Spitz-Wegerich (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Stichwort Teil der Pflanze Quellenangaben, Anmerkungen, Weiterführendes
Keimung von Samengesamte PflanzeEngler u.a. (1937), S.30: »Die Samen der Plantago-Arten keimen sehr leicht und schnell und zu hohem Prozentsatz. Über den Einfluß der Belichtung berichtet Witte, 1.c, nach Untersuchungen an 30 verschiedenen Arten, deren Samen unter hellen oder schwarzgefärbten Glasglocken zur Aussaat gelangten. Es lassen sich drei Gruppen unterscheiden: indifferente Arten, Licht- und Dunkelkeimer. Indifferente Arten sind […] P. lanceolata«
Bedeutung des umgangssprachlichen Gattungsnamengesamte PflanzeDaffner (1893), S.300f: »Von der Familie der Wegerichgewächse, plantaginae, kommen der grosse oder breite, major, der mittlere, media, und der lanzettliche Wegerich (d.i. Beherrscher des Weges), plantago lanceolata, auf Wiesen und an Wegen vor.«
alte HeilpflanzeBlätterEnnet u.a. (1990), S. 310f. in Heilpflanzen und Drogen: »Geschichtliches: der Spitzwegerich ist ein uraltes Arzneimittel. Bereits Dioskurides schrieb ihm austrocknende und adstringierende Kräfte zu und empfahl ihn bei Blutungen, gegen Geschwüre, Geschwülste, Brandwunden und Bleichsucht. Hildegard von Bingen nannte die Pflanze als ein Mittel, um sich von „angezauberter Liebe“ frei zu machen. Die Kräuterbücher des 16. und 17. Jahrhunderts empfahlen den Spitzwegerich als ein gutes, innerlich und auch äußerlich anzuwendendes Wundkraut sowie als Mittel gegen Durchfall, Ruhr, Nasenbluten, Wassersucht, Schwindsucht und Eingeweidewürmer.«
Hauptbestandteile der Inhaltsstoffegesamte PflanzeBährle-Rapp (2012), Seite 450 aus Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege: »Hauptbestandteile: Iridoidglykoside (z.B. Aucubin und Catalpol), Schleimstoffe, Gerbstoffe vom Tannintyp, Flavonoide, Kieselsäure«
Gedicht; Heilsegengesamte PflanzeTreben (2017), Seite 49 aus Gesundheit aus der Apotheke Gottes: »Ein angelsächsischer Heilsegen, der neun Pflanzen anruft und sich in einer Handschrift, vermutlich aus dem 11. Jh., befindet, spricht auch den Wegerich an:
»Und du, Wegerich,
Mutter der Pflanzen,
offen nach Osten,
mächtig im Innern:
Über dich knarren Wagen,
über dich ritten Frauen,
über dich ritten Bräute,
über dich schnaubten Farren.
Allen widerstandest du
und setztest dich entgegen.
So widerstehe auch dem Gift
und der Ansteckung
und dem Übel,
das über das Land dahinfährt!«
umgangssprachliche Artnamengesamte PflanzeHegi (Bd. 6.1, 1918) , Seite 183 aus Illustrierte Flora Mitteleuropa: »Zu „Wegerich" vgl. Plantago maior, von dem unsere Art z.T. als G’spizada Wögrad (Niederösterreich), Schbitzäfädrich (Baden), Spitzwegarach, Spitzwedara (St. Gallen), Spitzwegeli (Graubünden, Aarau) unterschieden wird. Da beim Spitzwegerich die Blattnerven (Rippen) besonders stark hervortreten, heisst er auch Ribbeckeblätter (Schaumburg), Siebenrippe (Hessen), Hunderebbe (Sachsen), Ripplichrut, Rossrippe (Schweiz). Hunnetunge (Ostfriesland), Rühentunge (Westfalen), Schlangenzunge (westl. Rheinprovinz) beziehen sich auf die Gestalt der Blätter, Trummenstöcke (Westfalen) auf die des Blütenstandes (vgl. P. maior). Die Kinder verfertigen sich aus den biegsamen Stengeln allerlei Spielzeug wie Stühlchen usw., daher Katzestühlche [siehe P. maior] (Nahegebiet), Katzestege(n) (Elsass). Aus dem Riesengebirge werden die für den Spitz-Wegerich merkwürdigen Namen Gorthel, Gochheel, Jochhel angegeben; vgl. Gauchheil = Anagallis. […]«
umgangssprachliche Artnamengesamte Pflanze

Weiterführende Literatur

Braune, F. A. v. 1797: Salzburgische Flora, oder Beschreibung der in dem Erzstifte Salzburg wildwachsenden Pflanzen, nebst Angabe ihrer Wohnorte, Blühezeiten, Dauer, Gestalt u. ihrer Anwendbarkeit in der Heilkunde und Haushaltungswissenschaft, und ihrem Nutzen für Mahler, Färber, Gärber, Bienenzieher, Förster und Landwirthe. Bd. 1., Verlag Mayersche Buchhandlung, Salzburg (mit Kupfernhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​217296, abgerufen am 30. Januar 2019).
