Spitz-Wegerich (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung
Stichwort | Teil der Pflanze | Quellenangaben, Anmerkungen, Weiterführendes |
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; | Blätter | Daffner (1893), S.300f: »Die Blätter der lanzettlichen Art dienen volkstümlich als Wundmittel, ausserdem der aus ihnen bereitete Saft, Spitzwegerichsaft, als Heilmittel (?) bei Lungenleiden.« |
; ; ; ; | Blätter | Wahlenberg u.a. (1825), Nr. 632 in Svensk botanik: »Diese Art wurde von den Alten P. minor oder acuta genannt und wurde in Bezug auf Stärke und Nutzung neben P. major gesetzt. Er hat auch einen nussigen, schleimigen Geschmack und wurde ähnlich wie letztere [Art Plantago media] verwendet; insbesondere wurden die zerkleinerten Blätter zum Erweichen und Zerstreuen auf zahlreichen Wunden, auf Geschwüre, Wunden von Spanier-Fliegen [Bremsen] angewendet. Sein besonderer Einsatz gegen einige Schüttelfrostarten scheint weniger fundiert zu sein als bei der vorherigen Art [Plantago media]. Die Samen sind so viel mehr schleimdurchgiftend wie bei keiner anderen schwedischen Art und können perfekt anstelle von Semen Psyllii [Flohsamen] verwendet werden, um so viel mehr, da sie etwas trockener und von blasser Farbe sind und durch einfaches Einweichen in Wasser von der Oberfläche leicht zerstreut werden können. Klarerer Schleim (Mucilago), nützlich dort, wo schleimige Dinge hingehören, wie bei bestimmten Augenkrankheiten, zum Gurgeln bei Halskrankheiten, zum Einnehmen bei scharfer Galle, scharfer Ruhr etc.. Insbesondere wird angenommen, dass sein Schleim so lange anhält, bis er die Eingänge erfasst und er ist somit von Vorteil in Tröpfchen usw.. Ob er auch zur Stärkung von feiner Leinenkleidung eingesetzt werden kann, hängt von verschiedenen Anforderungen an Weißgrad, Steifigkeit usw. ab.« |
; ; ; ; | Blätter | Düll & Kutzelnigg (1994), S. 368: »Bewährtes Hustenmittel. Das Aufträufeln des Preßsaftes oder Auflegen gequetschter Blätter auf Insektenstiche beseitigt meist den Juckreiz und wirkt abschwellend; ähnliche Anwendungen auch bei Prellungen und anderen Schwellungen. Der Saft ist (vermutlich wegen des Aucubingehaltes) antibiotisch wirksam und schimmelt daher im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzensäften nicht. […] Vielseitige Anwendung auch in der Homöopathie.« |
; ; ; ; ; | Blätter; gesamte Pflanze | Hiller u.a. (1999) siehe https://www.spektrum.de/lexikon/arzneipflanzen-drogen/plantago-arten/11349:
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; | Blätter; | Sturm (Abt.1 Bd.2 1800), in Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen »Dieſe Wegerichart ist offizinell; der mit Honig vermischte Saft ist in Brustkrankheites gewöhnlich, und die zerquetſchten Blätter dienen ais Wundmittel; sie zertheilen auch, auf einen Bienen oder Wespenstich gelegt, die Geschwulst, und vertreiben die Schmerzen.« |
; | Blätter; | Sturm (Abt.1 Bd.2 1800), in Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen »Die jungen Pflanzen werden von dem Rindviehe gefressen, und die Blüthen geben den Bienen etwas Nahrung.« |
