Abfrage: Wissenswertes zu Pflanzen nachschlagen
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- Wissenswertes: Landwirtschaft (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 612 f.: »Chrysanthemum Leucánthemum wächst auf den verschiedensten Böden und in den verschiedensten Rasentypen mit Ausnahme der eigentlichen Steppenwiesen und ausgeprägten Sumpfwiesen, kann also als Rasenubiquist bezeichnet werden. Beweidung und Mahd erträgt die Art sehr gut. Durch schwache Düngung wird sie sogar begünstigt. Besonders massenhaft tritt sie in frisch angelegten Arrhenatherum- und Trisetum-Wiesen auf, in denen sie nach Stebler 12 bis 14 % des Heuertrages ausmachen kann. Derartige Wiesen erscheinen zur Blütezeit schneeweiss (Fig. 327). Auch in lückig werdenden Klee-, Luzerne- und Esparsettefeldern findet sie sich oft in Menge. In der subalpinen Stufe spielt sie als Petrophyt¹ für die erste und dauernde Besiedelung von massig engen Felsspalten an Blöcken und Wänden mit Agrostis rupestris, Deschampsia flexuosa, Silene rupestris, Phyteuma hemisphaericum, Leontodon Pyrenaicus usw. eine nicht unbedeutende Rolle. Die Ueberwinterung erfolgt mit grünen Laubblättern. In den Alpen führen die Sprosse vielfach grössere Mengen von Anthocyan. In noch zartem Zustande können sie als Salat gegessen werden oder aber für sich allein oder mit anderen Kräutern gemischt zu einer Art von Spinat gekocht werden. Die Blüteneinrichtung zeigt keinerlei Sonderheiten gegenüber verwandten Kompositen mit ähnlicher Kontrastfärbung. Der Insektenbesuch ist sehr reichlich, sowohl von Seiten kleiner Käfer (Staphyliniden, Meligéthes-Arten), als auch durch zahlreiche Dipteren, Hymenopteren und einzelnen Schmetterlingen. Hingegen dürfte die von Clessin vermutete und von Ludwig behauptete Pollenübertragung durch Schnecken (von denen Agriolimax levis Müll, auf den Köpfen weidend angetroffen wurde) nach Geyer und P. Ehrmann (Zur Frage der Bestäubung von Blüten durch Schnecken. Nachrichtenblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft. Bd. 49, 1917) sehr unwahrscheinlich sein. Selbstbefruchtung durch Herabfallen des Pollens aus den Fegehaaren auf die Narbe bei ausbleibendem Insektenbesuche ist möglich. Die Zahl der goldgelben Scheibenblüten beträgt 400 bis 500, die der Zungenblüten nach F. Ludwig (Mitteilungen des thüringischen Botanischen Vereins, Bd. 10, 1897) 7 bis 43. Das Hauptmaximum liegt bei 21, zwei Nebenmaxima bei 13 und 34. Die auf Grund von über 18 500 Zählungen festgelegte Kurve entspricht dem Queteletschen Binominalgesetze. Die Früchte, an denen wie bei Matricaria die vertrockneten Blütenteile sitzen bleiben, zeichnen sich nach Carl L.Gerdts vor den meisten anderen Kompositenfrüchten durch den Besitz von schizogenen²) Exkretbehältern aus (Fig. 325 a). Diese entstehen wie bei den Umbelliferen meist in dem Tälchen zwischen je 2 Rippen durch das Auseinanderweichen von 4 (5) Zellen und sind daher als Vittae (Fenster) bezeichnet worden. Die Verbreitung der Früchte erfolgt wohl hauptsächlich durch den Wind (Winterständer); doch dürfte nach Heintze auch endozoische³) Verbreitung z. B. durch Rinder und Pferde vorkommen. Verschleppungen im grossen Umfang erfolgen durch Wiesensaatgut. Die in Feldblumensträussen so beliebte Wiesen-Wucherblume stellt für den Landwirt ein recht lästiges Unkraut dar, da sie einerseits bessere Arten verdrängt, andererseits aber selbst ein sehr geringwertiges, nährstoffarmes, holziges Futter liefert. Der Gehalt an Roheiweiss beträgt nur 7 bis 8,5 %, wovon wenig mehr als die Hälfte verdaulich ist, derjenige an Rohfett etwa 3 %, an stickstofffreien Extraktstoffen etwa 40 %, an Rohfaser 27 bis 30 %. Zur Vertilgung werden empfohlen; starke Düngung, Eggen im Frühjahr und Nachsaat von Futtergräsern. Für empfindliche Personen soll die Pflanze nach Fr. Kanngiesser hautreizend wirken. Früher (gegenwärtig nur noch vereinzelt) fand sie als Hérba Béllidis prátensis s. majóris in der Volksmedizin Verwendung. Massliebchentee wurde besonders gegen katarrhalische Erkrankungen angewandt, ebenso die aus der Pflanze bereiteten Sirupe, Essenzen und Pastillen. Die Essenz wurde auch gegen Blutflüsse, Nasenbluten und als Wundmittel gebraucht. Auch die Blütenköpfe sind ähnlich wie die des Mutterkrautes und der Kamille benützt worden, sind aber von viel schwächerer Wirkung. Ihre Verwendung zu Blumenorakeln (s. pag. 609 unter den deutschen Namen) soll bis nach Lappland reichen. Die in Gärten gern gezogene