Bährle-Rapp, M. 2012: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. 4. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg, ISBN 978-3-642-24687-6, S. I-VIII, 1–6551 (92 schwarz-weiß Abbildungen, 57 Abbildungen in Farbe).
Daffner, F. 1893: Die Voralpenpflanzen. Bäume, Sträuche [sic], Kräuter, Arzneipflanzen, Pilze, Kulturpflanzen, ihre Beschreibung, Verwertung und Sagen. Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig, doi:10.5962/bhl.title.9644.
Dietrich, A. 1835: Flora Regni Borussici. Flora des Königreichs Preussen oder Abbildung und Beschreibung der in Preussen wildwachsenden Pflanzen. Bd. 3, Verlag von Ludwig Oehmigke, Berlin (Mit 72 colorirten Abbildungenhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​103394, abgerufen am 26. September 2019).
Ennet, D., Hiller, K., Krausch, H., Filtzer, S., Starke, R., Mahler, A., Wigger, G., Fleischer, K. & Kunze, R. 1990: Heipflanzen und Drogen. In: BI-Lexikon. 2. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig, ISBN 3-323-00191-5, S. 1-368, 1-128 (512 Farbillustrationen).
Hegi, G., Haynek, A. v., Pfenninger, E. & Marzell, H. 1918: Illustrierte Flora von Mitteleuropa: mit besonderer Berücksichtigung von Deutschland, Österreich und der Schweiz: zum Gebrauche in den Schulen und zum Selbstunterricht. Dicotyledones (V. Teil). Bd. 6. 1. Hälfte, J. F. Lehmanns Verlag, München, S. 1-544 S.: VIII (http:/​/​nbn-resolving.​de/​urn:nbn:de:hbz:061:2-21724, abgerufen am 30. Oktober 2018).
Krafft, G. 1876: Lehrbuch der Landwirthschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage. 1. Auflage. Bd. 2, Wiegandt, Hempel & Parey, Berlin, S. I-VIII, [1-3], 4-252 (http:/​/​www.​deutschestextarchiv.​de/​krafft_​landwirthschaft02_​1876, abgerufen am 20. August 2019).
Losch, F. (Hrsg.) 1903: Kräuterbuch. Unsere Heilpflanzen in Wort und Bild. 2. Auflage. Verlag von J.F. Schreiber, Eßlingen, München, S. I-XVI, 1-209, I-XVII, doi:10.5962/bhl.title.39396 (86 Farbdrucktafeln enthaltend 460 genau nach der Natur gezeichnete Abbildungen und 246 Seiten Text mit 49 Illustrationen; mit Blüten- und Sammelkalender, Krankheitsregister).
Pilger, R.; Engler, A. & Diels, L. (Hrsg.) 1937: Das Pflanzenreich. Regni vegetablilis conspectus. Bd. VI. 269, 102. Heft, Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig (Mit 45 Figuren im Text, einem Verzeichnis der Sammler-Nummernhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​71651).
Röhling, J. C., Mertens, F. C. & Koch, W. D. J.; Wilmans, F. (Hrsg.) 1823: J. C. Röhlings Deutschlands Flora. Nach einem veränderten und erweiterten Plane bearbeitet. Bd. 1, Frankfurt am Main (https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​94877, abgerufen am 1. August 2019).
Sturm, J. 1800: Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen. Bd. 2, Nr. Abt. 1, Nürnberg (Mit 64 Kupfertafelnhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​148190, abgerufen am 3. Oktober 2019).
Sturm, J. & Krause, E. H. L.; Lutz, K. G. (Hrsg.) 1903: J. Sturms Flora von Deutschland in Abbildungen nach der Natur. Röhrenblütler im weiteren Sinne. Tubatae. 2. Hälfte. 2. Auflage. Bd. 11, Verlag von K. G. Lutz, Stuttgart (Mit 64 Tafeln in Farbendruck und 37 Abbildungen im Texthttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​246285, abgerufen am 9. Oktober 2019).
Thomé, O. W. & Müller, W. 1905: Prof. Dr. Thomé’s Flora von Deutschland Österreich und der Schweiz. 2. Auflage. Bd. 4, Friedrich von Zezschwitz, Verlag „Flora von Deutschland“, Gera, S. 1-509 (Mit 151 Tafeln in Farbdruck. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflagehttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​81515).
Treben, M. 2017: Gesundheit aus der Apotheke Gottes. Narayana Verlag, ISBN 978-3-85068-090-5, S. 1-156.
Willkomm, M. 1901: Bilder-Atlas des Pflanzenreichs nach dem natürlichen System. 4. Auflage. J.F.Schreiber, Esslingen, München, doi:10.5962/bhl.title.56595 („124 feine Farbendrucktafeln mit über 600 Abbildungen und 143 Seiten beschreibender Text“).
Zorn, J. 1779: Icones plantarum medicinalium. Centuria I. Abbildungen von Arzneygewächſen. Erſtes Hundert. Bd. 1, auf Kosten der Raspischen Buchhandlung, Nürnberg (In Latein und Deutschhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​237396).