gesamte Pflanze | Curtis u.a., Bd.2-Faszikel 2, 1777, Beschreibung (10) aus Flora Londinensis: »THE Farmers in general conſider this ſpecies of Plantain as a favourite food of ſheep, and other cattle, hence it is frequently recommended in the laying down of meadow and paſture land ; and the feed is for that purpoſe kept in the ſhops. How far the predilection of cattle for this herb is founded in truth we cannot at preſent determine ; nor do we pretend to ſay how far it is oeconomical (ſuppoſing the fact to be ſo) to ſubſtitute this plant in the room of others which produce a much greater crop, and which they ſhew no averſion to. We ſhould be rather inclined to think, that Plantain (or Rib-Graſs as it is called) ſhould be but ſparingly made uſe of, particularly if the Farmers chief aim be a crop.« (Übersetzt: Die Bauern erachten im Allgemeinen diese Wegerichart als Lieblingsfutter der Schafe und anderer Rinder, weshalb er häufig bei der Verlegung von Wiesen- und Weideland empfohlen wird; und das Futter wird zu diesem Zweck in den Betrieben gehalten. Inwieweit die Vorliebe der Rinder für dieses Kraut in Wahrheit begründet ist, können wir derzeit nicht feststellen; noch tun wir so, als ob wir sagen würden, inwieweit es ökonomisch ist (was die Tatsache voraussetzt, dass dies der Fall ist), diese Pflanze im Raum durch andere zu ersetzen, die eine viel größere Ernte produzieren und gegen die sie keine Abneigung hegen. Wir sollten eher geneigt sein zu denken, dass Wegerich (oder Rippengras, wie es genannt wird) nur spärlich genutzt werden sollte, insbesondere wenn das Hauptziel der Landwirte eine Ernte ist. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com)« | |
gesamte Pflanze | Deakin (Bd.1, 1841), Seite 194 aus Florigraphia Britannica: »This species has been cultivated under the name of Rib-Grass, and was thought to possess valuable properties; but it does not appear to be relished by cattle, and has ceased to be esteemed among agriculturists.« (Übersetzt: Diese Art wurde unter dem Namen Rippengras kultiviert und man dachte, dass sie wertvolle Eigenschaften besitze; jedoch findet es Weidevieh scheinbar nicht genussvoll, und dadurch lässt die Wertschätzung unter Landwirten nach.)« | |
; ; | gesamte Pflanze | Hegi (Bd. 6.1, 1918), Seite 184 aus Illustrierte Flora von Mitteleuropa: »Der aus den frischen Blättern von Plantago lanceolata ausgepresste Saft ist seit alter Zeit als „Spitzwegerichsaft“ ein beliebtes, harmloses Volksheilmittel gegen katarrhalische Erkrankungen der Atmungsorgane; neuerdings hat Kneipp die Pflanze in seinen Arzneischatz aufgenommen. Andererseits hat sich auch die Industrie des Artikels bemächtigt und vielfach „Spitzwegerichbonbons“ gegen Husten etc. auf den Markt gebracht, von denen gewiss viele nicht eine Spur von Wegerichsaft enthalten. P. lanceolata ist ein sehr verbreiteter und oft gesellig auftretender Bestandteil der fetten und mageren Matten und Weiden, der allerdings ein sehr wässeriges Futter liefert. Grün verfüttert veranlasst er bei Tieren leicht Durchfall. Die Blätter sind schwer zu dörren, zerbröckeln und gehen verloren.« |
; ; ; ; | Blätter; | Braune (Bd.1, 1797), Seite 130f. aus Salzburgische Flora: »Diese Wegerichart ist ebenfalls offizinell; der mit Honig vermischte Saft ist in Brustkrankheiten gewöhnlich, und die zerquetschten Blätter dienen als Wundmittel (3b. [Krocker, Flora Silesiaca Bd.2 1787]) sie zertheilen auch, auf einen Bienen, oder Wespenstich gelegt, die Geschwulst, und vertreiben die Schmerzen. Die jungen Pflanzen werden von dem Rindviehe gefressen, und die Blüthen geben den Bienen etwas Nahrung.« |
; ; ; ; ; ; ; ; ; ; | Blätter; Wurzel | Losch (1903), Seite 147 aus Kräuterbuch. Unsere Heilpflanzen in Wort und Bild: »Man sammelt die Blätter, ehe die Pflanze Samen trägt. Sie sind ohne Geruch und haben einen bittern, salzigen, zusammenziehenden Geschmack.
