nach oben, bzw. zur Blattspitze weisenden Haaren bedeckt. Die Blätter haben maximal zwei Zähne an jeder Blatthälfte, während Solanum villosum mehr Zähne hat. Der Schwarze Nachtschatten keimt sehr spät erst im Mai und Juni und nur bei einem mehrfachen Wechsel von Temperaturen kurz unter und über 20 °C. Damit entgeht die Pflanze möglichen Spätfrösten im Frühsommer. Sie ist sehr frostempfindlich.

Der Schwarze Nachtschatten soll früher auch als Blattgemüse verzehrt worden sein, obwohl er giftig ist. Er enthält eine Reihe von Steroidalkaloiden, u.a. Solanin, das beim Kochen ins Wasser übertritt. Somit kann der Solaningehalt durch Abgießen des Kochwassers reduziert werden. Doch Solanin wird weder durch Kochen noch durch Trocknen abgebaut. Ein Abbau in Silage ist nicht gesichert. Hohe Mengen der Pflanzen im Grünfutter, mehr als 15 %, führen vor allem bei Rindern, Pferden und Schweinen zu Vergiftungen.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. Januar 2014.

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Solanum nigrum – Schwarzer Nachtschatten (JKI-Pflanzenportraits) (Zuletzt geändert:
Dieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.
24 Januar 2014 08:03:47). Abgerufen am 22. Dezember 2024, 14:14 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Solanum_nigrum_–_Schwarzer_Nachtschatten_(JKI-Pflanzenportraits)