Tragopogon pratensis, der Wiesen-Bocksbart, gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütler). Die englischen Namen sind Yellow Goat's-beard, Meadow Salsify. EPPO-Code TROPR.
Der Wiesen-Bocksbart ist in Europa weit verbreitet, in Deutschland ist er fast überall zu finden. Nach Nordamerika wurde er verschleppt. Im Norden kommt er bis zum 63sten Breitengrad vor. Er wächst, der Name weist darauf hin, auf Wiesen, aber auch an Wegrändern und auf städtischem Ödland. Er liebt sonnige Standorte und dreht seine Blütenkörbe auch in Richtung Sonne.
Die einjährige, manchmal auch zweijährige, meistens kahle Pflanze kann über 1 m hoch werden. Sie verzweigt sich und wächst steif nach oben. Die Blätter sind grasartig schmal. Der Blütenkorb steht immer einzeln. Die grünen Hüllblätter sind genauso lang wie die äußeren, gelben Zungenblüten. Der Korb schließt sich bereits am späten Vormittag. Blütezeit ist Mai bis August. Die beige-farbenen Schirme der langen, schmalen Samen bilden aufgrund Ihrer Größe eine auffallende Kugel zwischen den Gräsern einer Wiese.
Der untere Stängelteil des Wiesen-Bocksbarts kann einen Durchmesser von fast 2 cm haben. Er wurde früher ähnlich wie Spargel gegessen; er schmeckt sehr milde und ist schon im Mai verholzt. Auch die Wurzel ist essbar.
| Ein dichter Bestand des Wiesen-Bockbarts in einer Wiese. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Eine Pflanze von 1,10 m Höhe. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Am Boden sind kaum Grundblätter zu sehen, die unteren Blätter können 40 cm Länge erreichen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| In gut gedüngten Boden haben die Blätter im Herbst eine Länge von 80 cm. (Bild: W. Wohlers) |
| Die parallelnervigen Blätter umfassen den Stängel halb. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Stängel sind häufig rot-violett angelaufen, ebenso wie der Blattrand. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Obere Blätter sind kurz und umschließen den Stängel fast vollständig. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ein Seitentrieb mit vier Stängelblättern und einer Knospe. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Hüllblätter sind häufig schwarz behaart. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die äußeren Zungenblüten reichen bis zu den Spitzen der Hüllblätter. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Hüllblätter sind rot gerandet. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Hier hat der Blütenkorb 18 äußere, lange Zungenblüten, die übrigen sind wesentlich kürzer. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Antherenröhren sind dunkel, die Narben gelb und hier mit den gelben Pollen besetzt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die geöffneten Blütenkörbe richten sich zur Sonne hin. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blütenkörbe schließen sich bereits vormittags wieder und richten sich auf. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Blütenkorb misst geschlossen ca 5 cm und schwillt an. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Spitzen der Flugschirme sind bereits zu sehen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Samenkorb öffnet sich. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Flugschirme öffnen sich gleichzeitig mit dem Korb. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Flugschirme messen 4 cm im Durchmesser. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Werden die Samen nicht gleich weggeweht, so bildet sich ein enges Netz. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Sekundärhaare sind lang und nur an den Spitzen der Primärhaare kurz. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Das Netz der Sekundärhaare ist recht regelmäßig. Sie haften fast genau in der Mitte zwischen den Primärhaaren aneinander. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Primärhaare sind ca 0,1 mm dick. An ihnen haften die Sekundärhaare, die beim Entfalten des Schirms auseinandergezogen werden. (Bild: K. Richert-Pöggeler und J. Ponath, JKI) |
| Die Sekundärhaare haben eine glatte Oberfläche, wie im Raster-Elektronenmikroskop zu sehen ist, und haften aneinander. (Bild: K. Richert-Pöggeler und J. Ponath, JKI) |
| Der Samen ist 1 cm lang. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Samen ist im Querschnitt viereckig. Hier sieht man die kurzen Widerborsten am oberen Ende. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der leere Samenkorb mit den völlig an den Stängel gedrückten Fruchtblättern. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Keimblätter sind grasartig schmal und hier 6 cm lang, können aber 10 cm Länge erreichen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die ersten richtigen Blätter sind noch relativ kurz. (Bild: W. Wohlers) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers. Juni 2017.
Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.