Anwendung. Früher waren die Spitzwegerichblätter, Herba Plantaginis angustifoliae, offizinell. Sie sind ein kühlendes, trocknendes und zusammenziehendes Mittel und können als Wundkraut und im Absud zum Gurgeln verwandt werden. Der Absud oder der Aufguß wird aus 30 bis 60 gr Blättern aufs Liter Wasser bereitet. Das destillierte Wasser gilt als vorzügliches Augenmittel. Kneipp stimmt der volkstümlichen Verwertung des Spitzwegerichs als Wundkraut zu. Die zerquetschten Blätter werden auf frische Wunden gelegt. Auch innerlich empfiehlt er den Wegerichsaft zur Blutreinigung, den Tee gegen innere Verschleimung. Er sagt noch, daß zum Tee mit diesen Blättern das Lungenkraut, Pulmonaria officinalis L., zu gleichen Teilen vermischt werden könne. Aus Kräuterbüchern: „Wegerich kühlt und trocknet. Wegerichblätter oder der Same gekocht und in der Speise genossen, oder beides zu Pulver gestoßen und eingenommen, desgleichen auch der Saft aus den Blättern oder das gebrannte Wasser getrunken, stillt alle Bauchflüsse, heilt alle innerliche Verwundung, besonders der Nieren und Blase, hilft wider das Blutspeien, Blutharnen und stopft alle Gebrechen, die zu viel fließen. Man mag auch den genannten Samen rohes Ei streuen, dieses darnach braten und essen. Das Wasser getrunken ist gut denen, die sich wegen Schwindsucht Sorge machen. Wegerich-Saft getrunken, ist gut den Keuchenden. Die Wurzel samt den Blättern in süßem Wein getrunken, heilt die Geschwüre der Blase und Nieren. Der Saft aus Wegerich mit Essig vermischt und einige Tage nacheinander frühe warm getrunken, benimmt das drei- und viertägige Fieber. Wegerich ist mit seiner trocknenden und zusammenziehenden Kraft heilsam wider alle bösen, fließenden, unreinen, um sich fressenden, alten Geschwüre und Schäden, wider alle hitzigen Geschwüre, Verbrennungen, Bisse, Ohrengeschwüre, Drüsen, Hämorrhoiden, anhebendes Podagra, wenn man die Blätter zerstößt und auflegt, oder in den Saft, desgleichen das gebrannte Wasser ein Tüchlein netzt und überschlägt. Wegerich stillt das Bluten der Wunden, gestoßen und mit Eiweiß aufgelegt; er heilt auch Brandwunden. Der Saft in die Ohren geträuft, nimmt das Ohrenweh, das von Hitze kommt; in die Augen gebracht, kühlt er die Entzündung derselben. Wegerichsaft und Wegerichwasser stillen das Kopfweh, Umschläge damit gemacht. Den Mund mit Wegerichwasser öfter ausgespült und den Hals damit ausgegurgelt, heilt die Fäule und alle Versehrung darin.“« |
; ; ; ; ; ; | Blätter; | Ennet u.a. (1990), S. 310f. in Heilpflanzen und Drogen: »Wirkung und Verwendung: die Zubereitungen der Droge (Teeaufguß, Spitzwegerichfluidextrakt, Spitzwegerichsirup) wirken aufgrund des Gehaltes an Schleim- und Gerbstoffen reizmildernd. Sie dienen zur Behandlung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie zur Reizlinderung bei Husten und Heiserkeit. […] In der Volksmedizin wird der Preßsaft aus dem frischen Spitzwegerichkraut zur Wundbehandlung, z. B. auch bei Insektenstichen, verwendet. Dabei werden die Wirkung der Gerbstoffe und die antibakterielle Wirksamkeit des aus dem Aukubin durch Enzymwirkung entstehenden Aukubigenins genutzt. Die Selbstbehandlung schlecht heilender Wunden (z. B. offenes Bein) ohne ärztliche Begutachtung wird nicht empfohlen. Das Kraut des Breitwegerichs (Plantago major) wird zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel verwendet. Sie dienen unter anderem zur Behandlung von Kopf-, Zahn- und Ohrenschmerzen. Nebenwirkungen: nicht bekannt.« |
