Tanacetum vulgare – Rainfarn (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Tanacetum vulgare L. (= Chrysanthemum tanacetum, C. vulgare), der Rainfarn, gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütengewächse). Die englischen Namen sind Tansy, Golden Buttons. EPPO-Code CHYVU.

Der Rainfarn ist in Europa und Asien heimisch, hat sich aber weltweit verbreitet, so auch in ganz Nordamerika. Er ist einer der häufigsten Pflanzen auf Ödland und an Wegrändern, auch auf dem Gleisrost der Eisenbahn, wo er aufgrund seiner Wurzeln das Gleisbett schädigt. Er ist in Deutschland fast überall zu finden. Im Norden wächst er noch weit über den Polarkreis hinaus, hier eine Karte von Finnland.

Die mehrjährige Pflanze kann 1,5 m hoch werden und steht meistens in größeren Gruppen, da sie unterirdische Rhizome bildet. Die Pflanze ist kahl, die unverzweigten Stängel sind geriffelt. Die Blätter sind gefiedert und gezähnt. Nur oben verzweigt sich der Rainfarn. Mehrere Dutzend Röhrenblüten bilden die Blütenkörbe, die an den Seitentrieben doldenartig mit einer unterschiedlichen Anzahl von Körben zusammenstehen. Blütezeit ist Juli bis Oktober. Die Samen tragen keinen Flugapparat, sondern nur eine kleine Krone.

Rainfarn soll Insekten vertreiben. Er riecht würzig, wenn die Pflanzenteile zerrieben werden. Seit dem Mittelalter wird er in Gärten als Heilpflanze gegen viele verschiedene Krankheiten angebaut. Er wird als giftig eingestuft. Heute wird er noch zum Färben verwendet, siehe Anbautelegramm aus Thüringen.

Verfasser: Wohlert Wohlers. August 2020.

Fotos vom Pollen des Rainfarns siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.