Thlaspi arvense L., das Acker-Hellerkraut, auch Acker-Pfennigkraut oder Ackertäschel genannt, gehört zur Familie der Brassicaceae oder Cruciferae (Kreuzblütler). Die englischen Namen sind Field Pennycress, Fanweed. EPPO-Code THLAR.
Das Acker-Hellerkraut ist in Europa und Asien beheimatet, auch im Mittelmeergebiet. In Deutschland ist es fast überall zu finden. Es wurde weltweit verschleppt, nach Nordamerika ebenso wie nach Australien. Im Norden wächst es bis über den Polarkreis hinaus, hier eine Karte von Finnland.
Es wächst gut auf kalkhaltigen oder schwach sauren Böden und ist eine Zeigerpflanze für eine gute Nährstoffversorgung. Das Acker-Hellerkraut ist häufig an Wegen und auf Ödland, in Gärten und auf Brache sowie Feldern mit Zuckerrüben und Raps zu sehen. Bei Winterweizen und –gerste verursacht jeweils eine Pflanze pro m² bis zu 4 kg Ertragsverlust pro Hektar. Auch gibt es Hinweise, dass sich bei hohen Dichten die Zahl der Zuckerrübennematoden im Boden merklich erhöht. Das Acker-Hellerkraut ist mechanisch mit Striegel, Hacke und Bürste gut zu bekämpfen.
Die einjährige Pflanze wird selten höher als 30 cm, bei Konkurrenz mit Kulturpflanzen erreicht sie aber auch 60 cm. Sie bildet eine Rosette mit wenigen Blättern und daraus mehrere Blütentriebe, die sich nicht oder kaum verzweigen. Keimt die Pflanze im Herbst, so werden an dem am Boden liegenden Stängel Seitentriebe gebildet. Das Acker-Hellerkraut hat einen leichten lauch- oder senfartigen Geruch, wenn die Blätter zerrieben werden. Die weißen Blüten sind klein. Blütezeit ist April bis August. Ihren Namen hat die Pflanze von den flachen Schoten, die an kleine Münze erinnern, an Heller oder Pfennige. Die Keimung der Samen wird durch Wechseltemperaturen, wie sie im Herbst und Frühjahr herrschen, besonders gefördert.
| Eine bereits blühende Pflanze im Getreidefeld Mitte März nach einem milden Winter. (Bild: W. Wohlers) |
| Diese drei Pflanzen im Ödland wurden 30 cm hoch, nur bei Konkurrenz mit Kulturpflanzen werden sie höher. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Im Frühjahr gesät und ausgepflanzt bilden sie wenige, lang gestielte Grundblätter. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Diese im Frühjahr gekeimte Pflanze bildete nur fünf Blütentriebe. (Bild: Arno Littmann, JKI) |
| Aus dem häufig liegenden Stängel vom Vorjahr haben sich mindestens zehn Triebe gebildet. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Stängel sind kantig, wie die ganze Pflanze, hier beim Blattansatz. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Stängelblätter sind ca 2 cm lang und deuten wenige Zähne an. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Das Blatt weist bei den unteren Blättern am Ansatz Öhrchen auf, die hier lang gestreckt sind. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Öhrchen können auch kurz und abgerundet sein. (Bild: W. Wohlers) |
| Blattunterseite. Die zentrale Mittelrippe ist nur wenig versenkt. (Bild: W. Wohlers) |
| In den Blattachseln bilden sich die Seitentriebe. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Seitentrieb hat nur wenige Knospen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Beim Haupttrieb sitzen die Knospen eng aneinander. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ein Haupttrieb von der Seite mit den ersten sich öffnenden Knospen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Knospen sind aus den Blättern herausgewachsen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die 4 bis 6 mm großen Blüten sind reinweiß. (Bild: W. Wohlers) |
| Der Blütenstand streckt sich. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Antheren sind gelblich hellgrün. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Pollen ist beigefarben, die hellgrüne Narbe fängt an zu wachsen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Kelch- wie Kronblätter schließen sich nach der Blüte wieder. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die breite Form der Schoten ist schon während der Blüte zu erkennen. Die Kelchblätter färben sich gelb. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Schötchen können einen dunklen Rand haben. (Bild: W. Wohlers) |
| Die grünen, runden Schötchen tragen noch lange die Blütenblätter, zumindest, wenn es nicht regnet. (Bild: W. Wohlers) |
| Die runden Schötchen haben anfangs nur einen Durchmesser von 3 mm. (Bild: W. Wohlers) |
| Blühende, lang gestreckte Triebe mit den noch kleinen Schötchen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die fast reifen, runden, etwas über 1 cm großen flachen Schoten erinnern an kleine Münzen, die früher Heller oder Pfennige hießen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Typisch die Flügel der Schote, die die kurze Narbe überragen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Auch bei den reifen Samen scheinen die Samen in Zentrum durch. (Bild: Arno Littmann, JKI) |
| Pro Schötchen sind zehn Samen möglich. (Bild: W. Wohlers) |
| Eine gut gewachsene Pflanze mit den reifenden Schötchen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die ca 2mm großen Samen sind geriffelt, wobei die Linien zum Nabel hinlaufen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Keimblätter sind länglich oder fast rund und ca 1 cm lang, der Stiel ist ebenso lang. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Primärblätter unterscheiden sich nicht von späteren Blättern. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Wie viele Cruciferen, so hat auch das Acker-Hellerkraut eine Pfahlwurzel, diese hier im verdichteten Boden etwas krumm gewachsen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers. Juni 2020.
Fotos vom Pollen des Acker-Hellerkrauts siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank.
Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.
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