gesamte Pflanze | Hegi (Bd. 6.1, 1918), Seite 184 aus Illustrierte Flora von Mitteleuropa: »P. lanceolata ist ein sehr verbreiteter und oft gesellig auftretender Bestandteil der fetten und mageren Matten und Weiden, der allerdings ein sehr wässeriges Futter liefert. Grün verfüttert veranlasst er bei Tieren leicht Durchfall. Die Blätter sind schwer zu dörren, zerbröckeln und gehen verloren.« | |
; | gesamte Pflanze; Früchte; | Krafft (Bd. 2, 1876), Seite 210 aus Lehrbuch der Landwirthschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage: »[für] Weide: […] Lanzettlicher Wegerich (Plantago lanceolata L.) […, Ansprüche für Boden und Klima] für dürren Sandboden; […, Saatzeit] ſehr früh [Mai]; 639,400 [Körner in 1 kg reiner Saat]; 20–30 Kilogramm [Samen für Reinsaat auf 1 Hektar], für Weidemiſchungen 1 Kilogramm [Saamen].« |
Blätter; | Saitner u.a. (2015), Seite 47 aus Pflanzen- geschichten Brauchtum, Sagen und Volksmedizin zu 283 Pflanzen der Alpen: »Gemischt mit milderen Kräutern als Salat, zu Quarkspeisen, gekocht als Gemüse oder für Kräutersuppen.« | |
; ; | Blätter; | Bonet u.a. (1999), Seite 158 aus Studies on pharmaceutical ethnobotany in the regions of L’Alt Empordà and Les Guilleries (Catalonia, Iberian Peninsula):
Übersetzt: Aus „Studien zur Ethnopharmazie in den Regionen der Alt Empordà und der Guilleries (Katalonien, Iberische Halbinsel)“:
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; | Blätter; | Bonet & Vallès (2007), Seite 10 aus Ethnobotany of Montseny biosphere reserve (Catalonia, Iberian Peninsula): Plants used in veterinary medicine:
Übersetzt: Aus „Ethnobotanik des Montseny Biosphärenreservates (Katalonien, Iberische Halbinsel): Tierheilkundliche Pflanzenanwendungen“:
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; ; ; | Blätter; | Bährle-Rapp (2012), Seite 450 aus Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege: »Kosmetische Verwendung des Blätterextraktes; Wirkungen: epithelisierend, antibakteriell, reizmildernd, adstringierend u.a.; « |
; | Blätter; | Menendez-Baceta u.a. (2012), Seite 1336 aus Wild edible plants traditionally gathered in Gorbeialdea (Biscay, Basque Country):
Übersetzt: Aus „Essbare Wildpflanzen traditionell gesammelt in Gorbeialdea (Biscay, Baskenland)“:
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; | Blätter; | Quave & Pieroni (2015), Anhang Seite 14 aus A reservoir of ethnobotanical knowledge informs resilient food security and health strategies in the Balkans:
Übersetzt: „Ein ethnobotanisches Wissensreservoir informiert über stabile Ernährungssicherheit und Gesundheitsstrategien in Balkanregionen“:
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; | Blätter; | Tiţă et al. (2009), Seite 153 aus Ethnobotanical inventory of medicinal plants from the South-West of Romania:
Leaves: Expectorant, antitussive, emollient, anti-inflammatory, astringent, antimicrobial, cicatrising; bronchitis, laryngotracheal catarrh, diarrhoea, wounds Übersetzt: Aus „Ethnobotanisches Inventar der Heilpflanzen aus SW-Rumänien“: Blätter: schleimfördernd, Hustenmittel, Linderungsmittel, entzündungshemmend, zusammenziehendes Mittel (adstringierend), mikrobenhemmend, Bronchitis, Kehlkopf-Luftröhren-Katarr, Durchfall (Diarrhoe), Wunden |