Riesenmargerite soll stets der subsp. heterophyllum var. maximum angehören. Vor Jahren galt der belgische „Etoile d’Anvers“ als die grossköpfigste Gartenform, später der französische „Etoile polaire“ mit 12 cm Köpfchendurchmesser. Die neuesten Züchtungen von F. Graf von Schwerin haben eine Riesenform („Sieger“) von 16 cm Durchmesser ergeben. — An Missbildungen sind bekannt geworden: Stengelfasciationen, Doppelköpfe (f. bicéphalum D. N. Christiansen), Auftreten einzelner weiblicher Blüten in den Achseln von Hüllblättern und selbst der oberen Stengelblätter, von Hüllblättchen und Zungenblüten in einer ringförmigen Zone in der Mitte des Köpfchens, röhrenförmige Ausbildung, Verkürzung oder Fehlen der Randblüten usw. F. Graf von Schwerin beschreibt eine Pflanze, bei der die Köpfe an straffen, harten Stielen im rechten Winkel von dem Stengel abgerichtet standen. Diese Anomalie verlor sich durch Teilung des Stockes. Von Ascomyceten wurde auf den Stengeln Ophióbolus leptospaerioídes var. Leucánthemi beobachtet, von anderen parasitären Pilzen Peronospóra Rádii de Bary, Puccínia aecídii leucánthemi E. Fisch, und Synchýtrium aúreum Schroet. Zoocecidien werden durch verschiedene Schädlinge hervorgerufen, so von Clinorrhýncha leucánthemi Kieff., Contarinia chrysänthemi Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«; Anmerkungen: ¹) Petrophyten = sind Gesteinspflanzen, von griech. petra (πέτρα) = Felsen und griech. phyton (φύτον) Pflanze (Martin 1851); ²) schizogen = durch Spaltung oder Auseinanderweichen (von Zellwänden) entstanden (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, 2020); endozoische Verbreitung = Samen bezw. Früchte werden von pflanzenfressenden Tieren verschlungen und mit den Exkrementen wieder abgesetzt (Hegi u.a. 1931))
- Wissenswertes: Landwirtschaft (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Vicia cracca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Schmeil & Fitschen (1913, Nr.31): »Die Vogelwicke. (Vicia cracca L.) Betrachtet man die im Grase und Gebüsch, sowie an Zäunen nicht selten vorkommende Pflanze genauer, so findet man vielfach kaum ein Exemplar, das nicht von Ameisen besucht wäre. Die nach süßen Säften lüsternen Tiere werden durch den Honig angelockt, der von bräunlichen Drüsen auf der Unterseite der kleinen Nebenblätter oft in so reichem Maße abgesondert wird, daß er zu je einem großen, glänzenden Tropfen zusammenfließt. Während die Insekten beim Einsammeln des Blütenstaubes oder beim Saugen des Honigs — gewissermaßen als Gegendienst — die Bestäubung der Pflanzen vollziehen, scheint es hier, als ob die Ameisen, die nicht bis zu den Blüten vordringen und infolge ihrer Kleinheit und ihres glatten Körpers Überhaupt durchaus ungeeignet sind, die Rolle der Bestäuber zu übernehmen, sich an dem so bequem dargebotenen Safte sättigten, ohne dafür der Pflanze in irgendeiner Weise zu nützen. Nun ist aber längst bekannt, daß die Ameisen eifrige Vertilger von Raupen und anderen Pflanzenschädlingen sind. Die Gewächse, die von Ameisen fleißig besucht werden, sind deshalb vor denjenigen, die diese Besuche nicht erhalten, im Vorteil, weil jedes blattfressende Insekt, das sich auf ihnen ansiedelt, meist sofort eine Beute der bissigen Tiere wird. Die Ameisen werden daher gleichsam als eine Schutzgarde der Wicke betrachtet. Der Honig wäre dann das Mittel, die streitbaren Helfer anzulocken. An den Wurzeln der Vogelwicke bilden sich zahlreiche Knöllchen deren Wesen und Bedeutung man erst in jüngerer Zeit erkannt hat. Sie werden durch Spaltpilze (Bakterien) verursacht, die imstande sind, den Stickstoff der atmosphärischen Luft aufzunehmen und in Eiweiß überzuführen. Nach einiger Zeit sterben die Spaltpilze ab, und die in ihnen aufgespeicherten Stoffe werden Von der Pflanze aufgesogen. Außer der Vogelwicke besitzt auch eine Anzahl anderer Schmetterlingsblütler (Erbse, Bohne, Lupine u.a.) die merkwürdige Fähigkeit, mit Hilfe von Bakterien den freien Stickstoff der Luft zu verarbeiten, während alle anderen Pflanzen das wertvolle Element den Bodensalzen entnehmen müssen. Einem Felde, dessen Stickstoffgehalt infolge früherer Ernten erschöpft ist, kann der für die Samenbildung besonders notwendige Baustoff also dadurch wieder zugeführt werden, daß man einen jener ›Stickstoffsammler‹ auf ihm anbaut und unterpflügt, eine Tatsache, die für die Landwirtschaft von höchster Bedeutung ist. Wiesen, Gebüsch, Hecken, häufig. 5—8. H. 60—80 cm. — Schmetterlingsblütler.«)